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... Walter Appel (Earl Warren) über die Serien »Die Ufo-Akten«, »Jack Slade«, »Gespenster Krimi« und »Ronco«

Walter Appel… Walter Appel (Earl Warren) …
... über die Serien »Die Ufo-Akten«, »Jack Slade«, »Gespenster Krimi« und »Ronco«

Da mir der „UFO-AKTEN“-Roman „DER LEUCHTENDE MANN“ von Earl Warren so gut gefallen hat, nahm ich Kontakt zum Autor auf,  um mehr über dessen Werke zu erfahren. Meine Anfrage per Email wurde von Walter Appel sehr schnell beantwortet, woraus nachfolgendes Interview entstand, das ich den Lesern des Zauberspiegels nicht vorenthalten möchte…

Zauberspiegel: Walter, am 18. Oktober 2022 erschien mit „DER LEUCHTENDE MANN“ Dein erster Roman zur Serie „DIE UFO-AKTEN“. Wie kam es zur Mitarbeit an der Mystery-Serie?
Walter Appel: Die Materie hat mich interessiert.

Zauberspiegel: Gab es irgendwelche Vorgaben seitens des Bastei Verlages, an denen sich die Autoren der Mystery-Serie halten mussten?
Walter Appel:  Es sind umfangreiche Vorgaben – Rahmenexposé wie bei Cotton, Gespräche mit dem Redakteur der Reihe.

Zauberspiegel: Kann jeder Autor der Serie seine Themen selbst und frei auswählen?
Walter Appel: Ich habe jeweils Themen vorgeschlagen, die für die Materie passend sind und einen Kurztext – Plot, Kurzexposé – für jedes geschrieben.

Zauberspiegel: Wie hast Du Dich auf Deinen Roman zur Mystery-Serie vorbereitet?
Walter Appel: Rahmenexposé, Gespräche mit dem Redakteur, der da sehr engagiert ist, Recherche, Studium anderer Romane der Reihe – nicht, um abzuschreiben, sondern um den Touch mitzubekommen.

Zauberspiegel: Wie wichtig waren dabei unter anderem Recherchen?
Walter Appel: Umfangreich und genau. Extra nach Las Vegas geflogen und in die Wüste zur Area 51 gefahren bin ich allerdings nicht. So weit geht die Recherche nicht, zumal der Verlag Flug und Spesen nicht zahlen würde.

Das Monster vom Lake TahoeZauberspiegel: Am 10. Januar 2023 wurde mit „Das Monster vom Lake Tahoe“ Dein nächster Roman aus der Serie „DIE UFO-AKTEN“ veröffentlicht. Damit sind bisher ‚nur‘ zwei „UFO-AKTEN“-Romane von Dir erschienen. Sind weitere geplant bzw. wieso wurden bisher keine weiteren Romane von Dir in der Mystery-Serie veröffentlicht?
Walter Appel: Ich bin sehr eingespannt mit privaten und beruflichen Dingen. Es kommt wieder mal was, gehe ich davon aus. Sehr viel nicht – eher sporadisch. Ich hatte auch mit meiner Gesundheit Probleme und habe kürzer treten müssen. Mittlerweile ist das behoben – gehe ich davon aus.

Bad Bart BonneyZauberspiegel: Stichwort „JACK SLADE“. Am 20. September 2022 erschien laut Deiner Facebook-Seite mit "BAD BART BONNEY“ ein neuer Western-Roman von Dir. War das Dein bisher letzter Beitrag zur „Western-Reihe“ oder erschienen danach noch weitere „JACK SLADE“-Romane?
Walter Appel: Da sind etliche danach erschienen. Ich bin da aktuell schwer dabei. Wegen Überlastung und Gesundheit bin ich schlichtweg nicht dazu gekommen, den neuen Roman jeweils bei Facebook anzukündigen. Mittlerweile ist das so aufgelaufen, dass seit dem Bad Bart fast schon ein Dutzend oder so erschienen sind.
Auch beim Dorian Hunter, wie jetzt der Dämonenkiller heißt. Wie ich das alles nachholen und bei Facebook erwähnen soll… Echt ein Problem. Steuer und Sonstiges habe ich auch noch hier liegen.

