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Der Major auf dem hohen Ross - DC-Geschichte (Teil 1)

Heldenhaft - Die DC-KolumneDer Major auf dem hohen Ross
DC-Geschichte
Teil 1

75 äußerst ereignisreiche DC-Jahre in einem einzigen Artikel abzuhandeln, wäre wohl nicht ganz angemessen. Deshalb machen wir das einfach häppchenweise, ja?

Die Geschichte dessen, was heute als DC Comics firmiert (und der Verlags-Arm der DC Entertainment Inc. ist, die ihrerseits eine Tochtergesellschaft der Warner Bros. ist, welche letztlich Time Warner gehört), begann mitten in der Great Depression der 30er-Jahre des letzten Jahrhunderts.


Privatbestand der Wheeler-Nicholson FamilieDer auch zuvor schon höchst umtriebige Malcolm Wheeler-Nicholson (1890-1968) war Kavallerie-Veteran des ersten Weltkriegs, auf diplomatischer Mission in der ganzen Welt unterwegs gewesen, wegen Kritik an den Zuständen in der Army, speziell der Eigenwilligkeit so mancher Offiziere, zwischenzeitlich vor einem Kriegsgericht gelandet.

Er kam offenbar glimpflich davon, verlängerte hernach eine Art militärakademisches Fortbildungs-Exil in Europa. Seine aktive Militärlaufbahn fand 1923 dennoch ein Ende und er wurde ... Pulp-Autor mit zahlreichen militärischen und historischen Abenteuer-Stories in den Schundheften jener Zeit. Der Schritt hatte eine gewisse Logik in sich, war er schon während seiner Armeezugehörigkeit als Autor von militärischen Sachbüchern in Erscheinung getreten. Tja, so war das damals, in den wilden späten 20ern und frühen 30ern ...

Coverstory der ARGOSY vom 5. Juli 1930Nebenher erstellte er unter anderem (er als Autor, in Zusammenarbeit mit Zeichnern, die er teilweise als Illustratoren der Pulps kennengelernt hatte) in Form von Comic-Strips Adaptionen von Klassikern wie „Ivanhoe“ oder R. L. Stevensons „Schatzinsel“. Um diese Comic-Strips besser an Zeitungen und Magazine lizenzieren zu können, gründete er seine eigene Syndication-Firma Wheeler-Nicholson, Inc.
Er war nicht nur durch und durch Soldat, sondern auch durch und durch Autor, der höchst fasziniert von Comics war, und dieses Medium visionär als gänzlich neue und höchst effektive Art des Erzählens von Geschichten betrachtete, durchaus auch die Tauglichkeit des Mediums als pädagogisches Instrument erkannte.

In der großen Wirtschaftskrise ab dem Börsen-Crash 1929, die ihn mit seiner jungen Familie von Europa in die Staaten zurück zwang, versuchte er auch anderer Leute Strips in seine Syndication zu bekommen. Zu jener Zeit kamen die ersten „echten“ Comics auf, die damals noch lediglich Nachdruck-Sammlungen von zumeist Zeitungsstrips darstellten, aber kaum je neues Material beinhielten. Diese Comics waren billig herzustellen, konnten billig verkauft werden, und waren trotz oder vielleicht gerade wegen der Krise und ihres lächerlichen Preises sehr erfolgreich.
Hätter er Strips anderer Leute in seine Syndication aufnehmen können, hätte er selbst ebenfalls solche Comics auf den Markt bringen können, quasi im Syndication-Selbstverlag.
Zu seinem Leidwesen aber musste er feststellen, dass alles Existierende rechtlich schon an andere Syndications vergeben war, und so kam er in seiner Not auf gleich mehrere grenzgeniale Ideen.

