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Crisis on Infinite Earths - Die Handlung

Heldenhaft - Die DC-KolumneCrisis on Infinite Earths
Die Handlung

Diese Woche ist der zweite Artikel zur COIE dran. Die eigentliche Handlung der 12-teiligen Maxi-Serie soll hier genauer begutachtet werden.

Eine derartige Geschichte, die sich von Anbeginn der Zeit bis in ungeahnte Zukunft streckt, die auf „Infinite Earths“ spielt, und in einzelnen Panels auch schon gerne mal an die 200 Figuren abbildet, kann wohl „im Detail“ nur durch zigfaches Selbstlesen begriffen werden.

Aber etwas Ahnung der (DC-)Universum bewegenden Vorgänge, Ereignisse und Handlung der Saga werde ich hier hoffentlich vermitteln können.


New Teen Titans #21 - Erster Auftritt des MonitorsVorbemerkung
Die COIE ist ein durch und durch verworrenes Gespinst. Ihre Handlung regelrecht Antithese zum Konzept der Linearität, des geordneten Erzählens. Man erlangt in frühen Bänden Kenntnisse, die man erst in späteren Bänden braucht, bekommt erst in späteren Bänden Einblicke in die Zusammenhänge der ersten paar Bände.

Prinzipiell liegt in solch einer Machart ja kein Fehler. Meist bin ich selbst auch Freund des Mitratens und Spekulierens. Zu bedenken gilt es hier aber den Umstand, dass wir von monatlicher Erscheinungsweise sprechen. Obendrein nicht von einem Zweiteiler, nicht von einer Trilogie, nicht von einer Tetralogie, sondern von einer 12-bändigen Maxi-Serie.

In welchem Ausmaß man Derartiges dann also sinnvoll, und in welcher Art und Weise „sinnvoll“ zu erachten vermag, ist definitiv Geschmacksache. Ich kann mir aber lebhaft vorstellen, wie sich einige der „live“-Leser damals etwas veräppelt vorgekommen sein müssen, wenn ihnen erst nach weit über einem halben Jahr ein Verstehen der ersten paar Bände ermöglicht wurde.

Meine ursprüngliche Absicht ist gewesen, der Reihe nach Band für Band durchzugehen, jeweils für diesen einzelnen Band auch eine kurze Handlungszusammenfassung zu verfassen. Aber ein solches Unterfangen hat sich letztlich als impraktikabel herausgestellt:

Der MonitorDie ersten paar jener Zusammenfassungen wären voll ominöser Andeutungen und Verweise auf Folgebände gewesen. Und aufgrund der Handlungsdichte, auch der Überlänge jedes einzelnen Bandes, wäre ein einziger Band derart auf eine Artikellänge gekommen, wie die meisten Artikel meiner Kolumne gesamt lang sind.

Somit hätte es quasi 12 Artikel geben müssen und damit hätte man nicht nur die selbst wohlmeinendsten Leser der Kolumne vergrault, sondern ich hätte mich quasi auch selbst vergrault. Weil nicht nur ist die COIE mir selbst nicht derart wichtig, ich betrachte sie auch ganz allgemein als quintessenziell nicht derart wichtig, jedem Band für sich einen ellenlangen Artikel zu widmen.

Höchst erschwerend kommt bei der Geschichte hinzu, dass sich -- selbst nach Lektüre aller zwölf Bände -- keine klare Trennung in Haupt- und Nebenhandlungen durchführen lässt. Die Wichtigkeit verschiedener Handlungsfäden variiert im Verlauf der Maxi-Serie, wodurch eine Band-für-Band-Zusammenfassung über die Gesamtheit der Geschichte uneinheitlich und (auf den COIE-unvertrauten Leser dieser Kolumne) bloß verwirrend wirken würde.

Leider habe ich das erst während des Schreibens des ersten noch derart vorgesehenen Artikels bemerkt, bevor ich dann umzudenken gelernt habe. Daher auch die „Verspätung“ letzte Woche, mit dem Ersatz-Artikel zu Batmans Abenteuer gegen das Phantom.

