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Alles Böse hat einen Anfang - »Amityville Horror - Wie alles begann«

Amityville Horror - Wie alles begann Alles Böse hat einen Anfang
»Amityville Horror - Wie alles begann«

1979 kam der Film AMITYVILLE HORROR in die Kinos und schlug dabei durchaus ein wie eine Bombe, wenn es um Filme hinsichtlich Geisterhäusern, Dämonen und Okkultismus ging. 2005 wurde dieser Klassiker durchaus recht ansprechend in einem Remake mit dem Titel AMITYVILLE HORROR - EINE WAHRE GESCHICHTE mit Ryan Reynolds (ADVENTURELAND/2009 und DEADPOOL/2016) und Melissa George (DARK CITY/1998 oder TRIANGLE - DIE ANGST KOMMT IN WELLEN/2009) nochmals als Ehepaar Lutz neu verfilmt.

Amityville Horror - Wie alles begannDurch den Erfolg des Film AMITYVILLE HORROR von 1979 folgte dann damals unter der Regie von Damiano Damiani 1982 auch die eigentliche Ausgangsgeschichte um die realen Morde an der Familie DeFeo in Amityville durch den Horrorfilm AMITYVILLE 2 - DER BESESSENE. Nur wurden hierfür die Namen der Familienmitgleider der DeFeos in "Montelli" (Familienname) abgeändert. Hier spielten in den Hauptrollen z.B. Burt Young (ROCKY/1976 und ES WAR EINMAL IN AMERIKA/1984) den gewalttätigen Vater Anthony Montelli und Diane Franklin (DIE LETZTE AMERIKANISCHE JUNGFRAU/1982 und TERRORVISION/1986) die älteste Tochter Patricia Montelli. Auf Young und Franklin werde ich hier im Artikel auch nochmals zu sprechen kommen, weshalb ich sie hier nicht willkürlich herausgesucht hatte. AMITYVILLE 2 - DER BESESSENE war dabei eine durchaus recht respektable und gut umgesetzte weitere Verfilmung des noch folgenden Amityville-Franchises.

Und genau dieses recht langlebige Amityville-Franchises brachte es in den folgenden Jahrzehnten auf rund dreizehn weitere Filme mit und um das verfluchte Haus. So wirklich an den Erfolg der ersten zwei Filme kamen die späteren Verfilmungen allerdings nicht mehr heran, so das hier auch nicht wenige als Direct-to-Video produziert wurden. Darunter wiederum befinden sich sowohl recht klägliche Versuche, die von dem großen Namen profitieren wollten, als auch Produktionen denen man trotz denkbar knappem Budget bescheinigen muss, hier doch zumindest versucht zu haben, ansprechende Fortsetzungen der Horror-Filmreihe zu produzieren.

AMITYVILLE 2 - DER BESESSENE aus dem Jahre 1982 kann jedoch nicht verstecken, dass man hier hinsichtlich des Handlungsverlauf doch so einiges bei dem Horrorklassiker DER EXORZIST aus dem Jahre 1973 abgeschaut hatte, was ihm jedoch durchaus gut zu Gesicht stand. Das hier nun von mir aufgegriffene Remake eben dieses damligen  Prequels von 1982 mit dem Titel AMITYVILLE HORROR - WIE ALLES GEGANN (2019) greift nunmehr nicht nur die realen Namen der Familie auf, sondern schlägt dabei auch einen etwas anders gstalteten Weg ein.

Amityville Horror - Wie alles begannDas Böse gebiert nur noch mehr Böses:
Eigentlich lebt die Familie DeFeo in einem ruhigen und eigentlich auch recht schönen Haus. Doch dieses Haus ist zuerst nur eine Fassade hinter der sich schlimme Dinge abspielen.

Vater und Familienoberhaupt Ronnie hat seine Finger in recht dubios zu nennenden Geschäften der kriminellen Unterwelt mit drin und auch sonst ist kein Familienmitglied vor seinen willkürlichen Gewaltausbrüchen sicher. So fühlen sich von seiner Frau Louise bis hin zu seinen Kindern alle nicht wirklich wohl, denn niemand von ihnen weiß so wirklich, wann sie seinen gewalttätigen Zorn auf sich ziehen.