Er entschied sich, nicht die Syndikations-Rechte an Strips zu erwerben, sondern einfach selbst direkt Comics in Auftrag zu geben. Eine Vorgangsweise, die sehr revolutionär war, da üblicherweise Comic-Schaffende (sofern sie sich nicht schon zigfach als erfolgreich erwiesen hatten) bittstellend an Verlage heranzutreten pflegten, statt andersrum. Ende 1934 gründete er guten Mutes seinen eigenen Verlag National Allied Publications.

Im Februar 1935 (Coverdatum) war es dann schließlich so weit. Das heute als erstes „DC Comic“ betrachtete Heft wurde veröffentlicht. (Obwohl das Unternehmen offiziell noch Jahrzehnte nicht DC Comics heißen sollte.)

Wheeler-Nicholson hatte den Markt genau beobachtet, vereinzelt hatte es unter der überschaubaren Menge bisheriger Comics Versuche gegeben, durch Übergröße gegenüber der Konkurrenz am Kiosk im wahrsten Sinne des Wortes „herauszuragen“. Als militärisch gedrillter Herr (er hatte es bis zum Major gebracht) dachte er sich wohl, das Beste sei, die Konkurrenz quasi „aus dem Orbit zu bombardieren“, um heutige Diktion zu bemühen.

New Fun Ausgabe 1Waren manche andere Comics ein klein wenig größer als die Konkurrenz, stellte er sie alle in den Schatten, indem er ein Comic im bis dahin noch nicht dagewesenen Format 25,5 x 38 cm mit stabilerem Karton-Cover an die Kioske brachte. Band 1 in knallroter Signalfarbe gefasst obendrein.
Das Produkt nannte sich: New Fun - The BIG Comic Magazine

Den Inhalt bildeten 15 Einseiter-Geschichten mit zumeist offenem Ende, eben um in Strip-Manier im nächsten Heft fortgesetzt zu werden, außerdem einige kurze auf Kinder zugeschnittene „populärwissenschaftliche“ Artikel. Comics mit gänzlich verschiedenen Helden aus gänzlich verschiedenen Genres. Jeder dieser Helden war absolut neu dafür geschaffen worden.

Das wahrscheinlich Schwerwiegendste war aber, dass er als erster Comicverleger überhaupt auf die Idee gekommen war Anzeigenakquise zu betreiben! Was seine neue Firma von Tag 1 weg auf wesentlich solidere Beine stellte, und ihm auch ermöglichte, trotz anfangs höherer Herstellungskosten seines Formates im Vergleich zur Konkurrenz, den gleichen, üblichen Preis von 10 Cent zu fahren.

... und wie sich gleich an den Verkaufszahlen von Band 1 zeigte, waren diese solideren Beine auch bitter nötig. War das Produkt in der Theorie genial beschaffen, spielten dummerweise Vertriebe und Kioskbetreiber nicht in dem Ausmaß mit, wie Wheeler-Nicholson sich das vorgestellt hatte.

Das große Bedenken besagter Parteien war eben genau der Umstand, dass es sich nicht um Nachdrucke handelte. Dass es komplett Neues war, dass National Allied Publications den Leuten da zumutete. Wer konnte schon wissen, ob die Kundschaft an all diesen neuen Strips überhaupt Interesse hatte? Zumal damals Comic „als Selbstzweck“ noch ganz allgemein ein recht neues Produkt war. Und zur Erinnerung: damals lag die Arbeitslosenquote bei annähernd 25 Prozent. Es mag nahe gelegen haben, zumindest den Kindern eine gewisse Freude bereiten zu wollen, aber selbst dieser Wunsch ging wohl bei nicht wenigen Eltern jener Zeit nicht hin bis zu derartiger Experimentierfreude.

Die Remittendenquote dürfte folglich deprimierend gewesen sein. Die Zahlen in den ersten paar Monaten wohl fast so rot, wie die Rahmenfarbe des Covers von Band 1. Aber noch hatte er Kapital, noch schaffte er es, ausnahmslos neuen Content in die Ausgaben zu bringen. Ein Umstand, den man sich vergegenwärtigen muss: der Major war der erste Comicverleger, der zu 100% neue Comics im Erstdruck veröffentlichte!

