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»Schön war die Jugend?« - Ausflüge in die Romanheftvergangenheit: Der Drachenmann (Gespenster-Krimi 442)

Schön war die Jugendzeit? -  Ausflüge in die RomanheftvergangenheitAusflüge in die Romanheftvergangenheit:
»Der Drachenmann«
Gespenster-Krimi 442 von A.F. Morland (Friedrich Tenkrat)

So viele „Tony Ballards“ - irgendwann braucht man auch Urlaub. Danach sieht man die im Gespenster-Krimi über Jahre fortgesetzte und inzwischen mit einem Titelhelden-Sticker versehene Subserie vielleicht wieder mit anderen Augen – war doch die unheimliche Produktivität Tenkrats am Ende etwas zu mechanisch geworden.


Inzwischen schöpfte der Autor aus einem nun schon beachtlichen Pool von Freunden und Mitstreitern unseres Helden, hatte ein sattes Panoptikum an Feinden auf- und geschickterweise noch nicht abgebaut und schickte den fiesen Mob nun ein- ums andere Mal in den Kampf als erzböse Strippenzieher, die immer besiegbare Hürden aufstellten, um aber damit nie zählbare Erfolge zu erzielen (abgesehen von nicht weiter erwähnenswerten „side-victims“).

Wäre es eine TV-Serie gewesen, hätten wir es hier mit klassischen „Fällen der Woche“ zu tun gehabt, bei denen der „big bad“ immer in letzter Minute davon kommt wie Ernst Stavro Blofeld in den Bond-Filmen, wenn das Weltuntergangsversteck mal wieder von den britischen Truppen eingenommen wird und die Butze gleich in die Luft fliegen wird.

Dazu kamen immer wieder kleine Hürden, die man stets geschickt erst im nächsten oder übernächsten Band lösen konnte, hier wurde einer verletzt, dort eine Figur entführt, Tony wurde unsichtbar oder – wie in diesem Fall unerkannterweise – auch noch unverwundbar.

Wiedererkennungswert zählt und so bekam Ballard also nach fast 60 Fällen etwas total Familiäres, wenn auch nebenbei etwas sehr, sehr Berechenbares.

So langsam lässt mein Enthusiasmus also nach, aber man sollte ja wenigsten noch einen guten Abschluss finden, also noch mal fleißig durch die letzten Romane der Unterserie geblättert, was man da noch bringen und liefern konnte.
Und was haben wir bei dem seligen „Drachenmann“ dieses Romans?
Alles auf einmal.

Da gibt es Bezüge zum letzten Roman, Überleitungen zum nächsten Roman, Gastauftritte von Seriendämonen und Tony macht eine Verwandlung durch, die aber – Überraschung muss sein – natürlich erst im nächsten Roman aufgelöst wurde.
Das alles runter geschrieben wie geschnitten Brot und trotz unspektakulärer Gegner und eher altbackenem Londoner Setting irgendwie doch passgenau.
Führt dazu, dass man die Romane zunehmend schneller lesen kann, die obligatorischen Schnitzer, Fehler und Pannen fast noch mehr auffallen und der Appetit auf andere Autoren noch größer wird.

Tony aber war nun ausgewachsen, gut entwickelt und konnte auf die Welt gebracht werden, auch wenn es bis dahin noch ein gutes Jahr war und noch 9 Tony-GK‘s folgen sollten.

Für mich wird es so einfacher, denn ausgereifte Erzählstrukturen erfordern dann doch mehr Einsatz und Plotbemühungen und dafür ließ die Zeit nun noch mehr nach.

Also kurz und knackig auf den Punkt:

Der DrachenmannGelb, gelb, gelb, sind alle meine Drachen…
Norman Palance braucht einen Profikiller, weil sein übler Geschäftskonkurrent Leigh Saxon ihm auf den Hacken steht. Also heuert er Lorne Lupino an, eine von Tenkrats lustigen benannten Alliterationsfiguren, die für Geld (auch per Scheck) jeden aus der Welt schaffen.

An Saxon beißt sich Lupino allerdings seine Zähne aus, denn die schallgedämpften Kugeln prallen wirkungslos an seinem Ziel ab, nachdem er dummerweise den Namen seines Auftraggebers verraten hat. Saxon verwandelt sich in etwas Grauenhaftes (von dem wir annehmen dürfen, dass es ein Drache ist, bei dem Romantitel!) und knuspert ihn weg. Später finden zwei alte Stänkerer (erfreulich knapp begrenzt auf anderthalb Seiten) seine arg skelettierte Leiche.

