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Kein Ren Dhark, aber was Neues von Uwe! - »Schlomos« achtundzwanzigste Kolumne

Ren Dhark & das Weltall Kein Ren Dhark, aber was Neues von Uwe!
»Schlomos« achtundzwanzigste Kolumne

Achtung! Diese Kolumne enthält Spoiler zu »Mister Fitzgerald« von unserem Uwe! YEAH!

Freitag, 29.9.2017:
Eigentlich wollte ich wie üblich beim Lesen meine Kommentare mitschreiben, aber ich bekomm einen Lachkrampf nach dem anderen.

Uwe Helmut GraveVor allem, wenn man viele der Protagonisten persönlich kennt – und sehr leicht wiedererkennen kann – komm ich nur wahnsinnig langsam voran. Muss das Teil mindestens zwei, besser drei mal lesen.

Natürlich versteh ich den Ernst dieses gar schröklichen Melodramas, stelle mir vor, wie Douglas Adams zusammen mit Franz Kafka eine wahre Geschichte in ein Gaston Environment gepackt hat – und – aber dazu weiter unten mehr.

Natürlich enthält der Roman nicht nur Uwes typische humorvolle Art, sondern auch auch brutal ehrliche Erfahrungsberichte, die wirklich unter die Haut gehen.

Jedenfalls ist Uwes Weltbestseller das genialste, das ich in den letzten Jahrzehnten gelesen hab. Und ich denk, man müsste noch einen Schlüsselroman dazu schreiben, damit jeder – auch Leute, die noch nie etwas von Ren Dhark, von Hajo, vom Verleger und und und gehört haben, die Bedeutung der Figuren in der Geschichten begreifen können. Andererseits dürfte jeder RD Leser selbst in der Lage sein, gewisse Schlüsse zu ziehen und die Parallelitäten zu erkennen.

Wieso ich mit einem Teil des Resümeesanfange? Hm, bin mit dem ersten Lesedurchlauf noch nicht ganz fertig, musste das aber ganz einfach loswerden, sonst wär ich geplatzt.

Aber wie hat es eigentlich angefangen?

Uwe hat mir vor zwei Wochen eine eMail geschickt, in der er mir von seinem “letzten” Buch erzählte, und dass er mir eins davon schicken wird. Gestern kam dann die eMail, dass er das Buch abgeschickt hat und heute um 14:11 landete es (endlich!) im Briefkasten. Hab dann ganz kurz reingeschaut, mich noch einmal schnell für ein paar Sekunden losgeeist, in den Foren bekannt gegeben, dass ich jetzt zu lesen beginne, und dann ging es loS.

Zwischendurch hab ich ungefähr 10 Tassen Kaff, 20 Kippen, 5 Muffins, einen Riesenteller Nudeln mit Paprikagemüse eingelitert, durchgezogen und eingepresst, dann noch ein paar Wurstbrote (wurscht, mit welchem Käse drauf. Hauptsache genug Senf [scharf]) und hab bis jetzt (es ist gerade 23:47) knapp ein Drittel gelesen. Und bin fast so heißer wie damals, als mir der schräge pakistanische Polizei-Scammer die 350 köpfige schwerbewaffnete osteuropäische Einbrecherbande auf den Hals gehetzt hat. Hatte damals schon befürchtet, dass ich nicht genügend Munition zu Hause hab – war ein Witz! -, aber die eigentlichen Schwierigkeiten begannen beim Nachladen. Da muss man ganz schön schnell sein. Hm. (Nachtrag: Merk gerade, dass das spätestens seit Montag nicht mehr so witzig ist. Las Vegas und so.)

Jedenfalls war heute das Problem: Nach Luft schnappen, um nicht wegen Dauerlachanfalls zu ersticken. (Die Zeit hab ich dann genutzt, um schnell im DSFo meinen Senf los zu werden.)

