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Die 80iger - Die Schauspielerinnen: KELLY McGILLIS

Die 80igerKELLY McGILLIS

Kelly McGillis wurde am 9. Juli 1957 in Newport Beach, Kalifornien, USA, geboren. Nach einer Rolle in einer Theateraufführung verließ sie mit 17 die High School und ging an die „Pacific Conservatory of the Performing Arts” in Santa Monica, um Schauspiel zu studieren. Nach einer dreijährigen Ausbildung bewarb sich McGilles an der renommierten Juilliard-Schule und wurde dort angenommen. Am 14. April 1979 heiratete sie Boyd Black, einen Studienkollegen, von dem sie sich aber 1981 wieder scheiden ließ. Vier Jahre lang blieb McGillis an der Juilliard-Schule und hielt sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser. Zumeist als Kellnerin.

„Vier Jahre ist eine lange Zeit, um Schauspiel zu studieren. Im ersten Jahr wirst du peinlich genau auseinandergenommen, im zweiten wieder aufgebaut. Wenn du dir deiner selbst, als Mensch, nicht als Schauspieler, unsicher bist, wirst du durchs Fenster springen. Die jüngeren Leute haben die Kurse nicht beendet
(1)

Kelly McGillis1982 begegnete sie durch einen ihrer Lehrer, Phil Epstein, der gerade auf der Suche nach der weiblichen Hauptdarstellerin für seinen Film „REUBEN, REUBEN“ war. Für Epstein war McGillis die richtige Darstellerin, doch die junge Schauspielstudentin, lehnte zuerst ab, weil sie ihre Ausbildung auf der  Juilliard-Schule nicht gefährden wollte.
Doch da die Dreharbeiten zum Film in den Sommerferien und an Wochenenden stattfanden, gab McGillis schließlich doch nach und gab 1983 in „REUBEN, REUBEN“ ihr Film-Debüt.

In dem Film spielt sie  Geneva Spofford, die sich in den  ausgebrannten Dichter Gowan McGland (Tom Conti) verliebt und sich auf ein Verhältnis mit ihm einlässt. Am Ende des Films verlässt sie den schmarotzerhaften Dichter und ist durch die Erfahrungen, die sie gesammelt hat,  ein Stück erwachsener geworden.

Der Film fand zwar keine großes Publikum als er im Kino lief, öffnete aber der jungen Schauspielerin die Tore zu ihrer weiteren Karriere in Hollywood. Nach ihren beiden TV-Auftritten in dem Fernsehfilm „SWEET REVENGE“ (Eine Frau kann nicht vergessen) und in der Serie „ONE LIFE TO LIVE“ erhielt sie die Hauptrolle in dem Kassenhit „WITNESS“.

Als der Regisseur PETER WEIR die junge Schauspielerin in „REUBEN, REUBEN“ sah, war er davon überzeugt die richtige Darstellerin für die Rolle einer Amish-Frau in „DER EINZIGE ZEUGE“ (Witness)  gefunden zu haben. So setzte er seine Wunschkandidatin gegenüber den Studiobossen durch, die lieber einen Star in der Rolle gesehen hätten. Doch der weltweite Erfolg des Films und die Anerkennung die McGillis entgegenschlugen bewiesen, dass Weir die richtige Wahl mit der jungen Schauspielerin getroffen hatte.

„Es gibt so wenig Gelegenheiten heutzutage, im Film wirklich andere Frauen darzustellen und die Chance, eine unmoderne Frau in einem modernen Film zu sein, war zu gut, um sie nicht wahrzunehmen.“  (2)

Als nächstes Filmprojekt wurde McGilles die weibliche Hauptrolle in „TOP GUN“ angeboten, der sie anfangs allerdings skeptisch gegenüberstand. Erst nach einigen Veränderungen am Drehbuch willigte sie schließlich ein, die Rolle im Film zu übernehmen, was durchaus ein Glücksfall für den Film war. Denn nicht zuletzt durch Kelly McGillis Darstellung wurde der Film ein Hit an den Kinokassen. Zudem gelang es ihr aus der Rolle, die nur als dekoratives Beiwerk gedacht war, die nötige Tiefe herauszuarbeiten.

„Dieser Film ist für mich kein Schauspieler- sondern ein Abenteuerfilm, deshalb wollte ich ihn machen. Bis jetzt bin ich sehr glücklich mit meinen Entscheidungen. Ich möchte keine Karriere, bei der ich immer denselben Film mache und immer dieselbe Rolle spiele. Warum sollte ich immer nur, zum Beispiel, gesellschaftlich relevante Filme machen? Filme, Stücke, Bücher und Gemälde müssen so verschiedenartig wie möglich sein. Ich lebe nur einmal hier und möchte mich verdammt gut amüsieren. Ich gebe zu, einige meiner Entscheidungen sind wirklich Avantgarde, aber so mag ich's  (3)

Kelly McGillisNach dem Erfolg von „TOP GUN“ avancierte sie in den nächsten Jahren zu den gefragtesten Schauspielerinnen der 1980er Jahre. Und so war es kein Wunder, dass Film auf Film folgte. Nach „ONCE WE ARE DREAMERS“(Land der Sehnsucht, 1987) und  „MADE IN HEAVEN" (1987) folgten 1988 ihre interessante Rolle in „THE HOUSE ON CARROLL STREET“ (Das Haus in der Carrol Street).

