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Around The Corner - Einflussreiche Persönlichkeiten Teil 1 – Hayao Miyazaki

Around The CorberEinflussreiche Persönlichkeiten Teil 1
Hayao Miyazaki

Am Anfang von etwas Großem stehen nicht selten kleine Menschen. Nicht im Sinne von Körpergröße per se, sondern mehr dem Erstaunen folgend, das ein einfacher und einzelner Mensch mit Arbeit und Vision das erreichen konnte was er erreicht hat. In einer sporadischen Artikelserie werde ich daher auf einflussreiche Persönlichkeiten der Anime- und Manga-Welt eingehen, um die Menschen hinter den Geschichten zu zeigen, wer sie sind, was sie der Welt gegeben haben und wie weit ihr Einfluss noch reicht.

 

Am Anfang steht nicht nur das Wort, sondern einer der Götter der heutige Anime-Welt: Hayao Miyazaki.

hakujadeDer Anfang
Seine persönliche Geschichte beginnt am 15. Januar 1941. Doch erst 17 Jahre später beginnt langsam das, was die Welt ins Stauen versetzen sollte.

1958 kommt der erste japanische Animationsfilm in Spielfilmlänge ins Kino, Hakujade (The Tale of White Serpent) ist Toei Douga erster Versuch etwas von Disneys Schatten einzufangen. Für Miyazaki eröffnet sich damit die Welt der Animation.

Er beschließt ein Manga-ka zu werden, muss jedoch feststellen, das er keine Menschen zeichnen kann. Dennoch lässt er sich von seinem Weg nicht beirren und beginnt nach seinem Universitätsabschluss 1963 bei Toei Douga (Toei Animation).

Hier trifft er auch auf Isao Takahata, mit dem er eine langjährige Arbeitsbeziehung aufbaut, die schließlich in der Gründung der Ghibli Studio Inc. 1985 münden wird.

Sein Werk
Das schloss im HimmelMiyazakis Werk ist nach 50 Jahren in der Industrie mehr als umfangreich. Sein erster Meilenstein mag jedoch "Kaze no Tani Naushika", Nausicaä aus dem Tal der Winde, gewesen sein. Der Manga umfasst sieben Bände und wurde von 1982 bis 1994 in Japan veröffentlicht.

Die ersten zwei Bände, genau die ersten 16 Kapitel, wurden dann 1984 im gleichnamigen Film umgesetzt, hier noch mit dem Studio Topcraft, jedoch bereits mit Miyazaki als Director, Takahata als Producer und mit der Musik von Joe Hisaishi. Der Beginn einer Legende.

Ghiblis erstes direktes Werk 1986 ist "Tenkuo no Shiro Rapyuta", Laputa: Das Schloss im Himmel, das mit der gleichen Besetzung aufwartet und einige Zeit brauchte, um im Westen entsprechende Erfolge zu feiern.

Dieser stellte sich erst 2003 mit der amerikanischen DVD-Veröffentlichung durch Disney ein. Disney hält dabei die meisten Rechte an den Ghibli-Filmen in Amerika.

Doch Miyazaki machte während dessen fröhlich weiter. Es folgen:

und


Ebenso lieferte er die Drehbücher zu

  • 'Pom Poko' (1994)
  • 'Arrietty - Die wundersame Welt der Borger' (2010)
  • Mononokeund dem bald kommenden 'Kokurikozaka Kara' (2011)

sowie das Konzept zu

  • 'Die Chroniken von Erdsee' (2006).

Ebenso war er Co-Produzent bei

  • 'Only Yesterday' (1991),

und war ebenso an

  • 'Stimme des Herzens - Whisper of the Heart' (1995)

beteiligt.

In den Jahren 2001 bis 2010 produzierte er weiterhin eine hohe Anzahl von Kurzfilmen für das Ghibli Museum.

AriettySein Stil und seine Themen
Miyazakis Werke sind fließend. Seine Figuren werden eins mit dem Hintergrund. Nicht im Sinne, das sie darin verschwinden, sondern sie verschmelzen mit diesem und bilden ein vollständiges Ganzes.
Die Bewegungen der Figuren sind menschlich, nachempfindbar. Der Zuschauer wird ein Teil der Geschichte, wird hineingezogen.