Zauberspiegel: Sind weitere „JACK SLADE“ Romane für die Zukunft von Dir geplant?
Walter Appel: Ja. Nicht zu knapp.

Zauberspiegel: Du hast doch auch an Westernserien wie „RONCO“, „LOBO“ und „LASSITER“ mitgeschrieben. Gab es da auch irgendwelche Vorgaben seitens der Verlage, an die man sich als Autor halten musste?
Walter Appel: Ronco ging jeweils nach Exposé von Dietmar Kuegler, Lobo eigenes Exposé. Lassiter auch. Themenabklärung mit dem Redakteur. Cotton und viel anderes habe ich auch geschrieben. Auch Frauenromane und Romantic-Thriller.
Allerdings meistens Action.

Zauberspiegel: Von 1974 bis 1980 hast Du über 50 „RONCO“-Romane geschrieben. Wurden die alle nach Exposé geschrieben?
Walter Appel: Ja.

Zauberspiegel: Konnten die Autoren der Western-Serie auch eigene Ideen in die Western-Serie mit einbringen?
Walter Appel: Das lief die meiste Zeit über Kuegler. Später dann eigene.

Die Voodoo-KöniginZauberspiegel: Im neu gestarteten „GESPENSTER KRIMI“ erlebten mit „DIE VOODOO-KÖNIGIN“, „DIE MARIONETTEN DES SATANS“, „DIE SEEHEXE“ oder „IM TEMPEL DER DÄMONEN“ einige Horror-Roman von Dir eine Neuveröffentlichung. Hättest Du nicht mal Lust, einige neue Horror-Romane für die Heftroman-Reihe zu schreiben?
Walter Appel: Durchaus. Ich werde mich darum kümmern. Allerdings bin ich nicht mehr jung – die Mengen wie früher haue ich nicht mehr raus. Will ich nicht. Ein paar Jahr werde – will zumindest – ich schon noch tätig sein.

Walter AppelZauberspiegel: Wie kam es eigentlich zu dem Pseudonym Earl Warren?
Walter Appel: Ja, der Earl. Den Earl habe ich vom Earl Dumarest, dem kosmischen Vagabunden von E. C. Tubb. Der Stil und die Action gefielen mir.
Warren ist mir von irgendwoher eingefallen.
Als ich dann ein so anderhalb Dutzend Romane mit dem Pseudo geschrieben habe sagte mir ein Redakteur: Earl Warren, das ist der Verfasser des Kennedy Reports über die Ermordung von JFK. Earl Warren war Gouverneur von Kalifornien – lange vor Arnie – und später oberster Bundesrichter der USA.
Das hatte ich nicht gecheckt – damals war noch nicht wie heute Internet und Google, dass man leicht nachschauen kann.
Ja?, habe ich da gesagt? Was machen wir denn nun? Redakteur antwortete: Schreiben Sie einfach weiter unter Earl Warren. So lange sich keiner beschwert.
Das hat bis heute niemand getan. Also habe ich mittlerweile ein Gewohnheitsrecht auf den Namen. Es gab übrigens auch einen Jazz-Saxophonisten, der Earl oder Earle Warren hieß. Das ist er, der Letztere. Ein schöner Mann. Wir Earle sind alle schön. Der Giesa (WKG) hat mich im Spaß ab und zu mit Herr Bundesrichter angesprochen.

Zauberspiegel: An welchen Romanprojekten arbeitest bzw. schreibst Du zur Zeit? Kannst Du den Lesern des Online-Magazins darüber schon etwas verraten?
Walter Appel: Jack Slade. Da knie ich mich hauptsächlich rein.

Zauberspiegel: Walter, vielen Dank für die Beantwortung der Fragen.
Walter Appel: Gern geschehen. Lieber Ingo, ich habe zu danken. Entschuldige, dass es mit der Beantwortung etwas gedauert hat. Hab viel um die Ohren, wie man so sagt. Gruß an meine Leser und Leserinnen.