Besonders unter seinem brutalen Vater hat jedoch der älteste Sohn Ronald Joseph "Butch" DeFeo zu leiden, der seinem Vater mit seiner Hippie-Art und wegen seiner Freunde, bzw. seiner Freundin eher ein Dorn im Auge ist. Das er am liebsten die Familie verlassen würde,  ist daher nur zu verständlich. Doch alle seine Bewerbungen für ein College werden abgelehnt und so flüchtet Ronald sich auch bei Zeiten durch Drogen aus der harten Realität. Nur mit seiner Schwester Dawn hält er noch eine tiefere Verbindung aufrecht, während er sich immer mehr vom Rest seiner Familie zurückzieht. Gemeinsam versuchen sie in einem kleinen, versteckten Raum im Haus, durch okkultistische Beschwörungen einen Ausweg aus ihrem von Gewalt und Fehlschlägen geprägtem Leben zu finden. Doch damit wecken sie scheinbar eine äußerst böse bzw. dämonische Kraft, welche die Spirale der Gewalt durch Ronald bald in blutige Höhen katapultieren wird, denen niemand in der Familie entkommen kann.

Seltsame Schatten und Stimmen oder doch nur die Drogen:
Im Gegensatz zur Handlung in AMITYVILLE 2 - DER BESESSENE ist das dämonische Böse nun nicht gleich ein fester Bestandteil des Hauses selbst, welches scheinbar nur auf seine ahnungslosen Opfer wartet. Es gibt auch nicht mehr die damals mit eingebaute geschichtliche Vorgeschichte des Hauses, welches die Grundlage der dämonischen Präsenz im Film darstellte.

Vielmehr sind es Ronald und seine Schwester Dawn es selbst, die dem Schrecken erst Tür und Tor öffnen. Dass das Böse hier nun nur in schattenhaften Umrissen für den Zuschauer zu sehen ist, mag vielleicht an einem nicht gerade üppigen Budget liegen. Jedoch macht diese Darstellung im Gesamtkonzept von Regisseur Daniel Farrands, der hier auch das Drehbuch schrieb und hinsichtlich der Produktion beteiligt war, auch durchaus einen tieferen Sinn. Denn am Ende des Films darf sich der Zuschauer durchaus immer noch die Frage stellen, ob im Film nun tatsächlich eine dämonische Kraft die Zügel in die Hand genommen hatte und Ronald DeFeo so zu seinen Morden trieb, oder ob man hier eventuell doch eher Bilder durch Ronalds eigene Sichtweise präsentiert bekommen hat, die viel eher auf seinen Drogenvisionen basieren.

Ein Hinweis hierzu könnte z.B. die Szene sein, in der Ronalds Freundin versucht, ihn in der Nacht im Auto oral zu befriedigen. Denn hier steht Ronald auch unter Drogen, bekommt dadurch negative Visionen, worauf er das Mädchen dann in seiner Panik förmlich mit seinen Beinen brutal aus dem Wagen tritt, um dann selbst fluchtartig mit dem Auto zu verschwinden. Doch wie bereits gesagt, die Entscheidung, ob man hier nun einen glasklaren Horrorfilm um dämonische Einflüsse sieht, oder es sich doch vielleicht eher um recht erschreckende Drogenvisionen handelt, muss der Zuschauer eben am Ende selbst treffen und wird hier dem Zuschauer durch Daniel Farrands nicht bis ins kleinste Detail bereits vorgekaut. Die Marschrichtung im Originalfilm AMITYVILLE 2 - DER BESESSENE war da wesentlich eindeutiger umgesetzt worden und ließ gleich zu Beginn keinen Zweifel daran aufkommen, dass es sich hier um einen eindeutig übernatürlichen Schrecken handeln muss.

