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Ein Filmklassiker - Ein schroffer Ethan Edwards auf Racheodyssee

Ein FilmklassikerFolge 22
Ein schroffer Ethan Edwards auf Racheodyssee

In dieser Reihe DER FILMKLASSIKER werde ich ein wenig meine Schatzkammer in Sachen DVDs öffnen, in der sich neben mehr oder weniger aktuellen Filmen eben auch mitunter manche Klassiker des Films tummeln. Wir werden hierzu einen Streifzug unternehmen, in dem wir uns z.B. von manchen Actionfilmen über Western bis hin zu besonderen Romanzen einen Einblick gewähren werden. Manche Western wurden dabei zu wahren Klassikern.

Der Schwarze Falke (The Searchers)Der Schwarze Falke (The Searchers)
Es ist ja nun so, dass es eher eine Seltenheit darstellt, dass ich einmal mit einer Kritik des Lexikon des internationalen Films wirklich konform gehen kann. Aber in diesem Punkt kann man sagen, dass hier einmal von dieser Institution keine Blinden im Kino gewesen sein können (ihr wisst schon, das blinde Huhn und die Flasche Korn). Die schrieben nämlich in ihrer Kritik unter anderem folgendes:

"Die fünfjährige Suche entwickelt sich zu einer Reise in die Seelenlandschaft einer der vielschichtigsten Figuren der Western-Geschichte. Hinter der Oberfläche des starrköpfigen Einzelgängers werden Sensibilität und Verzweiflung sichtbar. (...) Ein Meisterwerk des Genres, bis ins Detail stimmig und vorzüglich komponiert."

(Zitat: Lexikon des internationalen Films)

Nun gut, so ganz den Durchblick hatten sie bei der Kritik wohl doch nicht, denn so ganz in Einsamkeit versank der Antiheld in diesem wahrlichen Western-Epos nun nicht. Denn als ständigen Begleiter (manchmal zum Widerwillen eben des Antihelden) gab es dann ja noch das junge Halbblut Martin Pawley, der Ethan Edwards auf der Suche nach der kleinen Debbie Edwards begleitete.

Wissen muss man hierzu auch, dass es Ethan war, der den Jungen einstmals aufgefunden hat, so das dieser bei der Familie der Edwards wie ihr eigener Sohn großgezogen wurde und aus diesem Grunde natürlich auch tiefe geschwisterliche Gefühle gegenüber Debbie und den anderen Kindern der Edwards hegt. Der Kontakt zu Ethan dürfte über die vielen Jahre hinweg jedoch wohl eher mehr auf Sparflamme gelaufen sein, denn man merkt im Film direkt zu Beginn, das zwischen dem raubeinigen Ethan und dem herangewachsenen Martin eine gefühlsmäßige Mauer zu bestehen scheint. Und die speist sich wiederum aus der Tatsache, das Martin eben ein Halbblut ist. Sollte unser Ethan in diesem Punkt etwa ein Rassist sein? Im Grunde ja, aber darauf kommen wir etwas später noch zurück.

Der Schwarze Falke (The Searchers)Zum Oscar war es ein kurzer, aber vergeblicher Weg:
In der Sparte "Bester Film" wurde DER SCHWARZE FALKE natürlich für einen Oscar nominiert. Am Ende hatte es dann allerdings doch nicht so ganz gereicht, denn die begehrte Trophäe schnappte sich dann auf der Zielgeraden doch noch die Jules Verne-Verfilmung IN 80 TAGEN UM DIE WELT aus dem Jahre 1956, in der neben David Niven auch Shirley MacLaine unter der Regie von Michael Anderson spielte. Hierbei dürfte noch interessant sein, dass es bei der Regiearbeit auch noch einen John Farrow gab, der jedoch später im Film IN 80 TAGEN UM DIE WELT weder im Vor- noch im Abspann genannt wurde.

Mehr Glück hatte indessen der Nachwuchs von John Wayne, der diesen eher starrsinnigen Antihelden Ethan Edwards zum Besten gab. Patrick Wayne, der Sohn von John Wayne erhielt nämlich noch nachträglich 1959 für seine, wenn auch kurze Rolle in DER SCHWARZE FALKE, einen Golden Globe Award als "Bester Nachwuchsdarsteller". Und im Jahre 1957 konnte der Regisseur John Ford für den besagten Western zumindest eine Nominierung für den Preis der Directors Guild of America sein eigen nennen. Das ganze hin und her mit den Nominierungen und wer dann am Ende doch noch die begehrten Preise abräumte, schadete aber dem Film DER SCHWARZE FALKE recht wenig. Der Film selbst wurde nämlich rund 30 Jahre nach seiner Urauffühung im Jahre 1989 in das National Film Registry aufgenommen, wo man in einem Verzeichnis US-amerikanische Filme aufnimmt, die als besonders erhaltenswert gelten.