Urheberschaft sowohl der Geschichten als auch der Zeichnungen in jener Zeit ist heute teils nur schwer zu bestimmen. Pseudonyme waren allgegenwärtig, viele davon einmal benutzt und nie wieder. Einige Comic-Forscher schließen nicht aus, dass er in seiner Not Geld für so manchen Autor eingespart hat, indem er selbst die eine oder andere dieser Comic-Stories schrieb, wenngleich unter seinem echten Namen erst etwas später Beiträge aufzutauchen begannen. Er musste aus budgetären Gründen sehr bald seinen Redakteur entlassenen und betreute ab Band 5 somit auch die Redaktionsagenden selbst.

Mittlerweile schienen sich die Verkaufszahlen zu stabilisieren. Zwar immer noch nicht annähernd dort, wo sie sein sollten, aber eine Fortführung zumindest irgendwie ermöglichend. Die Zweifler schienen das neue Format quälend langsam anzunehmen, die Leser schienen die neuen Helden quälend langsam anzunehmen.

Und wie so oft im Leben stellte sich heraus: Die Fleißigen haben das Glück auf ihrer Seite.
Denn bereits in Band 5 brachte er die ersten zwei Geschichten überhaupt von Jerry Siegel und Joe Shuster, die beim Publikum sehr gut ankamen. (Das konnte er wissen, da es von Anfang an eine Leserseite gab - ihres Zeichens erste überhaupt in einem Comic und wohl auch konzeptionelles „Erbe“ seiner Pulp-Zeit.)

Doctor OccultJa genau, Siegel & Shuster, die selben zwei blutjungen Herren aus Cleveland, denen ein paar Jahre später mit Superman der Wurf aller Würfe gelingen sollte. Eine dieser beiden Geschichten war der Erstauftritt von Doctor Occult, einer Art Privatdetektiv des Okkulten, Dank mystischem Amulett mit übersinnlichen Kräften.

Die Figur blieb dem Titel bis Band 32 treu. Die andere war die unter Pseudonymen gebrachte Mantel-und-Degen-Abenteuermär Henri Duval.
Mit Band 8 wurde die Reihe in More Fun Comics umbenannt.

Wohl in gewissem Übermut meinte National Allied Publications nun, nicht zaghaft sein zu dürfen, nachlegen zu müssen. Und der Verleger entschloss sich, obwohl er schon für seinen einen Titel die Veröffentlichungstermine öfter als nicht verfehlte, einen zweiten Titel zu verlegen.

Ein frühes Adventure Comics Heft mit SandmanDieser zweite Titel begann unter dem schlichten Namen New Comics, und kam nicht mehr in diesem Überformat daher, sondern schon ziemlich in dem Format, das dann Standard für das Goldene Zeitalter der Comics werden würde, nämlich eine Spur breiter und höher als heutige US-Comics.

Ursprünglich für Humoristisches gedacht, wurden die Geschichten bald abenteuerlicher, schließlich zu Superhelden-Geschichten.

HourmanDie Reihe wurde folglich zweimal umgetauft, hieß ab Band 32 einfach nur Adventure Comics. Und als solche lief sie immerhin bis September 1983 (Coverdatum) und Band 503. In den frühen Jahren hatten dort so berühmte Golden Age-Superhelden wie Sandman, Starman oder Hourman ihren Erstauftritt.

Aber zu Anfang machte dieser zweite Titel finanziell nur alles noch schlimmer. Wheeler-Nicholson verschuldete sich zusehends. Nicht nur seine Firma bei Lieferanten, Druckereien, Vertrieben, sondern auch er selbst schlitterte weiter und weiter Richtung Privatkonkurs. Doch er ging das Risiko ein.

Batmans Erstauftritt in Detective ComicsBatmans Erstauftritt in Detective ComicsFest steht, dass Macolm Wheeler-Nicholson unumstößlich an das Medium Comic glaubte, was ihn dazu trieb, sogar einen dritten Titel zu konzipieren!

