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Der Heftroman: Jeff Conter - Der unbekannte Serienheld

Der HeftromanJeff Conter -
Der unbekannte Serienheld

Bei der Zusammenstellung der Titelliste des Silber-Kriminal-Romanes fiel mir der Name Jeff Conter zum ersten Mal auf. Band 283 „Auf die Hörner genommen“ (1959) war das erste JC-Abenteuer. Bis Band 350 „... und hinter ihm die Meute“ (1960) erschienen 12 Abenteuer, dann gab es plötzlich eine Pause bis SK Nr. 594 “Puppen aus Paris“ (1965). Es erschienen bis SK-Nummer 685 „Nachts am Hudson-River“  (1967) noch einmal 14 Romane.

Mit 26 Romanen ist Jeff Conter keine große Leuchte in der Geschichte der Krimihelden, aber man darf nicht seine 238 Romane der eigenständige Serie (1960 - 1965) vergessen. Damit kommt dieser FBI-Agent zwar nicht an sein großes Vorbild Jerry Cotton aus dem Bastei-Verlag ran, aber für acht Jahre hatte der Zauberkreis-Verlag-Held ihn ein wenig begleitet.

Jeff Conter ist nicht gleich von Anfang an ein FBI-Agent, in den ersten SK-Heften ist er ein Angestellter der „Universal-Detektiv-Agency“. Er leitet das Büro dieser Firma in Los Angeles. Er wirkt harmlos, scheint durchschnitt zu sein. Er ist sehr höflich, kann aber auch sehr ironisch sein. Er hält nur sehr wenig von Schusswaffen, erinnert sich im entscheidenden Moment gern seiner erstklassigen Kenntnisse in Jiu-Jitsu. Conter ist ein vorzüglicher Kriminalist, schätzt die Arbeit der Behörden und führt einen unentwegten Kampf mit seinem geldgierigen Chef Sammy Bongers, der in Frisco wie die sprichwörtliche Spinne im Netz sitzt.

Hercules Adams ist Jeff Conters Mitarbeiter. Er ist dürr, lang aufgeschlossen und Besitzer eines mit Sommersprossen übersäten Gesichts. Er isst gern und arbeitet nur dann, wenn man ihm gehörig einheizt. Spezialist in trockenen Ermittlungsarbeiten. Absolvierte einen Fernkursus für angehende Privatdetektive, hält sich daher für einen zweiten Sherlock Holmes.

Unter die Räser gekommenIn SK-Nr. 339 „Unter die Räder gekommen“ kann man von Seite 3, 2. Spalte, 2. Absatz bis Seite 4, 1. Spalte, 1 Absatz folgendes lesen.

„Aber das nicht nur ein Gesicht, das war auch seit einigen Wochen Jeff Conter, Spezialagent des FBI, auf Zeit abgestellt für Los Angeles. Ich grinste, denn meinem Gesicht konnte man den neuen Beruf nicht ansehen. Und das war gut so. Ich war nicht daran interessiert, als Spezialagent erkannt zu werden.

Sie wundern sich, warum und wieso ich auf einmal nicht mehr für Sammy Bongers arbeitete, bei dem ich angefangen hatte, mich als Detektiv zu betätigen? Sammy hatte sich ins Privatleben zurückgezogen, aber seine Verbindungen spielen lassen. Eines Tages war ich von einigen Männern besucht worden, die mir aufregende Fragen gestellt hatten. Ich hatte sie beantwortet.

Das Ende dieser Unterhaltung bestand darin, daß man mich noch einmal von Grund auf ausbildetete. Ich besuchte einschlägige Schulen und Kurse, und wunderte mich immer wieder, wie wenig ich wußte. Da ich aber Jura studiert und Neusprachen gelernt hatte, schaffte ich es. Man drückte mir einen Ausweis in die Hand, und von Stund an durfte ich mich Spezialagent nennen. Aber nur dann, wenn ich allein war und mich kein Mensch hören konnte. Ich war Mitglied des FBI geworden, und das war schon etwas.

Besonders interessant war allerdings die Tatsache, daß man mich keinen der vielen Stadtbüros in den Staaten zugeteilt hatte. Ich bekam meine Orders von Washington, direkt von der Zentrale. Damit war ich zu einem Zugvogel erklärt worden. Morgen in Los Angeles, übermorgen in Boston oder Mexiko, und in einer Woche vielleicht in Rio oder Paris.