1998 dann kam der Film als Nummer 96 in die American-Film-Institute-Liste der 100 besten US-Filme des 20 Jahrhunderts. Und weil da noch locker Luft nach oben war (gegenüber den anderen Filmen) schoss der Film DER SCHWARZE FALKE bei einer Neuauflage dieser Liste im Jahre 2007 auf den 7 Platz der besten Filme nach oben.

Der Schwarze Falke (The Searchers)Die Sache mit dem Rassismus:
Im Rahmen moderner Kulturfilme warfen Ronald M. Hahn und Volker Jansen die alles bewegende Frage auf, wie ein Western mit einem  "Helden" zum Kultfilm werden könne, der so engstirnig, mörderisch, reaktionär und rassistisch sein könne wie eben Ethan Edwards. Und die Liste der Anhänger gerade dieses Westerns ist beträchtlich lang unter den Prominenten Filmemachern. Da reihen sich nämlich Persönlichkeiten wie Paul Schrader, Steven Spielberg, George Lucas, Sergio Leone oder Francis Ford Coppola ebenso ein wie Wim Wenders.

Der Knackpunkt dürfte sein, dass man die Figur des Ethan Edwards eben nicht losgelöst von den zutreffenden Attributen und geschichtlichen Zusammenhängen her betrachten kann und darf.

Der amerikanische Durchschnittsbürger von 1868 war - und wenn er aus dem Süden stammte, erst recht - ein engstirniger, rassistisch eingestellter Reaktionär.

(Zitat: Wikipedia zum Thema Wirkungsgeschichte des Films)

Gerade diese Ehrlichkeit, die der Film DER SCHWARZE FALKE in diesen Punkten recht offen transportierte, machte ihn letztendlich zu einer Quelle der Inspiration für viele andere Filmschaffende. Jede Form der politisch korrekten "Verschönerung", die nur in der Verbiegung der geschichtlichen Realität hätte enden können, hätte dem Film DER SCHWARZE FALKE kaum gut zu Gesicht gestanden. Erst diese offene, geschichtliche Ehrlichkeit wiederum macht den Film letztendlich zu einem wirklichen Kultfilm innerhalb des Western-Film-Genre. Ich persönlich muss hierzu noch anfügen, dass auch Reaktionäre und Rassisten am Ende eben auch Menschen sind wie wir alle, auch wenn wir mit ihrer Weltsicht und politischen Einstellung wohl kaum konform gehen können. Falsch und schädlich wäre es hingegen, sie als etwas abstraktes zu definieren, als wären sie (etwas bildlich übertrieben) gleichgestellt mit recht ominösen "braunen" Männchen aus dem All. Denn mit einer eher abstrakten Sichtweise schadet man der Aufklärung letztendlich mehr als man ihr nutzt.

Der Schwarze Falke (The Searchers)Ich könnte hier nun noch viele Beispiele aufzählen, in wie weit Einflüsse des Western DER SCHWARZE FALKE in andere Filme wie etwa STAR WARS, LAWRENCE VON ARABIEN oder das Remake des SF-Klassikers KRIEG DER WELTEN mit Tom Cruis geflossen sind. Doch diese Aufarbeitung, die ziemlich lang würde, erspare ich mir hier wissentlich. Die kann man sich auch recht schön im Artikel der WIKIPEDIA zum Western selbst durchlesen.

Aber auch in der Musik nahm der Western seinen Einfluss. Denn damals sah eben diesen Western auch in jungen Jahren der Rock-'n'-Roll Musiker Buddy Holly mit recht hoher Begeisterung. Sein erster großer musikalische Erfolg war der Song "That'll be the Day" den uns John Wayne als Ethan Edwards im Film des öfteren in der Handlung um die Ohen haut. Richtig übersetzt lautet dieser Satz "Das wird der Tag sein". In der deutschen Synchronisation wurde daraus allerdings der ebenso markige Ausspruch "Der Tag wird kommen".