Prompt wird das Tonys neuester Fall, denn Tucker Peckinpah, sein reicher Gönner, vermutet hinter dem Todesfall übernatürliche Einflüsse. Und mit was? Mit Recht!
Tony hat zwar gerade in der Wüste den „Mahdi des Satans“ platt gemacht, der aber dennoch gern auf Ermittlungstour geht. Kaum im Wagen, übernimmt auch schon Finsterdämon „Rufus“ das Steuer, geifert ihn etwas voll, warnt ihn und wird von Tony‘s Ring vertrieben, was aber bei voller Fahrt fast noch einen Touristen das Leben kostet.

Tony sucht daraufhin Lupinos Gschpusi Polly Parton (hihihi…) auf, die viel in der Bluse hat, aber nach allerlei nutzlosem Gerede (das Meiste sind Anforderungen der Zigarettenindustrie gewesen) nur mit dem Namen Palance rüberkommt, was Tony eine erste Spur einbringt.

Kaum auf der Straße hört er vom nahen Friedhof eine Frau schreien und latscht treudoof hin, wo ihn Rufus wieder überrascht und attackiert, bis der Dämon wieder in die Flucht geschlagen wird. (Längere Kampfszene = Zeilenschinden!)

Derweil ahnt Palance nach intensivem Zeitungsstudium schon, was ihm blüht und tatsächlich taucht nach Feierabend Saxon bei ihm auf und nach allerlei Drohgebärden greift er ihn dann in Drachengestalt an. In das (Off-) Massaker gerät auch noch der nette Nachbar Barney Barrymore (echt, jetzt?), der den Nervenschock seines Lebens abbekommt und später im Krankenhaus auch noch halb besessen den guten Tony attackiert. (Füllmaterial, traritrara…Kampfszene...)

Derweil ergreift Rufus tatkräftig auch noch von Hector Bose Besitz, der den letzten Mahdi-Fall glücklich überlebt hat und nun natürlich ein leichtes Opfer für Beeinflussung ist.

Wie gut, dass parallel im Siebenerrat der Anhänger des Drachengötzen (darunter ein Charles Cotten , hihi) bald ein Platz frei wird, denn eines der Mitglieder namens Vic Canova will unberechtigt aussteigen, nachdem er ein gar knackig Mäuschen kennen gelernt hat.

Tony ist zwar gleichzeitig zur Stelle, wird aber – wie üblich – von der Drachensippe überwältigt. Nachdem Carnova von den übrigen Götzendienern in Drachengestalt zerrissen wird, soll auch der Dämonenhasser dran glauben, doch – wie üblich – kommt Mr.Silver gerade noch rechtzeitig und es entsteht eine flotte Massenkeilerei (Längere Kampfszene...), in deren Verlauf Tony in ein Becken mit einer roten Flüssigkeit plumpst (vermutlich Drachengötzenblut), in dem er fast ertrinkt. Silver kann ihn auch davor bewahren und stoppt auch gerade noch den Verschluss des Beckens.

Treffenderweise machen sich die Götzenmitglieder samt Saxon gerade da grundlos aus dem Staub.

Den besessenen Hector Bose – inzwischen von Rufus „Hector Böse“ (HARHAR!) getauft – hat es dann eine Weile später zu einer zerfallenen Burgruine geführt (in einem „finsteren Föhrenwald!!!“), wo er die entscheidende Drachentaufe erhält.

Bose/Böse fährt im Anschluss praktischerweise gleich zu Tony nach Haus – erklärt sich weitschweifig bezüglich seiner unvermeidlichen Anhängerschaft des Bösen mit dem klassischen Satz „Meine Seele war vom Bösen bekleckert.“ (!!!) und macht dann auf wilder gelber Drache.

Natürlich überwältigen unsere Freunde das arme Opfer und erfahren so auch von der Burgruine.

Dort angekommen werden sie zwar Opfer einer Falltür, doch weil schon die letzten drei Seiten gekommen sind, machen sie auf die Schnelle die Drachenjungs mit den üblichen Waffen platt (Nicht ganz so lange Kampfszene...), nur Bose entkommt in Rufus Diensten. So kommt man dann bald zu einem dritten Auftritt in einem TB-Roman…

»Staub! Gestein! Schutt! Geröll!«
Norman Palance braucht einen Profikiller, weil sein übler Geschäftskonkurrent Leigh Saxon ihm auf den Hacken steht. Also heuert er Lorne Lupino an, eine von Tenkrats lustigen benannten Alliterationsfiguren, die für Geld (auch per Scheck) jeden aus der Welt schaffen.