HarbingerAnlauf und Mitläufer
Die eigentliche Handlung, genauer: der Anlauf auf die eigentliche Handlung, beginnt bereits zweieinhalb Jahre (Realzeit) vor Veröffentlichung des ersten Bandes der COIE.
In New Teen Titans #21 (JUL 1982) hat eine mysteriöse Figur namens Monitor ihren Erstauftritt. Der Name ist im Deutschen vielleicht etwas erklärungsbedürftiger als im Englischen. Im Englischen gibt es ein Verb „to monitor“, was in etwa so viel heißt wie „etw./jmd. überwachen“.

Und dieser ominöse „Monitor“ (nebst seiner Kollegin Harbinger, also der „Vorbotin“) tut fortan in weiteren 21 prä-COIE-Heften (und dann nochmal 16, die zeitlich parallel zur COIE erschienen, aber DC-chronologisch davor angesiedelt waren) genau das:

Er beobachtet, er überwacht alle möglichen Helden. Auch Superschurken, denen er als Ressourcen-Lieferant in ihrem Kampf gegen die Helden unter die Arme greift, um (wie man später erst herausfindet!) ein besseres Bild von den Fähgkeiten der Überwachten zu bekommen.

Im Vorfeld wurden Monitor & Harbinger also betulich und lange eher als Strippenzieher hinter den Bösewichten „aufgebaut“, und es ist in diesem Lichte eine wirkliche Überraschung für die Leser gewesen (eine Überraschung, die Leuten entgeht, wenn sie bloß die COIE selbst lesen, und mit dieser Zeit direkt davor nicht vertraut sind), zu sehen, dass es in Wirklichkeit ganz anders ist. Dass der Monitor der Gute ist, der mit Harbingers organisatorischer Hilfe das Multiversum vor seinem Untergang bewahren will...

Prinzipiell anzumerken ist, dass in COIE #1, der Januar 1985 erschien, als Handlungszeit im Heft Juli 1985 genannt wird. Zum Zeitpunkt des Erscheinens spielte das Ding also in der nahen Zukunft. Dieser „Vorlauf“ war wichtig, weil in den ersten paar Bänden der COIE praktisch keine Zeit vergeht, wodurch die zahlreichen regulär laufenden Serien seinerzeit die Möglichkeit hatten, „aufzuholen“. Erst als die COIE schon halb veröffentlicht war, begannen in den Ongoing-Serien die Tie-In-Bände zur COIE.

Dies war teilweise verwirrend, weil in jenen Tie-In-Bänden erzählt wurde, wie genau viele der Figuren ein halbes Jahr „davor“ (erscheinungstechnisch!) für die Sache des Monitors rekrutiert wurden. Es ist naheliegend, dass dieser Vorlauf sich so versteht, dass Wolfman seine COIE schrieb, und erst als die ersten Bände längst geschrieben und teilweise bereits sogar veröffentlicht waren, haben dann die diversen anderen Autoren „außerhalb“ der COIE ihre Serien passend zum Erzählten hin verbogen. Es dürfte keine große Team-Planung vorab gegeben haben.

Man muss von den über 50 Tie-In-Bänden übrigens wirklich und wahrhaftig keinen einzigen gelesen haben, um der COIE folgen zu können. Andersrum lässt sich das allerdings nicht behaupten. Waren zwar nicht alle dieser 50+ Bände gleichermaßen eng mit den Ereignissen der COIE verwoben, ließen praktisch alle davon den COIE-Ahnungslosen mit zahlreichen Fragezeichen zurück. Viele Bände davon widmen sich dem eigentlichen Rekrutierungsprozess. Selbst wenn man sie nicht liest, darf man sich halt einfach denken, dass Harbinger die Figuren eben irgendwie herbeigeholt hat. In der COIE tauchen hunderte von Helden und Schurken auf, und fast alle ohne „Wie-kommt-der-da-rein“-Erklärung. Aber die braucht man ja auch nicht wirklich.

Einzelne andere Bände widmen sich quasi den Nachwehen, etwa wie Superman die tote Supergirl zu ihren Eltern nach New Krypton bringt und Ähnliches. Wirklich empfehlenswert als erste „Ausbaustufe“ zu einer allfälligen eigenen COIE-Lektüre sind hauptsächlich die Green Lantern Hefte (#194-199) und die Infinity, Inc. Hefte (#18-25 & Annual #1).

