Blue Box Regenerated #3: Who is who in Doctor Who? - Die New-Who-Ära
Blue Box Regenerated #3: Who is who in Doctor Who?
Die New-Who-Ära
Richtig gelesen. Nachdem die Serie im britischen TV 1963 anlief, erfreute sie sich stetig wachsender Beliebtheit. Eigentlich nur als Lückenfüller gedacht, hatte aber der zuständige Verantwortliche beim BBC, Sydney Newman, einen höheren Anspruch an die Serie, der von der Produzentin Verity Lambert durchgesetzt wurde (Empfehlung: Doctor Who Special „Ein Abenteuer in Raum und Zeit“, welches die Anfänge der Serie als unterhaltsames Biopic nachstellt). Besonderen Anklang fanden seinerzeit die Daleks. Außerirdische Wesen, die mit roboterähnlichen Fahrzeugen durch die Gegend fuhren und nichts anderes im Sinn hatten, als andere Wesen zu eliminieren. Die Briten feierten Doctor Who mit dem Ausbruch der sogenannten Dalekmania (in Anlehnung an die 1963 beginnende Beatlemania). Keine 2 Jahre später, 1965, erblickte der erste Doctor Who Kinofilm „Dr. Who und die Daleks“ das Licht der Welt und erzählte die erste Geschichte der TV Serie zu den Daleks diesmal in Farbe und Breitbild-Cinemascope.
Im Gegensatz zur Serie war der Kino-Doctor allerdings ein Wissenschaftler von der Erde (gespielt von der Filmelegende Peter Cushing), der mit seiner Familie eine unbeabsichtigte Reise mit seiner selbst gebauten Zeitmaschine unternimmt und dabei auf einem Planeten landet, der von den Daleks heimgesucht wird.
Ein Jahr später, 1966, lief dann mit „Dr. Who: Die Invasion der Daleks auf der Erde 2150 n. Chr.“ eine Fortsetzung an. Beide Filme wurden lange Zeit nicht synchronisiert und wurden erst im Jahr 2022 von Studiocanal mit deutscher Synchronisation auf BluRay veröffentlicht.
Es war ein kurzes Strohfeuer auf der Kinoleinwand, welches keine weitere Fortsetzung erhielt, obwohl es dafür sogar schon Pläne gab. Nichtsdestotrotz, auch wenn beide Kinofilme fast in Vergessenheit geraten sind, auch weil sie abseits vom Canon existieren, sind sie durchaus mal sehenswert. All zu ernst sollte man sie aber nicht nehmen.
Wie eingangs beschrieben, erhielt Christopher Eccleston als erster die Gelegenheit, 2005 in die Rolle des Zeitreisenden zu schlüpfen. Er blieb nur für eine Staffel der Doctor und durfte insgesamt 13 Abenteuer erleben. Mit der ersten Folge war er einfach als neuer Doctor da. Um jedoch die Lücke zur Classic-Ära zu schließen, wurde zum 50 jähigen Jubiläum 2013 mit dem Special „Der Tag des Doctors“ und der dazugehörigen (voranzustellenden) Mini-Episode „The Night oft he Doctor“ die Regenerationen vom 8. über den sogenannten Kriegsdoctor hin zum 9. Doctor erzählt. Ecclestons Doctor war ein teils düsterer, teils exzentrischer Charakter. Er stellte genau die Wesenszüge und optische Erscheinung dar, die sich Colin Baker rund 20 Jahre vorher für seinen 6. Doctor gewünscht hatte.
Nachdem der Doctor seine Begleiterin Rose vor den Daleks gerettet hatte, musste er die Energie der TARDIS kurzzeitig in sich aufnehmen und erlitt dadurch eine Zellzerstörung. Hierauf musste er sich schließlich zum 10. Doctor regenerieren (Getrennte Wege).
Im Hintergrund wurde ein paar Jahre später bekannt, dass Eccleston mit den Bedingungen, wie mit den Beschäftigten Am Set umgegangen wurde, nicht einverstanden war und diesen Zustand nicht länger unterstützen konnte.
David Tennant war von 2006 bis 2010 der Doctor und erspielte sich in dieser Zeit eine treue Fangemeinde. Neben Daleks und Cybermen trat er auch erstmals gegen einen neuen, unheimlichen Gegner an. Die weinenden Engel. Statuen, die sich nicht bewegen, solange man sie ansieht. Aber sobald man blinzelt (Folge „Nicht blinzeln“) stürmen sie auf ihre Opfer zu, um ihnen auf perfide Weise die Lebenszeit zu rauben.
Als der Doctor durch eine tödliche Dalkewaffe getroffen wird, kann er die Regenerationsenegie in seine abgetrennte Hand umleiten (die später auch in der Ablegerserie „Torchwood“ auftaucht). Doch nur wenig später muss er eine tödliche Dosis Strahlung aufnehmen, um einen weiteren Begleiter zu retten. Ähnlich, wie damals schon der 3. Doctor, schafft es der 10. Doctor mit letzter Kraft in die TARDIS, um dort in der Episode „Das Ende der Zeit“ seine nächste Regeneration zu erfahren.
Jeder Whovian hat SEINEN Doctor und Matt Smith ist meiner. Der bisher jüngste Darsteller in der Rolle verkörperte den Zeitreisenden von 2010 bis 2013 und durfte neben 3 Staffeln und einigen Specials auch die Jubiläumsfolge „Die Zeit des Doctors“ als Haupt-Doctor dieser Episode bestreiten.