Kommentare  

#1 Cartwing 2023-05-28 09:05
Schön, dass es ihn noch gibt...
Seine Beiträge zum Malkuth - Zyklus, der gerade in der Hunter - Serie läuft, waren die mit Abstand besten. Ich bin auf seine späteren Romane gespannt
#2 Ringo Hienstorfer 2023-05-28 11:01
Dem stimme ich zu. Für mich persönlich aber waren die Appel-Romane im DK und auch im VHR mit Abstand immer die besten und originellsten. Manche davon habe ich viele Male gelesen.
#3 Matzekaether 2023-05-28 23:24
Walter Appel - für mich einer "pulpischsten" Autoren im Heftroman und einer meiner Lieblinge - zusammen mit Ködelpeter und Wunderer. Ich mag auch seine Jerry Cottons, die bunt und reißerisch sind, aber oft mit Augenzwinkern. Ich wußte gar nicht, daß er noch schreibt und dachte, die UFO-Sachen sind Neuauflagen. Sehr erfreulich.
#4 matthias 2023-05-29 10:29
Wikipedia schreibt: "Walter Appel hat seit 1973 unter etlichen Pseudonymen wie Earl Warren und Edgar Tarbot über 1.000 Romane geschrieben"

Ich zweifele nicht die Zahl der Romane an. Appel ist ein Vielschreiber, allerdings einer von den guten.

Aber das bei Wikipedia erwähnte Preudonym "Edgar Tarbot" ist doch meines Wissens ein alleiniges Pseudonym von Friedrich Tenkrat.
Auch im Weigand steht nichts anderes.

Wer hat recht?
#5 Heiko Langhans 2023-05-29 11:22
Die WP dürfte sich irren, möglicherweise auch, was die Zahl der Romane betrifft; ich vermute das Mitzählen der Nachdruckausgaben unter anderen Namen bzw, Titeln, was z.B. bei Günter Bajog die irrwitzige Zahl von 2000 Romanen ergibt. Aber das bedarf der Einzelfallklärung.

Zakum, der Listenreiche, hat auf/für Walter Appels Homepage eine umfangreiche Bibliographie eingestellt (die allerdings auch schon etwas in die Jahre gekommen ist - Update, anybody?). Das Pseudonym "Edgar Tarbot" taucht darin nicht auf.

Allerdings hat Fritz Tenkrat einen Redlight-Ranch-Roman als Edgar Tarbot verfasst (und einen weiteren als Brian Ford); für die Serie war Appel einer der Hauptautoren. Vielleicht stammt daher die Verwechslung.

Angeblich geht die Zuordnung Appel/Tarbot auf den Geisterwald-Katalog von 2009 zurück. Hat den jemand parat?
#6 matthias 2023-05-29 17:08
Bei Ebay gibt es derzeit 2 Angebote vom Geisterwald-Katalog, allerdings aus dem jahre 2000.
Aber den hab ich bei mir durch den Weigand (3.A) ersetzt.
#7 Zakum 2023-05-30 15:59
Also bei Walter A. kommt man (mittlerweile) schon auf über 1000 Romane, bei Günter Bajog komme ich auch auf über 1400 "Erstauflagen" ... also ohne eindeutige Neuauflagen, aber ohne Bereinigung von Titel die mehrfach geändert oder tlw umgeschrieben worden.
Da muss man sich pulverrauch.de zu Gemüte führen ;-)
#8 tobpek 2023-07-10 16:17
Nach "Bad Bart Bonney" hat Walter Appel folgende Jack Slades geschrieben:

967 Dirty Mary und die Schienengeier (Ava Sharp 5)
969 Blut im Missouri
970 Hetzjagd auf die Llanogeier (Ava Sharp 6)
971 Schnell verdiente Dollars
972 Du warst zu leichtsinnig, Cowboy!
973 Blutige Rache
976 Devil's Leap Canyon
979 Lucky Hank
981 Sie ritten auf dem Pfad der Ehre
983 Marily, die Ungehorsame
984 Jeder hat was zu verbergen

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