Übrigens gibt es keine „offizielle“ Gesamtreihenfolge, in welcher man die 50+ Bände neben den eigentlichen 12 der COIE zu lesen hat. Sie docken einfach hier und dort an der Maxi-Serie an. Manche der 50+ schildern auf Heftlänge was zwischen zwei Panels eines Bandes der COIE geschehen ist, manch andere bringen in einem Heft Ereignisse unter, die verschiedene der 12 Kernbände betreffen. Man kann und darf wirklich frei nach Lust und Laune aus den 50+ zur eigentlichen Maxi-Serie hinzulesen.

Die besessene Harbinger killt den Monitor Handlung der COIE
Ursprünglich gab es bloß ein einziges Universum. Doch vor Milliarden von Jahren entschloss sich ein Wissenschaftler auf dem Planeten Oa (der Heimat der Wächter des Universums, ihres Zeichens „Erfinder“ und „Chefs“ der Grünen Leuchten) die exakte Entstehung dieses Universums, also den Anbeginn der Zeit selbst zu erforschen. Der wissenshungrige Oaner hieß Krona, und obwohl die Oaner ein Verbot gegen derartige Forschung hatten, da eine ihrer Legenden besagte, dass das Universum untergehen würde, stöße man je an den Usprung der Zeit vor, ließ sich der ehrgeizige Krona nicht abhalten.

Kronas Experiment ließ das Universum dann doch bloß „beinahe“ untergehen. Es entstand einerseits ein materielles Multiversum, sprich: das bestehende Universum „vervielfältigte“ sich, andererseits (und viel schlimmer) entstand ein Anti-Materie-Universum. In diesem „bösen“ Universum gab es eine „Kopie“ von Oa, nämlich Qward, und auf einem eigentlich leblosen Trabanten des Planeten Qward entstand ohne weiteres Zutun eine Entität namens Anti-Monitor, der eine Manifestation der Anti-Materie an sich ist.

Im Gegenzug entstand als universeller Ausgleich dazu auf einem Mond um Oa des Anti-Monitors guter Bruder, nämlich der Monitor. Die beiden rangen zunächst unbewusst und ahnungslos allein durch ihre Existenz miteinander, später bewusst, und aufgrund ihrer ursprünglichen Ausgeglichenheit an Macht gab es keinen Sieger, sondern schlugen sie sich gegenseitig „metaphysisch bewusstlos“, nennen wir es mal so. Derart verbrachten sie Milliarden Jahre, quasi ungefährlich „schlummernd“.

Ewigkeiten später machte sich erneut ein ambitionierter Wissenschaftler namens Pariah (von einer Parallel-Erde) auf die Suche nach Wissen um den Ursprung von allem. Er fand heraus, dass es Materie und Anti-Materie gab, und dass die materiellen Universen ein Multiversum waren. Um seine Studien zu vertiefen, erbaute er eine Anti-Materie-Kammer, mithilfe welcher er die Grenze zwischen materiellem Multiversum und anti-materiellem Universum überschreiten konnte.

Während Pariah im Anti-Materie-Universum (AMU) auf Forschungsreise ist, verselbstständigt sich seine AM-Kammer und ein fataler Prozess kommt in die Gänge, welcher sein ganzes Universum durch AM vernichtet.

Diese Vernichtung nun lässt den Anti-Monitor erwachen, und schlimmer: erkennen, dass das ewige Gleichgewicht aufgehoben ist. Er kann nun also tatsächlich gegen den Monitor und das Materie-Multiversum vorgehen. Je mehr Universen des Multiversums er (also die Anti-Materie) verschlingt, desto mächtiger wird der Anti-Monitor, und desto schwächer wird der Monitor.

