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Andromeda-Expedition: Die Suche nach den Meistern - Perry Rhodan NEO, die Folgen 156 bis 160

1Andromeda-Expedition, die Suche nach den Meistern
Perry Rhodan NEO, die Folgen 156 bis 160

DIE ZWEITE INSEL offenbart weitere Schrecken der Meister! Die Reise geht weiter, mehr und mehr wird klar, dass es in der Nachbargalaxis ganz anders zugeht als in der heimatlichen Milchstraße. Noch sehr viel stärker als seinerzeit bei den Arkoniden stehen die Zeichen auf Sturm, eine gewaltige Kriegsmaschinerie rüstet zum Schlag gegen einen ominösen Feind. Doch bis zu dieser Erkenntnis ist es ein lehrreicher, ein weiter und vor allem ein sehr schmerzhafter Weg...


Die Schmiede des MeistersIn diesem Beitrag geht es um die folgenden Ausgaben von Perry Rhodan NEO:

156 – Oliver Plaschka – Die Schmiede des Meisters
157 – Kai Hirdt – Requiem
158 – Arno Endler – Halle der Baphometen
159 – Rainer Schorm – Der falsche Meister
160 – Rüdiger Schäfer – Im Kreis der Macht

Die mittlerweile verbesserte, aber noch immer ernste Lage der MAGELLAN führt die Terraner zu neuen Möglichkeiten, Rohstoffe und Ersatzteile aufzunehmen, aber vor allem zu neuen Erkenntnissen.

Wurde über die ersten fünf Bände hinweg Schritt um Schritt Erkenntnisse über die Zustände in Andromeda hinzugewonnen, geht es in Band 156 und der folgenden Ausgabe damit nahtlos weiter. Das Sternenreich der Thetiser offenbart mehr und mehr, wie wenig Einzelschicksale zählen. Die Aufrüstung steht über allem.

Schon beim letzten Mal stellte ich die Frage: „Nur, gegen wen wird aufgerüstet? - Sicher nicht gegen die Terraner, denn selbst wenn die Erde nicht „evakuiert“ worden wäre, eine „normal“ große Flotte würde ausreichen, um kurzen Prozess mit den Nachfahren der Liduuri zu machen...
Arkon? Die Posbis? Maahks? Die Allianz? Oder gegen blau befellte Tellerköpfe? Immerhin gibt es dezente Hinweise darauf, dass die Blues, die wir aus der klassischen Rhodan-Serie kennen, im NEOversum ebenfalls existieren. Oder gibt es einen neuen Gegner?“

Die übermächtigen Gegner sind wohl die Crea, wer oder was auch immer das sein mag! - Eine derart große Bedrohung, dass ANDRO (der Gegenspieler von ES, in dessen Auftrag Atlan gegen METEORA aktiv wurde und auf dessen Konto etliche Weitere Aktionen gehen) dagegen aufrüsten lässt, komme was wolle!

RequiemAber das geschieht nicht immer in Form brutaler Vergeltung oder durch Gewaltexzesse.

Trinar Molat ist Faktor 2, einer der mächtigsten unsterblichen Meister der Insel und handelt durchaus subtil. Er straft die ihm unterstellten nicht mit brutaler Machtdemonstration. Er geht gegen Rebellen viel subtiler vor und gibt ihnen Gestaltungsmöglichkeiten, die Dinge zu verändern, die sie anprangerten. Er verbessert ihren Status. Und auch Perry kann durch eine List genau das durchsetzen, um den Übergang von Band 159 zu Band 160 möglich zu machen.

Die Meister der Insel sind kompromisslose Schleifer ganzer Welten und die konsequente Ausbeutung von Rohstoffen ist eines der wichtigsten Ziele. Gerade das brockt ihnen Guckys persönlichen Zorn ein. In diesem Zusammenhang fallen altbekannte Begriffe wie Moby und Twonoser.

Offenbar kennt Trinar Molat Perry Rhodan, denn in Band 156 spricht der Meister der Insel Perry an.  So etwas sollte sehr vorsichtig machen, denn die MAGELLAN ist nicht nur wegen ihrer Form und Größe auffällig, Perry Rhodans Anwesenheit in Andromeda dürfte mit diesem ungewöhnlichen Schiff schnell in Zusammenhang gebracht werden.