Diese moderne Umsetzung trägt dabei auch dem Umstand Rechnung, das die, die sich mit dem Amityville-Franchises und den realen Hintergründen beschäftigt hatten, durchaus über einen möglichen Drogenkonsum seitens Ronald Joseph "Butch" DeFeo als Tatmotiv informiert sein dürften. Andererseits war jedoch auch klar für Daniel Farrands, dass er das Horrorelement nicht einfach so hätte streichen können, ohne damit unter den Fans einen Aufruhr zu erzeugen, welcher dem Film selbst wohl wahrlich nicht gut bekommen wäre.

Amityville Horror - Wie alles begannEin Wiedersehen in veränderten Rollen:
Das besonders die Fans hier bei dem Remake genauer hinsehen würden, denen natürlich auch der Film AMITYVILLE II: THE POSSESSION (so der US-Originaltitel) von 1982 wahrlich nicht unbekannt ist, trugen dann auch Daniel Farrands wie auch die weiteren Produzenten Lucas Jarach und Eric Brenner sowie der Executive Producer Jim Jacobsen ebenfalls Rechnung in der Filmbesetzung. So taucht nunmehr in kurzen Szenen Burt Young nun als Großvater auf, der durchaus wohl auch irgendwie seine Finger in kriminellen Geschäften hat, weshalb der gewalttätige und unberechenbare Ronnie DeFeo durchaus mit hohem Respekt dessen Entscheidungen quittiert, auch wenn sie ihm im Hinblick auf seinen ältesten Sohn nicht schmecken mögen.

Auch Diane Franklin taucht in dem Remake wieder auf. Nur spielt sie hier nicht mehr die älteste Schwester, was angesichts ihres Alters auch kaum noch möglich ist, sondern schlüpft nunmehr in die Rolle der Ehefrau und Mutter Louise DeFeo.

Aber auch so manche kleineren Elemente im Film sind eine gewisse Verbeugung vor dem Originalfilm seitens Damiano Damiani aus dem Jahre 1982. Genannt sei hier nur der Wandspiegel, der wie von selbst von der Wand fällt, oder die Szene, in der Ronald seinem Vater das erste mal ein Gewehr an den Kopf hält (welches aber nun nicht geladen ist). Hier allerdings ist Ronald durchaus bereit, auch entsprechend abzudrücken. Gab Damiano Damiani jedoch in seiner Version einer sexuellen Verbindung zwischen Bruder und Schwester einen durchaus breiten Raum, so wird hierauf in dem Remake von 2019 nur in einer recht kurzen Szene darauf hingewiesen, als Ronald bei seiner Freundin nicht deren Gesicht sieht, sondern eben das seiner ältesten Schwester. Dabei geht aus dieser sehr kurzen Szene jedoch nicht hervor, ob es zwischen den Beiden auch wirklich zum Inzest gekommen sein könnte, oder ob Ronald hier in dieser Vision plötzlich eher mit einer sexuellen Wunschvorstellung konfrontiert wird.

Amityville Horror - Wie alles begannEinfache Vergleiche bringen nichts:
Das der Film AMITYVILLE HORROR - WIE ALLES BEGANN bei den deutschen Filmkritiken nicht immer wirklich positiv abschneidet, liegt auch durchaus erkennbar daran, weil man hier die Version von 1982 mit der nun vorliegenden Version von 2019 vergleicht. Nur leider wird aus dieser Perspektive am Ende nicht wirklich ein Schuh draus.

Denn AMITYVILLE HORROR - WIE ALLES BEGANN sollte eigentlich völlig für sich selbst stehend betrachtet werden. Es sind schließlich auch zwei verschiedene Paar Schuhe, ein Remake am Original messen zu wollen, oder aber nur die inhaltlichen Unterschiede zu vergleichen. Das nun vorliegende Remake führt die Handlung schließlich nicht nur in eine modernere Handlungs- und Bildform, sondern versucht nun auch den Spagat zwischen einem Horrorfilm und den realen Morden in der 112 Ocean Avenue in Amityville zu leisten. Und letzteres gelingt dem Remake von 2019 hier durchaus recht ansprechend.