Letzterer erwacht ebenfalls und erkennt, was da in Gang gesetzt wurde. Doch anstatt Pariah dafür irgendwie zu bestrafen, wird der (nun einsichtig geläuterte) Wissenschaftler vom Monitor utilisiert, indem er - beschützt durch seine AM-Kammer - immer an die „Front“ wechselt, wo gerade Materie von Anti-Materie aufgefressen wird. Derart ist der Monitor über die Schritte seines dunklen Bruders stets informiert. Er erkennt, dass er seit seinem Erwachen der Schwächere der beiden Brüder ist, weshalb er sich auf die Suche nach Helfern für seinen Kampf gegen den Anti-Monitor macht.

Um schneller auf seiner Suche voran zu kommen, nimmt der Monitor Harbinger unter seine Fittiche, die sich in viele „Replikanten“ ihrer selbst vervielfältigen kann, welche dann gleichzeitig auf Rekrutierung von Helfern gehen können.

Derart trommeln Harbinger und Monitor in den ersten paar Bänden unzählige Helden und Schurken des Multiversums zusammen. Aus verschiedensten Zeiten auf verschiedensten Parallel-Erden. Auf einer solchen Mission wird ein Harbinger-Replikant allerdings von einem Dienerwesen des Anti-Monitors „besessen“. Dies mündet schlussendlich (bereits in Band 4 um genau zu sein) darin, dass Harbinger den Monitor (also ihren Verbündeten) umbringt, weil der Anti-Monitor ihr das quasi suggeriert.

Der Monitor hat das aber vorausgesehen, und in seinem Tod wird seine frei werdende Energie dazu verwendet, die Universen von ERDE-1 (der damals „echten und aktuellen“) und ERDE-2 (der Golden Age Erde) in ein beschützendes Negaversum zu ziehen, wo sie zumindest vorläufig vor dem Anti-Monitor sicher sein sollte.  

Auch zu diesem Zwecke hat der Monitor in den ersten paar Bänden zuvor sein erstes rekrutiertes Heldenteam (das hier im Artikel abgebildet ist) damit beauftragt, auf verschiedenen Erden und in verschiedenen Zeiten Maschinen von ihm zu aktivieren und vor den Angriffen der so genannten Schattendämonen (den Dienerwesen des Anti-Monitors) zu beschützen. Diese Maschinen haben die Form gigantischer Stimmgabeln, und deren Aufgabe ist es, diese Welten in eine andere Schwingungslage zu versetzen, damit sie einerseits vor dem Zugriff des Anti-Monitors geschützt sind, aber andererseits auch vor einander geschützt sind. Also dass sie nicht "ineinander" stürzen.

Aufgrund der Hektik, der kurzen Zeit und des stetigen Schwächerwerdens des Monitors in Anbetracht der zahlreichen Parallel-Universen, die der Anti-Monitor verschlingt, ist die "Feinabstimmung" der Stimmgabeln aber bloß suboptimal hinzubekommen, wodurch sich auf diesen Erden Zeitanomalien und Überlappungszonen zwischeneinander bilden. Aber besser ging halt nicht, so auf die Schnelle.

Der Anti-Monitor, das Böse schlechthinDer Anti-Monitor ist darüber naturgemäß erstaunt. Weiß er doch seinen Bruder vernichtet, aber verspürt er keinen Machtzuwachs, da diese Welten eben nicht an ihn fielen, sondern bloß durch eine andere Schwingung vorläufig aus dem Multiversum gekippt wurden. Er entwickelt zum schnelleren Fortschreiten seiner Pläne weitere Methoden. Einerseits macht er vermehrt Gebrauch der Mächte des Psycho-Pirats (eines "Bösewichts", der ursprünglich Teil von Monitors erstem Heldenteam war, bald aber "böse" wurde, nicht zuletzt, weil der gute Herr echte Hirnschäden vorzuweisen hat - beginnt und beendet er die Maxi-Serie doch auch passenderweise in einer Irrenanstalt...)