Doch nun wenden wir uns hier wieder einmal in einem kurzen Überblick der eigentlichen Handlung des Film DER SCHWARZE FALKE zu, der mich persönlich, auch wenn ich nicht unbedingt ein strammer Fan von Western in allen medialen Formen bin, stets fasziniert hatte und den ich mir im Jahr im Schnitt mindestens dreimal recht gerne ansehe.

Der Schwarze Falke (The Searchers)Der Tag wird kommen:
Nach einer längeren Zeit kehrt der Südstaatler Ethan Edwards auf die Farm seines Bruders Aaron und dessen Familie zurück. Doch das Wiedersehen ist nur von recht kurzer Dauer, denn bald trifft der Reverend und gleichzeitiger Sheriff, Samuel Clayton mit weiteren Männern ein, die er kurzerhand zu Hilfssheriffs ernannt hat. Auf der Nachbarfarm haben Indianer scheinbar aus Hunger die Rinder gestohlen. Auch Ethan und das Halbblut Martin, welcher ehemals als Baby von Ethan aufgefunden wurde und bei den Edwards aufgewachsen ist, beteiligen sich an der Suche anch den Indianern. Doch gerade weil Martin Pawley zum Teil das Blut der Cherokee-Indianer in sich trägt, stellt sich gleich zwischen Ethan und ihm eine gewisse Distanz ein. Als man losreitet, bemerkt nur Clayton, dass Ethan und Aarons Frau Martha wohl heimlich tiefere Gefühle füreinander hegen.

Auf der Suche stellt man fest, dass es sich um Najeti Comanchen handelt, die es jedoch nicht auf das Vieh abgesehen hatten, sondern dieses nur weit von den Farmen weg getrieben hatten, um es dann sinnlos zu töten. Ethan und den anderen wird klar, dass die Indianer es auf einen der beiden Farmen abgesehen haben um diese zu überfallen. Da Ethan erst sein Pferd ausruhen lassen will, kommt es zur ersten verbalen Auseinandersetzung zwischen ihm und Martin, der gleich losreitet. Dies war jedoch ein Fehler, denn so verliert er dabei sein Pferd völlig und muss zu Fuß weitergehen. Dabei bleibt es auch, als Ethan an ihm vorbei reitet und ihn einfach zurück lässt.

Auf der Farm von Aaron angekommen, stellt sich ihnen ein grausiges Bild dar. Aaron, Martha und sein kleinerer Sohn wurden von den Indianern unter der Führung von Chief Scar (der Schwarze Falke) grausam ermordet und die Farm in Brand gesteckt. Die Töchter Lucy und die jüngere Debbie wurden indessen von den Indianern verschleppt. Als späterhin auch Clayton und die anderen Männer losreiten um nun die Mädchen zu befreien, kommt es mitunter zu verbalen Auseinandersetzungen zwischen Ethan und Clayton über die Vorgehensweise. Auch ein Kampf mit den Indianern verläuft im Hinblick der verschleppten Mädchen erfolglos, so das sich Ethan mit Martin und dem jungen Brad Jorgensen, der mit Lucy Edwards verlobt war, alleine weiter auf die Suche macht.

Sie finden auf ihrer weiteren Suche auch das Lager der Indianer und Brad glaubt sogar Lucy dort kurz gesehen zu haben, weil er ihr Kleid von weitem erkannt hatte. Doch Ethan hatte in einer Schlucht bereits vorher die Leiche von Lucy gefunden und sie in seinem Mantel begraben, dies aber vor Matin und Brad verschwieden. Als er nun Brad davon erzählt und ihm klar macht, dass er einen Indianer gesehen hatte, der Lucys Kleid trägt, verliert der junge Brad den Verstand und stürzt sich alleine selbstmörderisch in einen Kampf mit den Comanchen.

