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Infininauten und BoD

Making of InfinautenInfininauten und BOD

Heute begebe ich mich zum ersten Mal surfend hin zu BoD, um zu sehen, wie meine Sciencefiction-Serie am besten Gestalt annehmen kann.

Einfach veröffentlichen. Das steht da unprätentiös ganz oben auf einer Art Banner, rechts am Rand schauen zwei junge Menschen auf den Bildschirm ihres Laptops und smilen. Links am Rand ist das BoD-Logo, mit einem seltsamen O und einem D, das verglichen mit den Rundungen des B irgendwie zu rund wirkt.

Darunter als Erstes, woran das Auge hängen bleibt: Wir machen aus Ihrer Idee ein Buch
Nee, das macht ihr nicht – ich mache aus meiner Idee ein Buch und zahle euch dafür.

Ein bunter Balken mit acht Dropdown-Menüs, mein Mauszeiger wandert und verharrt kurz, um die jeweiligen Menüpunkte sichtbar zu machen. Gut, für mich interessant sind nur zwei der acht Bereiche: BoD für Autoren und speziell weiter rechts dann Info & Service.

Bevor ich mir genauere Infos hole, möchte ich mich ganz prinzipiell mal kurz schlau machen und entdecke die Übersicht über die verschiedenen Servicepakete im Print-Bereich.BOD - Fun oder nicht

Bod Fun hört sich ja nett an, um Null Euro auch noch, aber ohne Buchhandelsanschluss und ISBN scheidet diese Machart gleich mal aus.

Bod Classic um € 39,00 bietet alle Leistungen, die auch BoD Comfort bietet, bis auf das Referenzexemplar. Und nur für das Referenzexemplar zahle ich gleich das zehnfache? Häääh?

Rumgeklicke klärt mich auf, dass Bod Comfort für die Leute ist, die ihr Zeug nicht hochladen können, die Wert auf telefonische Beratung und so legen. Ist ja schön und gut, aber gleich € 399,00 dafür ist ein wenig happig, zumal das klitzekleine Sternchen verkündet, dass der Preis nur für Paperbackformat gilt, bei Hardcover kämen nochmal saftige € 150,00 hinzu. Warum genau das so ist, erschließt sich mir auch nach kurzem Grübeln nicht, aber da das sowieso Service ist, auf das ich verzichten kann, ich nicht gedenke, Infininauten im Hardcover zu bringen und ich sicher keine vierhundert Euro ausgeben möchte, ist mir BoD Comfort eh Schnuppe. Ergo wird es BoD Classic werden.

Irgendwo verklicke ich mich und bin plötzlich bei Zusatzleistungen wie Lektorat, Layout und Marketing. Alles Dinge, die ich selbst tun werde, zumal die Kosten dafür mich obendrein abschrecken. Also nochmal zurück zum Start auf Home. Nächster Menüeintrag in BoD für Autoren ist ein ominöser Preiskalkulator. Neugierig klicke ich den mal. BOD kalkuliert

Produktklasse weiß ich jetzt schon. Bei der Einbandart wäre natürlich ein geheftetes Booklet so richtig wie ein Heftroman, aber betrübt stelle ich fest, dass Booklets bei BoD nur maximal 48 Seiten haben können, ich brauche aber 64. Somit bleibt ohnehin nur Paperback.

Beim Buchformat weiß ich anfangs nicht, was Standard, Großformat oder Maxiformat bedeuten, und da gerade in dem Bereich kein anklickbares „i“ für eine Popup-Information steht, lasse ich vorläufig mal den Radiobutton bei Standard stehen.Seitenzahl des Buchblocks (das ist das Zeug zwischen den Umschlagseiten) ist 64, wie eben ein klassischer Heftroman beschaffen zu sein hat.

Farbseiten? Hmmm... Nee, wozu brauche ich Farbseiten im Buchblock?