Während dessen spitzt sich die Lage auf drei weiteren Welten zu, und schließlich ist es Harbinger, die unter Opferung praktisch aller ihrer Superkräfte die drei Erden ERDE-4 (die fiktive Erde, welche Heimat der von DC aufgekauften Rechte des Verlages Charlton Comics ist, wo Blue Beetle, Captain Atom, und viele mehr her sind), ERDE-X (Heimat der Figuren des ebenfalls erworbenen Verlages Quality Comics, auf welcher Erde die Nazis den Krieg erst 1973 verloren, und wohin zur Bekämpfung selbiger einige ERDE-2-Helden emigriert waren) und ERDE-S (ehemalige Fawcett Comics Figuren, hauptsächlich Captain Marvel, vulgo "Shazam") zu den beiden von Monitor "geretteten" Erden hinzu holt. Somit sind jetzt fünf Erden halb am Überlappen in einer vermeintlich sicheren Zone, nämlich 1, 2, 4, X und S.

Ein Trupp Helden macht sich direkt auf den Weg, den Anti-Monitor höchstselbst in seiner steinern-leblos im All schwebenden Sternenfestung anzugreifen. Es ist der gleich in Band 1 von der dort untergegangenen ERDE-3 auf die ERDE-1 gesandte Sohn des E3-Lex Luthors, welcher in seiner Eigenschaft als Mischwesen aus Materie und Anti-Materie die Macht besitzt, ein Tor zwischen dem MU und dem AMU entstehen zu lassen. Derart können besagte Helden in das Reich des Anti-Monitors vordringen, wo erst eine sich bis zum Tod aufopfernde Kara Zor-El (=Supergirl) den Anti-Monitor besiegen kann.

Genauer gesagt kann sie bloß seinen Körper zerstören, bis sich dieser aus der AM-Energie seines AMU wieder selbst geheilt hat, aber selbst dadurch ist den Guten Zeit gewonnen.

Vorübergehend beruhigt sich die Lage mit 5 Erden, die teilweise überlappen, aber nicht mehr drohen, weiter aufeinander ein zu stürzen. Nun sind es einige Bösewichte, angeführt von Brainiac und E1-Luthor, die sich zusammenrotten, um die drei "neuen", wenn nicht gar alle fünf Welten zu erobern. Es kommt zu einem - in Anbetracht der Situation mit dem Anti-Monitor - vollkommen kontraproduktiven Kampf zwischen den Helden und dieser Gruppe Bösewichte, welchem erst der Spectre Einhalt gebieten kann. Der Zorn Gottes bringt die beiden Seiten dazu, gemeinsame Sache zu machen, gegen den gemeinsamen größeren Feind.

Jener, also der Anti-Monitor, hat zwischenzeitlich wieder Gestalt angenommen und baut nun eine gigantische AM-Kanone, mit welcher er den Schutzschirm, den die Stimmgabeln um des Monitors und Harbingers Negaversum aufrecht erhalten, zu zerstören gedenkt. Es ist der in seiner Festung gefangen gehaltene Flash, der im Alleingang die gefährliche Waffe zerstören kann, wenn auch auf Kosten seines eigenen Lebens. Erneut wurde dem Guten Zeit gewonnen, aber der Anti-Monitor wird langsam pampig:

Waren die Menschen der diversen Parallel-Erden bis jetzt nur eine Lebensform unter vielen (und zur Erinnerung: es werden ja nicht bloß die Erden aus den jeweiligen Universen von Anti-Materie verschlungen, sondern deren gesamte Universen!) , entschließt er sich nun dazu, vorübergehend seine ganze Aufmerksamkeit auf die Bekämpfung jener Plagegeist-Rasse Mensch zu richten. Anders gesagt: erst jetzt ist er richtig stinkig auf unsere Helden!

Der Anti-Monitor reist an den Anbeginn der Zeit zurück, um dort - während Krona sein Experiment gerade durchführt - so einzugreifen, dass zwar sein AMU entsteht, nicht aber das Multiversum. Er will also quasi alle Helden aus der Geschichte streichen, noch bevor überhaupt deren beheimatendes Multiversum geschaffen wird.

Spectre und die Helden reisen ihm zum Anbeginn der Zeit nach, während die Bösewichte in die dunkle Vergangenheit nach Oa geschickt werden, um dort während Kronas Experiment eingreifen zu können.

Die Bösewichte schaffen es nicht, allzu hilfreich Dinge zu beinflussen, und es ist schlussendlich der Spectre allein, der am Anbeginn der Zeit (mit der mentalen Unterstützung aller magiebegabten Figuren im DCU) dem Anti-Monitor Einhalt gebieten kann.