Ursprünglich war dessen erster Band für Dezember 1936 angekündigt, konnte aber erst mit März 1937 (Coverdatum) erscheinen.

Es handelte sich um nichts Geringeres als: Detective Comics.

Jene später unfassbar erfolgreiche Reihe, in deren Band 27 im Mai 1939 (Coverdatum) Bob Kane seinen The Batman dessen Erstauftritt absolvieren lassen durfte.

Action Comics war durch Superman sofort ein HitNur ... der visionäre, umtriebige Major erlebte Batmans Debüt nicht mehr. Auch nicht das noch davor, im Juni 1938 (Coverdatum) erschienene erste Heft von Action Comics, das den größten und ersten echten Superheld auf die Welt los ließ: Superman!

Wohlgemerkt: Wheeler-Nicholson erfreute sich bester Gesundheit. Und tat dies recht rüstig bis zu seinem Ableben 1968. Er erlebte es bloß in seiner eigenen Firma nicht mehr, da er im Zuge der Umsetzung von Detective Comics durch Schulden bei Harry Donenfeld, einem Druckerei-Besitzer und Vertreiber seiner Comics, derart tief in der Kreide stand, dass er Donenfeld selbst und auch dessen rechte Hand und Buchhalter Jack S. Liebowitz zu Miteigentümern einer neuen Firma machen musste. Jene war eigens für Detective Comics gegründet worden, nur um 1938 den Major aus jener Firma juristisch-durchtrieben rauskicken zu können. Der Hintergedanke jener beiden Herren war wohl, die Schulden der National Allied Publications auf die Detective Comics, Inc. zu verfrachten und diese dann „geordnet“ in Konkurs gehen zu lassen.

Donenfeld war eher als Geldgeber zu verstehen, der sich aus dem administrativen Tagesgeschäft großteils raushielt. Über besagten Buchhalter, der DC noch Jahrzehnte in Spitzenposition erhalten blieb, habe ich einmal irgendwo die sinngemäße Aussage gelesen: „Ein Buchhalter, dessen Ärmelschoner seine Hemden eher vor den Blutspritzern der Leichen schützen sollten, über die er geschäftlich zu gehen pflegte, statt vor Tinte und Staub.“  

Flugs nach dem gezwungenen Abgang des Majors wurde dieser neuen Firma Detective Comics, Inc. - von wo sich bis heute die Initialen DC gehalten haben - dann auch des Majors urspüngliche Firma National Allied Publications einverleibt, und als neue Bezeichnung des Unternehmens wurde National Comics gewählt.
1944 schließlich wurde National Comics aus strategischen Gründen mit einigen anderen Unternehmen verschmolzen und es entstand der direkte Rechtsvorgänger des heutigen DC Comics: National Periodical Publications.Eine dieser Firmen war All-American Publications, die The Flash auf den Markt gebracht hatten, und in Ausgabe 3 (Winter 1940) ihrer Reihe "All Star Comics" mit der Justice Society of America das erste Superhelden-Team erfanden.

Justice Society - erstes Team im Golden Age Major Malcolm Wheeler-Nicholson schien seine Ausbootung emotional gut zu verkraften. Zumindest nach außen ließ er sich nichts anmerken. Vielleicht war er sich zu gut für Kleinkriege jener Art. Vielleicht hatte er einfach auch nur zur Kenntnis genommen, dass es mit seinem kaufmännischen Geschick nicht allzu weit her war. Er erfreute sich aber wohl sehr an dem dann sehr schnell folgenden Erfolg all jener Prozesse und Titel, die er selbst eingeleitet hatte. Jerry Siegel hat wiederholt gesagt, dass er dem Major mehr zu verdanken hat als irgend einer anderen Person in dem Geschäft, auch Superman hat ursprünglich noch Wheeler-Nicholson in die Finger gekriegt, wenn dessen Veröffentlichung sich auch erst knapp nach seinem Ausscheiden als durchführbar erwies.

