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Das große Comeback

Perry, Action und ich - Mein Rhodan-TagebuchDas große Comeback
Wenn (vermeintlich) Tote wieder auferstehen...

„Als der erste Magadu starb, kehrte Kraft in den Leib und die Seele des Regenten zurück.
Als der zweite sein Leben aushauchte, richtete sich Lok-Aurazin auf und öffnete die Tür.
Das Dutzend seiner letzten Opfer fraß er gleichzeitig. Niemals zuvor hatte er so viel Energie gleichzeitig aufgenommen. Sie belebte ihn, katapultierte seinen Geist in ungeahnte Höhen. Ein ganzes Universum aus Psi-Energien stand ihm plötzlich zur Verfügung. Und während die AURATIA explodierte, teleportierte er unfassbar weit.
“

Christian Montillon, »Die Robotgarde«, S. 60

So endete der letzte verzweifelte Versuch einer einstmals mächtigen Rasse, ihre alte Größe wieder zu gewinnen. Mit Lok-Aurazin starb der Letzte der Magadonen. Das Kapitel „Regenten der Energie“ wurde abgeschlossen; der »Demetria-Zyklus«, die erste Staffel PRA, war beendet. Die Guten hatten gewonnen, die Bösen waren besiegt, tot, einer wie der andere.

Mal ganz ehrlich: Wer von euch hat das geglaubt? Wer von euch hat wirklich gedacht, dass die Sache mit den Regenten der Energie ausgestanden und Lok-Aurazin ein für alle Mal von der Bildfläche verschwunden wäre?
Nach diesem Ende?

Bestimmt niemand.

Jeder, der hin und wieder Filme schaut oder Romane liest, in denen finstere Typen wie Lok-Aurazin auftauchen, weiß: Solange du die Leiche des Bösewichtes nicht gesehen hast, ist er nicht tot! Und selbst wenn du die Leiche gesehen hast, kannst du dir nicht sicher sein, dass der Schurke von uns gegangen ist. Das geht erst dann, wenn ein Dutzend Ärzte unabhängig voneinander den Tod bestätigt haben und man die Leiche des vermeintlich Toten noch ein oder zweimal unzweifelhaft umgebracht hat (auch wenn das angeblich nicht möglich ist). Ein Job, der vielleicht unangenehm ist, den man aber unbedingt höchstpersönlich und mit größter Gewissenhaftigkeit erledigen muss. Und erst dann (!) ist der Böse tot (!!) - wahrscheinlich jedenfalls (!!!).

Wer diese Regel kennt, der wusste es sofort: Lok-Aurazin kommt wieder.

Und nun ist es also so weit. Achim Mehnert und Mark A. Herren haben es in ihren Romanen ja schon angedeutet, Hans Kneifel gibt in »Das Auge des Kosmos« endgültige Gewissheit: Lok-Aurazin lebt, und er ist sauer wie nie zuvor.

Perry Rhodan hat dem Magadonen alles genommen: Seinen Traum, seine Robotgarde, sein Volk, ja sogar seine Rache. Kein Wunder also, dass der letzte Regent der Energie vor Hass geradezu überschäumt. Es verwundert daher auch nicht, dass er nun nicht mehr die Arkoniden als Ziel seiner Rachepläne ausersehen hat, sondern den Großadministrator des Solaren Imperiums. Wie groß und stark der Wunsch nach Vergeltung ist, zeigt sich im siebzehnten Beitrag zu PRA, in dem Lok-Aurazin mit aller Kraft versucht Rhodan auszuschalten.

Ach ja, Bösewichte, die angeblich tot sind und dann wieder auftauchen... Wenn es eine Geschichte gibt, auf die die Umschreibung „zweischneidiges Schwert“ passt wie die Faust aufs Auge, dann ist es diese.

Auf der einen Seite haben wir da die ganzen negativen Aspekte, die so eine „Wiedererweckung“ mit sich bringt. Dazu zählt etwa, dass

  • Storylines nie wirklich abgeschlossen werden
  • man als Leser ständig mit alten Feinden konfrontiert wird, auch wenn man lieber neue Gegner sehen würde
  • Neuleser gegenüber Altlesern einen enormen Nachteil haben, da ihnen so manche (wichtige) Vorkenntnisse fehlen
  • man irgendwann anfängt zu denken: „Ja klar, von wegen abgemurkst! Der Kerl kommt wieder.“, egal, wie viele Ärzte den Tod des Bösewichtes auch bestätigt haben
  • und, was das Schlimmste ist: Häufig sind es gerade solche Charaktere, bei denen man einfach froh ist, dass sie endlich weg waren, die dann aber wieder auftauchen.

