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Die letzte Schlacht der Rebellen - »Der Aufstieg Skywalkers«

Der Aufstieg SkywalkersDie letzte Schlacht der Rebellen
»Der Aufstieg Skywalkers«

                               Eine cineastische Nachlese.....


„Star Wars“ ist ohne Zweifel ein Stück wegweisende Genregeschichte; seit fantastischen 42 Jahren untrennbar mit dem gelben Titellogo und der pompösen Fanfare des genialen Komponisten John Williams verbunden.

„Episode 0 – „Das Imperium spielt verrückt“
Aber in der familiären Sternensaga flogen hier und da dicke „Fragezeichen“ im luftleeren Raum herum. Bereits Episode V: „Das Imperium schlägt zurück/The Empire Strikes back,1979“ verursachte zunächst „leichte“ Verwirrung, weil George Lucas der mittleren Trilogie aus technisch machbareren Gründen, Vorzug gegeben haben soll. Später hieß der Vorgänger Episode IV: „Eine neue Hoffnung“, und so lief das immer weiter. Damit nicht genug, angeblich gab Lucas dem Einfall des Scriptwriters Larry Kashdan nach - in einem längst ikonischen Moment outet sich Helmträger Darth Vader unversehens als Erzeuger des Jedi-Lehrlings Luke Skywalker. Dieser unvorhersehbare Twist erzielte wenigstens nachhaltige Wirkung, Episode VI  traf es um einiges schlechter.. „Die Rückkehr der Jedi-Ritter 1983", genau genommen ein echtes Ärgernis, kürte Leia mal eben zur Zwillingsschwester vom armen Luke und strapazierte die Nerven mit merkwürdigen Pelztierchen (Ewoks). Ansonsten warf Georgie  dramatischere Elemente zugunsten einer langweilig weichgespülten Wendung, ohne jedes Gespür für erzählerische Tragik, über den Haufen.

Unter anderem wäre Vaders Sohnemann ursprünglich zur „dunklen Macht" gewechselt – und Leia stattdessen jene letzte „Hoffnung“ geworden, von der wir  Jedi-Kobold Yoda noch in Episode V faseln hörten. Weil Meister Lucas aber mittendrin umdisponierte, ergab die Sequenz auf Endor, in der Luke Schwesterchen über ihr Schicksal aufklärt, (…„Kehre ich nicht zurück, bist du die letzte Hoffnung für die Allianz.“) dummer Weise keinen großen Sinn mehr. Viele Fehler, die den Abschluss zur absoluten Belanglosigkeit runterdampften, weil dem galaktischen Märchenerzähler  „Friede, Freude, Eierkuchen“…besser gefiel. Na denn, schlimmer geht’s immer – über die, wider Erwarten, nachgelieferten Episoden I-III (1. Trilogie: 1999-2005) möchte manch einer bis heute „den Mantel des Schweigens“ decken. Seit Ankauf von „Lucasfilm Ltd“ versucht der „Micky Maus-Konzern“, das Franchise mit der dritten Trilogie auf Kurs zu bringen.

Der anbiedernde Retro-Auftakt („Das Erwachen der Macht/The Force Awakens,015“)des zuweilen überschätzten J.J Abrams und Rian Johnsons eigensinnige „Episode VIII („Die letzten Jedi/The Last Jedi,017“) gaben allerdings Anlass zu ausufernden Diskussionen (im Netz), in denen die direktiven Köpfe dahinter von aufgewühlten "Tadel-Textern" ebenfalls nicht verschont blieben.

Jetzt „schwingt Abrahms erneut das Lichtschwert“….

Die Skywalker-Ära endet
Teil I
In gewisser Hinsicht sah es zeitweilig wenigstens im Ansatz danach aus, als hätten die Disneytypen den Schneid , der George Lucas ständig abging. Immerhin killt Kylo Ren Daddy Han Solo, Luke Skywalker wird zum Machtgeist…ect..ect.. Unverrichteter Dinge ließen Disneys „Wortführer“ nach dem Fiasko des letzten "Spin Offs ("Solo,018") verlauten, dass „Star Wars“ künftig wieder auf etablierteren Bahnen kreuzen muss.