Mister Fitzgerald - Ist da wer?Samstag, 30.9.2017:
So. Jetzt hab ich das Buch ein mal ausgelesen. Jetzt ist der zweite Durchlauf dran, und jetzt werd ich (hoffentlich!) meine Kommentare mitschreiben. Musste die Geschichte(n) erst eine Nacht lang sacken lassen – darüber nachdenken, (zumindest einen Teil) verdauen, aber ich merk schon: Mit nur zwei mal lesen ist es sicher nicht getan. Vor allem ist mir eins klar geworden: Da steckt so viel mehr drin, als ich anfangs dachte, dass ich mir sicher bin, ganze Teile nicht wirklich verstehen zu können, weil ich die Hintergründe nicht kenne. Aber gerade das macht einen Teil der Faszination für mich auS. Ich vermut mal, dass ich von den Geschichten, die ich interpretieren kann, auf die Hintergründe der anderen schließen kann. Muss ehrlich sagen, ich hab schon lange nichts mehr gelesen, das derart durchdacht und in sich verstrickt war, wie Uwes Superstory. Begeistert mich! Normalerweise würd ich jetzt “Mehr!” schreien, aber da mir Uwe glaubhaft versichert hat, dass das sein letzter Weltbestseller ist...

So, jetzt aber endlich zum Inhalt:

Wird schwierig, weil ich nichts vom Plot verraten will – und auch nicht werde -, da ich den potentiellen Lesern (dürften so rund 7,5 Milliarden sein, wenn ich mich nicht verzählt hab) nicht Teile vom Spaß abknapsen will.

Nur so viel: Es geht um Herrn Grabner. Nein, nicht um Herrn K, um Grabner. Das muss so sein. Wieso? Das findet man detailliert beschrieben im Roman.

S. 5: Wie konventionell! Das Buch beginnt mit einem Vorwort. Hällt sich Uwe etwa an Konventionen? Nächste Zeile: Erleichterung! Nein, tut er nicht. Falls jemand schon was von Moers gelesen hat, etwa die Schimauski Methode, dann wird er sich im Vorwort sofort zu Hause fühlen. Mhm. Das hat mich sofort gepackt.

S. 7/8: WOW! Das “Schwarze Buch”. Als P.K. Dick damals das I-Ging eingebaut hat, ich den Roman gelesen hatte, war meine erste Anschaffung danach ein I-Ging. Nur hatte Dick keine Gebrauchsanleitung mitgegeben – Uwe schon! -, weshalb ich beim I-Ging auch sofort in die Falle getappt bin: Als ich als zweite Frage wissen wollte, ob die Antwort der ersten richtig war, kam als Antwort, dass das I-Ging nur ein mal antwortet. Hat mich damals restlos verdattert.

Ohne die Seite explizit anzugeben: Her Grabner arbeitet(e) als Etikettenrückseitenbeschrifter. (Und lieg schon wieder am Boden vor Lachen. Irgendwie trifft das meinen Humor zu mehr als 100%...)

S. 11.: Stimmt. Käsekuchen mit Rosinen IST eine Geschmacksverirrung. Zum Glück mag meine Schwester keine Rosinen – sie hasst sie regelrecht – und ist professionelle Käsekuchenbäckerin. Nicht hauptberuflich, aber immerhin. Und als sie vor fast 50 Jahren damit angefangen hat, musste sie natürlich eine Experimentalreihe auflegen – mit mir als Versuchskaninchen, sprich Testmampfer - bis sie den perfekten Käsekuchen hinbekommen hat. Und den hat sie seit dem immer weiter perfektioniert (falls das überhaupt vorstellbar ist. Und selbstverfreilich sind da KEINE Rosinen drin. Waren auch nie drin – und werden es auch auch nie sein.) (Nachtrag: Irgendwie bedaure ich es, dass die Zeit mit dem täglichen Käsekuchen vorbei ist. Das waren die kulinarisch besten Monate, an die ich mich erinnern kann...)

S. 19: Das Ende von Herrn Ehmcke mit ck! So makaber es auch ist, ich kringle mich auch beim zweiten mal...

Und weiter geht es mit dem “Schwarzem Buch”. Was es damit auf sich hat, verrat ich aber nicht. Ist jedenfalls mehr als nur die Steigerung von Philip Kindred Dicks /The Man in the High Castle /und dem I-Ging.

S. 20: Liebe Leser: Was es mit dem /Kreis der Fragwürdigen/ auf sich hat, müsst ihr selber herausfinden. (Bin fast ein wenig neidisch auf Uwe, dass ich nie solche Ideen hab. Würde perfekt in eine Riedlhauser Story passen...)

Ah, und das hatte ich vom ersten mal Lesen jetzt gar nicht mehr im Kopf: Die /Zehn kosmischen Gebote/ und das /Unfehlbare Phänomen/ werden hier schon erwähnt. Aber es wird noch nichts verraten. Tue ich auch nicht. Psssst.