An Saxon beißt sich Lupino allerdings seine Zähne aus, denn die schallgedämpften Kugeln prallen wirkungslos an seinem Ziel ab, nachdem er dummerweise den Namen seines Auftraggebers verraten hat. Saxon verwandelt sich in etwas Grauenhaftes (von dem wir annehmen dürfen, dass es ein Drache ist, bei dem Romantitel!) und knuspert ihn weg. Später finden zwei alte Stänkerer (erfreulich knapp begrenzt auf anderthalb Seiten) seine arg skelettierte Leiche.

Prompt wird das Tonys neuester Fall, denn Tucker Peckinpah, sein reicher Gönner, vermutet hinter dem Todesfall übernatürliche Einflüsse. Und mit was? Mit Recht!
Tony hat zwar gerade in der Wüste den „Mahdi des Satans“ platt gemacht, der aber dennoch gern auf Ermittlungstour geht. Kaum im Wagen, übernimmt auch schon Finsterdämon „Rufus“ das Steuer, geifert ihn etwas voll, warnt ihn und wird von Tony‘s Ring vertrieben, was aber bei voller Fahrt fast noch einen Touristen das Leben kostet.

Tony sucht daraufhin Lupinos Gschpusi Polly Parton (hihihi…) auf, die viel in der Bluse hat, aber nach allerlei nutzlosem Gerede (das Meiste sind Anforderungen der Zigarettenindustrie gewesen) nur mit dem Namen Palance rüberkommt, was Tony eine erste Spur einbringt.

Kaum auf der Straße hört er vom nahen Friedhof eine Frau schreien und latscht treudoof hin, wo ihn Rufus wieder überrascht und attackiert, bis der Dämon wieder in die Flucht geschlagen wird. (Längere Kampfszene = Zeilenschinden!)

Derweil ahnt Palance nach intensivem Zeitungsstudium schon, was ihm blüht und tatsächlich taucht nach Feierabend Saxon bei ihm auf und nach allerlei Drohgebärden greift er ihn dann in Drachengestalt an. In das (Off-) Massaker gerät auch noch der nette Nachbar Barney Barrymore (echt, jetzt?), der den Nervenschock seines Lebens abbekommt und später im Krankenhaus auch noch halb besessen den guten Tony attackiert. (Füllmaterial, traritrara…Kampfszene...)

Derweil ergreift Rufus tatkräftig auch noch von Hector Bose Besitz, der den letzten Mahdi-Fall glücklich überlebt hat und nun natürlich ein leichtes Opfer für Beeinflussung ist.

Wie gut, dass parallel im Siebenerrat der Anhänger des Drachengötzen (darunter ein Charles Cotten , hihi) bald ein Platz frei wird, denn eines der Mitglieder namens Vic Canova will unberechtigt aussteigen, nachdem er ein gar knackig Mäuschen kennen gelernt hat.

Tony ist zwar gleichzeitig zur Stelle, wird aber – wie üblich – von der Drachensippe überwältigt. Nachdem Carnova von den übrigen Götzendienern in Drachengestalt zerrissen wird, soll auch der Dämonenhasser dran glauben, doch – wie üblich – kommt Mr.Silver gerade noch rechtzeitig und es entsteht eine flotte Massenkeilerei (Längere Kampfszene...), in deren Verlauf Tony in ein Becken mit einer roten Flüssigkeit plumpst (vermutlich Drachengötzenblut), in dem er fast ertrinkt. Silver kann ihn auch davor bewahren und stoppt auch gerade noch den Verschluss des Beckens.

Treffenderweise machen sich die Götzenmitglieder samt Saxon gerade da grundlos aus dem Staub.

Den besessenen Hector Bose – inzwischen von Rufus „Hector Böse“ (HARHAR!) getauft – hat es dann eine Weile später zu einer zerfallenen Burgruine geführt (in einem „finsteren Föhrenwald!!!“), wo er die entscheidende Drachentaufe erhält.

