Streamingdienste bei den 14- bis 29-Jährigen schon erfolgreicher als TV-Mediatheken

1Spannende Zahlen aus der ARD/ZDF-Onlinestudie: Bei den Unter-30-Jährigen haben die kostenpflichtigen Streamingdienste die kostenlosen Mediatheken der TV-Sender bereits überholt. Bei den täglichen Nutzern erreicht Netflix sogar mehr 14- bis 29-Jährige, als ARD, ZDF, RTL, Sat.1, ProSieben und die Dritten mit ihren Mediatheken zusammen.

So finden sich laut der Studie unter den 14- bis 29-Jährigen in der deutschsprachigen Bevölkerung 9%, die täglich Netflix nutzen.

Das sind mehr als die 7%, die täglich die Mediatheken der TV-Sender besuchen.
 

Zählt man auch diejenigen dazu, die den entsprechenden Service nur wöchentlich, monatlich oder noch seltener nutzen, so liegt Amazon Prime bei den 14- bis 29-Jährigen unter den Streaming-Anbietern vorn – mit 39% vor Netflix (30%). iTunes folgt mit 20% auf Rang 3, Sky erreicht mit seinen Streamingdiensten wie Sky go 14% und Maxdome 11%.

In dieser erweiterten Nutzergruppe können die Mediatheken noch mithalten: Auf 39% der 14- bis 29-Jährigen kommt die ARD, auf 37% das ZDF und auf 33% ProSieben. RTL folgt mit 26%, gleichauf mit den Dritten und vor Sat.1 mit 22%. Dennoch ist es schon erstaunlich, dass netto bereits 68% des jungen Publikums kostenpflichtige Streamingdienste nutzt. In dieser Altersgruppe sind Netflix & Co. also längst Mainstream.

In der Gesamtbevölkerung ab 14 Jahren finden sich immerhin schon 22% Amazon-Prime-Nutzer und 12% Netflix-Nutzer, insgesamt erreichen die Streamingdienste hier netto 38% der deutschsprachigen Bevölkerung ab 14 Jahren. Hier liegen die Mediatheken aber noch vorn: mit 43%. Schaut man sich die Einzelzahlen der Anbieter an, so erreichen die Mediatheken von ARD und ZDF 33% bzw. 31% Menschen, die der Dritten 26%. Danach folgt dann Amazon Prime mit 22%. Vor Netflix (12%) landen noch die Mediatheken von ProSieben (18%), RTL (17%) und Sat.1 (15%). Auch hier führt Netflix aber schon bei den Junkies, also den täglichen Nutzern – mit 3% gleichauf mit der ARD-Mediathek.

Die Zahlen, insbesondere die des jungen Publikums, zeigen die bedrohliche Lage, in der sich die traditionellen TV-Marken befinden. Lineares Fernsehen wird bei den Unter-30-Jährigen immer weniger genutzt – und im Netz haben die Sender nicht so viel Strahlkraft mit ihren Inhalten wie Amazon, Netflix & Co.

Weitere spannende Online-Video-Zahlen finden sich im Media-Perspektiven-Artikel von Thomas Kupferschmitt zur ARD/ZDF-Onlinestudie, den Sie hier als PDF abrufen können.

Bild: Logo Das Erste aus der Wikipedia 

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