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Go West! - 14. Juni 2016

Go WestWieder in den ›Wilden Westen‹
14. Juni 2016

Jedes Jahr führe ich zwei kleine Reisegruppen durch den Westen der USA. Dazu lege ich in Facebook ein Reisetagebuch an, das auch im Zauberspiegel erscheinen soll. Es geht zu legendären Orten des Wilden Westen auf den Spuren von Cowboys, Indianern und eines spannenden Stücks Geschichte. -

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Custer TrailBismarck, Custer und Mandan
Ostwärts ging es bis nach Bismarck, die Hauptstadt von North Dakota – benannt nach dem deutschen Reichskanzler Otto von Bismarck, der Kredite des Deutschen Reichs für den Bau der Northern Pacific Eisenbahn zur Verfügung stellte.

Südlich von Bismarck befindet sich Fort Abraham Lincoln, Hauptquartier der 7. US-Kavallerie. Hier lebte einer der populärsten und umstrittensten Offiziere der amerikanischen Militärgeschichte, George A. Custer.

Custer, Lieutenant Colonel (Brevet Generalmajor), residierte hier wie ein englischer Landedelmann mit seiner Frau Elizabeth und einer Meute von Jagdhunden im damals besten Haus des gesamten Territoriums, das zugleich auch Kommandantur des Forts war. Er kommandierte auch mehrere kleinere Versorgungsposten.

Während ein Soldat auf der sozialen Rangskala ganz unten stand und einen monatlichen Sold von 13 Dollar hatte, von dem ihm noch 1 Dollar für die Wäsche und 1 Dollar für die Pensionskasse abgezogen wurde, hatte ein Offizier wie Custer ein äußerst komfortables Leben.

Die Fotos zeigen das Haus von außen und 2 Living-History-Interpreten. (Bild 316-317)

Wir wurden von einer Wäscherin des Forts - es gab früher ca. 20 davon - durch die Räume geführt, die exakt so eingerichtet sind, wie man sie von alten Fotos kennt. Man erwartet, daß der Hausherr oder seine Frau gleich auftauchen.

Die Fotos zeigen den Salon, das Speisezimmer, die Küche und das Schlafzimmer der Custers.

Die einfachen Soldaten lebten bescheiden in den Barracks. In den Kompanieschlafsälen hatte jeder Soldat eine Truhe mit seinen persönlichen Besitztümern. Immerhin hatte er sein eigenes Bett. Noch wenige Jahre vorher mußte er seine "Bunk" mit einem anderen Soldaten teilen.

Die Barracks waren im Sommer unerträglich heiß, im Winter eiskalt. Das Essen war schlecht. Die Desertionsquote war hoch.

Immerhin hatte die 7. US.-Kavallerie Elitestatus.

Zum Abschluß der Führung ließ sich unsere "Wäscherin" mit der Gruppe auf den Stufen des Custer-Hauses fotografieren. (Bild 318-324)

Bevor am Lincoln ein Kavallerieposten entstand, gab es einen Infanterieposten hier, Fort McKeen. Davon ist nichts mehr erhalten.

3 der Bastionen sind wieder aufgebaut worden, von denen man einen herrlichen Blick auf den Missouri hat. (Bild 325)

Ein Teil des alten Friedhofs ist erhalten, von dem ich beispielhaft einige Grabplatten abbilde. Die Soldaten starben an lnfektionskrankheiten, Lungenentzündung, Schwindsucht, und gelegentlich an Schußwunden.

Auch einige Indianerscouts sind hier beerdigt. (Bild 326-329)

Am Rande des Paradeplatzes steht ein Gedenkstein an der Stelle, wo die 7. US-Kavallerie antrat, bevor sie zu den Klängen des Marsches "The Girl I Left Behind Me" zum Little Big Horn auszog - und nie zurückkehrte. (Bild 330)

Neben Fort Abraham Lincoln befinden sich die Überreste des Mandan-Dorfes „On A Slant Village“, das ab ca. 21650 bis 1750 bewohnt war. Es bestand aus rund 85 mächtigen Earth Lodges und einer roßen Zeremoniallodge.

Auf diesem Platz rasteten Lewis und Clark auf ihrer großen Expedition. Zu dieser Zeit war das Dorf schon verlassen.

Die rekonstruierten Earth Lodges geben einen guten Einblick in die Architektur und Lebenskultur der Mandan, die zeitweise zu den einflussreichsten Indianervölkern der Region gehörten. Ihre Dörfer in der Übergangsregion von den Prärien zu den Plains waren Treffpunkte für miteinander im Streit liegende Stämme. Sie waren Handelsplätze, wo sich Vertreter von Indianervölkern mit französischen, englischen und amerikanischen Händlern trafen.

Auch auf das Zeremonialleben der benachbarten Völker übten die Mandan großen Einfluß aus. Mehrere verheerende Pockenepidemien vernichteten diesen bedeutenden Stamm; die Überlebenden vereinigten sich mit den Hidatsa. Heute leben sie – auch die Nachkommen des berühmtesten ihrer Häuptlinge, Mato-Tope - mit den Arikara und Hidatsa auf der Fort Berthold Reservation. (Bild 331-334)

Ein Museum zur Kultur der Mandan ergänzt die teilweise rekonstruierten Earth-Lodges. In der großen Zeremonial-Lodge finden bis zum heutigen Tag immer wieder spirituelle Treffen statt.

Ein Modell des einstigen Dorfes vermittelt einen Eindruck von der früheren Größe der Siedlung. Auf dem Platz vor der Zeremonial-Lodge fand u. a. die O-Ke-Pa-Zeremonie statt.

Das zweite Foto zeigt ein prächtiges Hemd mit Quillbestickung. (Bild 335-336)

 


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