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Sieben gegen die Hölle - Thorsten Fischer (Teil 1)

Sieben gegen die HölleSieben gegen die Hölle

Thorsten Fischer (Teil 1)
Prolog
Es war die Zeit, als die noch junge Menschheit gerade gelernt hatte, Ackerbau und Viehzucht zu beherrschen. Die Zeit, als die ersten Seefahrer die Meere erkundeten. Es war die Zeit, als Götter und Dämonen noch unter den Menschen wandelten und versuchten, die Sterblichen zu beeinflussen. Die Menschen, zwischen den Lockungen der Dämonen und den Verheißungen der Götter hin und her gerissen, folgten diesen Mächten nur zu gerne und wurden damit in den ewigen Kampf zwischen diesen Mächten hineingezogen, der sich um den ganzen Erdball zog.


Am Ende siegten die Götter und die Mächte der Finsternis zogen sich zurück.

Um sicher zu gehen, dass diese nie wieder das Angesicht der Welt beschmutzten, verschlossen die Götter alle Portale, durch die Dämonen geflüchtet waren, bevor sie ebenfalls diese Welt verließen.

Zurück blieben Wesen, die jeden Mundus auf Erden bewachten, so dass diese nicht aus Versehen geöffnet werden konnten.

Die wahre Bedeutung der Wächter kannten nur wenige Wissende, die mit der Zeit immer weniger wurden, und die Erinnerung an diese Ereignisse verblasste bei den Menschen von Jahrhundert zu Jahrhundert immer mehr, bis sie nur noch unterhaltsame Sagen und Märchen waren, die man sich am wärmenden Feuer in kalten Winternächten erzählte.

***

Im Gasthaus Schwalbenthal am Hohen Meißner war die Stimmung von Dieter Kohl nun endlich auf den Nullpunkt gesunken.

Seit ihm das Bauamt wegen der drohenden Einsturzgefahr die Küche gesperrt hatte, war das Gebäude nur noch dem Namen nach ein 'Gasthaus', denn es blieb im wahrsten Sinne die Küche kalt.

Seit über dreihundert Jahren strömten aus der 'Stinksteinwand', die sich nahe des Gasthauses befand, schweflige Gase durch die Risse des Basaltgestein. Diese Gase stammten von einem der unterirdischen Braunkohleflöze, die seit Jahrhunderten schwelten. Außerdem rutschten von Zeit zu Zeit Basaltblöcke den Hang hinab in das Werratal.

Im Jahr 1907 hatte ein Erdrutsch fast alle Gebäude des Bergarbeiterdorfes Schwalbenthal vernichtet - bis auf das Gasthaus. Seitdem hatten das Lokal und der markante Keudellbrunnen einige Katastophen überstanden und waren bis jetzt immer mit einem 'blauen' Auge davongekommen.

Doch nun gab der Anbau des Gasthauses nach.

Es schien, als wolle die Natur mit aller Gewalt das Versäumte nachholen, denn der Hang rutschte langsam aber stetig auf das letzte Gebäude zu.

Das letzte Zeugnis für die längst vergangene Bergbauära war dem Untergang geweiht, wenn nichts geschah.

Dabei hatten Geotechniker unlängst herausgefunden, dass diese Erdbewegungen einerseits von den seit über dreihundert Jahren lang andauernden Schwelbränden der Braunkohleflöze verursacht wurden, anderseits aber auch durch das Wasser im Hang, das sich den Weg in Werratal bahnte.

Doch die zuständigen Gemeinde- und Landesbehörden standen sich bei der Klärung der Zuständigkeiten – und vor allem wer für die Kosten aufkäme – mal wieder selbst im Wege.

Aber es musste etwas getan werden, denn der Hohe Meißner war ein wunderbares Ausflugsziel, um den lärmenden Großstädten zu entfliehen.

Ganz besonders für die Kindergartenkinder war ein Spaziergang zu Frau Holle noch immer das Größte.

Wenn sie dann am Frau-Holle-Teich angekommen waren, der unter Naturschutz steht, waren sie mucksmäuschenstill. Jeder wollte den Ton der silbernen Glocke hören, der der Legende nach ertönen soll, wenn Frau Holle aus der bodenlosen Tiefe des Stillgewässers aus ihrer Welt auftaucht.

Doch nach einer Weile wurde aus den stillen Mäuschen wieder die 'wilde' Horde Entdecker, die durch den Wald tollten.

Niemand ahnte, wie nahe Märchen und Wahrheit beieinanderlagen.