Halle der BaphometenUnd dann fallen Begriffe wie Gleam, Modul, Baar Lun. Die 158 liefert Erkenntnisse, Spannung, Pannen, ein neues Bündnis und eine große Chance. Ein Situationstransmitter, Faktor 10, Sue Mirafiore und Sid Gonzales bilden eine tragische Kombination, die wiederum neue Erkenntnisse bringt, einen geradezu brisanten Sud...

Mit großen Schritten eilt die Handlung nun dem Finale in der 160 entgegen, denn es muss ins Machtzentrum der Meister der Insel vorgedrungen werden, um mehr herauszufinden. Über Atlan, die Erde, die Menschheit, die Memeter, die Ziele der Meister.

Parallel dazu geht es darum „Sue“ zu bergen, wo man doch bisher davon ausgehen musste, dass nur ein Meister der Insel die Passage durch einen Situationstransmitter überleben kann. Das ist eine spannende Episode, wie für meinen Geschmack der gesamte Elfteiler um „Die zweite Insel“ der bisher beste Handlungsabschnitt in den „100ern“ ist.

Ich empfand keine Ausgabe als überflüssigen Seitenschinder, um „die üblichen“ 10 Bände voll zu kriegen (es waren ja mit der einleitenden Nummer 150 sogar elf Bände). Jede Geschichte hat auf spannende Art und Weise die Handlung voran gebracht. Mir hat die Darstellung der allermeisten Figuren gut gefallen, eine für mich sehr runde Sache!

Aber es gibt wieder einmal Ungereimtheiten und noch immer offen bleibende Fragen. Gerade zum Finale hin (das ja nur ein Etappenziel ist) wird die Unsterblichkeit diverser Figuren zum Problem. Perry Rhodan (Zellaktivator), Tuire Sitareh (Zellaktivator), Team Leyden (viermal Zelldusche), die Leser kennen also sechs Unsterbliche an Bord der MAGELLAN.

Wenn doch bekannt ist, dass ein Meister der Insel dadurch erkannt werden kann, dass messbar ist, dass er oder sie einen Zellaktivator trägt oder eine Zelldusche erhalten hat, dann frage ich mich, warum sich aus dem Team Leyden niemand darüber Gedanken gemacht hat!

Die spazieren mit Perry ins absolute Machtzentrum von Faktor 1 und niemand verschwendet einen Gedanken darüber, wie seltsam es sein muss, dass gleich fünf messbar unsterbliche Personen losmarschieren? Ähm... - Ja...

Der falsche MeisterUnd was ist mit Tuire Sitareh los? Der Memeteranzug übt einen nachhaltigen und bedrohlichen Einfluss auf ihn aus. Der Aulore zieht sich an Bord der MAGELLAN zurück (Okay, er wird in der Handlung noch nicht wieder gebraucht, das kennen wir ja mittlerweile! Wer gerade keine unbedingt benötigte Funktion hat, landet in der Versenkung, bis man ihn wieder aus dem Hut zaubert...).

Perry bittet ihn sogar aktiv darum, den Memeteranzug permanent zu tragen, damit die Emissionen des Zellaktivators abgeschirmt werden. - Aber halt, als Perry ihn dann in einen Einsatz schicken will, trägt der Aulore den Anzug gar nicht. Also doch alles egal? Die MAGELLAN dürfte ein Leuchtfeuer der Unsterblichkeit sein.

Und wann hat Tuire denn mal wieder eine Erinnerung? - Okay, wir wissen es ja mittlerweile, wenn es handlungstechnisch nötig ist, sonst nicht. Gerade mit diesen Erinnerungsschüben ließe sich in der Handlung ein angenehmes, auflockerndes Element schaffen. Was nicht unbedingt sein muss, weil es nötig ist, verschafft einer Handlung doch etwas lebendiges, etwas unberechenbares, etwas interessantes - Und die ominösen Aussagen zu seiner Herkunft, zu seiner wahren Identität können sehr gut eine falsche Fährte sein. Der Charakter bietet viele Möglichkeiten, aber das dachte ich ja auch von einer gewissen Raumschiffbesatzung aus der heimatlichen Galaxis, die im Nachhinein Perry und Co. nur als Episodenhilfe über den Weg laufen durfte, um dann unspektakulär, im Vorbeigehen, wieder entsorgt zu werden.

Schrieb ich über die vorangegangene Halbstaffel noch folgendes...