„Regisseur Peter Yates widmete sich in diesem spannenden Thriller der berüchtigten McCarthy-Ära, der Hatz auf die Kommunisten Amerikas. Das Drehbuch lieferte Walter Bernstein ("Paris Blues", "Der Strohmann", "Yanks - Gestern waren wir noch Fremde"), der in den Fünfzigerjahren selbst auf der "Schwarzen Liste" stand. Vier Jahre später drehte Irwin Winkler mit "Schuldig bei Verdacht" ein weiteres sehenswertes Stück amerikanischer Vergangenheitsbewältigung.“ (4)

Die Rolle als Anwältin in „THE ACCUSES“ (Angeklagt, 1989) nahm McGillis an, weil sie 1982 selbst Opfer einer Vergewaltigung geworden war. Doch nach den beiden Filmen „WINTER PEOPLE“  (Wie ein Blatt im Wind, 1989) und „CAT CHASER“ (Hexenkessel Miami, 1989) sowie ihrer Heirat mit Fred Tillmann in Jahre 1989 wurde es Ende der 1980er Jahre etwas ruhiger um die Schauspielerin.

In den 1990er Jahren und zu Anfang des 21. Jahrhunderts war sie nur noch sporadisch im Kino zu sehen und drehte vorwiegend Filme fürs Fernsehen. Ihre interessantesten Rollen während dieser Zeit waren  u. a. „REMEMBER ME“ (Haus der Schatten, 1995) oder „NO ONE CAN HEAR YOU“ (Schrei, so lange du kannst, 2000).

"Schrei, so lang du kannst!" ist ein deftiger Psychothriller des australischen Regisseurs John Laing, der die Zuschauer geschickt in die Irre führt. Die aus Filmen wie "Top Gun", "Angeklagt" oder "Der einzige Zeuge" bekannte Schauspielerin Kelly McGillis spielt die resolute, allein erziehende Mutter und Radiojournalistin Trish.“ (5)

Kelly McGillisNach ihrer Scheidung von ihrem Ehemann Fred Tillmann im Jahre 2002, machte McGillis nicht mehr durch ihre Filme und als Schauspielerin Schlagzeilen, sondern eher durch ihr Bekenntnis lesbisch zu sein.  Am 15. September 2010 heiratete sie schließlich ihre langjährige Lebensgefährtin Melanie Leis.

"Ich denke, das war ein Prozess, der angefangen hat, als ich so zwölf Jahre alt war. Es war ein langer, harter Weg für mich. Mir sind viele Dinge passiert – und ich war davon überzeugt, dass Gott mich bestrafen wollte, weil ich lesbisch bin."  (6)

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FILMOGRPAHIE
1. Reuben, Reuben/Ruben, Ruben (1983)
2. Sweet Revenge/Eine Frau kann nicht vergessen  (1984) (TV)
3. Witness/Der einzige Zeuge (1985)
4. Private Sessions (1985) (TV)
5. Top Gun/ Top Gun - Sie fürchten weder Tod noch Teufel (1986)
6. Once We Were Dreamers/Land der Sehnsucht (1987)
7. Made in Heaven (1987)
8. The House on Carroll Street/Das Haus an der Carroll Street (1988)
9. The Accused/Angeklagt (1988)
10. Winter People / Winter People - Wie ein Blatt im Wind (1989)
11. Cat Chaser/ Hexenkessel Miami (1989)
12. Grand Isle / Sommer auf Grand Isle (1991)
13. The Babe/ The Babe - Ein amerikanischer Traum (1992)
14. Bonds of Love (1993) (TV)
15. In the Best of Families: Marriage, Pride & Madness/Bitteres Blut (1994) (TV)
16. North (1994)
17. Remember Me/Haus der Schatten (1995) (TV)
18. We the Jury/ Das Urteil der Geschworenen (1996) (TV)
19. The Third Twin/Der dritte Zwilling (1997) (TV)
20. Perfect Prey/In den Fängen der Bestie (1998) (TV)
21. Painted Angels (1998)
22. Storm Chasers: Revenge of the Twister/Storm Chasers - Im Auge des Sturms (1998) (TV)
23. Ground Control/Kollisionskurs - Panik im Tower (1998)
24. Morgan's Ferry (1999)
25. The Settlement /Todsichere Geschäfte (1999)
26. At First Sight/Auf den ersten Blick (1999)
27. The Monkey's Mask/Die Affenmaske (2000)
28. No One Can Hear You /Schrei, so lang du kannst! (2001)
29. Cold Shoulder (2006) (TV)
30. Black Widower (2006) (TV)
31. Supergator (2007)
32. Stake Land (2010)
33. 1 a Minute (2010)
34. The Innkeepers (2011)

FERNSEHEN
1. One Life to Live (1968) TV-Serie  (1984)
2. Dark Eyes (1995) TV-Serie
3. The Outer Limits/Outer Limits - Die unbekannte Dimension (1 Folge, 2000)
4. The L Word - Wenn Frauen Frauen lieben (als Colonel Gillian Davis, 2 Folgen, 2008)

(1) Kellly McGilles
(2) Kelly McGilles
(3) Kelly McGilles
(4) Prisma Online
(5) Prisma Online
(6) Kelly McGilles

© by Ingo Löchel

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