Viel trägt dazu auch der Geschichtenaufbau an sich bei. Miyazaki zeichnet keine Welt, die sich in Gut und Böse, Schwarz und Weiß teilen lässt. Natürlich gibt es in seinen Geschichten auch schlechte Figuren. Doch zeichnen sich diese durch eine Koexistenz mit den guten Charakteren aus, ebenso geht es nicht alleine darum, das Böse zu besiegen, sondern darum, aufrichtig zu Handeln.

Porco RossoDabei immer wiederkehrende Themen sind Fragen der Umwelt und deren Vernichtung/Ausbeutung, der Wunsch nach Frieden und die Vermeidung von Krieg, sowie die starke Rolle der Frau, wie schon einmal bei 'Prinzessin Mononoke' angesprochen.

Aber auch das Flugzeug, oder auch der Mensch im Flug begriffen, ist ein oft gewähltes Motiv, das in vielen Filmen eine mehr oder auch weniger starke Rolle spielt.
"I guess my feeling is that we humans both are able to subsist on this planet Earth and are stuck here because of gravity. So my feeling is that what flight expresses is a liberation from that gravity, so for me really, flight is a form of liberation."

Hayao MiyazakiSein Ich
Miyazaki ist eine Präsenz, er hinterlässt Eindruck, er ist seine Filme. Er liebt sie, lässt sie wachsen und gedeihen. Lässt sie entstehen, während sie produziert werden, lässt sie reifen und am Ende lässt er sie etwas Besonderes werden.

Miyazaki beeinflusst seine Zuschauer, so wie wie es auch Disney tut, jedoch auf eine andere Art und Weise. Disney gibt uns eine Welt der Retter und Ritter, der Bösewichte, der genauen Grenzen. Miyazaki zeichnet uns das Gegenteil. Er gibt uns eine Welt, eine Kopie unserer Welt, verzerrt durch den animatorischen Blick, manchmal schon fast unkenntlich. Er löst das Schwarz-Weiß-Bild auf, verwischt die Grenzen und stellt auf seine Weise Retter und Ritter in Frage.

Dennoch winkt bei beiden am Ende ein Happy-End, doch fühlt sich Miyazakis realer an als Disneys.

Weiterhin ist es der Geist Miyazakis, der fasziniert und die unglaublichsten Szenen kreiert. Früher noch kontrollierte er jeden einzelnen Frame genau, was ihm nun im hohen Alter leider in dem Maße nicht mehr möglich ist. Jedoch sind die Werke, die Szenen, die Farben, die Szenarien, die Welten, die Figuren seinem Kopf, seinem Geist entsprungen. Er ist ihr Schöpfer und sie könnten vielfältiger, farbenfroher, verrückter und unglaublicher nicht sein.

Kiki Aber auch nicht ernster, nachdenklicher, passender, hintergründiger, tiefer.

Seine Welt wirkt plastisch, seine Gedanken gehen noch einen Schritt weiter. Dass er damit andere Menschen inspiriert und sie beeinflusst, ist kein Wunder. Von denen, die seine Filme sehen und inspiriert werden, ihren Weg im Schreiben, Zeichnen oder auch Produzieren zu suchen, einmal abgesehen, gibt es auch jene in der Animationswelt, für die Miyazaki schon fast ein Demi-Gott ist.
Docter: "We're sort of trained [here in the U.S.] that the way to keep an audience is to keep dangling the carrot 'What's going to happen next?' It's all about plot and keeping things moving forward and what [Miyazaki] does is to take these real observed truthful moments. A lot of time nothing's happening next, it's just right now how does this little kid behave, look at the way the water just ripples down and drops, just beautifully observed little moments of truth that you just recognize and respond to and we just try to put some moments like that into this film."
Rivera: "Not a day goes by that a Miyazaki film doesn't come up in conversation. What we love about those films is that they just breathe. So many films, especially animated films don't. It's just boom-boom-boom-boom. But we wanted this to breath a little bit. To somehow channel that charm that grace that those films have."

Auch Glen Kean, bekannt für seine Charakter-Animation u.a. in 'Arielle', 'Aladdin', 'Tarzan' und aktuell 'Rapunzel', kann sich Miyazaki nicht entziehen:
" I was just in awe of Miyazaki's work, and have emulated his sensitivity, his approach to staging. "
(Glen Kean , 24. 10. 2010)
Ghhiro (Umgebung)

Und am Ende können wir nur hoffen, dass sein Geist, sein Schaffen noch lange nicht am Ende ist.

In zwei Wochen: Einflussreiche Persönlichkeiten Teil 2 – Osamu Tezuka
 

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