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Vom Zauberspiegel zum Zauberspiegel - Printmagazin und Online, ich habe es erlebt

Stephan GewaltVom Zauberspiegel zum Zauberspiegel
Printmagazin und Online, ich habe es erlebt

Die Jahre ziehen ins Land und man schaut oftmals mit einem weinenden und einem lachendne Auge zurück. Ach, wie arg schnell ist doch die Zeit vergangen! Wie viel wurde vertan, wie viel wurde falsch gemacht. Doch dann lacht man auch wieder, denn man möchte vieles nicht noch einmal erleben, ist froh über so manches Gelingen und über die Dinge, die einen weiser und stärker gemacht haben. Und man ist dankbar für Erfahrungen, die man sammeln konnte. Man erinnert sich auch an die nebensächlichen Dinge.


Hätte ich 1982 keinen Larry Brent-Roman in die Hand genommen, ich würde heute sicher nicht diese Sätze hier im Zauberspiegel schreiben. Oder doch? Vielleicht ist alles vorgezeichnet.

Vielleicht ist aber auch alles Zufall. Auf jeden Fall dauerte es noch so einige Zeit, bis ich mich den ersten Fangruppierungen anschloss, und dann ab 1987 durch die Lande reiste, um an diversen Treffen teilzunehmen, die Marlostreffen waren, Marburg-Cons, Buchmesse-Cons und wie sie alle hießen. Das ging bis 1998 so. Und während dieser Zeit gab es auch noch diverse Fanzines, zu denen der Zauberspiegel gehörte. Jedenfalls zeitweise. Dabei wuchs der Inhalt des ZS stetig. Es war ein sehr kompaktes Magazin, aber eben doch ein Printmagazin mit den Möglichkeiten des Drucks und der Kopie der 80er-Jahre. Für mich war dieser ZS nicht immer automatisch mit Dan Shocker verbunden, obwohl er der Namenspatron des Ganzen war. Zu eindeutig und zu typisch war für mich die Verbindung Dan Shocker und Marlos-Letter. Aber ein anderer Name war für mich untrennbar mit dem Magazin verbunden: Horst von Allwörden. Ich habe ihn auf vielen Treffen in den Jahren getroffen. Ich habe schon damals meine Mitarbeit im Print-Magazin angeboten. Die Artikel dort von mir waren gezeichnet von jugendlicher Unweisheit und leider auch nur oberflächlichem Wissen. Doch sie waren auch gezeichnet von einem Schöpferdrang und unendlichem Tatendrang. Ich nervte die Herausgeber regelrecht damit, mitmachen zu dürfen. Fast so wie ein kleines Kind, das auch mitspielen will.

Als zur Jahrtausendwende so langsam fast alle Fanclubs der Horrorszene aufgaben, und die Fanzines nach und nach verschwanden, wurde es erst mal eine Zeit lang ganz still. Man wandte sich anderen Interessen zu. Im Auge behielt man jedoch immer irgendwie das Thema Heftroman und Horror. Das Internet eroberte mehr und mehr die Familien. Und so kam es, dass irgendwann sich auch wieder die Wege von Herrn Allwörden und mir kreuzten. Zunächst nur virtuell, so etwa um 2007. Der Zauberspiegel-Online steckte da voll in der Planung, und diesmal war es Horst, der sagte, du musst mitmachen! Für mich gab es da kein Vertun. Auf jeden Fall war ich dabei. Wenn etwas so Altbekanntes und Gutes wie der Zauberspiegel online geht, und wenn dadurch eine alte Fanszene reaktiviert wird, dann bin ich immer gern dabei. Da mein Interesse hauptsächlich den Hörspielen galt (das war auch schon in den 80ern so, nur gab es da noch keine organisierte Fanszene), sollte ich zunächst diese Sparte im Zauberspiegel übernehmen. Das war gut so, denn hier konnte ich mich austoben und über etwas schreiben, womit ich mich auskenne, weil ich eben ein Kassettenkind bin. Somit höre ich heute Hörspiele nicht nur zum Zeitvertreib und zur Unterhaltung wie damals, sondern auch, um diese dann zu rezensieren.
Gelegentlich kommt es aber mittlerweile auch vor, dass ich mich über Filme und Serien auslasse. Der "Derrick" war in meiner Kindheit und Jugend ein gern gesehener Gast im Wohnzimmer. Was lag also näher, als ihn näher unter die Lupe zu nehmen und zu besprechen, ebenso wie den "ALTEN", ebenso wie "Edgar Wallace" und und und. Viele Infos kommen aus dem Netz. Doch ich habe festgestellt, dass Bücher oftmals die besseren Infoquellen sind, da sie tiefer in die Materie eindringen. Internet-Infos sind nicht selten zu oberflächlich und hin und wieder fehlerhaft. Ich versuche in meinen Artikeln deshalb auf beide Quellen zurückzugreifen, gepaart mit meiner eigenen Beobachtung und Erfahrung, um ein möglichst vollständiges Wissen weiterzugeben.

Der Zauberspiegel ist durch seine Online-Gehung 2007 vielschichtiger geworden und aktueller. Möglichkeiten, die es in den 80er-Jahren nicht gab, und nun endlich macht das Unternehmen Zauberspiegel viel mehr Sinn. Der Kontakt mit den Mitstreitern, den Autoren, den Regisseuren ist direkter, und die Kommunikation schneller. Viele neue Menschen lernt man hier kennen, darunter auch solche, die früher eher im Verborgenen ihrer Leidenschaft frönten. Vor allem der Hörspielbereich tut sich da hervor.

Und man hat den Kontakt zu den Schaffenden des Bereichs, zu den Autoren, Schauspielern und Regisseuren. Wie sagte Horst einmal so schön: Jetzt spielen wir in einer anderen Liga als damals. Das ist wahr.

Und somit ist der Zauberspiegel etwas, was mir sehr viel Spaß macht. Manches Mal ist die Zeit sehr knapp geworden für mich. Doch wo immer eine Minute übrig ist, erarbeite ich etwas. Neue Ideen sprießen ständig, weil das Medium eben so vielfältig ist. Wie sagte Uwe Weiher so schön: Es ist wie eine Wundertüte. Tatsächlich. Wie eine Wundertüte, die man täglich aufmacht und hofft, etwas Schönes für sich darin zu finden. Und fast jeden Tag ist etwas dabei. Die Interessen sind verschieden, aber ich denke, alle werden bedient.

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