So mangelt es hier auch nicht an der erwarteten Spannung und die Darstellerinnen und Darsteller leisten hier durchweg in ihren jeweiligen Rollen wirklich optimale Leistungen. Hervorheben sollte man da auch besonders den Schauspieler Paul Ben-Victor (ROOKIE - DER ANFÄNGER/1990 oder DAREDEVIL/2003), den man auch recht häufig in diversen US-Fernsehserien wie THE WIRE (2003-2008 in isgesamt 15 Episoden) oder HAWAII FIVE-O oder CASTLE zu sehen bekommt. Ben-Victor gelingt es hier einen gewalttätigen Vater zu spielen, dem man schon nach kurzer Zeit als Zuschauer einen baldigen Tod im Film wünscht. Heftig ist z.B. die Szene, in der er sich einen Ledergürtel um die Hand wickelt, um beim zuschlagen sich keine eigenen Verletzungen (z.B. Abschürfungen der Haut an den Knöcheln) zuzuziehen. Jedenfalls wünscht man einen solchen Vater und Ehemann keiner Familie ... selbst wenn man eine kennt, die man eigentlich nicht mag. Dabei gelingt es Ben-Victor recht schnell und perfekt nur durch ein falsches Lächeln, einer plötzlich ungewöhnlich ruhigen Stimmlage oder einem verschlagen wirkenden Blick vom Zuschauer ohne Umwege als eine unberechenbare Bedrohung wahrgenommen zu werden. Da gehört schon einiges an Talent dazu, um sich in einer Filmrolle so schnell selbst den Hass der Zuschauer zuzuziehen, was man wiederum auch als einen Indikator betrachten darf, das hier von ihm die betreffende Rolle sehr ernst genommen wurde.

Etwas blass kommt indessen die durchaus hübsche Chelsea Ricketts in der Handlung herüber, die hier die Rolle der ältesten Tochter Dawn DeFeo spielt. Hier hatte damals im Originalfilm von 1982 Diane Franklin eine wesentlich höhere Präsenz innerhalb der Handlung aufzuweisen. Dabei schlüpft Diane Franklin hier im Remake von 2019 nun ohne Probleme auch in die Rolle der Ehefrau und Mutter, ohne jedoch wie Rutanya Alda (DIE DURCH DIE HÖLLE GEHEN/1978 oder STEPHEN KINGS STARK/1993) 1982 im Originalfilm mit ihrer christlichen Frömmigkeit mitunter dann doch etwas zu nerven.

Meine Filmkritik:
Ich oute mich hier mal lieber gleich als Fan des Film AMITYVILLE 2 - DER BESESSENE aus dem Jahre 1982, zumal ich einfach auf okkulte Horrorfilme mit entsprechend fiesen Dämonen stehe. Trotzdem muss ich hier gestehen, dass mich der Film AMITYVILLE HORROR - WIE ALLES BEGANN gleich zu Beginn schon sehr positiv überrascht hatte. Ob der Film hier überhaupt in den deutschen Kinos gelaufen ist, kann ich hier nicht wirklich sagen, allerdings sieht es wohl eher danach aus, als wäre der Film hier direkt auf DVD und BD auf den Markt geschmissen worden. Davon - sofern dies zutreffen sollte - sollte man sich allerdings nicht abschrecken lassen.

Der Film wartet dabei durchaus mit ein paar erschreckend harten Gewaltszenen auf, die nicht einmal von der möglichen dämonischen Präsenz her stammen, sondern vom Vater Ronnie DeFeo. Da zeigt sich mal wieder, dass der Mensch durchaus schlimmer sein kann, als jede erdenkliche Höllenkreatur. Vielleicht wirken diese Szenen auch deshalb so erschreckend, weil sie dessen gewalttätige Seite so intensiv zeigen und man sich als Zuschauer durchaus vorstellen kann, dass auch solche Menschen unter uns durchaus leben können und nach außen in der Öffentlichkeit nur einen schönen Schein wahren.