Ladenpreis ist jetzt die spannende Frage. Zum Ausprobieren tippe ich mal € 2,10 rein, soviel kostet Perry Rhodan gegenwärtig in Österreich. Ich krieg eine Meldung, dass bei dem niedrigen Preis eine Veröffentlichung kostendeckend nicht machbar ist. *Snief*

Ich versuche mich langsam nach oben zu tasten. Der erste Preis, wo es möglich ist, wären € 3,25. Dabei hätte ich eine Gewinn-Marge von einem Cent, wow! Ich werde nochmal Millionär damit, sag ich euch.

Ich klicke auf die Information beim Margen-Feld und erfahre, dass durchschnittlich eine Marge von 22% von BoD-Autoren veranschlagt wird. Also gehe ich die Preisgestaltung von dieser Seite an. Ich taste mich jetzt mit dem Verkaufspreis an eine Höhe, wo ich 22% Marge darauf hätte. Das wären dann exakt € 5,37 als Verkaufspreis.

Ich überlege. Nur kurz. Nein, ich weiß von mir selbst, dass fünf Euro eine Grenze ist, die wohl sehr wenige zu überschreiten willens wären.
Ergo kann ich mir eine 22-prozentige Marge gleich mal abschminken.

Als nächstes gehe ich runter auf € 4,00 Verkaufspreis. Ja, das sieht schon besser aus. Dann noch die berühmten fünf Cent drunter, sind wir auf € 3,95. Das ist ne Marge von 10 Prozent. Für jedes verkauft Exemplar gäbe es 40 Cent (bzw. 37 cent netto, wobei ich auf der ganzen Website von BoD leider keinen Aufschluss über die Bedeutung von Brutto und Netto bei der Marge gefunden habe).

 

Ich müsste also grob einhundert Exemplare davon verkaufen, damit ich die Einmalkosten von € 39,00 wieder drinnen habe. Die Zahl 100 schreckt mich zuerst doch etwas ab. Aber dann überlege ich. Es ist ja nicht so, dass ich 100 Stück in der Woche verkaufen müsste, wie etwa Perry Rhodan nur eine Woche lang wo ausliegt. Und für den Anfang schwebt mir ohnehin nur eine zweimonatliche Erscheinungsfrequenz für die Serie vor.

 

Ist es realistisch, in zwei Monaten 100 Stück von einer neuen Serie zu verkaufen, von der noch niemand je gehört hat, die bei BoD erscheint und somit von wohl 99% der Leser, die auf Amazon oder Libri zufällig drüber stolpern, süffisant schmunzelnd links liegen gelassen wird? Nee, natürlich nicht. Aber ein Band ist ja auch nicht bloß zwei Monate erhältlich, das ist ja eigentlicher Sinn und Zweck des On-Demand-Verfahrens, damit man eben nicht eine fixe Auflage hat, die dann bis zu einem Stichtag weggegangen ist oder eben nicht.

 

Da ich jemand bin, an dem die Hybris nicht nur nagt, sondern aus dem sie bereits ordentliche Stücke rausgebissen hat, komme ich zu dem Entschluss, dass ein bisschen Ambition bei dem Projekt nicht schaden kann. Und wenn es drei Jahre dauert, bis sich 100 Stück verkauft haben, irgendwann sollte ich die Zahl zusammen haben, so ich auch nur irgendwas als Autor tauge.

 

Großes Geld ist damit ohnehin keines zu machen, und bevor ich fünf Euro verlange, damit ich über drei Jahre hinweg einen Gesamtgewinn von einmal Kinogehen samt Popcorn einfahre, mir dabei aber die „Schmerzgrenze“ des Preises versaue, verzichte ich auf Film und Puffmais und ziele lieber um wesentlich zumutbarere € 3,95 die „schwarze Null“ an.

 

Aber eine Frage ist immer noch nicht geklärt, nämlich: Was genau ist Buchformat Standard und ist das überhaupt das Richtige für mich? (Die anderen Formate kosten nämlich deutlich mehr!) Was ist mit laufenden Kosten? Wie genau verhält es sich mit Covergestaltung und der Machbarkeit allfälliger Innenillustrationen?

 

Fragen über Fragen, die ich im folgenden Teil der Artikelreihe beantworten werde. Nächste Woche, gleiche Zeit, gleicher Sender!

 

Infinite Grüße!

 

Wolfgang

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