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Der Gerechtigkeitsliga-Fernsehfilm (1997) - Wie sich CBS Superhelden vorstellt

Heldenhaft - Die DC-KolumneDer Gerechtigkeitsliga-Fernsehfilm
Wie sich CBS 1997 Superhelden vorstellte

Heute widmen wir uns in masochistischer Detailliertheit einem der übelsten Machwerke mit DC-Bezug aller Zeiten. Nämlich dem 1997er Pilotfilm zu einer (doch nie umgesetzten) TV-Serie über das mächtigste Heldenteam des DC-Universums: The Justice League of America.

Was sich der Groß-Sender CBS dabei gedacht hat, ist nicht überliefert, aber offenbar dürfte zumindest deren Hausmeister den hirnverbrannten Grad Absurdität erkannt und der (US-)Öffentlichkeit den Gefallen getan haben, eine Ausstrahlung dadurch zu verhindern, dass er die Master-Tapes rechtzeitig im Heizungskeller versteckte.


Superhelden-Limbo-TimeWohl erst als der gute Mann dann in Rente ging, wurden die Tapes wieder entdeckt und nach außen „geleakt“, wie das auf Neu-Deutsch heißt. Seitdem kursieren Bootlegs des Films in ungeniert freiem Verkauf auf US-Cons, dem US-eBay und selbst frei verfügbar im Netz findet sich diese den Wahnsinn bringende Totgeburt des Regisseurs Felix Enriquez Alcala schon seit gefühlten Ewigkeiten.

CBS lässt ungewohnterweise seit Jahren keinen einzigen seiner Rottweiler-Anwälte von der Leine, daran etwas zu ändern. DC hat offenbar auch nichts dagegen, macht gute Miene zu bösem Spiel und nimmt es als unfreiwillige Persiflage. Beide tun gerne so, als hätte es den Film nie gegeben. Beschwichtigen sinngemäß mit: „Ja was wollt ihr denn? Worüber regt ihr euch denn auf? Der ist ja eh nie ausgestrahlt worden. Wisst ihr eigentlich, wieviele Pilotfilme es nie zur Ausstrahlung schaffen?“

Eine Aussage, die allerdings keine universelle Gültigkeit besitzt. In den USA ist der Film wirklich und wahrhaftig bis heute nicht ausgestrahlt worden.

Aber einige der verzweifeltsten Sender weltweit, also außerhalb der USA, haben ihn ausgestrahlt. Sender, die jeden noch so großen Schrott senden, solange man billigst an die Rechte kommt. Etwa das fünfte Programm in England oder auch Winzig-Kabelsender in Israel, Puerto Rico oder Thailand. Tja, und ein richtig tumber Loser-Kanal in Deutschland ebenfalls, traurig aber vielsagend wahr ...

Letzteres nämlich am 26. März 2005, laut IMDb. Ich selbst habe das damals zum Glück nicht mitbekommen. Sonst könnte ich ja auch diesen Artikel nicht schreiben, wäre ich doch (damals noch ahnungslos über die Natur dieses Films) gänzlich unvorbereitet ans Gucken gegangen, und als Folge davon seit über fünf Jahren unkontrolliert sabbernd, spastisch zuckend, heiser schreiend und endlos lachend in einer Zwangsjacke in Steinhof (der Irrenanstalt in meiner Heimatstadt Wien) weggesperrt.

Nein, ich entdeckte diese „Perle“ erst vor ein paar Jahren auf youtube. Als ich bereits aus Berichten darum wusste, was mich erwarten würde. Und trotzdem bin ich beim ersten Ansehen vom schieren Ausmaß der Letztklassigkeit überwältigt gewesen.

Okay.

Aha.

Dem Wolfgang hat also ein Film nicht gefallen.

Na sowas aber auch!

Und darüber schreibt er jetzt einen ellenlangen Artikel?

Oooh, so einfach und simpel ist es nicht, ihr, die ihr euch im Zauberspiegel betrachtet!
Dieser Film ist Paradebeispiel für ein weit verbreitetes Phänomen. Und nein, ich meine jetzt nicht jenes Phänomen, das da heißt „Minderwertiges Fernsehprogramm“.

Ich spreche von den Fällen, wo ein Film der Sache selbst, die seinen Inhalt ausmacht, unfassbaren Schaden zufügt. Ich sage nur (um bei Zauberspiegel-Thematiken zu bleiben): Sinclair-Verfilmungen!