„Hinzu kommt eine folgenschwere Begegnung, mit der man so nicht rechnen konnte. Ein interessanter Ansatz, der gar nicht mal so abwegig ist. Diese beiden neuen Figuren gefallen mir und ich hoffe, sie werden nicht allzu bald wieder entsorgt. Und am Ende sorgen sie dafür, dass die MAGELLAN wertvolle Rohstoffe und Materialien erhält. Doch wie wird es weitergehen? Wohin führt der weitere Weg?“

...lässt sich nun sagen, dass die neuen Figuren (offenbar) tatsächlich „allzu bald“ im Vorbeigehen entsorgt wurden. (offenbar), denn die Szene, in der diese Entsorgung inszeniert wurde, erscheint mir dermaßen absurd, dass ich mir kaum vorstellen kann, dass das ernst gemeint sein soll! Ein dreifaches und schallendes: WTF?

Auch wenn ich bezweifle, dass es dazu kommt: DAS soll mal jemand plausibel erklären...

Offen bleiben für mich noch immer zwei schwerwiegende Fragen:

  • Wo steckt Icho Tolot und was hat er in der Zwischenzeit getan und erlebt?
  • Gibt es noch Kopien Perry Rhodans?

Im Kreis der MachtGerade diese beiden Fragen würde ich gerne eher früher als später geklärt wissen, denn sie wurden spannend aufgebaut und plötzlich nicht mehr angesprochen...“

Ich wiederhole mich ein weiteres Mal:

„Solche Details, nebenbei mal eingestreut, lassen die Handlung romanübergreifend wie aus einem Guss erscheinen, nur bei zwingend handlungsrelevantem Bedarf eingestreut ärgert mich das einfach nur, weil es unbedingt berechnend wirkt. Schade! - Es wäre so viel mehr möglich...“

Trotz dieser Aspekte bleibt „Die zweite Insel“ für mich der beste Handlungsabschnitt nach Band 100. Ob nun „Mirona“ als neue Staffel ein irreführender Titel ist und vielleicht besser „Die Meister“ gewählt worden wäre, wird sich weisen, denn „Mirona“ erscheint mir im Vorfeld für vier oder fünf Bände ausreichend, aber nicht für die „üblichen verdächtigen“ zehn.

Ich bleibe dabei, gerade weil „Die zweite Insel“ elf Ausgaben spendiert bekommen hat:

Verzichtet auf dieses unsägliche Korsett, stellt um auf einen Umfang, der der Handlung angemessen ist und streckt oder staucht die Handlung nicht mehr in einen Umfang von zehn Ausgaben!

Aber schauen wir einfach mal, was passieren wird, in den nächsten Wochen! - Wie geht es weiter in Andromeda? Was wird herausgefunden? Wem begegnet die Besatzung der MAGELLAN? Wie geht es weiter mit Perry, Tuire, Atlan und all den anderen?

In diesem Sinne, bis zum nächsten Mal!

 

Kommentare  

#1 Andreas Decker 2017-11-21 11:30
Ich bin angenehm überrascht, wie gut geschrieben die Romane im Moment sind. Vor allem Plaschka, Endler und Schorm lassen die EA alt aussehen, erst recht , wenn es um die Technik geht, da ist endlich mal wieder Space in der Space Opera. Selbst Leyden ist erträglich runtergefahren. Und was sehr angenehm ist ebenfalls im Vergleich zur EA, bei den meisten Autoren handeln die Figuren nicht wie Idioten, nur damit der Plot funktioniert.

Ich war nie ein großer Fan des MdI-Zyklus, ich fand den immer ziemlich sinnfrei. Aber hier hat das Regime einen Plan, und die kleinen Ideen am Rande wie das mit den Situationstransmittern sind bunt und stimmig. Das ist endlich mal eine vernünftige Neuschöpfung. Wenn sie jetzt noch Tengri Lethos hinbekommen, ist alles gut :-)

Einziger Kritikpunkt, die Nebenhandlungen laufen was unrund. Irgendwie ist es wenig überzeugend, dass Tuire in seiner Kabine schmollt und ähnliche Dinge. Aber das sind Kleinigkeiten.
#2 Hermes 2017-11-21 16:04
Ich finde auch, dass NEO hier überzeugender ist als die EA. Dort war z.B. immer die Frage, woher haben die ihre Zellaktivatoren.

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