Eine Anmerkung für alle, die das Kapitel schon gelesen haben: Ich trau mir wetten, dass Uwe tatsächlich mal für den korpulenten Despoten gearbeitet hat. Wegen: Haben wir das nicht alle schon mal getan? Ein alter Freund von mir hat bei einer solchen Gelegenheit sogar mal eine Ausgabe des -verratichnicht – gefunden, wovon ich mir natürlich eine Fotokopie gemacht hab...

S. 21 .. 24: Die Werner Wolf Story ist ja genial! Würd mich nicht wundern, wenn das echt passiert wäre. Obwohl? Angeblich – zumindest behauptet Uwe das, und der muss es ja wissen - sind nur 50% wahr. (Aber das hier gehört bestimmt zu den 50%). [Nachtrag: Fragt sich nur, zu welchen?] [Nach-Nachtrag: Trotzdem hätt ich das zu gerne gesehen...]

S. 25 .. 32: Echt harter Stoff. Wirklich.

Das “Tschüss” (hier auf Seite 31) im RD Forum hab ich immer noch mit entsetztem Schrecken in Erinnerung, als wär es gerade eben gewesen. Und diesmal liegt es nicht daran, dass ich die Zeit nicht so linear erlebe, wie das angeblich viele Leute tun.

S. 32 .. 35: Seltsam, genau so hab ich mir den Umzug vorgestellt. Das passt alles zusammen.

S. 36: Aha! Dachte mir doch, dass es mit Herrn Ehmcke mit ck noch weiter geht. Und ich bieg mich schon wieder vor Lachen, diesmal wegen der Hunde, die nicht überall hin scheißen, weil sie keine Hintern mehr haben. (Klingt irgendwie sadistisch/tierhassend. Ist es aber nicht. Muss so sein, würde sonst nicht passen.)

Hier gibt es übrigens strukturielle Einblicke. Aber worüber und um was es geht, verrat ich nicht. (Echt fies, oder. Aber so bin ich nun mal.)

S. 39 .. 43: Die Blumenladenepisode! Wahnsinn! Heftig!

S. 43 .. 45: Scheint ein Angebot zu sein, das Herr Ehmcke mit ck nicht ablehnen kann. Zumindest ist er dann die von jedweder Intelligenz befreiten Sitzenbleiber loS. ..

S. 46 .. 48: Jetzt geht es mit Herrn Ehmcke in die Vollen: Ein neuer Job. Und was für einer! Der /Rat der Alteingesessenen/ kommt auch ins Spiel... Und dann gibt es noch die /verborgenen Künste/. Wer Terry Pratchett mag, wird hier begeistert sein! (Wobei mir einfällt, ich hab immer noch nicht alle Scheibenwelt Romane gelesen. Muss das bei Gelegenheit nachholen.)

S. 49 .. 55: Ah, dachte, die kommen später, aber hier sind sie schon: Die zehn kosmischen Gebote. Einschließlich aller Unterparagraphen. Aber was sie aussagen oder worum es genau (oder eigentlich?) geht, verrat ich nicht. Hä. Hä. (Um nicht zu sagen: “Har, har, har”)

Wahnsinn, ist das stark! Und dann noch eine Warnung am Schluss, besser als “Dont Panic” oder so. Bin Begeistert!

S. 55 .. 61: Hier erfahren wir eine Menge über Herrn Grabner. Nicht geschönt, einfach ehrlich. Sehr autobiographisch und für alle Fans DAS HIGHLIGHT. Allerdings finde ich, dass Uwe den Herrn Grabner etwas zu hart beurteilt.

S. 61 .. 64: Das Zahlenspiel erinnert mich an etwas: An mich! Hey, ganz speziell das Lottozahlenspiel ist genial. Und ich hab nachgeschaut: Das stimmt wirklich! Dachte ich mir aber schon, da dieser Teil der Geschichte ganz offensichtlich zu den wahren 50% gehört. Megastark, und gleichzeitig megaschräg. Aber supercool!

Und Seufz. Theiner geht mir auch ab. (Aber das ist nur eine interne Anmerkung, versteht außen den Lesern des RD Forum vermutlich eh kaum jemand. Seufz.)