Das die dämonische Präsenz hier eher als dunkle Schatten agiert, mag im ersten Augenblick eher als ein Trick aus der billigen Filmkiste erscheinen, passt allerdings perfekt zu einem Film, der dem Zuschauer durchweg die Wahl lässt, das ganze als Horrorfilm oder eventuell doch eher als verstörendes Drogendrama zu betrachten.

Das hier Daniel Farrands in Sachen Budget allerdings nicht gerade aus dem Vollen schöpfen konnte, merkt man dem Film dabei durchaus etwas an, ohne das sich dies hier aber nun als störend ausmachen würde. Vielmehr sieht man hier sehr schön, dass man auch mit einer eher etwas knappen Kasse trotzdem einen Film drehen kann, der einen über die gesamte Spielzeit hinweg auf seine eigene Art zu fesseln weiß. So komme ich hier auch nicht bei der Bewertung daran vorbei, dem Film AMITYVILLE HORROR - WIE ALLES BEGANN durchaus noch satte vier von insgesamt fünf Gewehrkugeln als Höchstbewertung zu vergeben. Denn einen Punkt muss ich hinsichtlich des Finale doch abziehen, weil es irgendwie völlig unlogisch herüber kommt, dass seine älteste Schwester trotz das sie bereits in Sicherheit war, wieder ins Haus zurückkehrt, um sich von ihrem Bruder dann im Bett erschießen zu lassen. Da ändert leider auch nichts dran, dass diese Szene emotional betrachtet durchaus auch wieder einen gewissen, wenn auch nicht sehr logischen Reiz hatte. Und weil mir der Gesamtfilm so zugesagt hat, gibt es von mir eine entsprechende Empfehlung, sich den Film unbedingt mal anzusehen, gleich wieder oben drauf.

Amityville Horror - Wie alles begannAmityville Horror - Wie alles begann
(The Amityville Murders)
mit John Robinson, Chelsea Ricketts, Diane Franklin, Paul Ben-Victor, Lainie Kazan, Burt young, Rebekah Graf, Noa Brenner, Kue Lawrence, Zane Austin, Jon Mack, Sky Patterson, Steve Trzaska, Eddie Alfano, Steven Barton u.a.
Regie und Drehbuch: Daniel Farrands
Produktion: Daniel Farrands, Eric Brenner, Lucas Jarach
Musik: Dana Kaproff
Genre: Horror/Drama
Laufzeit: 98 Minuten (BD)
DVD/FSK: 16 Jahre
Vertrieb: Tiberius Film
USA 2019

Kommentare  

#1 Friedhelm 2020-02-15 21:19
"Amityville Horror,1979" gehörte leider zu den Filmen, die bei uns im Kino gar nicht liefen. Später konnte ich das auf Video/DVD nachholen - und fand den Streifen schon recht gruselig - obwohl er mich kaum so schocken konnte wie "Der Exorzist"( Was wiederrum kein großes Kunsstück darstellt). Die Fortsetzung "Amityville II" konnte ich dann tatsächlich an einem Nachmittag im Kino sehen - aber der Plot war mir teilweise (insbesondere in den Schlussmomenten) zu sehr auf den "Exorzisten getrimmt. Der Streifen wurde ja gerne als Vorgeschichte des ersten Films verkauft. Allerdings ist das Ding kein direktes Prequel - bezieht sich aber auf das Buch
"Mörder in Amityville", von Hans Holzer. Darin geht der Autor davon aus, dass Ronald De Feo besessen gewesen sei. Eine Doku dazu, die 1979 gedreht wurde, enthielt u.a., ein Interview mit Ronald de Feo und wurde merkwürdiger Weise nie veröffentlicht.

Die restlichen Fortsetzungen, von denen ich einige gesehen habe, waren (meiner bescheidenen Meinung nach) reine "Zelluloid-Verschwendung".

Das Remake mit Ryan Reynolds enthielt zudem die üblichen, neuzeitlichen (und längst ausgelutschten) Schockmomente und unterschied sich kaum von den ansonsten, heute zusammengekurbelten Ghostouse-Machwerken.

