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Derrick und seine Fälle: Folge 10 - Hoffmanns Höllenfahrt

Derrick und seine FälleFolge 10
Hoffmanns Höllenfahrt

Bis zu dem Abend im Frühjahr, an dem er zufällig die leicht beschwipste, von einer Party nach Hause radelnde Nachbarstochter Anneliese trifft, ist der Fernsehtechniker Richard Hoffmann ein treusorgender, liebenswerter Familienvater. Von der Stunde der folgenschweren Begegnung an aber hat Hoffmann keine ruhige Minute mehr. Und Oberinspektor Derrick muss sich zusammen mit seinem Assistenten Harry Klein um den Mord an einem jungen Mädchen kümmern, dessen Leiche auf dem städtischen Müllabladeplatz gefunden wird.


Es dauert nicht lange, bis der Polizeiapparat auf höchsten Touren läuft. (1)

Anneliese zeigt sich im Zustand des alkoholischen Rausches ihrem väterlichen Freund Hoffmann sehr zugetan. Der wiederum will das Angebot natürlich annehmen. Doch das Mädel macht einen Rückzieher und droht alles dem Vater zu erzählen. Onkel Hoffmann gerät in Rage und hofft das Mädchen beruhigen zu können. Er hält hier Mund und Nase zu, damit sie nicht laut schreien kann. Und dann passiert es, das Mädchen erstickt. Wie man sich nun auch drehen und wenden will, Hoffmann wäre sowieso dran gewesen. Auch dann wenn er keinen Beischlaf mit dem Mädchen bevorzugt und abgelehnt hätte, wäre das Luder zum Vater gerannt. Welche Wahl hatte also der Rundfunkelektriker. Umbringen wollte er sie ja soweiso nicht. Aber wahrscheinlich wäre ihm juristisch ein Mord ausgelegt worden, da es niedere Beweggründe waren. Wie dem auch sei. Von Anfang an steht Hoffmann nun in Verdacht und mit allem was er tut um sich zu entlasten, belastet er sich nur noch mehr. Außerdem steht ihm bei jeder Begegnung mit Derrick sichtbar der Schweiß auf der Stirn.

Diese Folge ist typisch für die Anfangsphase. Mord - und der Täter versucht seine Tat zu vertuschen. Der Zuschauer weiß Bescheid. Spannung entsteht durch das Katz- und Mausspiel zwischen den Ermittlern und dem Mörder. Übrigens wird dieser glänzend von Klaus Löwitsch gespielt. Schade, dass er erst Jahre später wieder einmal im Derrick auftaucht.

Derrick-Debütantin Judy Winter mimt die Ehefrau. Hin- und hergerissen von dem Gefühl zu einem Ehemann, von dem sie nach und nach feststellt, dass er ein Mörder ist. Auch der Sohn (Pierre Frankh, zum ersten Mal in Derrick) ahnt etwas.

Ingrid Steeger (auch sie bekommt erst Jahre später eine neue Derrick-Chance) spielt die verführerische Anneliese und das Opfer.


Ein sehr überdurchschnittlicher Früh-Derrick mit einem packenden Finale, welches allerdings dramaturgisch etwas gestelzt wirkt. Derrick legt einen gewagten Stunt hin, während das Auto des Verdächtigen gegen ein baum fährt und in bester Hollywood-Manier explodiert.
Im Übrigen die beste Folge der Reihe, die von Regie-Virtouse Grädler stammt.

Darsteller: Horst Tappert (Stephan Derrick), Fritz Wepper (Inspektor Klein), Klaus Löwitsch, Judy Winter, Ingrid Steeger, Pierre Frankh und andere
Stab. Musik: Klaus Weiss Titelmusik: Les Hmphries, Regie: Theodor Grädler, Produzent: Helmut Ringelmann. Eine Produktion der Telenova Film- und Fernsehproduktion im Auftrag von ZDF, ORF, SRG. Erstsendung: 29.06.1975

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