Ice und Fire im Comic und FilmMan hat es nun – so man mit einem Umfeld gestraft ist, welches einem selbst nicht annähernd so viel Freiraum lässt wie man dem Umfeld – ohnehin nicht leicht als volljähriger Comic-Fan. (Man beachte meine gekonnte Vermeidung des Wortes „erwachsen“!) Und als erklärter Fan von Superhelden-Comics hat man es gleich noch viel schwerer.

Sicher, man kann sich ganz allgemein rausreden: Jeder hat einen spleenigen Tick für (und sammelt vielleicht sogar) irgend etwas. Die einen kleine Elefanten, die anderen Comics und andere Medien zu Superhelden, wieder andere (meist die, „wo weiblich sind“) Küchenschränke voll Tupperware, oder (die, „wo männlich sind“) Vaterschaftsklagen.

Man kann sich auch auf die Kindheitswurzeln rausreden, auf „waren eine arme Arbeiterklassen-Familie und erst als Erwachsener habe ich das nötige Geld, mir all das zu besorgen, was als Kind nicht drin war“.

Man kann (und unsereins kann das im Schlaf) die Bandbreite der Comic-Kunst bemühen, kann bei Höhlenmalerei beginnen, eine halbe Stunde des Erörterns später elegant Art Spiegelmans „Maus“ vom Regal ziehen (vorher abstauben nicht vergessen!), bevor man dann über siebzehn weitere Wegpunkte bei Superhelden anlangt. Und wenn man sich konzentriert, kann man es nach einigen Jahrzehnten der Trockenübung vorm Spiegel glaubhaft so klingen lassen, als wäre man selbst ja gar nicht wirklich an den Übermenschen in Spandex interessiert, als erwähne man die bloß als weiteres wahlloses Beispiel der diversen Auswüchse, zu welchen diese Kunstform Comic - ja: dieses waschechte MEDIUM Comic sich eignet.

Allein ... man fühlt sich wie sein eigen Judas!

Wie wunderbar wäre es, ein(!) Ding zu haben, einen(!) Band eines Comics, einen(!) Film, eine(!) Fernseh-Staffel-DVD, die man Superhelden-Unkundigen einfach in die Hand drücken kann, zum - und jetzt kommt es: anleitungsfreien(!) - Konsum.

Und abrakadabra! Hernach weiß der derart beglückte Konsument plötzlich um all das, was einen selbst an der Sache so fasziniert. Weiß er plötzlich, was an dem auf Nicht-Eingeweihte (vormals) infantil-eindimensional gewirkt habenden, farbenfrohen Abenteuern und Figuren so unwiderstehlich, inspirierend, ehrfurchtgebietend und rundum zeitinvestitionswert ist!

Dummerweise gilt außerdem und überhaupt: Das Leben ist keine Wunschkonzert.

Solche „Dinge“ gibt es nicht. Was es hingegen gibt, sind eine endlos scheinende Anzahl an Dingen wie der Film, dem sich dieser Artikel widmet. Von Leuten gemacht, die nachweislich und offensichtlich nicht den Hauch einer Ahnung von der Materie haben. Die oftmals auch filmemacherisch-handwerklich keine Ahnung haben.

Nicht nur trägt so ein Machwerk dann nur zu weiterem Unverständnis und Verhöhnung von Superhelden bei, sondern die objektiv erkannte Langweiligkeit und Tristesse des Ganzen wird dann irrational subjektiv auf die Thematik Superhelden an sich geschoben, was den angerichteten Schaden bloß noch potenziert! Und dann setzt bei Leuten wie mir immer das Fremdschämen ein, und eine vollkommen hilflose Wut ob der Grottigkeit solcher Filme, und speziell ob der Machtlosigkeit darüber, dass da jemand einfach hergehen darf, und der Sache, an der mir liegt, das „Leben“ schwer zu machen, gar deren sinnhafte „Daseinsberechtigung“ in Frage oder Abrede zu stellen.

Das fühlt sich dann für unsereins an wie: I have no mouth, and I must puke!      

Aber genug des Wehklagens - in medias res!