Auf der weiteren Suche verlieren Ethan und Martin jedoch die Spur des Stammes und kehren so nach Jahren wieder zurück auf die Farm der Jorgensens. Zwischenzeitlich - es ist mittlerweile tiefter Winter - nehmen sie in einem Ford einige junge Mädchen in Augenschein, die ebenfalls von Indianern verschleppt wurden und scheinbar nicht mehr ganz bei Sinnen sind. Doch Debbie war wie erhofft nicht unter ihnen. Zurück bei den Jorgensens wird besonders Martin von deren Tochter Laurie stürmisch begrüßt, da sie in ihn verliebt ist und Martin diese Liebe seit ihrer Kindheit auch erwidert. Da ein Händler mit einem Stück Stoff wohl einen neuen Hinweis auf den Stamm der Comanchen und Debbie gefunden hat, bricht Ethan sofort wieder von Hass getrieben auf. Auch Martin folgt ihm, selbst da Laurie ihm androht, nicht wieder weitere Jahre auf ihn warten zu wollen.

Der Schwarze Falke (The Searchers)Der Händler, Mr. Futterman versucht indessen später Ethan und Martin in einen Hinterhalt zu locken, um sie zu erschießen und völlig auszurauben. Ethan hat jedoch längst bemerkt, dass man Futterman wohl nicht trauen kann und so kommt es in der Nacht zu einer Schießerei an ihrem Lagerplatz, bei der Futterman und sein Leute sterben. Martin kann hierbei jedoch kein Verständnis dafür aufbringen, das Ethan ihn am Lagerfeuer faktisch als Lockvogel für die Banditen benutzt hatte.

Wieder vergeht eine lange Zeit und aus Versehen bekommt Martin bei einem Tauschgeschäft mit anderen Indianern auch noch die Indianerin Look faktisch zur Frau. Die weiß jedoch mehr als Martin und Ethan zuerst ahnen. In der Nacht schleicht sie sich davon, hinterlässt aber einen eindeutigen Hinweis für Ethan und Martin, was den Stamm des Schwarzen Falken angeht. Erst einige Zeit später findet man die Leiche von Look wieder. Sie und weitere getötete Comanchen wurden von ihrem Stamm zurückgelassen, nachdem das Dorf von der Armee angegriffen wurde. Mittels der Hilfe einiger Mexikaner gelingt es nach längerer Zeit, sich sogar mit dem Schwarzen Falken zu treffen, mit dem Debbie - mitlerweile zu einer jungen Frau herangewachsen - das Zelt als eine seiner Frauen teilen muss. Sie erkennt Martin und Ethan und schleicht sich an das Lager, welches sie in der Wildnis aufgeschlagen haben. Sie will sie vor Scar warnen, der weiß, wer sie sind und warum sie ihn und seinen Stamm verfolgen. Doch auch hier muss sie fliehen, denn Ethan sieht in ihr scheinbar nur noch eine wilde Indianerin und will sie von diesem ihm verhassten Makel erlösen, indem er sie erschießen will. Das es darufhin nicht zu einer ernsthaften Auseinandersetzung zwischen Ethan und Martin kommt, verdanken sie wiederum dem Schwarzen Falken, der sie mit seinen Leuten kurz danach angreift und in die enge treibt.

Zwar gelingt es Ethan und Martin auch diese Auseinandersetzung für sich zu entscheiden, wobei Ethan schwer verletzt wird. Doch auch die Comanchen sind samt Debbie wieder spurlos verschwunden. Da in der Zwischenzeit wieder ein Jahr vergangen ist, platzen Ethan und Martin glatt in die Hochzeit von Laurie und einem anderen jungen Mann aus der Nachbarschaft. Zwischen diesem und Martin kommt es indessen auch folgerichtig wegen Laurie zur Prügelei, woraufhin dieser die Hochzeit absagt, weil er bemerkt, dass Laurie immer noch stärkere Gefühle für Martin als für ihn empfindet. Clayton will indessen Ethan und Martin wegen dem unaufgekärten Tod an Mr. Futterman verhaften. Doch bevor es dazu kommen kann, kommt ein Abgesannter der Armee, der Clayton auffordert, eine Bürgerwehr für eine Strafaktion zusammenzustellen um gegen die Comanchen des Schwarzen Falken vorzugehen, dessen Stamm ebenfalls ganz in ihrer Nähe wieder aufgetaucht ist.

In der Nacht vor dem Angriff auf die Comanchen ist es Martin, der sich auf einen riskanten Einsatz einlässt, um Debbie aus der Hand von Scar zu befreien, bevor die Bürgerwehr und die Armee den Stamm angreifen. Dies gelingt ihm sogar und während des Angriff auf den Stamm ist es Ethan, der Scar, den Schwarzen Faklen skalpiert um danach Debbie und Martin zu verfolgen. Martin, der mit Debbie zu Fuß auf der Flucht vor Ethan ist, fleht Ethan förmlich an, Debbie nichts zu tun. Als Ethan jedoch das völlig verängstigte Mädchen sieht, nimmt er sie auf den Arm und sagt: "Wir gehen nach Hause, Debbie!"