Den von dir hier besprochenen Film habe ich noch gar nicht gesehen - mal sehen, ob er es irgendwann in meinen Player schafft. Für mich sind solche Stoffe eigentlich längst "kalter Kaffee" - woran sicher auch die beinahe inflationäre Fliessband-Produktion nicht ganz unschuldig ist. Dadurch gerät das Genre des Horrorfilms ja immer wieder eine echte Sackgasse - und bringt die Macher irgendwann, in die peinliche Situation, sich neu orientieren zu müssen. Ein Umstand, der allerdings richtig schwierig werden könnte.
Sackgasse. :cry:
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#2 Laurin 2020-02-16 02:10
@ Friedhelm:
Das mit der "Sackgasse" wirst du nicht nur im Horrorfilm, sondern eigentlich in jedem Genre (also auch außerhalb der Phantastik im allgemeinen) vorfinden, denn im Grunde gibt es nichts, was nicht schon einige Male in den verschiedensten Formen und Konstellationen durchgelutscht wurde. Von dieser Seite aus betrachtet, fand ich das Remake mit Ryan Reynolds schon recht interessant umgesetzt. Das man auch beim Film die Kuh so lange melken wird, bis sie einem vor die Füße kotzt, ist also ein allgemeines, nicht am Genre gebundenes Problem. Und ändert man dann etwas, wie etwa bei der Welle der Vampirfilme oder danach bei der Welle der Zombiefilme, dann ist es den meisten Fans der filmischen "Klassiker" auch wieder nicht recht.
In dem Punkt bin ich schon recht froh, dass ich mich immer noch gerne überraschen lasse, was die Handlung, die Effekte und die allgemeine Umsetzung betrifft und ich mich hier nicht lange mit Vergleichen aufhalte, die mir dann irgendwann eben den Spaß verderben können.

Das AMITYVILLE II. durchaus bei DER EXORZIST abgekupfert hatte, merkte man allerdings schon recht gut. Nur brachte man das durch die Handlung auch in einen anderen Kontext, was den Film daher wieder für mich interessant machte. Und ich bin da ehrlich, so mindestens einmal im Jahr sehe ich mir den dann auch gerne wieder mal an. Richtig ist aber auch, dass der Film AMITYVILLE HORROR von 1979 nicht so schockieren konnte, wie DER EXORZIST, denn letzterer ist schon eine Hausnummer für sich und kaum zu toppen. Und AMITYVILLE II. (DER BESESSENE) mag sich zwar auf ein anderes Buch beziehen, bleibt aber trotzdem ein Prequel im eigentlichen Sinne, weil es eben die bekannte Vorgeschichte ist, die ja auf den realen Morden basiert. Man traute sich halt nur damals noch nicht, auch die realen Namen zu verwenden, wie man es nun bei AMITYVILLE HORROR - WIE ALLES BEGANN macht.
Warum man allerdings die Dokumentation mit Ronald DeFeo nicht veröffentlicht hatte, entzieht sich gerade meiner Kenntnis (zumal ich nicht mal wusste, dass es eine solche Doku mit einem Interview von ihm überhaupt gab, von daher Danke für die Information :-) ).
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#3 Friedhelm 2020-02-16 11:53
Zitat:
Das mit der "Sackgasse" wirst du nicht nur im Horrorfilm, sondern eigentlich in jedem Genre (also auch außerhalb der Phantastik im allgemeinen) vorfinden, denn im Grunde gibt es nichts, was nicht schon einige Male in den verschiedensten Formen und Konstellationen durchgelutscht wurde.
Schon klar, wem sagst du das - ich bin ja selber ein alter "Filmhase". Bezog mich dabei auf den Horrorfilm - weil das in diesem Beitrag gerade Thema ist."

