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Eysenbeiß, Amun-Re und ›rote Fäden‹

Teestunde mit Rolf...Moin Rolf, wieder ist dies keine Teestunde um Raben und Verräter, sondern die letzte Zamorra-Kolumne von Rudi veranlasst dich mal wieder Stellung zu beziehen. Denn man zu. Der Tee ist serviert...

Eysenbeiß, Amun-Re und ›rote Fäden‹

Nein, diesmal ist es keine Bemerkung von Kerstin, die mich schon wieder vom Raben-Thema abschweifen lässt. Diesmal ist es die Zamorra-Kolumne »Viel Feind, viel Ehr« von Rudi Bading. Besser gesagt, zwei Kommentare dazu sind es.

 

Dolmial sieht von der heutigen Sichtweise aus die Serie »Professor Zamorra« als eine Assoziationskette, der der ›Rote Faden‹ fehlt. Für Leute, die kein Abitur oder Hochschulstudium haben – er meint damit sicher eine Art Verknüpfungen verschiedener mehr oder weniger langen Handlungsebenen – die jedoch nicht auf ein gemeinsames Ziel hinaus laufen.

Da ich nicht weiß, wer sich hinter dem Pseudonym ›Dolmial‹ versteckt und wie alt er ist und – und somit vielleicht den Zamorra erst ab Band 400 und später kennt, kann ich das ungefähr ab dieser Zeit nicht in Abrede stellen. Obwohl Werner ernsthaft versucht hat, mit Band 500 »Die Quelle des Lebens« ein völlig neues Kapitel aufzuschlagen. Aber – es blieb eben beim Versuch, weil er nicht die Chance nutzte, sich von einigen ›Altlasten‹ zu befreien und wirklich neue Wege zu gehen. Das hat er immer wieder versucht – mit Hunderter- oder Fünfziger-Bänden. Aber er konnte sich nie dazu durchringen, mal Figuren von der Platte zu nehmen, die sich völlig überlebt hatten. Immer wieder hat Werner auf zu viele Fans gehört, deren Lieblingshelden er nicht eliminieren wollte. Beim 300er Dynastie-Zyklus haben wir etwas aufgeräumt – aber auch nicht genug.

Magnus Friedensreich Eysenbeiß, den Rudi Bading unter seine drei Favoriten-Gegner rechnet, war eine solche Figur, die sich meines Erachtens immer mehr tot lief. Ursprünglich hatte Werner ihn nur für einen Roman haben wollen – er war auch, schon vom Namen her, als ›lustige Figur‹ gedacht. Aber dann wuchs die Figur in der Handlung immer mehr – und kam in Dimensionen der Hölle, die nach der bekannten Höllenlehre, auf die ich damals den Zamorra aufgebaut hatte, eigentlich nur der ›falschen Hierarchie‹ zugestanden hätte.

Nach allen Gesetzen der Logik und der Überlieferung ist es einfach unmöglich, dass ein Mensch sich zum Fürsten der Finsternis aufschwingen kann. Und das war dann tatsächlich einer der Handlungs-Zweige im Zamorra, wo Dolmials Vorwurf des fehlenden ›Roten Fadens‹ trifft. Schon damals. Denn eben der rote Faden – oder einer diese Fäden – war in meiner PZ-Zeit die überlieferte Dämonenlehre, die man in verschiedenen, angeblich aus dem Mittelalter stammenden ›Zauberbüchern‹ nachlesen kann. Beispielsweise findet sich einiges über die Höllenstrukturen im sogenannten »Sechsten und Siebten Buch Moses« oder auch im »Volksbuch des Doktor Johannes Faust«. Wobei ich mal die sogenannten »Magia Naturalis« des Doktor Faust, in der Teufelsbeschwörungen, Höllenzwänge und ähnliche magische Rituale beschrieben wurden, mal außen vor lasse. Ach ja, und da hatte ich natürlich noch das schwer zu bekommende Standard-Werk »Satan – der Widersacher Gottes« als Grundlage katholischer Theologie nebst anderer Bücher über Gott, den Himmel, die Engel und all diese Dinge, an die man eben glauben muss, wenn man dereinst in die ›Ewige Seligkeit‹ eingehen will.

Das war für mich und auch für Werner damals, als wir zusammen arbeiteten, der rote Faden – wenn es um die ›Schwarze Familie‹ ging. Ich weiß nicht, ob Werner diesen Begriff erfunden hat, aber er hatte ihn auf jeden Fall bereits so in der Serie verankert, dass ich mit drauf aufbauen konnte. Und Ähnlichkeiten mit einer ›Familie‹ der Mafia waren rein zufällig gewollt. 