Justice League of America (1997)

Regie: Felix Enriquez Alcala
Buch: Lorne Cameron & David Hoselton

The Weather Man (Dr. Eno) - Miguel Ferrer
Martian Manhunter - David Ogden Stiers
Ice (Tori Olafsdotter) - Kimberly Oja
The Atom (Ray Palmer) - John Kassir
The Flash (Barry Allen) - Kenny Johnston
Fire (B. B. DaCosta) - Michelle Hurd
Green Lantern (Guy Gardner) - Matthew Settle
Martin: David Krumholz

Der untersetzte Atom im grottigen KostümDie Handlung des Films ist schnell erzählt:

In der fiktiven (und im DC-Universum nicht existenten!) Großststadt New Metro (im Film Heimat gleich aller Helden der Justice League) fürchtet der Wissenschaftler Dr. Eno um die Kürzung der staatlichen Förderungen für sein Meteorologie-Institut. In seiner Verzweiflung erfindet er einen Wettermanipulator und verbreitet fürderhin als Weather Man durch schlimme, künstlich herbeigeführte Unwetter Angst und Schrecken. Wenn er schon keine Fördermittel mehr erhält, will er auf diesem Weg 20 Millionen Dollar von der Stadt erpressen.

Der Weather Man wird im Film von Miguel Ferrer verkörpert, den man aus vielen Fernsehserien und Filmen kennt, hierzulande momentan wohl am ehesten aus „Crossing Jordan“ als Dr. Garet Macy. Er spielt seine Rolle routiniert und gekonnt herunter - ihm sind am wenigsten Vorwürfe zu machen, weil für das Buch und die Dialoge kann er nichts.

Im gleichen Institut arbeitet auch Tori Olafsdotter, eine unfassbar hyper-schüchterne Forscherin ohne jegliches Selbstvertrauen, die den Verdacht hegt, dass der Weather Man vielleicht jemand aus dem Institut sein könnte. Dr. Eno selbst scheint ihr anfangs viel zu seriös und unverdächtig, aber als sie im Institut einem anderen Mitarbeiter nachspioniert, geschieht ein Laborunfall, der ihr die Superkraft Kälte verleiht. Eher zufällig ertappt sie schließlich Dr. Eno, als er gerade dabei ist, ein Drohvideo als Weather Man aufzuzeichnen, kann ihm aber vorerst entkommen.

Die Schauspielerin Kimberly „Kim“ Oja ist für mich der einzige wahre Lichtblick im Film. Sie spielt die eigentlich unerträglich übertriebene Schüchternheit perfekt und liebenswert. Zu dumm nur, dass die DC-Figur in den Comics keineswegs so ist. In den Comics beruhen ihre Kräfte auf einer magischen Eigenheit ihres ganzen Volkes, und ist sie zwar reichlich unschuldig-naiv, aber keinesfalls so vollkommen sozialverhaltensgestört schüchtern, wie ihre Rolle in diesem Drehbuch angelegt wurde. Außerdem heißt sie Tora nicht Tori. Versöhnlich stimmt lediglich der Umstand, dass sie von allen gecasteten Schauspielern dem Comic-Original noch am ähnlichsten sieht. (Ich habe in den Bildern zum Artikel jeweils auch eine Illustration in den Comics eingebaut.)

Die anfänglichen Wetter-Terror-Anschläge des Weather Man werden von den Mitgliedern der Justice League vereitelt bzw. entschärft. Etwa gleich zu Beginn, als der Flash einen Hurrikan im Alleingang durch Herstellen eines Gegenrichtungs-Hurrikans neutralisiert. Während die anderen Mitglieder der Liga (Green Lantern, Atom, Fire) nichts besseres zu tun haben als eine Katze zu retten (und nein, nicht von einem im Sturm gefährlichen Ort wie etwa von einem Baum - die schlaue Katze hat sich unter das Fundament eines Hauses verzogen, wo ihr im Hurrikan absolut nichts passiert wäre, nur der blöde Atom holt sie dort raus)!

Alle vier genannten Helden sind nicht nur fragwürdigst besetzt, sondern alle Rollen wurden im Drehbuch in einer Art angelegt, die aber auch absolut gar nichts mit den Originalen in den DC-Comics zu tun hat. Mit Abstand am Übelsten ist der Flash Barry Allen (gespielt von Kenny Johnston).
Das Drehbuch hat aus einer in den Comics verantwortungsvollen, intelligenten Figur (die als Wissenschaftler im Spurensicherungslabor der Polizei arbeitet) einen hilflosen, arbeitslosen Proll gemacht. Warum? Keine Ahnung, ehrlich. Es erfüllt im Film keinerlei Zweck, außer, dass die Figur vollkommen verabscheuungswürdig rüberkommt. Der Schauspieler spielt Barry Allen wie das schlimmste „Opfer“ (im Sinne des heutigen Jugend-Wortschatzes). Er kann sich nichtmal selbst ernähren und muss folglich bei den ebenso nutzlosen Atom und Guy Gardner, die in einer WG wohnen(!), mit einziehen.