Praktisch mit der zuschlagenden Tür hinter Wheeler-Nicholson begannen die Zahlen schwarz zu werden. Und was immer man auch vom Stil der Übernahme halten mag, vielleicht brauchte es in jenen Tagen der auslaufenden Krise und des sich abzeichnenden Weltkriegs Leute, die es wirtschaftlich verstanden über Leichen zu gehen. Der Plan, den Kahn kontrolliert absaufen zu lassen, wurde folglich sehr schnell zu den Akten gelegt -- und DC Comics gibt es heute noch, in einem Maßstab, den der Major in seinen kühnsten Träumen wohl nicht anzudenken gewagt hätte.

Der große Verdienst des Majors war sein fester und visionärer Glaube an das Medium Comic, sowie der Umstand, dass er als erfahrener Autor durchaus um die Genialität und das Erzähl-Potential all dieser von ihm veröffentlichten Golden Age-Figuren und -Superhelden wusste. Und sehr wohl auch differenzieren konnte, was von dem, das er sehr schnell auch unaufgefordert angeboten bekam, ins Kröpfchen und was ins Töpfchen gehörte. Ein Bob Kane oder Siegel & Shuster sind auch anderswo gewesen - wurden aber abgelehnt, Mal um Mal, wieder und wieder. Bis sie bei Wheeler-Nicholson „verstanden“ wurden.

Der Major hat sich übrigens nie genötigt gesehen, „Revanche-Fouls“ an Donenfeld & Liebowitz zu begehen. Warum auch? „Sein“ Verlag überflügelte zusehends alles, was da sonst so veröffentlichte zu jener Zeit. Er selbst mochte eine Schlacht verloren haben, aber die Sache hatte den Krieg gewonnen. Außerdem war ihm als kleine Abfindung für sein Ausscheiden aus National Allied Publications eine prozentuelle Gewinnbeteiligung an der Reihe More Fun Comics zugestanden worden, die wohl in recht kurzer Zeit allfällige private Verschuldungen abbauen und ins (überschaubare) Gegenteil umkehren hat können, lief diese doch fast zehn Jahre lang nach seinem Abschied noch, und zwischendurch mit den Erst- und regelmäßigen weiteren Auftritten von The Spectre und Doctor Fate überaus erfolgreich.

In späteren Jahren hat sich der Major wieder auf das Roman- und Kurzgeschichten-Schreiben besonnen, und hat weiterhin konstruktiv-kritische Artikel über die Army verfasst.

Will Eisner Hall of Fame AwardIn Anerkennung seiner Verdienste um das Medium Comic wurde er 2008 posthum in die Will Eisner Award Hall of Fame aufgenommen, wo er in so illustrer Gesellschaft ist wie etwa mit Carl Barks, Jack Kirby, Stan Lee, Charles M. Schulz, Burne Hogarth, und vielen anderen Gestalten jenes Kalibers.

Die Hinterbliebenen des Majors betreiben zu seinem Gedenken eine Website und arbeiten gerade zusammen mit einigen der anerkanntesten Comic-Historikern an einer definitiven Biographie.

Puuuh, ein eher langer Artikel wäre geschafft.
Zur Beruhigung darf ich versichern: Nächste Woche geht es natürlich nicht gleich mit so trockener Materie wie Geschichte weiter. Teil 2 der DC-Geschichte, in welchem es über das späte Golden Age und die auch „Atom Age“ genannte Nachkriegszeit sowie die verhetzende Inquisition gegen Comics gehen wird, wird wohl erst in vier Wochen erscheinen.

Dazwischen gibt es leichtere Kost, großes Ehrenwort. So etwa gleich nächstes Mal, wenn wir uns Überblick über die Gegenwart in den USA und in Deutschland verschaffen wollen, einhergehend mit ein wenig Marktanteils-Statistik.