S. 65 .. 68: Also ich mag Hausmeister auch nicht... (Gut, es gibt schon ein paar Ausnahmen.)

S. 68 .. 72: Das reale Leben. Muss schon sagen: So eine derart gnadenlos ehrliche Beschreibung hätte ich nicht erwartet. Das ist perfekt!

S. 73 .. 75: Auf Seite 75 – wie passend! Die Zahlenspiele im Buch – ein Hinweis für Nichtmathematiker. Absolut genial. Bieg mich schon wieder vor Lachen. Vorhin, ab Seite 55 der 55. Geburtstag, jetzt die 75 kg. Ja, das gefällt mir. Kann eigentlich kein Zufall sein (Auf S. 55 dachte ich das noch. Aber dann nochmal auf Seite 75? Ich frag mich nur, wie Uwe als Autor wusste, wie das Buch gesetzt wird??? Ist jedenfalls etwas, das mir so schnell keine Ruhe lassen wird...)

S. 76 .. 81: Der nächtliche Besucher hat was! Wüsste zu gerne, was der zu erzählen hat. Ob die drei Telefonate wirklich so wild waren? Womöglich kannte ich bisher nur die entschärfte Version. Mich begeistert immer mehr, wie detailliert und ernst Uwe Herrn Grabners Erlebnisse beschreibt. Mir fällt dazu ein Ausspruch eines meiner Lehrer im Asam Schimpansium ein. Wir führten damals oft sehr tiefgreifende Gespräche, nicht nur einige wenige, sondern die ganze Klasse war daran beteiligt. Unser Lehrer nannte das spaßeshalber “Seelenstriptease”. Und ich erinnere mich, wie gut das getan hat. Man fühlt sich danach erleichtert, befreit. Und jetzt, nachdem ich diesen Teil von Uwes Text gelesen hab, kann ich tatsächlich begreifen, was damals abgelaufen ist, und mir ist klar, wieso Uwe das Buch schreiben musste.

S. 82 .. 90: Kann ich irgendwie nachvollziehen: “Es gibt keine dumme Antworten, nur dumme Fragen.”

Und was die Beerdigungen angeht: Da denk ich ganz genauso.

Ha! Der Kinski Einschub! An Fitzcarraldo hab ich gleich am Anfang auch kurz gedacht...

S. 90 .. 92: Trocken. Megastark. Ich glaub, jetzt brauch ich eine Tass Kaff. Wegen heißer – vom Lachen und so...

S. 93 .. 98: Herr Grabner erzählt in Ich-Form. Und da kommen wirklich starke Einblicke in das Innenleben von Herrn Grabner, wodurch sich die Geschichte anfühlt wie selbst erlebt.

Ist da wirklich ein Dosenravioli Etikettenrückseiten Fan aufgetaucht (Seite 96)? Das ist ja cool! Wenn man so zufällig einen treffen kann, kann man ja mittels Wahrscheinlichkeitsrechnung annähernd bestimmen, wie viele es von unserer Sorte gibt. Das ist ja cool. Muss ich gleich mal anfangen zu rechnen. Nein. Erst schreib ich die Kolumne fertig.

Also ich finde Rolfis Etikettenvorderseiten wirklich gelungen.

S. 98 .. 99: WOW! Das halt ich für die entscheidende Passage, wenn man verstehen will, wie das alles angefangen hat. Das Problem mit den Beinen kenn ich aus eigener Erfahrung, hab dann lange herum experimentiert, sogar Magnesiumcitrat eingeworfen, bis ich herausgefunden hab, dass die Ursache bei mir ein Bandscheibenproblem ist. Und das hab ich mit Rückentraining weg bekommen. Hätte mir aber ohne weiteres genau so gehen können wie Herrn Grabner. Bis auf den Grauschleier. Der scheint etwas mit der Fähigkeit Angst empfinden zu können zu tun zu haben. Vielleicht ist das, was ich für einen Mangel halte, in Wirklichkeit eher ein Vorteil? Fragen über Fragen...

S. 99 .. 102: Das ist alles so plausibel, fühlt sich beim Lesen an, als wär ich selbst dabei.

S. 102 .. 106: Der Tod von Herrn Grabners Freund Huckleberry/Hajo. Das tut immer noch weh, hat mich sagenhaft geschockt/gefrustet.

S. 107 .. 113: Der “Wie” Kalauer auf Seite 108! Könnte von mir sein. Auf so was fahr ich total ab! Übrigens gehört am 6. Dezember zur Hajo Gedenkminute ein Glas Whisky dazu – oder bei mir, dem Kostverächter, eine Kippe.