Dem gegenüber stehen eine Menge positiver Aspekte. Manchmal ist es echt gut, wenn ein vermeintlich toter Gegner wieder auftaucht, denn

  • die Macher einer Reihe müssen nicht viel Mühe darauf verschwenden, neue finstere Charaktere einzuführen, sondern können gleich in die Vollen gehen, da der wiedererweckte Bösewicht ja schon bekannt ist
  • oft sind die alten Bösewichte doch die Besten, so dass man froh ist, wenn sie hin und wieder mal auf einen Besuch hereinschauen
  • mitunter musste der Schurke viel zu früh abtreten, weshalb sein erneutes Auftauchen einem die Möglichkeit gibt, sich intensiver mit ihm auseinander zu setzen
  • das erneute Auftauchen sorgt – mitunter – für eine echte Überraschung
und,
  • das Beste vom Ganzen: Wenn einem der angeblich tote Bösewicht gefallen hat, dann ist man einfach nur begeistert, dass er trotz seines vermeintlichen Ablebens noch eine Zeit lang mitspielen darf.

Wie sieht das nun bei PRA aus? Ist der erneute Auftritt von Lok-Aurazin gut oder schlecht?

Nun, diese Frage dürfte, wie so viele Fragen, die Leserschaft spalten. Die einen werden stöhnen und mit den Augen rollen, dass dieser verdammte Kerl aus dem ersten Zyklus auch in Staffel zwei den Hauptgegner darstellt. Wer auf eine ganz neue Storyline mit neuen Figuren und neuen, interessanten Ansätzen gehofft hat, wird also, in Teilen zumindest, enttäuscht.

Andere werden die Idee der Macher, Lok-Aurazin eine zweite Chance zu geben, enorm ansprechend finden. Nicht nur, dass es der Serie eine gewisse Kontinuität gibt, verbindet das Auftauchen des Magadonen die beiden Staffeln doch aufs Engste miteinander. Zudem bekommt man nun auch einen Fiesling geliefert, wie er für Rhodan albtraumhafter kaum sein könnte: Ein Mann, der nichts zu verlieren hat und einen persönlichen, unstillbaren Groll gegen den Terraner hegt. Jeder, der hin und wieder Serien schaut oder liest, weiß: Kaum eine Story ist so spannend und mitreißend wie die, in der ein Feind aus der Vergangenheit es auf die Helden abgesehen hat.

Ich persönlich gehöre (wie ihr euch sicher denken könnt) zur zweiten Gruppe. Meiner Ansicht nach ist es ein geschickter Schachzug der Macher, den Regenten in den neuen Handlungsbogen einzubauen (wenn auch einer, der zu erwarten war, nach diesem Ende von Staffel eins...). Lok-Aurazin ist nicht derselbe, der er vor seiner schmählichen Niederlage und dem Verlust der Robotgarde war. Er ist ein vor Zorn rasender, unberechenbarer Feind, der Rhodan und seinen Gefährten so manche Probleme bereiten dürfte. Meiner Ansicht nach ist hier der Grundstein gelegt für einige enorm spannende Storylines, die einen bis zum bitteren Ende in Atem halten werden.

Doch: Liege ich mit dieser Ansicht richtig? Es besteht zweifellos die Gefahr, dass sich die Rückkehr Lok-Aurazins als deutlich langweiliger herausstellt, als ich zunächst erwarten habe. Doch was ich bislang von PR und PRA kenne, macht mir alle Hoffnung, dass ich mit meiner Einschätzung richtig liege und dass der letzte Magadone noch für eine Menge Ärger (und damit hoffentlich auch fantastische, aufregende Storylines) sorgen wird.

Vielleicht bringt ja schon Timothy Stahl mit

Tod über Ekhas

dem kommenden PRA-Roman, Licht in diese Angelegenheit. Ich jedenfalls freue mich darüber, erneut von Lok-Aurazin zu lesen. Mal sehen, wie die ganze Chose weitergeht – und ob sie ihn diesmal wirklich ins Jenseits befördern...



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