***

"Ich frage dich noch ein letztes Mal! Was willst du hier, Sterblicher!" Es war, als käme die Stimme des Draugr von allen Seiten.

In diesem Augenblick fragte er sich, ob er den Wahnsinn seines Großvaters geerbt hatte, dessen Urne er fest umklammert vor seiner Brust hielt.

"Wenn du einem Draugr begegnest, so nannte man die Untoten damals zur Zeit der Nordmänner, dann hat Flucht keinen Sinn. Denn diese Wesen können sich durch Erde und Fels bewegen." So als wäre es gestern gewesen, erinnerte er sich der Worte seines Großvaters Gunnar.

"Doch um einen Draugr endgültig zu vernichten", erzählte dieser damals weiter, "musst du seinen Kopf abschlagen und diesen zum Hintern des Leichnams legen! Danach muss alles, auch der Kopf, in einem Feuer restlos verbrannt werden!"

Thorsten Fischer war damals gerade erst sechs oder sieben Jahre alt gewesen und hatte lachen müssen bei der Vorstellung, dass ein Kopf auf einem Hintern lag. Doch das war ihm jetzt gehörig vergangen.

"Mein Großvater wollte am Ort seiner Vorväter seine letzte Ruhe finden!", stammelte der Deutsche vor sich hin, ohne es recht zu bemerken. "Ich bin hier, um seinen letzten Wunsch zu erfüllen!"

Der Untote hielt inne und schob sein Schwert wieder in die Scheide.

"Wie war sein Name?"

"Gunnar, Gunnar Fischer!"

"GunþaharjaR", der Draugr wiederholte den Namen. "Ein guter Name. Würdig eines Kriegers!"

Der untote Wikinger sah ihn fragend an.

"Thorsten, mein Name ist Thorsten!"

"Thorstæin, ein mächtiger Name", murmelte der Wikinger-Leichnam.

"Einst wurde ich Olaf, der Fischer, genannt!" Ein seltsames Funkeln lag in den Augen des Draugr, als er sprach. "Damals in den glorreichen Zeiten, als die Götter noch über das Land streiften, kämpfte ich Seite an Seite mit Thor Odinson gegen die Frostriesen.

Doch dann, durch Lokis Tücke, verbannte Odin mich in dieses gewaltige Höhlenlabyrinth unter dem Meer.

Als Lebender Leichnam sollte ich IHN bewachen, denn es war die Zeit vor Ragnarök. Aber Odin kam nicht, um IHN mir zu geben.

Irgendwann, ich weiß nicht wie viele Sommer und Winter dahingezogen waren, erhob sich die Erde aus dem Meer.

Ich wartete auf ein Zeichen der Götter.

Nichts.

Menschen kamen. Sie nannten die Insel Island. Ich konnte sie hören, wenn ich mich unter ihnen durch die Erde bewegte.

So vernahm ich auch, dass die Götter nicht mehr auf Midgard weilten. Ragnarök wäre schon vergangen, die Götter seien tot – für immer. So jedenfalls erzählten es fremde Reisende, die zu den Menschen hier sprachen.

Ein neuer Gott hatte die Macht übernommen, und viele, die im Herzen noch Odin und Thor verehrten, wandten sich diesem  alleinigen Gott zu. Jesus Christus, wie er genannt wurde.

Mein Fluch hielt jedoch an, und so bezweifelte ich, dass die Götter wirklich alle vernichtet waren.

Die Wahrheit sollte ich nur zu bald am eigenen Leibe schmerzhaft erfahren."

Die Erinnerung schien genau so schmerzhaft zu sein wie das, was damals passiert sein musste, denn sein Gesicht verzog sich zu einer Grimasse.

Thorsten schwieg, doch gleichzeitig brannte in ihm die Frage, warum Olaf, der Fischer, gerade ihm seine Geschichte erzählte.

"So erfahre denn die ganze Geschichte ...", fuhr der Draugr fort.

***

Die Nacht war finster.

Der Mond war vom Himmel verschwunden, so als hätte Hati ihn endgültig verschlungen.

Das Wesen, das einst Olaf, der Fischer, genannt worden war, schob gerade seinen Körper aus dem felsigen Boden der Höhle, als ein Mann wie aus dem Nichts vor ihm erschien.

Mit seinen geschärften Sinnen hatte der Draugr sofort erkannt, dass es einer der alten Götter war, von denen es hieß, sie wären vom Angesicht Midgards verschwunden.

Doch diesen hier hätte er in jeder seiner Gestalten erkannt. Nur allzu oft hatte er unter dessen 'Scherzen' leiden müssen, als er noch ein Sterblicher war, der mit den Göttern wandeln durfte.