S. 114 .. 116: Starke Abbas und Achmed Story. Hatte schon befürchtet, da kommt so etwas wie in den Scrutonim Comics (Achmed we Salim), aber das hat was!

S. 116 .. 119: Die Treppenstory! Ich brech ab! Erst mal die Lachtränen aus den Augen wischen – das ist einfach zu gut!

S. 119 .. 120: Ja. Wirklich ein Angebot, das man nicht ablehnen kann.

S. 120 .. 125: Aus der Sicht von Frau Grabner. WOW! Das erinnert mich an die Berichte meiner Mutter, wie sie die letzten Jahre meines Vaters erlebt hat.

S. 126 .. 132: Pfuh! Das ist echt heftig. Das kommentier ich jetzt nicht, einfach weil ich solche Erlebnisse aus der eigenen Familie kenne. Und das belastet.

S. 133 .. 136: Diese Art von Geräuschen gibt es bei uns im Haus auch. Hab deshalb schon ein paar mal alles abgesucht. Vom Keller bis zum Speicher. Aber: NichtS.

S. 136 .. 137: Die Koslowski Episode. Nach dem harten Stoff auf den vorigen Seiten tut das so richtig gut.

S. 138 .. 141: ...Wie die Blues BrotherS. ... Megagenial! (Wieso fällt mir so etwas nie ein?)

S. 141 .. 145: Also bei dem doppeldeutigen Satz musste ich auch erst einen Moment lang überlegen... (Nicht, weil mir nicht klar war, von wo aus der Fahrer das Taxi gefahren hat, sondern wegen wo ist die Doppeldeutigkeit.)

Die Reisen der Familie Grabner. Das klingt irgendwie wahnsinnig anstrengend. Genial und hier wieder besonders auffällig sind die Perspektivwechsel und der Versatz der Szenen. Hat was von Pulp Fiction. Nur in gekonnt und gelungen.

S. 146 .. 148: Die Diskussion der Fragwürdigen. Ich bieg mich schon wieder. Pfuh. Tass Kaff. Kippe.

S. 149 .. 151: Die Whisky Episode. Heftig – musste aber trotz des Ernstes der Lage lachen. Was mir fast ein wenig peinlich ist, andererseits hat unser UHG eben seinen Humor, dem man sich nicht entziehen kann.

S. 152 .. 156: Die Badegeschichte ist schon wirklich echt heftig.

S. 156 .. 158: So eine Greifzange hab ich auch! Ist total praktisch, hab damit sogar mal Haare von einem Waschbären vom Dach geangelt. Damals wusste ich aber noch nicht, von welchem Viech die waren. Das wurde mir erst bei der Haaranalyse klar.

Seite 159 .. 162: Die Mörderhauptstadt. Ich seh die Serie erst seit mir Uwe davon erzählt hat an und bin sofort ein Fan davon geworden. Und wundere mich auch bei jedem neuen Teil, dass in Rosenheim immer noch Menschen herum laufen. Viele können es eigentlich nicht mehr sein.

Staffel 14, Folge 15? Hab ich gesehen!

S. 162 .. 164: Wenn das so weiter geht, kommt es noch zum Duell der Fragwürdigen. Megastark!

S. 164 .. 167: Endlich! Da wird Herrn Grabner geholfen. Seltsam, wie sehr ich da mitfiebere, obwohl ich doch weiß, dass es gut ausgeht.

Mir gefällt der verschachtelte Aufbau, fühlt sich an, als hätte ich die Szene bereits aus einer anderen Perspektive gelesen. Hab ich vermutlich auch. Oder ich hab sie nach dem ersten mal lesen einfach ein wenig im Gedächtnis umgestellt? Hm. Wer weiß das schon.

S. 168 .. 169: Die Klinik kommt mir inzwischen so vertraut vor wie das Klinikum Neuperlach, in dem meine Mutter regelmäßig untersucht und behandelt wird.

S. 170 : Ja, der 27. Januar 2015...

S. 170 .. 175: Dazu geb ich keinen öffentlichen Kommentar ab – wegen persönlicher Befangenheit. Außer vielleicht: WOW! Treffer, versenkt. (Echt stark!)

Tass Kaff, Kippe, Tietze.