Gemeinsam mit Debbie und Martin reitet er so zurück zur Farm der Jorgensens, die alle mit offenen Armen empfangen. Doch Ethan geht nicht mit ins Haus, sondern es scheint so, als würde er gleich wieder gehen wollen, um von nun an alleine weiterzuziehen.

Der Schwarze Falke (The Searchers)Meine Filmkritik:
Ja, der Film DER SCHWARZE FALKE zeigt in seiner über Jahre hinweg gestreckten Handlung nicht wenige durchaus rassistische Elemente, die bei uns in Europa durchaus auch schon mal falsch aufgefasst werden können. Denn der Film an sich ist nicht rassistisch, sondern reflektiert hier recht offen und ungeschönt eben den Rassismus, von dem man sich in der damaligen Zeit in den USA bei den Auseinandersetzungen mit den Indianern hat leiten lassen. So muss und sollte man diesen Film also auch als eine Art kritische Aufarbeitung der eigenen, eben nicht immer wie oft gerne dargestellt, fehlerfreien Geschichte der USA in diesem Punkt betrachten. Die Zeiten waren damals eben rau, der Humanismus nicht gerade angesagt und das Verhalten der Menschen eben alles andere als so politisch Korrekt, wie man es heute eher gerne sehen würde. In diesem Punkt lässt sich der Film DER SCHWARZE FALKE durchaus auch als einen wichtigen Beitrag der eigenen kritischen, geschichtlichen Aufarbeitung betrachten.

An anderer Stelle kann man hier auch durchweg von einer Art Film reden, in dem so manche damaligen Stars gleich auch ihre Verwandten mit ins Filmgeschäft hinein bringen wollten. So sieht man gegen Ende nicht nur in einer recht lustigen Szene den Sohn von John Wayne in der Rolle als junger Armeesoldat, der Clayton im Gefecht unbeabsichtigt den Säbel in den Hintern sticht. Auch in der Rolle der noch kleinen Debbie zu Beginn des Films, bestehen durchaus familiäre Bindungen. Denn die kleine Debbie wird gespielt von Lana Wood und die ist wiederum die jüngere Schwester eben von Natalie Wood, die späterhin in die Rolle der herangewachsenen Debbie schlüpft. Natalie Wood hatte später übrigens durchsickern lassen, dass sie sich während der Dreharbeiten in Patrick Wayne verliebt hatte. John Wayne indessen zollte dem Film seinen eigenen Respekt indem er seinem 1962 geborenen Sohn den Vornamen Ethan gab.

Der Film selbst ist allerdings nicht so völlig in Sachen Handlung aus der Luft gegriffen, sondern verarbeitet durchaus in Ansätzen die realen Begebenheiten der Cynthia Ann Parker. Sie war die älteste Tochter der Siedler Silas Mercer und Lucy Parker die 1836 während des Ford Parker-Massaker als Neunjährige von Comanchen entführt und dann von ihnen adoptiert wurde. Mit rund siebzehn Jahren heiratete sie den Häuptling des Stammes, wobei zu den daraus entstandenen Kindern der Sohn Quanah Parker zählt, der späterhin als Häuptling der der Comanchen lange Zeit gegen die europäischen Siedler kämpfte. Cynthia Ann Parker wurde im Jahre 1860 indessen von Texas Rangers aufgegriffen und gegen ihren Willen zu ihrer europäischen Familie zurückgebracht. Mehrere Versuch von ihr, wieder zu ihrem Stamm und der dortigen Familie zurückzukehren schlugen jedoch fehl. Cynthia Ann Parker verstarb nach nur weiteren zehn Jahren (1870) nach ihrem aufgreifen.