Wir erinnern uns. Während der ersten 110 Bände der Zamorra-Serie ging es dort zu wie im Gespenster-Krimi. Notfall wurde durch den Autoren in einem einzigen Band die ganze Hölle vernichtet und man fragt sich, was Zamorra damals noch hätte bekämpfen können.

Schon vor seiner ›Amulett‹-Trilogie (Das Flammenschwert – Der Teufel aus dem Orient – Merlin, der Magier), die Werner auf speziellen Auftrag des Redakteurs schrieb (Zitat lt. Werner: »Schreiben Sie mal was über die Entstehung des Amuletts«) hat Werner den Begriff ›Schwarze Familie‹ verwendet und sich den Erzdämonen Asmodis als immer wieder kehrende ›Kontakt-Figur‹ der Hölle aufgebaut. Ob Asmodis seinen Rang ›Fürst der Finsternis‹ von Werner bekam oder ob er den schon in einem früheren Roman getragen hat, weiß ich nicht.

Ich weiß nur eins: Am Anfang war Werner absolut nicht begeistert, beim Zamorra mitzuschreiben. Aber was sollte er als ›New-Comer‹ machen? Werner hatte zwar mit dem Gespenster-Krimi ›Die Burg des Unheils‹ - der erste Roman mit seinem ›Geister-Reporter‹ Ted Ewigk – seinen ersten professionellen Roman geschrieben und auch über die Agentur verkauft – aber danach musste W.K. nehmen, was angeboten wurde. Und das war eben der »Professor Zamorra«, weil eben die etablierten Autoren für diese Serie keine Ambitionen hatten.

»Wenn ich da was schreibe, dann will ich die ganze Serie. Und dann mache ich da genau das draus, was ich haben will!« sagte Werner ziemlich wortwörtlich zu mir, als er von seiner Agentur gesagt bekam: »Kennen Sie die Serie 'Professor Zamorra'? Schreiben Sie da mal einen Roman zu.«

Der Einzige, der Werner vielleicht hier beim Zamorra eine echte Konkurrenz gewesen wäre, von dem war damals noch nichts zu hören. Nein, die ihr jetzt gleich wieder aufstöhnt, ich spreche nicht von mir. Sondern von jenem Autoren, dessen erster Zamorra genau vor meinem ›Kraken-Götzen‹ erschien und der als einziger deutscher Autor echten Erfolg hatte.

Insider wissen – ich meine Wolfgang Hohlbein. Aber bei diesem Lovecraft-Fan wäre die Zamorra-Serie mehr in die Richtung gegangen, die später den ›Hexer‹ ausmachte. Und – wer Hohlbeins Roman »Der Mann, der das Grauen erbte« liest, der erkennt, dass hier bereits die grobe Skizze für den „Hexer“ entstanden ist. Wolfgang Hohlbein hat zwar noch einige Zamorra-Romane geschrieben – aber das waren ›Füll-Romane‹, die abseits von Roten Faden lag, den Werner damals verfolgte.

Dieser Rote Faden – das war für Werner neben Zamorras Kampf gegen die ›Schwarze Familie‹ die Bedrohung der Menschheit durch ›Dämonen‹ aus dem Weltraum. Nicht ganz neu – auch Lovecrafts ›Große Alte‹ kommen aus den Tiefen des Kosmos – das ›verfluchte Gezücht der Sterne‹. Aber es gibt nun mal nichts Neues unter der Sonne – und nichts, was es nicht in irgend einer Form schon mal gegeben hätte – wenn man das nötige Wissen hat, Grundlagenforschungen von Ideen der Phantastik zu betreiben.

Wenn du eine Story, einen Roman oder ein ganzes Serien-Konzept machen willst, dann ist es wie beim Kochen. Es sind immer die gleichen Zutaten, die du zur Verfügung hast – und dazu die Gewürze. Es kommt immer auf die Zusammenstellung der Zutaten und die Mischung der Gewürze drauf an. Das weise Wort meiner Ex-Frau: »Kochen können ist nicht so wichtig – du musst nur richtig würzen können« wird sicher jede Hausfrau oder sonstiger Hobbykoch bestätigen können.