Bose/Böse fährt im Anschluss praktischerweise gleich zu Tony nach Haus – erklärt sich weitschweifig bezüglich seiner unvermeidlichen Anhängerschaft des Bösen mit dem klassischen Satz „Meine Seele war vom Bösen bekleckert.“ (!!!) und macht dann auf wilder gelber Drache.

Natürlich überwältigen unsere Freunde das arme Opfer und erfahren so auch von der Burgruine.

Dort angekommen werden sie zwar Opfer einer Falltür, doch weil schon die letzten drei Seiten gekommen sind, machen sie auf die Schnelle die Drachenjungs mit den üblichen Waffen platt (Nicht ganz so lange Kampfszene...), nur Bose entkommt in Rufus Diensten. So kommt man dann bald zu einem dritten Auftritt in einem TB-Roman…

„Staub! Gestein! Schutt! Geröll!“

Das geht einem Dämonenhasser so durch den Kopf, wenn unter ihm der Boden wegbricht, aber diese meist unpassend wirkenden Einschätzungen an der absolut falschen Stelle werden allmählich zur Gewohnheit, wenn auch der Klecker-Spruch in meinen persönlichen Outtake-Top-10 sicher eine Spitzenposition einnehmen wird.

Ansonsten mal wieder: einfacher Plot, praktisch gestrickt, ohne zu große Facepalm-Momente, aber wie üblich (und hier gesondert mehrfach betont): Tony Ballard wäre schon hundertmal tot, gäbe es nicht den Silberdämon, der hier wieder sein unglaubliches Timing beweist, weil Tony eben selbst dieses unglaubliche Timing hat, sich in Schwierigkeiten zu bringen.

Substanz hat das Geschehen sehr wenig, Saxon ist der übliche wutschnaubende Sektenführer mit Mutationsgen, seine Anhänger haben nicht mal Namen und das Ganze wird angerührt von Rufus, der aber wie üblich seine B-Schergen einfach machen (und verlieren), nachdem er sich zweimal zu Romanbeginn eine dicke Nase geholt hat (was bei einem Skelett schon eine Leistung ist).

Drumherum ist nicht viel: Vicky darf mal wieder ein schlechtes Gefühl haben, Silver bohrt in der Nase, zwischendurch ätzt man sich freundschaftlich mal wieder derart an, das der Leser meine könnte, die beiden würden sich nicht ausstehen können, Roxane geht es nicht gut (war das jemals denn so?) und Tucker Peckinpah schmaucht ne Zigarre.

Das ist alles an diesem Punkt schon so gut konfektioniert geworden, dass ich jetzt beim Bearbeiten wirklich und wahrhaftig das Interesse verloren habe – man spürt in jeder zweiten Zeile, in welcher Serienreihung Tenkrat die Romane konzipiert hat, um sie alle 4-5 Wochen am Start zu haben.
Dass der Held per se meistens beratungsresistent, unglücklich in seinen Entscheidungen, ein wenig rotzig und sehr pathetisch in der Dämonenansprache ist, weil er ja notfalls immer einen Silver in der Tasche hat, tötet den geringsten Druck, den die Romane noch ausüben könnten – etwas, dass die eigenständige Ballardserie erst zurück gewann, als Tenkrat sich entschied, die ganzen Helferleins notfalls auch mal über die Klinge springen zu lassen.

Dazwischen dann die üblichen – irgendwie überflüssigen – Intermezzi rund um das Ehepaar Barrymore und ihren „Living-Room“, die den Roman noch auffüllen, wenn die Handlung schon seitenlang weitergewandert ist. Bisweilen erscheinen diese Glückgefühle einer gläubigen Ehefrau wie nachträglich eingeschobene Füllsel, weil noch eine Spalte Platz war.

Mit „Hector Böse“ war der Roman dann doch noch ein Fall für „Kopf→Tisch“ und warum man die recht reizvolle (kurzfristige) Einführung von Tonys Drachenblutunverwundbarkeit (durch menschliche Waffen) einfach in die nächste Story verschoben hat, macht das Finale nicht eben aufregender.

Insofern lasse ich den Serienschrieb jetzt mal wieder hinter mir und befasse mich zur Abwechslung wieder mit ein paar Einzelromanen (ich bleib noch beim GK), die vielleicht etwas mehr Kuriositätenwert oder eben einfach nur Atmosphäre zu bieten haben.
Man möge es mir nach sieben TB‘s bitte nachsehen!

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