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Keine Reise nach Hause!

SternengeflüsterKeine Reise nach Hause!

Eine Serie über mehrere Jahre mit immer neuen Konzepten und Ideen zu versorgen, erfordert viel Fantasie. Gerade für eine Science-Fiction Serie ist es schwierig, nicht ständig mit anderen Serien verglichen zu werden. Sobald ein Raumschiff titelgebend ist, drängen sich eine Reihe Vergleiche auf.

Für eine Heftromanserie ist die Situation noch schwieriger. Sie muss sich nämlich nicht nur regelmäßig mit längst eingestellten Fernsehserien vergleichen lassen, sondern zusätzlich noch mit dem Platzhirsch Perry Rhodan. 


„Sternenfaust“ konnte diesen Vergleichen bis auf eine Ausnahme immer ein eigenständige Handlung entgegensetzen. Dabei hat sie in meinen Augen längst gezeigt, dass eine Heftromanserie nicht 100 Bände benötigt, um eine letztendlich platte Geschichte zu erzählen. Mit dem Handlungswechsel in die Andromeda-Galaxis kann die Serie nun zeigen, dass sie Chancen, die in Fernsehserien grandios verschlafen wurden, nutzen kann.

Die „Sternenfaust“ ist ganz allein in der Andromeda-Galaxis gestrandet. Zu allem Überfluss befinden sich an Bord die Mannschaften der Sternenfaust II und der Sternenfaust III. Das ist die Summe aus zwei verschiedenen Zeitlinien. Damit müssen die Charaktere erst einmal umgehen, zumal viele Mitglieder der Sternenfaust II Besatzung nun erfahren, was die Zukunft für sie bereit hält. Teilweise möchten sie das lieber nicht erfahren. Der sehr gelungene Roman „Veränderungen“ beschäftigt sich daher ausgiebig mit den Charakteren der beiden Crews und platziert dabei sogar eine Reihe gelungener Witze.

Das erloscheneReichNatürlich würden die Autoren der Serie bei einem Vergleich mit der Serie „Voyager“ sofort darauf hinweisen, dass die „Sternenfaust“ nicht auf dem Weg nach Hause ist. Stattdessen hat sie die nicht gerade einfache Aufgabe, die Vernichtung der Milchstraße rückgängig zu machen. So muss auf der Sternenfaust also nicht nur viel Integrationsarbeit geleistet werden und mit den Verhältnissen in einer unbekannten Galaxis umgegangen werden. Zudem hat die Crew zunächst kaum eine Perspektive. Die Aufgabenbeschreibung hört sich an wie ein schlechter Fantasy-Roman und alle wissen, dass die Milchstraße bereits zwei Mal von der Großen Leere vernichtet wurde. Dass dürfte einigen sehr auf die Psyche schlagen.

Bis auf den Weg nach Hause sind sich die beiden Serien zur Zeit jedoch sehr ähnlich. Mussten in „Voyager“ eine Sternenflotten- und eine Maquis-Besatzung miteinander auskommen, sind es hier Mannschaften aus zwei verschiedenen Zeitlinien. Und auch den plötzlichen Wechsel an einen fremden Ort haben die beiden Serien nun gemein. Denn auch Dana hatte nur wenige Augenblicke, um sich auf diesen Wechsel vorzubereiten.

Veränderungen„Sternenfaust“ hat damit die einzigartige Gelegenheit, was man aus dem eigentlich guten Konzept der vierten „Star Trek“-Serie alles hätte rausholen können. Dass diese Chance vermutlich genutzt wird, zeigen bereits die ersten beiden Romane des Zyklus. „Das erloschene Reich“ verdeutlichte die fantastische und fremde Seite der Andromeda-Galaxis. Wenn es der Serie gelingt, die dort geschilderten Ereignisse glaubhaft zu erklären und gleichzeitig ihre fantastischen Aspekte weiterhin fantastische wirken zu lassen, wird sich der viel beschworene „Sense of Wonder“ wirklich einstellen. Der zweite Roman „Veränderungen“ zeigt, behandelte die Verständigungsprobleme zwischen zwei Mannschaften besser als all die kümmerlichen Versuche, dies bei „Voyager“ zu thematisieren zusammen. Wird dieser Weg in den nächsten Romanen fortgesetzt, könnte sich das äußerst positiv auf das Charakterrepertoire der Serie auswirken. Das wurde bisher häufig gegenüber dem Story-Bogen zurückgestellt. Mit dem neuen Zyklus gibt es an Bord endlich wieder Konfliktlinien, die über den der Marines unter einander hinausgehen. Das bietet die Möglichkeit zu gelungenen Geschichten.

Der „Andromeda“-Zyklus hat viel Potential. Denn die beiden angeschnitten Themen werden noch durch eine Reihe ungeklärter Fragen ergänzt, die auf eine Antwort harren. Zudem ist noch nicht vorstellbar, wie die Situation am Ende des Zyklus ist. Denn auch die Frage, in welcher Zeitlinie man zum Schluss wieder endet, drängt sich natürlich auf. Und das bringt wiederum die Frage mit sich, wer in dieser Zeitlinie noch am Leben ist. Auf diese Weise kann man noch lange weiterfragen. Besser ist es, morgen sich einfach den nächsten Roman mit dem Titel „Fanal der blauen Sonne“ zu kaufen. Wenn er das Niveau der beiden Vorläufer hält, macht man damit nichts falsch.
Fanal der baluen Sonne

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