Kartoffeln, Rindfleisch und Gemüse – irgendwie gibt das immer eine Suppe, die schmeckt – notfalls hilft man mit Maggi-Würze nach. Im Gruselroman ist diese ›Maggi-Würze‹ die unnennbare Kraft des Guten, die am Schluss auftaucht, weil der Autor nicht mehr so recht weiß, wie er aus der verfahrenen Situation raus kommen soll. Vielleicht kämen ihm ja Ideen - aber die Zahl der Anschläge – bzw. der Seiten, nach denen ich immer rechne – ist erreicht. Und dann muss eben – wie im griechisch-römischen Theater – der ›Deus ex Machina‹ - der Gott aus der Maschine – erscheinen und Kämpfe verhindern, Liebende vereinen oder sonst die Handlung beenden.

Der Begriff ›Deus ex Machina‹ kommt daher, dass man im antiken Theater mit Kränen hinter der Bühne eine übergroße Götterstatue auf die Bühne ›einschweben‹ ließ. Diese meist aus Bronze gefertigte Statue öffnete sich dann – und der ›Gott‹ trat heraus, um alle Probleme zu regeln. Eben – der Gott aus der Maschine.

Bei Werner hieß der ›Deus ex Machina -Satz‹ stets: »Das Amulett schlug zu«. Damit war jede, aber auch wirklich jede Situation bereinigt. Und deshalb wer Werner damals auch gar nicht erfreut davon, dass ich schon in meinem zweiten Roman »Herr der Grünen Hölle« anfing, das Amulett unkontrollierbar zu machen. Aber davon habe ich in früheren Teestunden schon erzählt und Textbeispiele gebracht.

Ähnlich wie mit den Zutaten und Gewürzen bei einem Essen ist es auch mit den Romanen. Vor allem dann, wenn man jede Woche, wie Jason Dark (alle Hochachtung – das schafft er auch jetzt immer noch) oder alle zwei Wochen wie W.K. Giesa dann in seiner Zeit ab PZ-Bd. 330. Natürlich hatte Werner, in dem er dann alleine die Mauern zwischen dem ›klassischen Gespenster-Heftroman‹ und der modernen Phantastik durchbrochen hatte, ein größeres Betätigungsfeld – aber wer genug Filme gesehen oder Bücher gelesen hatte, der konnte immer und überall Grundlagen finden. Manchmal habe ich Werner spontan angerufen, weil ich eine Idee für einen Roman genial fand. Wenn ich dann einige Zeit später einen Film aus der Videothek mitbrachte und ansah, fand ich nicht nur die Zutaten, sondern auch die Gewürze dieser Romane – oder besser gesagt, manchmal waren es sogar richtige Würzmischungen.

»Alles nur geklaut!« ist ein sehr schöner Song von den »Prinzen« - und der Text trifft echt den Kern. Gut, wie ich schon sagte - es gibt nichts Neues unter der Sonne – aber wenn man schon eine oder mehrere ›Zutaten‹ nimmt, dann sollte man wenigstens Acht geben, dass niemand so einfach dahinter blicken kann, woher die Handlung ›adaptiert‹ wurde. Eine solche ›Mahlzeit‹ sollte trotz fast identischer Zutaten immer vom Original unterscheiden.

Natürlich muss jeder Autor wissen, wie er seine Sachen schreibt – und die heutige Computer-Technik lässt es zu, dass wir ganze ›Standard-Handlungen‹ abspeichern können, um sie mit veränderten Namen einige Zeit später in einen anderen Roman einzubauen. Als der ›Titanic‹-Boom seinerzeit lief und es auch im Heft verschiedene dieser Romane gab, konnte man sehr gut erkennen, welche Schilderung korrekt wieder gegebener historischer Ereignisse ›recycelt‹ war. Oder es gibt eben gewisse Grundthemen und Handlungen, seien es Vampire, Werwölfe, Zombies und was weiß ich noch mit anderen Figuren und leichten Änderungen neu zu interpretieren.

Der Rote Faden, den Werner Kurt Giesa dann von Anfang an hatte, war der Kampf gegen die Schwarze Familie – vertreten durch Asmodis. Als ich die Herausforderung auf das »Dann mach mal« auf mein »Das kann ich auch« bekam, hatte Werner gerade den Roman »Nocturno – Herrscher der Nacht« geschrieben – oder jedenfalls im Konzept. Damit wies er den Weg zu verschiedenen ›Abteilungen‹ in der Hölle, die jede ihren eigenen ›Büro-Leiter‹ hat. Von daher ist es zu verstehen, dass ich gleich von Anfang an im ›Kraken-Götzen‹ die Höllenstruktur mit andeutete – wenn ich mich recht erinnere, habe ich euch diese Passagen sogar im Zauberspiegel noch mal zu Lesen gegeben.

