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Englisch lesen mit Untertiteln? - Hilfe per Apps

Englisch lesen mit UntertitelnEnglisch lesen mit Untertiteln?
Hilfe per Apps

An deutsche und englische Untertitel im Film und bei Serien haben wir uns inzwischen gewöhnt. Nur so es wird für viele Liebhaber möglich, rarere Schätze überhaupt zu verstehen. Wie sieht es eigentlich im Zeitalter der digitalen Medien mit der literarischen Untertitelung aus?

Gibt’s das?


Das gibt’s, und auch wenn die Techniken etwas anders funktionieren als beim Film, sind hier in den letzten Jahren große Fortschritte gemacht worden. Allerdings ist eine perfekte Übersetzungserleichterung noch nicht da. Aber ich werde einige fast perfekte vorstellen. Eins sei vorausgeschickt – der Artikel, der eine mühsame und experimentierwütige  zweijährige Erfahrung zusammenstellt, richtet sich an Leute, die Grundkenntnisse im Englischen haben und gern digital lesen. Denn ohne Grundkenntnisse reichen die heutigen Mittel der Übersetzungshilfen nicht aus. Und natürlich kann man nur in der digitalen Welt Wörter und Zeilen interaktiv machen, also ihnen Übersetzungen beigesellen. Obwohl – manch einem leidenschaftlichen Papierleser dürften die letzten empfohlenen Apps garantiert auch gefallen, denn sie sind schneller, umfangreicher und leichter als jedes Wörterbuch aus Papier.

Am einfachsten lassen sich englische Texte mit Hilfe von e-book-Readern übersetzen. Viele Besitzer ahnen nicht, was alles in ihren Geräten schlummert. Da der Kindle die Konkurrenz fast verdrängt hat, sind epub-Lesegeräte kaum noch erhältlich. Deren Vorteil war, dass sie schon vorinstallierte interaktive Wörterbücher besaßen.

Sprich – man konnte etwa in meinem Sony-reader ein englisches Buch jeder Art laden, und dann, wenn man in den Werkeinstellungen das vorinstallierte englisch-deutsche Wörterbuch aktivierte, (man muss es meist im Menü gegen das geladene deutsche Wörterbuch austauschen), konnte man loslegen. Ein Wort nicht parat? Mit dem Finger antippen, und die Übersetzung ploppt als Untertitel auf. Funktioniert beim Sony sensationiell.

Aber keine Sorge, für Kindle-Nutzer ist das auch möglich. Einziger Unterschied – der Kindle besitzt solch ein integriertes Wörterbuch nicht. Man kann es sich für wenig Geld – 1-3 Euro -herunterladen.

Wenn man ein digitales Englisch-Deutsch-Wörterbuch mit dem Kindle einkauft, sollte man darauf achten, dass bei Amazon die Kompatiblität als Übersetzungshilfe angegeben ist. Die meisten Wörterbücher können das, viele wurden sogar genau dafür konzipiert. Nachdem man das Wörterbuch auf den Kindle geladen hat, geht man in den Einstellungen auf GERÄTEOPTIONEN. Dort wählt man SPRACHE und WÖRTERBÜCHER.  Dort gibt es die Funktion  „Für jede Sprache ein Wörterbuch festlegen“. Runtergeladenes Wörterbuch antippen, fertig. Jetzt kann man in jedem englischen ebook durch Antippen der Wörter sekundenschnell ihre Übersetzung bekommen.

Hierbei sollte man allerdings auch auf die Qualität des Wörterbuchs achten. Manche listen Übersetzungen wie Kraut und Rüben auf. Sinnvoll ist, mit der geläufigsten zu beginnen. Es ist wenig erfreulich, bei „lot“ als erste Übersetzung „Los“ oder „Grundstück“ angezeigt zu bekommen, in 9 von 10 Fällen wird es sich um die „Menge“ handeln. Das beste Wörterbuch in dieser Hinsicht ist nach meiner Erfahrung das spottbillige „babelpoint“. Einziger Nachteil – da es sehr umfangreich ist, braucht es bei älteren Geräten eher 3-4 Sekunden als eine, um nach Berührung des Worts die Übersetzung anzuzeigen.

Wer mehrere Wörterbücher ausprobiert, hat dadurch keine Nachteile – im kindle ist nämlich eine hochinteressante  Funktion verborgen, die ich erst nach und nach entdeckte. Weiß das voreingestellte Wörterbuch die Übersetzung nicht, durchsucht die Software automatisch die anderen, auch wenn sie nicht voreingestellt sind (runterlageladen müssen sie natürlich sein).