Für Leute, die an diesen frühen Superhelden des Golden Age Interesse haben, sei darauf hingewiesen, dass es in Zukunft sicher auch den einen oder anderen Artikel zu diesen Figuren spezifisch geben wird, die DC Comics bis in heutige Zeit bereichern, wenn auch meistens etwas abseits der regulären Kontinuität.

Man liest sich!  

Kommentare  

#1 Laurin 2010-11-13 13:26
Na so trocken wars doch nicht...eher sehr interessant, denn als eher Marvel-orientierter- Comicfreund (und hier wieder eher die alten Klamotten) habe ich mich mit der Geschichte von DC eher wenig bis garnicht beschäftigt. Die früheren Superman/Batman Comics wurden von mir eher selten konsumiert (Superman war noch nie wirklich mein Fall... irgendwie zu übertrieben und zu wenig Schwächen), bis hier mehr zumeist Zweitstorys von der "Superlegion" (Superhelden der Zukunft) bzw. Storys von Supermans Heimatwelt Kripton (eher schon mehr SF mäßig) erschienen. Interessant war da auch eine Story-Serie nach dem Schema "was wäre wenn", in der sowohl ein fiktiver Sohn von Superman (halbe Kräfte) und dem fiktiven Sohn von Batman behandelt wurden.
Wie gesagt, die Mischung machts und interessant ist es allemal!
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#2 Wolfgang Trubshaw 2010-11-13 14:57
Ich bin da bezüglich der "Trockenheit" ein bisschen paranoid...

Der ganz frühe Superman war (für amerikanische Verhältnisse) fas schon linksradikal. Spätestens mit seiner Utilisierung im "War Effort" war das aber Geschichte, und in der Nachkriegszeit und den Fünfzigern wurde es reichlich albern.

Aber ab den 60ern wurde es wieder zumutbar, und in meiner persönlichen Gunst näherte er sich bis auf Sichtweite an Batman heran. (Der war phasenweise durch die Fernsehserie bedingt etwas in Richtung "Camp" gewandert, was es Supie leichter machte, sich ihm zu nähern.

So richtig kam für mich selbst der Wendepunkt der beiden in meiner Gunst erst - paradoxerweise - mit Frank Millers Dark Knight-Epos. Das war nämlich nicht bloß bahnbrechendes Batman-Material, sondern in gewisser aufs wesentliche reduzierten Weise auch eine der besten Superman-Geschichten. The Dark Knight Returns wird sicher nochmal in einem eigenen Artikel für sich beleuchtet werden.

Ich entdeckte erst Anfang 1985 einen Laden in Wien, der neue US-Comics hatte. (Die Idee, dass es spezifische Comic-Läden gab, war mir davor noch nicht gekommen. Neu gab es die halt am Kiosk, und gebraucht gab es die eben überall, wo man gebrauchte Taschenbücher, Heftromane und sonstiges herbekam.)

Ich war quasi ins Paradies gestolpert. Und kam auch zufällig schön rechtzeitig für Crisis on Infinite Earths und Byrnes Re-Boot von Superman. Das war dann schon ein ganz anderer Superman. Und obwohl nicht alles an diesem Superman mir besser gefiel als an dem "alten" aus Ehapa-Zeiten, war er unterm Strich wohl nicht wenigen Leuten wesentlich zumutbarer.

:sigh: Aber ich nehme hier schon wieder einige Artikel vorweg ...