Von da ab und bis Band 330, der für mich aus den oft genannten Gründen den Ausstieg bedeutete, war im Zamorra ein Roter Faden vorhanden. Besser gesagt – zwei Rote Fäden, die Werner und ich immer miteinander verknüpften.

Gemeinsam war der Rote Faden – Kampf gegen die Schwarze Familie. Dann Werners ›Schiene‹ - die dunkle Bedrohung aus dem Weltall – und meine Ideenspirale führte über Amun-Re und die Blutgötzen von Atlantis direkt hinunter in die Tiefe des Weltmeeres, wo die Namenlosen Alten in ihrer Leichenstadt schlummern.

Erst nachdem Werner alleine arbeitete – und/oder von anderen Leuten beraten wurde, kam das, was Dolmial vielleicht mit Recht als ›Assoziationskette‹ bezeichnen kann. Aber – wenigstens als Sara Moon oder Eysenbeiß die großen Rollen mitspielten – war der Rote Faden – nämlich ›die Macht in der Hölle‹ noch vorhanden.

Mit jedem Co-Autor, den Werner mehr mit dazu nahm, verwässerte sich das natürlich zwangsläufig. Jeder wollte da ›sein eigenes Süppchen kochen‹ und seine eigenen Ideen verwirklichen.

Die Romane von Claudia Kern habe ich verschlungen wie die ersten Maddrax-Bände oder heute die Unger-Western oder Jerry Cotton. Es ist wirklich schade, dass diese Frau nicht dabei geblieben ist – die hatte Ideen, die mich echt begeistert haben – noch bevor ich Claudia Kern auf einem Con in Marburg kennen lernte.

Bei diesem Gespräch kamen wir uns, was Zamorra anging, sehr nahe. Ich legte Claudia Kern meine Ideen auf den Tisch und sie tat das gleiche bei mir. Und dann stellten wir fest, dass wir vorzüglich in dieser Serie zusammen arbeiten würden. Wie wir ja wissen, wurde nichts draus – schon weil Claudia kurze Zeit später aus dem Zamorra raus gegangen ist.

Claudia Kern kam schon als perfekte Autorin in die Serie – und als sie draußen war, ist bei mir endgültig das echte Interesse an der Serie erloschen. Denn alle Autoren, die nachkamen, konnten Claudia Kern von den Ideen und von der Ausführung und Interpretation nicht das Wasser reichen. Ich habe zwar immer noch mal in das eine oder andre Heft rein gesehen, wenn neue Autoren mitschrieben – aber das was alles nicht mehr der Zamorra, den ich kannte und schätzte. Übrigens – was ich hier gesagt habe, ist meine persönliche Meinung. Ob ein Autor gut oder weniger gut ist - darüber entscheiden andere Leute – und auch die Leser.

Inzwischen ist all das, was ich hier in der heutigen Teestunde gesagt habe, als ›Nachbetrachtung‹ zu sehen, da Werner nicht mehr unter und weilt und die neuen Autoren das ganze Feld neu beackern und höchstens noch mal auf Fundamente stoßen. Es wird interessant, wie Werners Lebenswerk – und das war der Zamorra wahrlich von Band 111 bis fast zum Band 900 – dann auf der Leser-Kontaktseite bewertet wird.

Und ob heute ein ›Roter Faden‹ in der Serie fehlt oder nicht, das kann entweder Frau Picard sagen oder sonst einer der derzeitigen Autoren.

Und dann war da noch – um zum Schluss zu kommen – und die Raben-Geschichten wieder zu schieben – die Frage im Kommentar, was den wäre, wenn die drei Schwerter als ›Artefakte‹ - vermutlich wie in der Serie ›Primeval‹ - von Archäologen gefunden werden – und von ihrem Platz entfernt.

Das kann nie passieren – weil die Schwerter Gorgranm, Salonar und Gwaiyur an einer Stelle zwischen Zeit und Raum hängen und dieses Tor verschließen, durch die es den Blutgötzen fast gelungen wäre, herüber zu kommen. Fast – muss ich sagen und ich empfehle notfalls, den Text des Romans noch mal zu lesen.