S. 176 .. 177: Die Selbstreflektion des Mister Fitzgerald.

S. 178 .. 182: Der Einwurf des Autors! Und das nach einem Doppeldeutigen Satz. Cool! So war das also mit dem Ableben. WOW! Etwas derart positives hab ich – glaub ich – noch nie gelesen. Das baut einen echt auf. Uwe: Würde dir jetzt am liebsten die Hand schütteln, dir auf die Schulter klopfen und “Gut gemacht!” sagen.

S. 183 .. 184: Die fluchenden Alteingesessenen. Mr. Fitzgerald scheint denen doch etwas voraus zu haben...

S. 185 .. 194: Hey, das ist ja eine echte Megaüberraschung am Ende! Aber davon verrat ich nix.

S. 195 .. 197: Das Nachwort. Eigentlich sind es zwei. Was da drin steht? Selberlesen macht schlau.

Bin echt begeistert! Eine emotionale Achterbahnfahrt, und das, obwohl klar ist, dass es gut ausgeht. So fasziniert hat mich schon lange kein Roman mehr. Hm. Ist eigentlich eine Untertreibung...

Was mich übrigens auch stark beeindruckt hat, ist die Nummerierung der Kapitel.

Alles in Allem: Wenn sich Adams, Kafka, Moers und Dick zusammen getan hätten, dann hätten sie sich aber wirklich gewaltig anstrengen müssen, um etwas vergleichbares auf die Beine zu stellen. Kann mir nicht vorstellen, dass irgend jemand oder etwas in der Lage ist, diesen Weltbestseller zu toppen.

Ähm – kurz innehalt – ja, gut, kann sein, dass ich ein wenig parteiisch bin. Aber so bin ich halt mal. Wer sich eine etwas objektivere Meinung zutraut, soll den Roman einfach selber lesen. So. Und das mach jetzt ganz entspannt auch noch mal. Genügend Tabak und Kaff hab ich, also los. Dritte Lesung.

Nur eines begreif ich immer noch nicht, Uwe: Wie hast du es geschafft, dass auf Seite 55 dein 55. Geburtstag und auf Seite 75 die 75 kg auftauchen? Bei meinen Handbüchern – zumindest bei denen, die ich gedruckt gesehen hab, bei einem wurde mir dieses Privileg ja verweigert – hatte ich keinen Einfluss darauf, wie es formatiert wurde. Wie um alles in der Welt hast du das hin bekommen???

Nachtrag: Einen Kritikpunkt hab ich doch: Die eingeklappten Innenteile des Umschlags entwickeln ein Eigenleben, speziell, wenn man das aufgeschlagene Buch hinter der Tastatur vor dem Papierberg einklemmt, um ein paar Kommentare in den Rechner zu hacken...

Nach-Nachtrag: Nachdem ich den Text der Kolumne jetzt noch einmal Korrektur gelesen hab, denk ich, dass das Uwes wichtigstes Buch ist – aber ziemlich sicher nicht sein letztes. Wer so präzise beobachtet und in der Lage ist, das Erlebte so zu beschreiben, dass man sich als Leser als Teil der Geschichte wiederfindet, der kann nicht plötzlich aufhören zu schreiben. (Fühl dich nicht unter Druck gesetzt, Uwe. Wir sind vorerst auch mit ein paar Kurzgeschichten zufrieden. Vorerst...)

Schalom,
Schlomo

Kommentare  

#1 UHG 2017-10-06 12:34
Moin!
Alle Personen und Namen innerhalb dieses Buches sind frei erfunden. Ähnlichkeiten mit lebenden Personen sind zufällig und nicht beabsichtigt. (Steht auf Seite 4, muss also stimmen.)
Schlomo, bestimmt irrst du dich bei deinen Interpretationen. Ganz bestimmt sogar. Lauter seltsame Zufälle, wenn überhaupt. Ich muss es als Autor schließlich wissen.
#2 Schlomo 2017-10-06 15:34
Au, stimmt! Da hab ich doch glatt Seite 4 unten überlesen. Peinlich, peinlich. Aber jetzt wird mir einiges klarer...
#3 Heinz Mohlberg 2017-10-08 23:50
????????????????????????????
:cry:
#4 Harantor 2017-10-09 09:15
Um all Deine Fragen zu beantworten wirst Du wohl das Buch lesen müssen, Heinz.

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