Abrahms unternahm sichtlich alles, um Kritiker, denen „Der letzte Jedi“ richtig sauer aufstieß, nicht zu vergräzen. „Episode VIII/3.Trilogie“ hat er fast revidiert und  andere, falsche Entscheidungen getroffen, nicht einmal zwischenmenschliche Verhältnisse (u.a. Rey und Finn)wirklich aufgelöst. Fataler Nachgeschmack - aufgrund heftiger (rassistischer) Angriffe einer sogenannten Fangruppe, wurde Kelly Marie Tran/Rose Tico fadenscheinig eiligst „an den Rand geschrieben“. Stattdessen zog Abrahms völlig unwichtige Figuren aus dem Hut - ein handfester Skandal, möchte ich meinen, oder künftig ….Yoda heißen. Als Ersatz für den abgemurksten Snoke brachte er jemanden zurück, der seit 36 Jahren nicht mehr unter Leben weilen sollte. „Grandioser Einfall“ oder Disneys fester Wille….…

„Aber niemand geht hier wirklich“….orakelt Luke im „letzten Jedi" , als habe er geahnt, dass Imperator Palpatine im nächsten Film ebenfalls auftaucht; wie hat er das denn nur geschafft, der garstige Kerl?
Egal, das Universum der „Macht“  - lässt sogar die 2017 verblichene  Carrie Fisher durch ausrangiertes Archivmaterial auferstehen. Ihre digitale Präsenz überzeugt weit mehr als die gruseligen CGIs von Peter Cushing und Fisher in „Rouge One016"; dennoch sei, rein moralisch,  Einspruch gestattet: eine adequate Erklärung im Lauftext, den eventuellen Abgang der Generalin Leia Organa betreffend, wäre menschlich vielleicht akzeptabler gewesen. „Episode IX/3.Trilogie schließt Leias Geschichte auf diesem Wege endgültig ab…und beendet  zugleich die Skywalker-Linie – besser ist das.

Bleibt die Frage, ob J.J. Abrahms es trotzdem hingekriegt hat. Den überwiegend positiven Beurteilungen, kann ich jedenfalls nur bedingt folgen.....

Teil 2
„Episode IX“/3.Trilogie beginnt mit einer vielversprechenden Sequenz, in der Kylo Ren den Imperator mit Hilfe eines "Sith-Wegfinders" auf dem Planeten Exogol ausmacht, danach rutscht das Geschehen  in erwartbare Strickmuster ab. In der ersten Stunde wird freilich einiges an geduldiger Aufmerksamkeit verlangt. Und wenn unsere Helden langwierig von Planet zu Planet sausen, um einen zweiten Wegfinder (mehr gibt es nicht..) zu suchen, sieht das eher wie ein  „Lauflängenpuscher“ aus. Der Rest arbeitet leicht umständlich auf das Finale hin - zwischendurch bekommt der willige Zuschauer ein paar konstruierte Antworten:(Achtung….für alle, die den Film noch nicht gesehen haben: richtig gemeiner Spoiler) Schreck lass nach, Rey ist Palaptines Enkeltochter – der hockt seit über 30 Jahren auf dem Wrack vom abgestürzten, zweiten Todesstern.

Abrahms zitiert über weite Strecken ohnehin „Die Rückkehr der Jedi-Ritter", u.a. erinnert Reys letzte Konfrontation mit Kylo Ren und dem abgetakelten Palpantine, an jene, in der Darth Vader und Luke final die Klingen kreuzten. Sogar das Ende ist dem der EpisodeVI/2.Trilogie nachempfunden – die Ewoks lassen ebenfalls kurz (..thanks God..)grüßen.

Lichtschwert-Duelle, tapfere Kämpen, gigantische Raumschlachten und eine Prise Humor - gelegentliche Momente lassen zwar alte Magie aufblitzen, aber freilich hilft das wenig, wenn Abrahms den notwendigen Richtungswechsel auf halbem Weg vergeigt.

Letzte Worte:
„Der Aufstieg Skywalkers ist allenfalls erzwungener Fan-Service geworden – ein Film für festgefahrene „Star Wars-Geeks...

 

Kommentare  

#16 Friedhelm 2020-01-09 14:08
Ich denke mal auch nicht, dass man bei Disney an einen Klon gedacht hat. Das Auftauchen des Imperators wirkt wie vezweifelt "aus dem Hut gezaubert" , weil Rian Johnson Snoke vorschnell gekillt hat. Als neue Bedrohung wäre der blasse Kylo Ren alleine absolutes NoGo gewesen - das wussten die Macher wohl auch. Wahrscheinlich ist man davon ausgegangen, dass den Fans die fehlende Erklärung für Palpatines Rückkehr entweder gar nicht auffallen - oder völlig "schnuppe" sein würde.

Kreativere Köpfe hätten die Reihe garantiert "auf Spur gebracht." Zu denen gehört J.J. Abrahms schon einmal gar nicht - der ist einfach nur eine "Spielberg-Kopie" ohne richtige Einfälle.
Es wäre auch für künftige Projekte ratsamer, wenn Disney das Franchise wieder verkaufen würde.
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