Immerhin muss das gesamte Schwarze Blut fließen, um das Hohe Tor zu errichten und die Große Brücke zu schlagen. Die paar Teufel, die Amun-Re schlachten konnte, waren auf jeden Fall nicht genug. Damit aber dieses Tor – das dann nach Opferung der Hölle einschließlich Luzifer zum echten Dimensions-Tor geworden wäre – schon vorab geschlossen werden musste, wurden die drei Schwerter an diese Stelle gesetzt.

Ursprünglich hatte ich vorgehabt, Michael Ullich, Carsten Möbius und Kerstin – in deren Körper die Hexen-Pinzessin Moniema von Bo-roque war - als ›Wächter des Tores‹ eben in diese Sphären jenseits von Zeit und Raum zu stellen. Denn wären sie auf ›würdige Art‹ von der Platte genommen worden. Und auch Pater Aurelian wäre nach seinem Zusammenbruch, als er mit einen und den Geisteskräften seines Ordens Zamorra Kraft geschickt hatte, zusammengebrochen und gestorben.

Dass ich keinen von Werners Romanen dann mehr komplett gelesen habe liegt daran, dass ich bei jedem Roman sofort überlegt habe, wie man die Sache anders und ungewöhnlicher hätte lösen können. Das war dann bei den Co-Autoren so – und das ist auch heute so, wenn ich nebenan im Edeka mal zu meinen beiden wöchentlichen Western einen Zamorra mitnehme. Nur ist das heute eben so selten geworden, dass ich mir nicht anmaßen möchte, hier zu sagen, ob ein ›Roter Faden‹ verfolgt wird oder sonst eine Bewertung abgeben. Diese Bewertung machen die Verkaufszahlen.

Vor längerem habe ich der Teestunde mal erklärt, dass ich im 666er Zyklus tatsächlich eine ganz kleine Möglichkeit für Amun Res Rückkehr eingebaut habe. Und bei allen Änderungen am Ende des letzten Zyklus-Bandes, mit den Werner die Blutgötzen von Atlantis mit den Namenlosen Alten gleichzusetzen – was dem Vergleich eines lammfrommen Golden Retriever zu einem Molosser, Brasiliero oder sonstigem Kampfhund entspricht – diese kleine Sache ist Werner damals entgangen. Ich werde in privaten Mails diverser Alt-Fans noch mal drauf angesprochen. Aber durch die Neuentwicklung in der Serie hat sich das nun endgültig überholt.

So, von Kerstin sind hier drauf keine Kommentare zu erwarten und vermutlich auch keine neue Zamorra-Kolumne – also können wir dann in einer Woche mit den Raben-Geschichten weiter machen.

Bis ›dannedann‹ also ...

Kommentare  

#1 Loxagon 2012-03-15 12:25
Es stimmt schon dass derzeit ein roter Faden fehlt ... Ebenso wie es an starken Gegenspielern fehlt, die auch durchaus sympatisch rüberkommen. Derzeitig kocht jeder, wie du sagest, sein eigenes Süppchen und verwendet nur selten die Charaktere der anderen.

PZ ist zwar immer noch sehr gut, im Vergleich zum Sinclair sogar Nobelpreisverdächtig, aber immer wenn ich einen alten Zamorra lese, fühlt es sich irgendwie ...besser an. Mehr nach Zamorra halt.