Zitat:
In dem Punkt bin ich schon recht froh, dass ich mich immer noch gerne überraschen lasse, was die Handlung, die Effekte und die allgemeine Umsetzung betrifft
Wenn es denn Überraschungen gibt - das findet ja eher selten statt. Ich jedenfalls werde kaum noch richtig überrascht - all die Weil man halt diverse Handlungselemente und Shock-Momente, schnell wieder erkennt. Hatten wir aber schon des öfteren hier.. :-*

Zitat:
Und AMITYVILLE II. (DER BESESSENE) mag sich zwar auf ein anderes Buch beziehen, bleibt aber trotzdem ein Prequel im eigentlichen Sinne
Das stimmt - und stimmt wieder nicht. Amityville II sollte wohl zunächst eine direkte Fortsetzung sein, in der man Elemente aus dem DeFeo-Fall mit einbrachte. Das wohl auch, weil die Or iginalnamen eh aus rechtlichen Gründen nicht nicht genannt werden durften. Dabei stand allerdings auch der Prequel-Ansatz mit im Raume. Wie das alles nun eine Einheit ergeben sollte, ist mir natürlich auch nicht klar. Ich hatte darüber irgendwann mal eine Info - auf die sich mein letzter Kommi bezieht. Dazu gehörte auch der Hinweis auf die Doku. Letzteres lässt sich wahrscheinlich ganz leicht googelen. ;-)

Nun gut, ich will hier jetzt kein pedantischer Rechthaber sein - was besagte Infos betrifft, da ja auch schon "ein Weilchen" ins Land gegangen. Ich habe das halt aus dem (arg gealterten) Gedächtnis abgerufen. ;-)
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#4 Laurin 2020-02-16 15:37
@ Friedhelm:
Klar, nach dem Erfolg von AMITYVILLE HORROR von 1979 musste natürlich Nachschub her und da boten sich die realen Morde ja an, zumal Ronald DeFeo ja bald von seltsamen Stimmen sprach, die ihm die Morde befohlen hätten. Das man aus Gründen der Rechte damals noch die Namen ändern musste, ist auch klar.
Um die Story dann aber noch etwas aufpeppen zu können (was dann über den realen Mordfall hinaus geht), zog man einige Ideen seitens DER EXORZIST dazu, denn nur dämonische Stimmen die eben nur Ronald hören konnte, gaben da damals noch nicht viel her. Das alles gut gemixt ergibt dann halt ein solches Prequel. Im Grunde hast du durch diesen Mix also auch die Einheit, die dir da etwas verworren vorkommen mag. ;-)

Und die "Überraschungen" in einem Horrorfilm werden wir wohl beide nicht mehr erleben, aber das hatten wir ja auch schon oft hier thematisiert. :-* Manche Filmemacher versuchen es ja im Genre, aber meistens bleibt es dann mit der Überraschung recht oberflächlich oder geht mitunter auch völlig in die Hosen. Da ist mir das bewährte dann doch irgendwie viel lieber.
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#5 Friedhelm 2020-02-16 15:48
Zitat:
Filmemacher versuchen es ja im Genre, aber meistens bleibt es dann mit der Überraschung recht oberflächlich oder geht mitunter auch völlig in die Hosen. Da ist mir das bewährte dann doch irgendwie viel lieber.
Da werden wir wohl selber ein Filmlabel gründen müssen - und nach einem ordentlichen Brainstorming überschwemmen wir die Kinos mit gaaaaanz neuen Ideen. :-* ;-) :D
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#6 Laurin 2020-02-18 16:57
zitiere Friedhelm:
Zitat:
Filmemacher versuchen es ja im Genre, aber meistens bleibt es dann mit der Überraschung recht oberflächlich oder geht mitunter auch völlig in die Hosen. Da ist mir das bewährte dann doch irgendwie viel lieber.


Da werden wir wohl selber ein Filmlabel gründen müssen - und nach einem ordentlichen Brainstorming überschwemmen wir die Kinos mit gaaaaanz neuen Ideen. :-* ;-) :D
Ah ja ... das könnte man jetzt als Alternative betrachten, aber ich bin da recht ehrlich, was wirklich neues würde mir dann auch nicht unbedingt einfallen. Würde wohl eher auf heftige wie blutige Effekte und einige Skandalfilme im betreffenden Genre meinerseits hinauslaufen. :-* :lol:
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