Sie dürfen mir glauben, daß mir das ungemein paßte. Ich liebe nämlich meine Unabhängigkeit und hasse es, an die Kette gelegt zu werden. Warum man mir diese Freiheit eingeräumt hatte? Nun ja, es hat sich ja wohl herumgesprochen, daß gerade die berufliche Eifersucht zwischen den einzelnen Geheimdiensten groß geschrieben wird. Jede spezielle Organisation will eben alles wissen. Und um dieses Wissen zu beschaffen, braucht man eben Spezialagenten, auch der FBI kann auf solche Männer nicht verzichten. Reine Staatenverbrechen kamen nur am Rande für mich in Betracht, die erledigten meine regulären Kollegen. Männer wie mich setzt man eben auf interessante Fälle an, die erst gar keine Fälle oder Affären werden sollen. Haben wir uns verstanden? Mehr kann und darf ich zu diesem Thema einfach nicht sagen.“
Auf Seite 4, 2, Spalte, 3. und 4. Absatz konnte man folgendes lesen:
„Sie staunen, daß ich als Spezialagent von meinen Büro spreche? Nun diese beiden Räume existierten tatsächlich. Auf den Milchglasscheiben stand in Goldbuchstaben: „Jeff Conter, Ermittlungen jeder Art“.

Jeder Ratsuchende konnte sich an mich wenden und um meine Hilfe bitten. Das war nämlich die besondere Art meiner Tarnung. Nach außen hin hatte ich mich als Detektiv selbständig gemacht. Konnte sich je ein Mensch darüber wundern, daß ein gewisser Jeff Conter, seines Zeichens Privatdetektiv durch die Welt strolchte und ermittelte? Nein, dieser Beruf paßte eben zu mir. Daß ich aber in Wirklichkeit im Spezialauftrag arbeitete, merkten die Leute, hinter denen ich her war, erst dann, wenn’s bereits zu spät ist. Seien wir doch ehrlich, wer vermutet schon hinter einen Dutzenddetektiv einen Spezialagenten, oder?“
Auf Seite 5, 2. Spalte, 3. Absatz konnte man noch etwas erfahren:
„Hercules Adams, wie mein damaliger und auch jetziger Mitarbeiter hieß, war ein lang aufgeschossener, hagerer Bursche mit einem naiven Kindsgesicht, das mit Sommersprossen übersät war. Schon zu Zeiten der „Universal Detective Agency“ war er mein Partner gewesen. Ich hatte ihn in meine Scheinfirma übernommen, aber Herc hatte keine Ahnung, in wessen Auftrag ich tatsächlich diese Firma aufgezogen hatte. War auch nicht nötig, denn Herc ging seiner Arbeit in gewohnter Weise nach. Er war ein Teil meiner Tarnung, da einschlägige Kreise schließlich wußten, daß wir in früheren Zeiten schon zusammengearbeitet hatten."
harte Dollars - weiche Knie
„Jeff Conter lesen .... heißt dabei gewesen! Bei den harten und tollkühnen Fällen, die dieser Geheimagent in aller Welt erlebt. Jeff Conter war lange Zeit Privatdetektiv in den USA und schrieb als solcher schon regelmäßig für unsere „Silber-Kriminal-Reihe“. In der neuen Serie „FBI-Agent“ nun erscheinen fortlaufend seine spannendsten Kriminalfälle, die er als FBI-Agent erledigt. Jeff Conter und sein ständiger, unverwüstlicher Partner Herc Adams berichten laufend aus dem Federal Bureau of Investigation. Diese wöchentlichen Berichte sind für alle Leser erregender Kriminal-Stories!“
Diesen Text fand man in den ersten Heften (z. B. Heft 23 „Harte Dollars - weiche Knie“).

Herc Adams weiß in der Heftserie über Jeff Conters FBI-Arbeit Bescheid, denn gemeinsam lesen sie im FBI-Agent-Heft-Nr. 23 auf Seite, 1. Spalte, 3. Absatz einen FBI-Bericht: „Wir lesen den knappen Bericht vom FBI-Ortsbüro.“

Jeff Conters Chef beim FBI ist Herbert F. Chesters, der ihn im Band 132 „Pocken, Panik, Passagiere“ mit dem Fall des Pocken-Alarm in New York-City beauftragt.

Kommentare  

#1 Zakum 2011-01-28 16:53
Hallo!
Ich nehme es zwar nicht an, aber ist irgendwas über die Autoren bekannt ... oder wer als "Erfinder" von Jeff Conter gilt?
Jörg Weigand weist bei "Jeff Conter" nur Günter Dönges als Autor auf - allerdings JC als Verlagspseudonym.
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