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Geliebte Spionin - Unfreiwillig im Fadenkreuz

Geliebte Spionin

Unfreiwillig im Fadenkreuz

 

Insbesondere in den USA genießt der Komiker Bob Hope (1903-2003) auch gut zwanzig Jahre nach seinem Tod noch einen exzellenten Ruf. Sieben Jahrzehnte stand der Star vor Kameras, moderierte etliche Male die Oscar-Verleihung und blieb bis zu seinem biblischen Alter von 100 Jahren ein Publikumsliebling. Einer seiner großen Schwarz-Weiß-Klassiker, die Agentenfilmparodie „Geliebte Spionin“, ist nun erstmals bei OneGate auf DVD erschienen.

Erste große Publikums- und Kritikererfolge konnte Bob Hope ab den späten 1930er Jahre für sich verbuchen. „Erbschaft um Mitternacht“ (im Original: The Cat and the Canary) aus dem Jahr 1939 gilt auch heute noch als exzellente Gruselfilmparodie, in der Bob Hope an der Seite von Paulette Goddard unter der Regie von Elliott Nugent die Hauptrolle bekleidete. Kurz darauf entstand mit „Road to Singapore“ der erste Film einer ganzen Reihe von Komödien, die Hope gemeinsam mit dem Sänger Bing Crosby und der Schönheit Dorothy Lamour realisierte. Sechs solcher „Der Weg nach…“-Filme entstanden bis ins Jahr 1962, die neueren von ihnen sind in den letzten Jahrzehnten auch immer mal wieder im Fernsehen ausgestrahlt worden. Mit „The Ghost Breakers“ unternahm Bob Hope 1940 einen weiteren Ausflug ins Gruselfilmgenre, bevor er 1942 unter der Regie von Sidney Lanfield seine Version einer Agentenfilmparodie realisierte, „Geliebte Spionin“. Da der Komiker mit seinen Genreparodien so erfolgreich war, blieb er diesem Metier auch in den kommenden Jahren noch treu. Am besten in Erinnerung geblieben sind dabei sicherlich seine Westernpersiflage „Sein Engel mit den zwei Pistolen“ an der Seite von Sexbombe Jane Russell oder „Das Korsarenschiff“ von David Butler aus dem Jahr 1944, in dem sich Hope und seine Leinwandpartnerin Virginia Mayo über die Swashbuckler-Filme eines Errol Flynn lustig machten.

Larry Haines (Bob Hope) ist ein eher mäßig erfolgreicher Varietékünstler, der zusammen mit dem dressierten Pinguin Percy auftritt. Das Tier hat gerade einen lukrativen Filmvertrag erhalten, Larry hingegen soll lediglich als sein Dompteur engagiert werden. Doch das Leben des Künstlers steht ohnehin von einem auf den anderen Tag Kopf, nachdem die britische Agentin Karen Bentley (Madeleine Carroll) mir nichts dir nichts in seine Garderobe geplatzt ist. Karen wird von feindlichen Agenten verfolgt, die bereits etliche Leichen hinterlassen haben, um in den Besitz geheimer Daten zu gelangen, die Karen an ihren Boss überbringen soll. Stephanie Runick (Gale Sondergaard) und Dr. Hugo Streger (George Zucco) scheuen vor keiner Grausamkeit zurück, um Karen die Informationen abzujagen. Mit Larry glaubt die Agentin den Richtigen gefunden zu haben, um die weitere Reise von der Ost- an die Westküste der USA inkognito fortsetzen zu können. Doch Runick und Streger lassen sich nicht so leicht aus dem Konzept bringen und versuchen auch im Zug, an die Geheimdokumente zu gelangen. Larrys Unbedarftheit und seine generelle Schusseligkeit tragen ebenfalls dazu bei, dass die Reise alles andere als planmäßig verläuft. Unterwegs ist das unfreiwillige Duo gezwungen, in weitere Verkleidungen zu schlüpfen, um den kompromittierenden Situationen zu entkommen.

„Geliebte Spionin“ ist eine wirklich geglückte Spionagekomödie mit unzähligen amüsanten Gags, die vor allem von Bob Hope und Madeleine Carroll in unnachahmlich komischer Weise dargeboten werden. Eine gute alte Hollywoodkomödie, die von Sidney Lanfield noch richtig überzeugend auf Touren gebracht wurde und wie geschmiert läuft. Ohne Durchhänger flott und mit originellen Ideen inszeniert. Dass man vom Geschehen auch heute noch gefesselt wird, liegt an einem guten Drehbuch, das den Gags ihren Nährboden liefert. Die DVD-Erstveröffentlichung (von einem deutschen Master) bietet ein ganz gutes Bild (im Vollbildformat 1,33:1) und einen stets gut verständlichen Ton (Deutsch und Englisch in Dolby Digital 2.0 Stereo). Die deutsche Synchronfassung entstand 1980 für die erste Fernsehausstrahlung des Films, der hierzulande nicht in den Kinos gezeigt wurde. Für die deutschen Dialoge und die Synchronregie zeichnete der Kabarettist Klaus Havenstein verantwortlich, als Sprecher von Bob Hope ist Hans-Werner Bussinger zu hören. Auf die Beigabe von Bonusmaterial hat man bei der Veröffentlichung verzichtet.

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