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Derrick und seine Fälle: Folge 54 - Anschlag auf Bruno

Derrick und seine FälleFolge 54
Anschlag auf Bruno
 
Das tote Mädchen heißt Gerda Henk. Ihr Freund, Ernst Weise, hatte sich gewundert, daß Gerda nach einer Tanzpause nicht mehr zu ihm zurückgekehrt war. Nach den Feststellungen der Polizei hat sie der unbekannte Täter erwürgt. Oberinspektor Derrick erfährt von Gerdas Eltern, daß ihre Tochter vor kurzem noch mit Bruno Kerk befreundet war. Als Nachbarkinder, deren Familien eng befreundet waren, sind sie gemeinsam aufgewachsen. Aus Spielgefährten waren schließlich gute Freunde geworden, deren Beziehung durch das Auftauchen von Ernst Weise ein plötzliches, für die Eltern der beiden aber unerwartetes Ende fand.

SzenenfotoGerda fühlte sich fortan belästigt, wenn Bruno weiterhin jeden Tag nach Dienstschluß vor ihrer Arbeitsstätte auf sie wartete. Aufgrund seiner im Verlauf der Ermittlungen gewonnenen Erkenntnisse sieht sich Oberinspektor Derrick veranlaßt, den sich innerhalb der Familie abspielenden Vorgängen besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Dabei gelangt er immer mehr zu der Überzeugung, daß ihm dieser Fall neben gutem kriminalistischen Spürsinn ein nicht weniger gutes psychologisches Einfühlungsvermögen abverlangt ...

Der Mörder steht von Anfang fest, und überhaupt ist die Geschichte um den geistig zurückgebliebenen Bruno und seiner verkorksten Familie sehr vorhersehbar.  Spätenstens in dem Moment wo Helmuth Kerk (Volker Eckstein) die hübsche und nicht minder üppige Gerda umbringt, wird klar, das alle Schuld auf Bruno geschoben wird.
Die Eltern sehen darin eine Chance ihren Sohn vor dem Gefängnis zu bewahren, auch wenn sie Bruno dafür opfern müssen. Doch niemand wird einen geistig zurückgebliebenen Jungen mit authistischen Zügen für seine Tat bestrafen können.
So kommt es das auch Helmuth seinen Bruder belastet. Derrick hingegen muss nur einmal mit Bruno sprechen und ihm wird klar, dass dieser Junge kein Mörder ist. Ein Gespräch mit dem Arzt bestätigt ihm dies.
Als ein Zeuge Helmuth schwer belastet, ist für Derrick klar, wer der Mörder ist. Er setzt die Familie gezielt unter Druck und setzt dabei besonders auf die Mutter, die wie er hofft hoffentlich ihrem Herzen folgen wird. Auch Helmuth sagt er auf den Kopf zu, dass er der Mörder ist. Damit verunsichert er den nervösen jungen Mann ungemein.
 

Es kommt zu einer Einweisung Brunos in eine psychatrische Anstalt. Unter diesem Druck allerdings bricht der wahre Mörder sein Schweigen. Standbild - Ende.

Helmuth wurde übrigens zum Mörder, weil er Gerda im Auto vor der Disco tätlich angriff. Er wollte Sex, und sie wehrte sich. Er hielt ihr Mund und Nase zu, so dass sie erstickte. Rein juristisch vielleichteher ein Totschlag als ein Mord. Doch die juristische Seite wurde bei den Fällen fast nie betrachtet.

 

Was diesen Krimi ausmacht ist das Spiel der Akteure, sowie die Reinecker-typische Dramahandlung, die den Krimieffekt in den Hintergrund rückt. Dieter Schidor (Der Seewolf) überzeugt in der Rolle des Bruno auf bedrückende Weise. Auch Volker Eckstein, der hier zwei Folgen nach "Abitur" erneut den Mörder spielt ist ideal besetzt, da er den zufällig zum Mörder gewordenen jungen Mann in nahezu realistischer Weise verkörpert. Eckstein war 10 mal bei Derrick zu Gast. Meistens als Mörder oder Gauner. Bis zu seinem Krebstod 1993 war der Schauspieler mit Karin Baal verheiratet.

 

Ebenfalls stark überzeugend ist Doris Schade als Mutter. In einer Nebenrolle als Zeuge taucht Heiner Lauterbach auf. Damals noch recht jung und mit vollem Haupthaar.
Musikalisch sorgt Frank Duval am Ende der Krimiballade wieder für einen Höhepunkt. Außerdem hört man im Film typische Diskomusik der 70er Jahre, darunter Luv - You're the greatest lover und Supermax - Love Machine

Besetzung: Horst Tappert (Oberinspektor Derrick), Fritz Wepper (Inspektor Klein), Peter Ehrlich (Oskar Kerk), Dieter Schidor (Bruno Kerk), Volker Eckstein (Helmuth Kerk), Herbert Stass (Herr Henk), Michaela May, Doris Schade, Heiner Lauterbach, Udo Thomer, Erni Singerl und andere
 
Strab: Buch: Herbert Reinecker, Musik: Frank Duval, Kamera: Heinz Hölscher, Szenenbild: Wolf Englert, Herstellungsleitung: Gustl Gotzler, Redaktion: Claus Legal, Produzent: Helmut Ringelmann. Eine Produktion der Telenova Film und Fernsehproduktion im Auftrag von ZDF, ORF, SRG. Regie: Theodor Grädler. Erstausstrahlung: 02.02.1979 (ZDF)

 

Kommentare  

#1 joe p. 2009-10-16 21:09
Ich lese diese Texte sehr gerne, aber diesmal sind viele Gedankensprünge nach dem Motto "kann man sich eh' denken" dabei. Warum genau wird Helmuth denn zum Mörder?
#2 G. Walt 2009-10-16 21:13
Stimmt, hier hätte ich ausholen sollen. Nun ja, er will die üppige Michaela May vernaschen, aber sie wehrt sich. Ist ein typischer Diskomord. Ich ändere das noch, und ergänze zwei Sätze.
Danke für deine Anmerkung.
#3 Laura 2010-05-29 06:17
Ich habe diese Folge nach besagter kurzer Zeit abgeschaltet, weil sie einfach zu unerträglich vorhersehbar war.
Es kann auch mal seinen Reiz haben, den Mörder zu kennen, um zu sehen, wie er überführt wird.
Das war hier leider nicht der Fall.
#4 JT 2016-02-22 22:40
Hervorragende schauspielerische Leistungen aller Beteiligten. Das Ende geht echt unter die Haut, mir kommen die Tränen. Dafür sollte Volker Eckstein posthum ein Oscar verliehen werden.

Mich interessieren die Fälle kriminalistisch gesehen als solche teilweise gar nicht mehr. Auch nicht (wie oben beschrieben), ob die Folge vorhersehbar ist oder nicht. Die Athmospähere zählt, die Darsteller und deren überzeugende Leistung, die Musik natürlich und die Bilder.

So, nachdem ich jetzt gerade Anschlag auf Bruno gesehen habe, gehts jetzt auch schon weiter mit "Der Klassenbeste" und danach noch mit "Toter Goldfisch". Alles grandiose Folgen!
#5 G. Walt 2016-02-25 11:30
Ich wollte immer mal ein Best of aller Folgen zusammenstellen. Also so in etwa die besten 100 Folgen. Doch ich komme nicht dazu. Der Klassenbeste war doch recht spannend.

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