Der Schwarze Falke (The Searchers)Was soll ich hier sonst noch über diesen Western sagen? Man könnte jedenfalls noch viel mehr schreiben, doch das wäre schlicht wohl ab einem gewissen Punkt nur noch Zeilenschinderei. Für mich persönlich ist der Western DER SCHWARZE FALKE einer der wohl wenigen herausragenden Western überhaupt, den ich mir in einer gewissen Regelmäßigkeit immer mal wieder ansehe und der für mich das Prädikat "Wertvoll" durchaus in allen Punkten verdient hat. Er besticht sowohl durch die Handlung, die jeweiligen schauspielerischen Leistungen, den perfekten Landschaftsaufnahmen, aber auch der Filmmusik und eben durch seine recht kritische Sichtweise auf die eigene Vergangenheit. Von daher kann ich auch nicht anders, als diesem Western hier die vollen fünf von insgesamt fünf Sterne als Bewertung zu vergeben. Natürlich auch mit der Empfehlung, sich diesen Film nicht in einer guten Sammlung von herausragenden Filmklassikern entgehen zu lassen.

Ausblick:
Ich will es hier durchaus kurz machen. Der Mars hat so seine Tücken. Nur zu gerne würde nicht nur die NASA endlich mal einen Menschen auf den Nachbarplaneten landen lassen. Nur so einfach ist dies noch nicht.

Zum Mond waren es damals noch so rund drei Tage bis man auf ihm landen konnte, doch mit dieser Rechnung kommt man nicht einmal ansatzweise in die direkte Nähe des roten Planeten, der durchaus einmal der Erde recht ähnlich gewesen sein kann. Nur leider verlor er das Magnetfeld, welches auf der guten alten Erde so einiges regelt und damit auch alles fluffig am Leben hält.

Und wenn man dann irgendwann einige Menschen auf dem Mars absetzen kann, dann sollten die sich auch schon im Vorfeld daran gewöhnen, eventuell die gute alte Erde nicht mehr wiederzusehen. Denn den Kraftakt eines entspannten Rückfluges kriegt die NASA nämlich heute auch noch nicht geregelt.

Im Film des nächsten Samstag sieht dies schon etwas anders aus. Da ist die Reise zum Mars schon eine Art Touristensache, bei der man allerdings wegen Keimen und Co. kein Obst oder Gemüse von der Erde einführen darf.

Die Verhältnisse sind zwar in den Kolonien dort durchaus erträglich, sofern man sich nicht ohne Schutz der direkten Marsumwelt aussetzt, denn das dürfte recht schmerzhafter Natur sein bis das einem zuerst die Augen rausploppen. Doch die ungefilterte Strahlung kann dann doch noch an ungeschützen Orten genetische Schäden hervorrufen und so gewisse Mutationen begünstigen. Die müssen aber nicht in jedem Fall unschön sein.

Und dann ist da noch die Gesellschaftsordnung, die nicht so ganz dem entspricht, was man so von der guten Erde her gewohnt ist. Wenn man dann noch ein wenig "James Bond" hinzufügt und auch nicht auf mögliche Artefakte seitens längst ausgestorbener Aliens  verzichtet, dann kann daraus durchaus ein nettes SciFi-Märchen werden.

Und wer jetzt noch immer nicht weiß, welchen Film ich euch demnächst in DER PHANTASTISCHE FILMKLASSIKER präsentiere, dem sei hier auch verraten, dass der Film bereits ein Remake erfahren hat, welches allerdings für mich persönlich dieses mal nicht so wirklich an das Original heran kommt.

Also dann, viel Spaß falls ihr bei dem Filmtitel noch raten müsst und ansonsten gutes gelingen, bis nächsten Samstag.

Der Schwarze Falke (The Searchers)Der Schwarze Falke
(The Searchers)
mit John Wayne, Patrick Wayne, Natalie Wood, Lana Wood, Jeffrey Hunter, Vera Miles, Henry Brandon, Ward Bond, John Qualen, Ken Curtis, Hank Worden, Harry Carey Junior, Beulah Archuletta, Dorothy Jordan, Olive Carey, Antonio Moreno, Pippa Scott u.a.
Regie: John Ford
Drehbuch: Frank S. Nugent
Produktion: C.V. Whitney (im Auftrag von Warner Brothers)
Musik: Max Steiner
Genre: Western
Laufzeit: 119 Minuten
DVD/FSK: 12 Jahre
Vertrieb: Vorliegend die DeAgostini-DVD-Collection/Warner Brothers
USA 1956