Dadurch zerspringt das bisher gewesene Multiversum, und es bleibt auf Materie-Seite einzig die fünffach-Erde 124SX, die nun wahrhaftig zu einer einzigen verschmilzt.

Der Anti-Monitor ist de facto besiegt, aber in einem letzten Aufbäumen und aus gewissem Trotz heraus, unternimmt er einen letzten Versuch, der sich ausnahmslos auf diese eine neue Erde richtet. Er holt die gesamte Erde rüber in sein AMU. Dort aber können E2-Superman, mit dem (endlich!) auch aktiv werdenden Darkseid, sowie dem E3-Luthor-Sohn ihn endgültig besiegen.

Gegen Ende sterben noch einige Seiten lang alle möglichen Figuren, auch werden symbolisch Fackeln übergeben, wie etwa das Flash-Kostüm an den neuen Träger geht, nämlich an Wally West, den ehemaligen jungen Side-Kick von Barry Allen.

Die erste Heldengruppe des Monitors Einige Figuren, die der Superman-Neuschaffung durch John Byrne, die direkt nach der COIE losging, im Wege gestanden hätten (der E2-Superman, Superboy und die E2-Lois Lane, sowie der E3-Luthor-Jr. machen sich freiwillig in ein "Nirgendwo" auf, über das man in den Bänden der COIE selbst bloß spekulieren kann.

Die letzte Seite des Saga bringt uns den Psycho-Pirat wieder im Arkham-Irrenhaus sicher verwahrt. Da er während des Verschmelzungs-Prozesses der Erden im AMU weilte, kann er sich als so ziemlich einziger an die COIE erinnern, alle anderen haben quasi durch die verschmolzenen Welten auch eine neue "verschmolzene" Vergangenheit, und wissen bloß noch diffus, dass sie mal irgendwie irgendwo gegen ein großes Böses kämpfen mussten, namens Anti-Monitor.

Und so endet die Saga. Genauere Auswirkungen und Nachwirkungen, sowie einen Blick auf meine persönliche wie auch die seinerzeitige und heutige Rezeption dieser legendären Maxi-Serie gibt es im abschließenden COIE-Artikel nächste Woche.
Dort wird es auch Kurz-Profile zu den beiden prägenden Machern dahinter geben, nämlich zu George Perez und zu Marv Wolfman. Bis dahin also!

Kommentare  

#1 Michel 2011-01-31 15:06
Hallo Wolfgang
Wie immer ein interessanter Artikel. Ich hätte mich nicht daran gewagt, COIE erklären zu wollen. Auch nach mehrmaligem lesen (Maxiserie im Original und Jahre später als HC), nehme ich mir nicht heraus, dass ich alles kapiert habe. :-*

Als Fan von George Perez und Marv Wolfman war die Serie natürlich ein Muss, auch wenn sie nicht wirklich Klarheit schuf. Mit den nachfolgenden Serien, die Jahre später bereits auszubessern versuchten, wurde das Durcheinander grösser und jetzt sind ja wieder unendlich viele Welten im DC-Universum vorhanden.
Man hätte es auch gleich so belassen können!