Auch deine "was wäre wenn"-Sachen werden in einem eingehenden Elseworlds (so nannte DC diese Geschichten schlussendlich) -Artikel angesprochen werden.
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#3 Laurin 2010-11-13 19:29
Na dann freu ich mich doch mal doppelt...zumal die Ehapa-Zeiten ja schon verdammt lang her sind, aber so Sachen wie die Elsworlds blieben halt in der Erinnerung.
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#4 Noir 2010-11-13 23:35
Schöner Artikel und jede Menge Infos.
Auf der anderen Seite kenn ich mich ein wenig aus. Die Vorgeschichte von DC war mir zu grossen Teilen neu.
Freu mich schon auf weitere Artikel. Gibt es evtl. einen über die "Underdogs", die unbekannteren Helden? Green Arrow, Metamorpho, Blue Beetle etc. waren irgendwie immer meine heimlichen Lieblinge. :-*
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#5 Wolfgang Trubshaw 2010-11-14 00:10
Hi Noir.

Das "Problem" mit Profil-Artikeln über einzelne Helden (und natürlich auch Schurken), ist dass es sooooooo viele gibt.
Ich habe mich im Vorwort-Artikel ja selbst als Fan der Underdogs geoutet. Allein, was denn nun Underdog ist und was nicht, scheint ebenfalls subjektiv zu sein.

Green Arrow etwa würde ich persönlich nicht zu den Underdogs zählen (und das ist jetzt bitte kein Versuch, dir deine Meinung auszureden). Metamorpho auch nicht so richtig (was wären dann Geo-Force oder Halo?).

Blue Beetle war eine der Figuren, die mir beim ursprünglichen Brainstorming recht schnell in den Kopf sind.

Ich will in der Kolumne eine möglichst große Themenpalette benutzen. Das resultiert darin, dass es echte Profil-Artikel zu einer Figur bloß ca. alle acht Wochen geben wird. Das sind dann gerade mal 6-7 im Jahr (!)

Aber es wird eine Artikel-Unterserie über Superman geben, die ihm nahe stehende Figuren gelegentlich näher beleuchten wird, wenn auch wesentlich kürzer als die eigentlichen Profil-Artikel.

Und besonders in der Artikel-Unterserie zur Justice League wird es solche knappen Beleuchtungen sehr vieler Helden und Schurken geben.

Darüber hinaus werde ich - wo angebracht - Sekundärliteratur erwähnen. Auf Deutsch ist da leider nur sehr, sehr wenig erhältlich, aber auf Englisch faszinierend viel äußerst Spezifisches. (Etwa das hier: twomorrows.com/index.php?main_page=product_info&products_id=409
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#6 GuentherDrach 2010-11-14 11:20
interessant.
mir geht's so ähnlich wie noir: über dcs hintergrund ist mir sehr wenig bekannt.
bin schon auf die nächsten artikel gespannt.

lustigerweise habe ich auch in den 80ern angefangen, us-comics im original zu lesen. 1982, während meiner bundeswehrzeit. an einem kiosk am frankfurter hauptbahnhof fand ich marvel-comics im original (captain america, avengers). dann entdeckte ich comicsbörsen und comicsshops.

the dark knight returns -- ja, ist ein faszinierendes comic. was man imo von seinem sequel (dk2 -- the dark knight strikes again) nicht mehr sagen kann. irgendwie kann ich mit miller neuerem zeug nichts mehr anfangen. aber seine alten sachen waren spitze. daredevil - born again und elektra assassin sind immer noch in meinen top ten und ich lese sie immer wieder mit großem vergnügen.
(und ich muss anmerken, dass es genug ältere batman-sachen vor dkr gibt, die mir sehr gut gefielen: o'neill/adams' hefte (die ra's al ghul-saga), englehart/marshalls sachen (diese hugo strange, rupert thorne(?), joker-sachen), aparos bold an brave-sachen. ich habe von ehapa noch diverse alben und tbs aus diesen jahren auf dem speicher.
und auch unter den prä-crisis-superman-heften gibt's natürlich einige perlen, moore/swans 'whatever happened to the man of tomorrow', oder moore/gibbons 'the man who has everything'.)

diese alten what if-sachen. gab's da nicht mal eine geschichte, in der zwei superbabies auf der erde landeten und eines von einem verbrecherboss erzogen wurde?

freu mich auf die nächsten artikel.
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