So wie jeder Darsteller davor und auch danach, seinen Doctor ganz individuell charakterisiert, gelingt es Matt Smith, einerseits Jugendhaftigkeit und auch Altersweisheit in einer wundervollen Art darzustellen. Oft ist es einfach nur ein wissender Blick, der bei dieser Darstellung erkennen lässt, dass das junge Äußere und seine quirlige Art über die langen Jahre der Erfahrung hinwegtäuschen. Die subjektive Einfärbung sei mir an dieser Stelle verziehen.
Im Laufe der Zeit hat sich der Doctor enorm viele Feinde gemacht und immer wieder wird in der neuen Serie der „Zeitkrieg“ thematisiert, der zum Abschied des 11. Doctors eine enorm wichtige Rolle spielen soll. Der Doctor selbst versucht in „Die Zeit des Doctors“, seine Heimat Gallifrey vor den Angriffen seiner Feinde zu bewahren und agiert für 900 Jahre als Beschützer. Mit dem Aufbegehren aller Kraftreserven gelingt es ihm, Gallifrey zu retten, doch dann verlassen ihn seine Kräfte und wieder muss er regenerieren.
Peter Capaldi war als Darsteller deutlich älter, als die meisten anderen, inklusiver derer aus der Classic-Ära. In drei Staffeln spielte er den Doctor von 2014 – 2017. Die Umgewöhnung der bisherigen jungen Darsteller zu einem älteren brauchte seine Zeit, doch auch Capaldi konnte in der Rolle überzeugen. Ein Detail, das lange Bestand hatte, nämlich der Schallschraubenzieher, wurde bei Capaldi zur Schallsonnenbrille verändert, einfach, weil der Doctor Sonnenbrillen cool findet (der 11. Doctor fand übrigens Fliegen – statt Krawatten – und Fez cool).
Schließlich wird er von einem Cyberman schwer verletzt. Er flieht in eine Art Dimensionstasche und begegnet sich dort selbst in Form seiner ersten Inkarnation (Ursprünglich dargestellt von William Hartnell, hier von David Bradley). Nach einem Inter-inkarnativen Selbstgespräch löst er in „Aus der Zeit gefallen“ endlich die nächste Regeneration aus, die er lange versucht hat zu unterdrücken.
2018 kam mit Jodie Whittaker zum ersten Mal eine weibliche Darstellerin in den Genuss, den Doctor zu spielen. Nach Russel T. Davies und Steven Moffat wurde auch der Showrunner zu Chris Chibnall gewechselt, der versuchte, der Serie einen neuen Anstrich zu verpassen.
Bis 2022 war Whittaker der 13. Doctor (und ja, nicht Doctorin, sondern Doctor. Der Sprachgebrauch blieb gleich). Anders, als in den vorherigen Staffeln, wurde zunächst auf einen roten Faden verzichtet. In wenigen Episoden gelang es sogar, auf Schwierigkeiten einer weiblichen Zeitreisenden in der irdischen Vergangenheit einzugehen (vgl. „Die Hexenjäger“).
2022 erlebte der 13. Doctor in dem Zweiteiler „Die Macht des Doctors“ erneut eine schicksalhafte Begegnung mit dem Master, der den Doctor zu einer Regeneration zwingt. Zwischendurch wird der Doctor dadurch selbst zum Master, findet jedoch zurück zu sich selbst und kann schließlich auf der Erde in Ruhe regenerieren.
Von 2020 bis 2022 übernahm Jo Martin die Verkörperung des „Flüchtenden Doctors“. Eine geheimnisvolle Inkarnation die scheinbar noch vor dem ersten bekannten Doctor anzusiedeln ist. Sie hilft dem 13. Doctor bei einigen kniffligen Abenteuern, bleibt aber meist eher im Hintergrund.
Eine Besonderheit unter den Regenerationen ist der 14. Doctor. Zum 60 jährigen Jubiläum kehrt Russell T. Davies als Showrunner zurück und er bringt David Tennant (10. Doctor) für eine Reihe von Specials noch einmal als Doctor zurück. Als Gegenspieler wird hier der Himmlische Spielzeugmacher zurückgebracht, einer der ersten Gegners des Doctors.
Der Spielzeugmacher will den Doctor vernichten und es scheint ihm auch fast zu gelingen, indem er in „Das Kichern“ einen Feuerstoß einer großen Kanone auf den Doctor richtet. Doch anders als erwartet, gibt es diesmal eine sogenannte Bigeneration. Der Doctor teilt sich in zwei Personen und existiert neben seiner 14. Inkarnation nun auch gleichzeitig als 15. Inkarnation. Zum Abschluss setzt sich der 14. Doctor zur Ruhe.
Seit 2023 bekleidet nun Ncuti Gatwa die Rolle des Doctors. Mit ihm wird ein offizieller Neustart der Serie eingeleitet, die zwar einen nahtlosen Übergang erfahren hat, sich aber neu ausrichten soll. Gatwa durfte bislang 2 Specials und eine 12-teilige Staffel spielen. Eine zweite Staffel ist in Vorbereitung.
Wie bereits im vorherigen Beitrag dieser Kolumne, stellt dies nur einen ganz kurzen Einblick in die vielschichtige Geschichte der Serie „Doctor Who“ dar. Mit dem Wissen über die einzelnen Regenerationen und Inkarnationen ist man einerseits gut gerüstet, aber – und das ist durchaus gut so – man muss nicht alle Einzelheiten wissen, um einen Zugang zur Serie zu finden. Die Abenteuer sind in der Regel so aufgebaut, dass man keine vorherigen Geschichten kennen muss. Einzig während der Staffeln des 9. Bis 12. Doctors gibt es jeweils einen leichten roten Faden, den sich zu verfolgen durchaus lohnt.
Welcher Fokus zu Doctor Who soll demnächst in „Blue Box Regenerated“ betrachtet werden? Schreibt es gerne in die Kommentare.