Der Film wirkt, als versuche er die zur Zeit der Entstehung hippe Show "Friends" zu kopieren. Den ganzen Film durchziehen Making-Of-artige Interviews(!), welche die „geheimen“ Identitäten der Helden geben, über ihre Abenteuer, speziell im Umgang miteinander. Das ganze wirkt wie aus Big Brother entnommen, ist hirnrissig und unerträglich. Auch wem sie diese Interviews denn geben würden, ist vollkommen unlogisch und nicht zu Ende durchdacht!

Wenn die Justice League nicht gerade mit der Bekämpfung böser Wetterphänomene beschäftigt ist, dreht es sich ausschließlich um deren Liebesleben. Guy Gardner (der im Film regelrechte Anti-These zur DC-Comic-Figur und deren wahrem Naturell ist) kommt als weichgespülter Frauenschwarm daher, dem ob seiner JL-Tätigkeit die Freundin wegzulaufen droht. Fire quält sich (als Banane kostümiert!) als Nachwuchs-Aktrice zu einem Werbe-Casting, wo der noch Teenager seiende Casting-Assistent sich in sie verknallt, sie durch den ganzen Film in ärgster Weise stalkt, was sie ja sooo süß findet!

Der Flash - schnellster Dummkopf der WeltFire wird von Michelle Hurd verkörpert, die zwar als einzige im ganzen Cast physisch für die Rolle als Superheldin passend beschaffen ist, aber manchmal mit solch abweisender Grabeskälte schauspielert, dass es einem selbst bei ihr verunmöglicht wird, die Performance zu mögen.

Im Zuge der Nachforschungen der JLA begegnen die Helden auch Tori Olafsdotter, in welche sich Atom prompt verknallt. Der Martian Manhunter, der im Film eine Funktion ausübt wie halb Charlie halb Bosley bei "Drei Engeln für Charlie", lässt sie schließlich ins Hauptquartier der JL verschleppen (anders kann man das nicht nennen), und bringt ihr bei, ihre Kräfte kontrolliert zu benutzen.

Der Martian Manhunter wird solide, aber zu getragen und schlussendlich unverbindlich verkörpert von David Ogden Stiers, wohl allen noch als Major Winchester aus M*A*S*H in Erinnerung. Leider ist der gute Herr äußerst beleibt, und es gehört zu den unfreiwillig komischsten Momenten im Film, den Martian Manhunter mit unfassbarem Bierbauch aus seinem Umhang hervorragend in langen Kameraeinstellungen im Profil sehen zu müssen. Echt genial, wirklich!

Der Weather Man holt zum finalen Schlag aus, indem er einen Tsunami an die Küste prallen lassen will (New Metro liegt an der Küste), und es ist einzig Ice allein, der es gelingt, die Sturmwelle einzufrieren, während Fire und Atom nutzlos herumfliegen, der Flash ein paar Kinder in Sicherheit bringt, und Green Lantern slapstickartig Dr. Eno schließlich außer Gefecht setzt.

Alles endet damit, dass Ice regelrecht überredet werden muss (ist halt doch die Einzige mit Hirn im ganzen Film), dieser Waschlappentruppe beizutreten. Erst in den letzten drei Sekunden des Films sieht man Ice im Kostüm.


Der Film ist durchwirkt von Albernheiten ohne Ende, etwa wenn Atom, der unter Zeitdruck geheime Information in einem Computer einsehen muss, bei einem Lichtschranken einer Tür verweilt, um Limbo zu tanzen ...

Alles, was die Macher dieses Films an Zuständen im DC-Comic-Original versauen konnten wurde versaut. Keine der Figuren im Film hat die Charakterbeschaffenheit mitbekommen, die sie in den Comics hatte.

Guy Gardner ist im Comic bitteschön kein Softie. Er hatte nie etwas mit Fire sondern mit Ice. Er wohnt auch ganz sicher nicht mit Atom in einer WG.
Die JLA hat kein U-Boot als Hauptquartier, wie im Film fälschlich dargestellt.
Flash ist im Comic-Original bitteschön kein Spast.
Fire hat Herz.
Atom und Flash haben Hirn.
Die Liste an Verfehlungen ist endlos. Jeder, der die JLI-Comics der späten 80er kennt, wird alle paar Minuten etwas auf der Mattscheibe sehen, das ihm den Magen umdrehen wird.