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Kommentare  

#1 Harantor 2018-03-31 13:17
Der schwarze Falke gehört zu meinen Lieblingswestern. Ethan Edwards ist mehra ls nur der klassische Revolverschwinger und in seiner Suche ein in der Tat vielschichtiger Charakter. Mit das beste was der Duke jemals auf die Leinwand brachte
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#2 Valerius 2018-03-31 14:32
Witzig, den Film habe ich mir gestern noch auf DVD angeschaut. Ein Meisterwerkt des Western-Genres.
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#3 Heiko Langhans 2018-03-31 16:32
Vorschau: Ist das der Film, in dem ein Videogespräch zwischen Mars und Erde einer, sagen wir mal, recht zackigen Übermittlungsdauer unterliegt?
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#4 Laurin 2018-03-31 19:44
@ Harantor:
Sehe ich absolut genauso. :-)

@ Valerius:
Wie gesagt, ich sehe ihn mir öfter an und mein Bestand an Western in meiner Filmsammlung ist dabei durchaus recht überschaubar.

@ Heiko Langhans:
Du gehst aber gleich richtig ins Detail bei dem "Ausblick". :lol: Aber ja, die Verbindung ist im Film recht flotter Natur, sonst würden die wohl im Film mit der Laufzeit mächtig überziehen. ;-)
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#5 Friedhelm 2018-04-02 00:27
Nur mal auf "die Schnelle".. (all die Weil, wir mit den Nachbarn zu später Stund noch "um die Häuser ziehen wollen". Man wartet bereits...)

Zitat:
Im Rahmen moderner Kulturfilme warfen Ronald M. Hahn und Volker Jansen die alles bewegende Frage auf, wie ein Western mit einem "Helden" zum Kultfilm werden könne, der so engstirnig, mörderisch, reaktionär und rassistisch sein könne wie eben Ethan Edwards.
Der Grund dafür könnte vielleicht sein, dass Ethan Edwards so etwas wie ein Antiheld ist; es gibt genug Beispiele, Filme, die trotz eines solchen, negativen Hauptcharakters erfolgreich waren; in manchen Fällen sogar gerade wegen des "Antihelden."
Man könnte da bei "Dracula" ( eben der Graf) anfangen - und bei "Star Wars" (Darth Vader) evtl enden.

Zudem wird Ethans Charakter ja auch nicht "hoch heroisiert" sondern duchaus als menschenfeindlich dargestellt (oder erkannt...)
(Ou, man ruft bereits ungeduldigt. Den Ausblick halte ich bereits für geklärt - deshalb ein schnelles ...Tschüss..)
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#6 Laurin 2018-04-02 01:46
@ Friedhelm:
Nun ja, man nehme einfach das Zitat direkt unterhalb der Fragestellung (Wirkungsgeschichte zum Film) und schon hast du auch die Antwort. Das Zitat stammt nämlich aus den Ausführungen von Ronald M. Hahn und Volker Jansen. ;-)

Aber du hast durchaus auch recht. Ethan ist in dem Western durchaus weit entfernt davon, als perfekter Held durchzugehen, sondern trägt faktisch alle Elemente eines typischen Antihelden, dem es allerdings gelingt, sein Gefühlsleben dem Zuschauer innerhalb der Gesamthandlung auch glaubwürdig zu vermitteln. ;-)

PS: Viel Spaß beim "um die Häuser ziehen" :-)
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#7 Friedhelm 2018-04-02 12:07
"Guten Morgen, ihr Leut.." Das war mal eine Nacht..
und schon wieder munter - ich bin ein Held..

Mal ehrlich, die etwas dunkleren Antihelden sind doch auch viel faszinierender. Ich jedenfalls finde die (absolut) Guten total langweilig. Nicht umsonst sind Typen wie Darth Vader Kultfiguren..
Doch nochmal etwas zum Ausblick...

da hatte doch wieder der holländische Paul das Regiment - und Arnie gingen am Ende doch schon "die Augen über..."

Das Remake habe ich mir im Kino erspart...
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#8 Laurin 2018-04-02 19:47
@ Friedhelm:
Jau, der Holländer hat auch diesen Film gerockt.

Ansonsten gehen mir auch manchmal die Augen über, allerdings nicht so ungesund drastisch wie eben bei Arnie.

Das Remake habe ich einmal gesehen, sagte mir aber nicht wirklich so zu. Da kommt das Original irgendwie flockiger und nicht so verkrampft rüber.

Und was die Antihelden angeht, da stimme ich dir zu. Wer mag denn schon Helden mit Persilschein. :lol: Da knackt es doch nicht im Gebälk.
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