An großen Feinden gibt es derzeit ja auch nur "Die Angst" und Tan Marano. Wobei beide meistens im gleichen Roman auftauchen. Sonst? Von großen Feinden keine Spur. Stygia wird wohl nach wie vor lächerlich bleiben, was ich sehr schade finde.
#2 Andreas Decker 2012-03-15 13:38
Au Mann, der Eysenbeiß. Zu der Zeit hab ich die Serie auch noch regelmäßig gelesen, und nach kurzer Zeit war die Figur ein genau so rotes Tuch wie die endlose Handlung um den Schlangendämon/Kult/was auch immer - das war auch superöde - oder Stygia, noch so eine echte Hassfigur. Ich fand sie schon Mist als sie noch in Werners Däki Angelina hieß :lol: Natürlich gibt es erzählerische Zwänge in einer Endlosserie, und man kann nicht jedes halbe Jahr einen neuen Hauptgegner aufbauen. Sehe ich ein. Aber vor allem Eysenbeiß war sehr bald nur noch ein nervtötender Langweiler. So eine Art Dr. Drakken, nur ohne jeden Witz. :D
#3 Hermes 2012-03-16 00:33
Also einen Roten Faden gibt es derzeit schon bei Zamorra. Oder sollte man besser sagen, es gibt mehrere Fäden, die immer erkennbarer zusammenhängen?
#4 Rudi 2012-03-16 11:56
Das Problem ist. Bei manchen Gegner von Zamorra, sie werden manchmal zu lange geschrieben. Nehmen wir die Dynastie der Ewigen. Am Anfang waren, sage ich immer noch, einer der Stärksten Gegner die er hatte. In der laufenden Zeit wurden sie immer schwächer beschrieben Hier kann man den Spruch Wortwörtlich sagen, Schatten seiner Selbst. Auch sterben sie und gehen nicht mehr Über, so wie früher. Da ist nur Staub übriggeblieben mit dem Dhyarra- Kristall. Jetzt versucht man wieder die Dynastie der Ewigen ein wenig mehr Macht in der Galaxie zu gegeben. Ich warte Trotzdem ab wie es weiter geht.
Rolf, wen ich deine Teestunden, freue mich immer darauf, lese gerne deine Anekdoten uber Werner. Was ihr damals erlebt hattet.
#5 Carn 2012-03-16 16:15
Den Begriff der SCHWARZEN FAMILIE haben m.E. Ernst Vlcek und Kurt Luif im Dämonenkiller zuerst aufgegriffen (das müßte so in 70ern gewesen sein, also eine ganze Ecke früher, als Werner Zamorra geschrieben hat).
Meiner Meinung nach ist es nicht so wichtig, neue Monstren zu kreieren, um den Leser gut zu unterhalten, sondern diese ansprechend agieren zu lassen und ihnen einen interessanten Charakter angedeihen zu lassen. Wenn der Widerpart eine hirnlose Kreatur ist, die keine eigenen Facetten und Charakterzüge zeigen kann, wird sich dieser Gegner schnell abnutzen oder nur zur Randfigur der eigentlichen Handlung degenerieren - als Beispiel möchte ich hier die Comic-Serie THE WALKING DEAD anführen, hier ist das eigentlich interessante Thema die Auslotung der menschlichen Abgründe und das Mutieren menschlicher Verhaltensweisen nach einer extremen Lebensumstellung - die Zombies dienen nur als ausschmückender Rahmen und auslösender Faktor für diese Lebensumstellung.
Beim DÄMONENKILLER waren die besten Romane jene, in denen die Dämonen allzu menschliche Charakterzüge annahmen und so Konfrontationen auf anderer Ebene stattfanden (natürlich gehörte hierzu eine gesunde Mischung mit dem Horror-Faktor, das ist ganz klar)
#6 Holmes 2012-03-17 22:36
Hauptfundament des großen Reizes von Zamorra, von dem auch der Hauptautor noch lange gezehrt hat, und der im Laufe der Jahre naturgemäß nachgelassen hat, war für mich die strukturierte, oftmals sehr geschickt in tatsächliche Geschichte (Zeitreisen ins alte Rom) und mythologische Rahmenbedingungen eingebettete Handlung. Das machte die Geschichten, wiewohl reine Fiktion, zu einem interessanten: so könnte es vielleicht auch sein.

Flankiert wurde alles von zum Teil sehr ungewöhnlichen Gegnern, aber auch Helfern: Pluton, Glarelion, Aurelian, Gromhyrxxa (wie schrieb sich der doch gleich), Straße der Götter mit irdischen parallelen und der interessanten Gleichzeitigkeit von Magie und vorzeitlicher Technik (gewissermaßen innerhalb der irdischen Gegenwart auch von WKG zelebriert, nur dort mit SF und Magie.

In Summe ist ein Großteil dieses Fundaments Rolf Michael zu verdanken - sicherlich gerade auch in Ergänzung zu WKG - der auch weitgehend "normale Nebenrollen" wie Möbius und Ullich, Berner und Jamis eingeflochten hat, die alle auf ihre Art eine interessante Facette darstellten und vielen die Möglichkeit gab, sich mit der einen oder anderen Figur zu identifizieren.

Keine Ahnung, wer es war, aber ich habe die gelegentlichen Zitate aus Faust und Co. genossen.

Damals gab es auch noch Höllenpakte, an die sich - einerlei zu wessen Nachteil - beide Seiten zu halten hatten.

Das Ganze wirkte eben strukturierter, durchdachter und in mancherlei Hinsicht eingebetteter in die "normale" Welt als heute und damit interessanter.

Wie Loxagon oben schon schrieb: es fühlte sich "irgendwie ... besser an. Wie Zamorra halt."

Daran, lieber Rolf Michael, erinnert diese Kolumne, was wohl auch ein Grund ist, weshalb sie so viele so gern lesen.

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