Für alle Zuseher ohne solche Vorkenntnisse bleibt ein kryptisches Machwerk.
Ein Film, der nichts ist. Nicht lustig, nicht spannend, nicht actionreich (die meiste Zeit über sieht man die Helden als Zivilisten „Friends“ nacheifern).

Superhelden sollen und wollen verehrt werden. Die „Helden“ in diesem Film sind bemitleidenswert und erbärmlich. Teils einfach nur unerträglich. Ich würde mit keinem von denen (außer vielleicht mit Tori Olafsdotter) im Fahrstuhl stecken bleiben wollen. Würde ich diese Leute als neuen Kollegen in der Arbeit vorgesetzt bekommen - ich würde mir einen neuen Job suchen. Noch am gleichen Tag!

Ein Pilot zu einer Serie sollte im Idealfall die Stärken und das Potential der angedachten Serie aufzeigen. Dieser Film zeigt gar nichts auf. Er winkt vielmehr ab.

Guy Gardner nach der LobotomieDie Spezial-Effekte sind zwar großteils enttäuschend, aber für einen Fernsehfilm durchaus akzeptabel. (Wenngleich ich auch in 1997er Ferseh-Serien schon wesentlich bessere Effekte gesehen habe.)

Die Kostüme sehen teilweise aus, wie von Muttern für den Kleinen zwecks Halloween-Umzug selbst gemacht. Einzig das Kostüm des Flash ist gelungen (der Schauspieler macht mit seinen krummen Beinen darin aber keine gute Figur. Alle anderen Kostüme sind lächerlich. Kompletter Filmriss bei Green Lantern, dessen Kostüm gar nicht grün sondern türkis-blau ist. In den Szenen mit dem Martian Manhunter sieht man deutlich, dass der Gute bloß bis zum Kinn in der Maske war, aber darunter der ungeschminkte Hals sichtbar ist. Amateurhaft!

Auch sonst verzapft der Film Unsinnigkeiten am laufenden Band. Etwa wenn der Martian Manhunter einen Stuhl in Flammen aufgehen lässt, oder später meint (als der Bösewicht das U-Boot der JLA mit einem hochenergetischen Laserstrahl beschießt), dass es bei ihm daheim so heiß sei, dass 300 Grad bloß ein Tag am Strand für ihn wäre.
Nicht nur ist es auf dem Mars scheiß kalt, sondern es gibt auch (in den Comics) nichts, das dem Manhunter so leicht Schaden zufügen könnte wie Feuer.

Auch diese spezifische Zusammensetzung der Justice League macht keinerlei Sinn. In der langen Comic-Geschichte hat sich die Zusammensetzung des Teams wieder und wieder verändert, aber ich habe keine Phase in Erinnerung, wo so derart nicht zusammenpassende Figuren die Liga gebildet hätten. Allein die Zusammensetzung zeugt von volkommener Unkenntnis der Quellen. Es ging wohl bloß darum, Figuren zu finden, die sich kostengünstig und produktionstechnisch „dankbar“ für Special-Effects eignen.

Die Figuren haben im Film auch untereinander keinerlei echte Kameraderie, versprühen keinen Charme, sondern ätzen demotiviert aneinander rum und leben großteils aneinander vorbei.

Nichts an diesem Film vermittelt ein „gutes Gefühl“. Aber Superhelden sollen Feelgood sein.

Er ist übel. Er ist ein großes Übel!

Und zur Gänze (auf Englisch) auf youtube, hier nur der Link zum ersten Teil .

Nächste Woche gibt es Teil 2 der DC-Verlagsgeschichte. Vielleicht schaut ihr ja dann wieder rein, ja?

Kommentare  

#1 Remis Blanchard 2010-12-06 07:52
Ich hatte den Film vor Jahre in einer Tauschbörse heruntergeladen. Der Film war einfach nur schlecht. Da passte überhaupt nichts zusammen. Das geht von schlecht geschneiderten Kostümen bis zu schlechter Schauspielerei. Einfach nur schnell und billig produziert. Wie man es besser machen kann, wird zumindest nächstes Jahr der Green Lantern Film zeigen. Der Trailer zu dem Film sieht auf jeden Fall sehr gut aus.
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