Seit kurzer Zeit besitzen viele amazon-ebooks auch eine neue Funktion, die einer echten Untertitelung nahekommen soll. Die Funktion heißt Word Wise, mit der fast alle englischen elektronischen Kindle-Bücher bei amazon seit 2015 ausgestattet sind. Auf Wunsch (unten rechts aud dem Reader anklicken) werden dann alle Wörter, die über den Grundwortschatz hinausgehen, übertitelt. Die Idee ist hübsch, aber im Grunde sinnlos. Zu viele Probleme. Zum einen sind die Wörter so klein (sie müssen ja zwischen die Zeilen passen), dass die Augen bald wehtun. Zweitens: Man kann zwar den Schwierigkeitsgrad in mehreren Stufen einstellen, doch jeder Leser hat einen unterschiedlichen Wissensstand. Andauerndes Auftauchen von Erklärungen, die man schon kennt, nervt. Zumal, und jetzt kommt der Haupteinwand, die Übersetzung nicht auf Deutsch erfolgt, sondern nur eine einfache englische Umschreibung des Originalworts ist. Das kann bei Adjektiven helfen, ist aber bei Substantiven oft völlig schwachsinnig. Wenn über dem Wort „birch“  „a tree“ steht, weiß ich zwar, dass es sich um einen Baum handelt, aber die Birke muss ich raten. Also: für den Einsteiger zu kompliziert, für den Fortgeschrittenen zu einfach. Eine sensationelle Verbesserung von Word Wise wäre es, wenn es wirklich ALLE Vokabeln kennen würde, vor allem Slang-Begriffe. Doch grade da schweigt sich das Programm aus. Also – dann ist es sinnvoller, die Übersetzungsfunktion per Antippen zu benutzen.

Übrigens lassen sich alle angetippten englischen Wörter im kindle automatisch speichern, so dass man sie lernen kann, wenn man das möchte. (Vokalbetrainer-Menü aktivieren)

Schön und gut, aber wie sieht‘s auf dem Tablet / Iphon aus?  Die Kindle-App hatte bis vor kurzem keine Übersetzungsfunktion, auf Nachfrage vieler Leser ist das nun geändert worden. Das Prozedere gleicht aufs Haar dem auf dem Kindle-Reader.

Aber auch kostenlose epub-Apps lassen sich so ausrüsten, dass man mit ihnen Wörter per Antippen übersetzen kann. Die wunderbare app, die dafür sorgt, ist kostenlos und heißt „Dict Box universal“.( Kurzer Einschub – Übersetzungs-Apps gibt’s wie Sand am Meer. Mir war immer wichtig, Software zu benutzen, die nicht aufs Internet angewiesen ist, die also auch offline tadellos funktioniert. 90% aller Übersetzter-Apps brauchen Internet. ALLE folgenden erwähnten Apps sind nicht vom Netz abhängig und laufen, einmal installiert, auch offline.)

Dict Box bietet nach dem download ein Paket mit Wörterbüchern an (alle kostenlos) – davon suche man sich Englisch-Deutsch aus.

Die app hängt sich an die Copy-Funktion bei Texten. Hat man das Wörterbuch  geladen,  kanns schon losgehen. App ausmachen, Textreader anmachen. Im Text das Wort antippen, dann „Kopie“ drücken, und die Übersetzung poppt auf. Achtung: Dict box bietet auch noch jede Menge andre Informationen zum Wort, wem das zu viel des Guten ist, der das kann man im Menü abstellen, so dass nur die deutsche Übersetzung übrigbleibt.

Einige Sachen muss man dabei beachten. Dict Box, länger nicht benutzt, „vergisst“ nach ein paar Wochen die Pop-up-Funktion.   Keine Panik, einfach die app anlicken und wieder schließen, dann kann sies wieder.

Will man ebooks  so nutzen, muss man darauf achten, eine Reader-app zu finden, die die Kopier-Funktion zuläßt. Das können viele, aber nicht alle. Einige der populärsten ebook-Lese-apps streiken da, zum Beispiel cool reader. Andre funktionieren tadellos, wie Supreader, haben aber lästige Werbung. Eine optimale Lösung hab ich nicht gefunden, da sollte jeder selbst rumprobieren. Natürlich können Fortgeschrittene auch einfach ihre epub-Dateien in Kindle-Dateien umwandeln und die bücher dann mit der kindle-App lesen.

Wer Bücher beim amerikanischen riesigen Gutenberg-Projekt herunterlädt, kann sich ohnehin aussuchen, ob er das Kindle- oder epub-Format laden möchte.