Loki!

"Ah, noch immer quicklebendig!" Der gutaussehende junge Mann grinste gehässig.

"Es ist lange her, Loki. Leider nicht lange genug!" Der Untote starrte den Gott der List und Tücke wütend an.

"Wo ist ER?"

"Dort wo du IHN nicht finden kannst!", gab der untote Wikinger zur Antwort, denn der Gott schien nicht zu wissen, dass er das Gesuchte niemals bekommen hatte.

"Falsche Antwort, Olaf!" Lokis Gesicht verzerrte sich zu einer wütenden Maske.

Von einem Augenblick zum andern verspürte der Lebende Leichnam Schmerzen, die nur ein Toter fühlen konnte. Schmerzen, die er seit Jahrhunderten nicht mehr erfahren hatte.

"Wenn du mich vernichtest, dann bekommst du IHN auch nicht!" stöhnte der Draugr zwischen zwei Schmerzschüben. "Was immer du mit IHM vorhast, es wird dir nicht gelingen. ER wird dir nie gehören!"

Irgendwann hörten die Schmerzen auf, und Olaf sah auf.

Loki war verschwunden.

Doch der Untote wusste, der Gott würde wiederkommen. Vielleicht nicht in nächster Zeit, doch was waren schon Jahrhunderte für Götter?

Vor allem wenn sie finstere Pläne schmiedeten.

Ende Teil 1/7

Kommentare  

#1 Pisanelli 2013-11-07 10:28
Öh, das ist mir hier etwas zu episch. Bei Draugr muss ich außerdem sofort an Skyrim denken. Von der Schreibe her schon okay, aber mit zahlreichen fehlenden Zeichensetzungen und irgendwie verstümmelten Worten. Da muss aber nochmal Korrektur gelesen werden!
Bei allen bisher gesehenen Anfängen frage ich mich aber schon: wie will man das am Ende zusammenführen? Das geht eigentlich nur noch mit Paralleluniversen, da ja die Ansätze völlig verschieden sind :P
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#2 G. Walt 2013-11-07 10:48
Wir werden sehen wie da funktioniert. Es gibt bereits mehrere interessante Vorschläge
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#3 Kerstin 2013-11-07 11:58
Genau, das ist ja das Spannende: Lässt sich das zusammenführen? Und wie?
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#4 Jonas Hoffmann 2013-11-07 12:52
Ach, die Streiter für das Gute werden sich am Berg treffen um die Munden (ist das die Mehrzahl von Mundus?) gegen die Dämonen zu schützen. Vielleicht benötigen die Götter ja Menschen als Anker oder sowas und diese stellen die Protagonisten da.

Bisher ist übrigens immer noch Lena mein Favorit.
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#5 Pisanelli 2013-11-07 13:11
zitiere Jonas Hoffmann:
Ach, die Streiter für das Gute werden sich am Berg treffen um die Munden (ist das die Mehrzahl von Mundus?) gegen die Dämonen zu schützen.
Da Mundus aus dem Lateinischen kommt (dat heißt "Welt"), müsste es in der Mehrzahl Mundi heißen ;-)

Zitat:
Bisher ist übrigens immer noch Lena mein Favorit.
Dito.
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#6 Jürgen Höreth 2013-11-07 17:38
Sehr schwierig hier einen roten Faden reinzukriegen, dafür hätte man sich vorher etwas austauschen müssen, aber das wollte Horst ja nicht. So ist alles ein bißchen Kraut und Rüben und eine einigermaßen plausible Zusammenführung einzuleiten ist eine Herkulesaufgabe. Wenn mans als reines Experiment ansieht, darf man letztendlich nicht auf eine runde Kohährenz pochen.
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#7 Mikail_the_Bard 2013-11-07 20:38
zitiere Pisanelli:
Öh, das ist mir hier etwas zu episch. Bei Draugr muss ich außerdem sofort an Skyrim denken. Von der Schreibe her schon okay, aber mit zahlreichen fehlenden Zeichensetzungen und irgendwie verstümmelten Worten. Da muss aber nochmal Korrektur gelesen werden!:P


Das Verstümmelte ist nun in allen Teilen - soweit ich es bemerkt habe - beseitig. Bei der Zeichensetzung werden wohl noch Fehler bleiben. ;-)
Skyrim & Morrowind kenn ich zwar auch, aber die Draugr kommen in der germanischen Mythologie vor... da haben die Spielemacher gemopst!
Keine Angst, das Epische wird gegen Ende weniger! ;-)
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