Ich bin auf deine Endbetrachtung gespannt. Dann bis nächsten Samstag.
:-)
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#2 Remis Blanchard 2011-01-31 19:35
Momentan blicke ich auch nicht mehr durch. Nach der ersten grossen Krise folgten eine Krise nach der andere und jede Krise brachte neue Veränderungen mit sich. Und am Schluss entstand das Multiversum wieder neu. Man hätte wirklich alles beim alten lassen sollen. Vor allem bei Superman herrscht momentan ein grosses Chaos. Es gibt den Klon Superboy und es gibt den normalen Superboy obwohl nach COIE Superman niemals Superboy war. Das gehörte dem Pocket Universum an. Aber auch Legion veränderte sich nach jeder neuen Krise. Das Chaos ist noch grösser als vor COIE.
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#3 Carn 2011-01-31 20:57
Tja, die diversen 'Krisen' waren im Prinzip nur noch die jeweiligen 'Events des Jahres' - hatten also eigentlich nur den Zweck ein MEGA-Event vorzugaukeln (wobei dann natürlich wieder einige arme Wichte einem Pseudo-Tod entgegen torkeln (Superboy). Die COIE war im Prinzip auch ein Geldbringer, und die Money-Heads spulen gern ein funktionierendes Programm bis zum Erbrechen runter. Alle diese Pseudo-Krisen waren nicht wirklich dolle (ich hab' beispielsweise dann lieber die Konkurrenz von Marvel verfolgt, wo interessantere Krisen abliefen (Civil War)
Die einzig wirklich interessante CRISIS war die IDENTITY CRISIS von Brad Meltzter, sicherlich eine Crime-Story, aber brillant inszeniert und mit Meltzers wirklicher Hingabe an die Charaktere und Ihre Historie.
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#4 Michel 2011-01-31 23:39
COIE hat es vorgemacht: man kann mit Events Geld verdienen. Leider wird das nun von Marvel und DC Jahr für Jahr zu Tode geritten. Es werden diese Krisen geschaffen, die zum Teil gar nichts mehr mit einer logischen Entwicklung der Story zu tun haben. Einfach des Geldes willens. :oops:

Man hört von Lesern, dass die Hefte auch nur der Vollständigkeit wegen gekauft werden, und nicht weil sie wirklich gut sind. Ein Umstand, der mir auch schon aufgefallen ist. "Infinite Crisis" und "52" habe ich enttäuscht nur noch überflogen, nachdem mich die Story langweilte.

"IDENTITY CRISIS" gefiel mir von der Idee her gut, aber sie machte aus bereits grimmigen Helden zusätzlich noch Verbrecher. Sicher ein Umstand, der in der Realität zu suchen ist. Wo hat es noch Helden? Ganz gewiss nicht in der Politik! Diese Gralsbringer sind ein Fatasieprodukt. Und selbst bei Obama werden die Sprünge im Porzelan immer deutlicher.

Ich vermisse die Zeiten, als Keith Giffen mit J. M. DeMatteis die "Justice League" 1987 aus der Taufe hoben. Das waren noch Menschen, die da als Helden mitmachten. Auch mit Humor gesegnet und Situationen, die köstlich waren, aber desswegen waren die Geschichten auch glaubwürdiger. Die bekannten Leute fehlten (Superman, Batman und Wonder Woman) aber mich hatte das nie gestört. Da ging es auch um triviales. Es musste nicht immer das Universum gerettet werden! Und die Hefte waren zumeiste auch auf sich gestellt und liefen nicht ständig über zwanzig Serien! :zzz

Zum Glück kann ich immer wieder in den alten Heften lesen. :P
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#5 Carn 2011-02-01 09:21
In der IDENTITY CRISIS wurde eine Kernfrage des Superheldenbrimboriums konsequent durchgekaut: Wie weit würdest Du gehen, um Deine Liebsten zu beschützen? Ob die JLA tatsächlich zu Verbrechern wurden weil Sie die Gedanken gefährlicher Irrer manipulierten - das muß jeder für sich selbst entscheiden - aber es ist ein wahnsinnig spannendes Thema und Meltzer hat hier die Charakterisierungen superb dargebracht - für mich bedeutend interessanter als alles Parallelerdencrashs und Sonnenfresserkatastrophen zusammen.
Und ja, lieber Michel, auch ich habe die JLI von Giffen und DeMatteis geliebt. Seit dem kam nie mehr etwas so Komisches aus dem Hause DC, und auch die Thematiken waren mehr down-to-earth mit einem Schuß DeMatteis-Esoterik (aber die war zu verkraften).
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#6 Laurin 2011-02-01 14:02
Ich bin da mal ehrlich, verstanden habe ich das ganze auch nach dem Artikel noch nicht wirklich, aber ich glaube mal, dafür muß man einfach auch die Hefte gelesen haben (was bei mir auch nicht der Fall war). Was das Kriesen-Gedönse an sich angeht (egal ob DC oder MARVEL), glaube ich, kann ich mich Michel (#4) durchweg anschließen.
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