Sehr interessant ist Dict box im Zusammenhang mit durchsuchbaren PDFs. Fast alle Dokumenten-Downloads bei google books und Archive.org haben solche PDFs im Angebot. Sie sind oft erkennbar an ihrer relativ geringen Datenmenge und einer sonderbaren Zähigkeit beim Navigieren; es scheint immer, als ob Bild- und Textelemente sich getrennt haben und erst wieder zusammenfügen müssen. Das ist auch der Fall. Diese kleinen, oft nur 8-20 MB enthaltenen PDFs sind wahre Wunder –sie können viel mehr als die normalen. Sie wurden so bearbeitet, dass der enthaltene Text eliminiert, interaktiviert und wieder eingefügt wurde. Tausende Pulp-Magazine und Zeitschriften sind so aufbereitet worden. Ursprünglich war die Intention, sie auf Stichworte hin durchsuchen zu können. Aber sie taugen jetzt auch hervorragend zum Übersetzen mit Dict box. Ob Amazing Story, If oder Galaxy – die einzelnen Wörter dieser PDFs lassen sich dank dieser Funktion nun auch mit der Dict-Box-App mit einem Antipper auf dem Tablet übersetzen.

Ich sehe schon die langen Gesichter der eingefleischten Papierleser – aber für sie gibt es auch Apps, die konventionellen Wörterbüchern weit überlegen sind. Die beiden besten sind QuickDic und Linguee. bei beiden tippt man - wie bei google - das gesuchte Fremdwort in eine Maske ein. Und bei beiden installiert man wieder kostenlos Wörterbuch-Pakete. Beide operieren mit einer Synchron-Übersetzungstechnik, das heißt, es gibt Null Wartezeit. Während des Eintippens fängt die app schon an zu übersetzen, eliminiert immer mehr Quellen, je länger das getippte Wort wird. Wenn Sie fertiggetippt haben, ist das Wort übersetzt. Meist genügen schon ersten getippten Buchstaben für die Übersetzung. Es genügt „educa“ einzugeben, um zu erfahren , das alle so beginnenden Worte etwas mit Erziehung/Bildung zu tun haben.

Wer nur hin und wieder ein Wort im Buch nicht versteht, kann mit diesen Apps blitzschnell und ungefähr dreimal so schnell (ich habs gestoppt) Wörter nachschlagen wie mit einem herkömmlichen Wörterbuch. Die apps sind sogar schneller als google, da sie nicht aufs Internet angewiesen sind. Quickdick ist am schnellsten, Linguee bracht beim ersten Aufrufen ca. 15 Sekunden zum „Warmwerden“, weiß aber mehr.   

Für mich waren diese Neuerungen eine Revolution; von einem mäßigen bis schlechten Englisch-Leser habe ich mich innerhalb eines Jahres zu einen Englisch-Buch-Vielfraß entwickelt, der die Lektüre nun wirklich enspannt genießt und nun auch typische Krimi-Wörter wie picklock oder perjury nicht mehr nachschlagen muß.

Und übrigens - all diese oben gesagten Dinge gelten natürlich auch für andere Weltsprachen, solange sie auf dem lateinischen Alphabet beruhen. Spanisch, französisch, italienisch, portugiesisch - kein Problem.

Kommentare  

#1 ebooki 2019-03-09 17:24
You insult readers by claiming in any other case.
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#2 Loxagon 2019-03-09 23:53
Klingt ... seltsam.

Ich zB würde total gerne "The War of Light & Shadow" von Janny Wurts im Original lesen. Der Grund ist simpel: Bastei hat einfach so nach einigen Bänden (die natürlich vor lauter Geldgier mal eben bei uns halbiert wurden) den Stecker gezogen. Natürlich möchte man wissen, wie alles weitergeht und dann auch endet (wobei: das Ende ist derzeit in Arbeit)

Dummerweise ist das ganze verdammt schwere Kost und schon auf Seite 1 habe ich um die 15 Worte gehabt, die ich nicht kenne ... wobei ich sagen muss: wenn man es einmal alles versteht, liest es sich besser, als die sperrige Übersetzung, die in Band 1 (bei uns 1 + 2!) ziemlich mies war und stellenweise so sperrig wie das Silmarillion. Ab Band 3 wurde es dann viel besser. Aber: die sperrige Übersetzung dürfte massig Leser gekostet haben. Und ich habe nur durchgehalten, weil mir klar war: es liegt NUR an der Übelsetzung. Denn "Die Kelewan-Saga" von der Autorin war um Welten besser und tadaaa: ab Band 3 (alias 2) beim Nebelgeist wurde es deutlich besser.

Aber dennoch, davon auch nur Kapitel 1 lesen zu können bin ich sehr weit entfernt.

Und nur Worte nachschlagen? Ne, danke. Wenn will man sie ja auch lernen. Denn die meisten Worte kommen ja eh mehrfach vor ...

Es gibt wohl scheinbar keine wirklich "einfache" Methode fürs Vokabellernen, außer dem total öden Auswendiglernen, was aber eben exakt NULL Spaß macht und daher ... hänge ich immer noch bei Seite 1. Vielleicht hat ja jemand eine Idee?
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