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Kampf unter Bauern - »Die Wasser der Hügel«

Die Wasser der HügelKampf unter Bauern
»Die Wasser der Hügel«

Der französische Schriftsteller, Dramatiker und Regisseur Marcel Pagnol (1895-1974) ist insbesondere durch seine autobiografische Romantrilogie „Eine Kindheit in der Provence“ bekannt. 1990 verfilmte Yves Robert die ersten beiden Teile als „Der Ruhm meines Vaters“ und „Das Schloss meiner Mutter“. Schon vier Jahre zuvor hatte sich Claude Berri eines anderen, zweiteiligen Romans von Pagnol angenommen: „Die Wasser der Hügel“.

Die Wasser der Hügel„L’Eau des collines“ erschien erstmals 1963 als Roman in zwei Teilen. Deswegen war es durchaus naheliegend, auch die Adaption desselben in zwei Teilen in Angriff zu nehmen. 1985 verfilmte Claude Berri („Am Rande der Nacht“, „Germinal“) die beiden Bände unter den jeweiligen Titeln „Jean Florette“ und „Manons Rache“, die dann ab September respektive November 1987 auch hierzulande in den Kinos ausgewertet wurden. Für die Hauptrollen konnte Berri seinerzeit den französischen Altstar Yves Montand („Lohn der Angst“) und die Nachwuchsschauspieler Gérard Depardieu („Wahl der Waffen“, „Danton“), Daniel Auteuil („Der Filou“, „Kleiner Spinner“) sowie Emmanuelle Béart („Der Filou“, „Verbotene Liebe“) gewinnen, die die beiden Filme mit jeweils rund 7 Millionen Besuchern zu den meistgesehenen französischen Filmen der 1970er und 1980er Jahre machten.

Die Wasser der Hügel„Papet“ (Yves Montand) besitzt ein kleines Gut in einem Dorf in der Provence. Sein einziger Erbe ist sein Neffe Ugolin (Daniel Auteuil), dem er ein Leben in Reichtum an der Seite einer ihn liebenden Frau wünscht. Für Ugolins Nelkenzucht bräuchte es ein Grundstück in der Nähe einer Quelle. Beim Nachbarn gibt es eine solche Quelle, doch von deren Existenz wissen nur noch die ganz Alten im Dorf. Als Jean de Florette (Gérard Depardieu) mit seiner Frau (Elisabeth Depardieu) und seiner kleinen Tochter Manon (Ernestine Mazurowna) das Grundstück erbt, wollen Papet und Ugolin dafür sorgen, dass die neuen Besitzer möglichst rasch wieder das Weite suchen, damit sie sich deren Besitz selbst günstig unter den Nagel reißen können. Es kommt zu einem subtilen Kampf zwischen den Bauern, der in einer Katastrophe endet. „Manons Rache“ ist zehn Jahre nach dem ersten Film angesiedelt und erzählt, wie es der Titel schon nahelegt, von den Bestrebungen der nun erwachsenen Manon (Emmanuelle Béart), das Unrecht von einst zu sühnen und die Schuldigen ihrer gerechten Strafe zuzuführen. Auch jetzt ist es wieder das „Wasser der Hügel“, das in der Dorfgemeinschaft für Aufsehen sorgt, nur, dass dieses Mal Manon nicht zu den Leidtragenden gehört, sondern das bessere Blatt in Händen hält.

Die Wasser der HügelEine ruhig und in faszinierenden Landschaften inszenierte Romanadaption, die von der Gier und der Berechnung der Menschen erzählt. Der naive Neureiche, der sich in Aufbruchsstimmung befindet, wird dabei mit dem verschlagenen und im wahrsten Sinne des Wortes über Leichen gehenden Altbauern aneinandergeraten, ohne dass sich die beiden allzu oft begegnen. Dazwischen steht die von Daniel Auteuil überragend interpretierte Figur eines Ahnungslosen, der skrupellos eingespannt wird. Großes Schauspielerkino und überzeugende Literaturverfilmung gleichermaßen, die im zweiten Teil eine würdige, nicht minder faszinierende Fortsetzung erfahren hat. Die BluRay-Erstveröffentlichung der beiden Filme wartet mit einem sehr guten Bild (im Widescreen-Format 2,35:1) auf, das beim ersten Film noch schärfer und detailreicher als beim zweiten ausgefallen ist. Auch der Ton (Deutsch und Französisch im DTS HD Master Audio 2.0 Stereo) ist nicht zu beanstanden. Als Extras gibt es zu den beiden Filmen jeweils den französischen Originalkinotrailer mit auf der Scheibe.

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