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Ungewiss gelungen!

SternengeflüsterUngewiss gelungen!

Drei Romane sind seit dem Finale des letzten „Sternenfaust“-Zyklus bereits erschienen. Das Finale sorgte für eine tiefgreifende Veränderung in der Serie: Das Universum stand kurz vor dem Abgrund, in letzter Sekunde drehten eine Fraktion der Toten Götter die Zeit zurück und veränderte den Sternenfaust-II-Zwischenfall aus Band 99.

Damit wurden auch die Geschehnisse aus 75 Romanen ungeschehen gemacht, Verwunderung, Enttäuschung und Vorfreude hielten sich erst einmal die Waage.


Verräter unter uns!Wie erwähnt sind nun bereits drei Romane erschienen. „Der Schatten des Feindes“, der Beginn des neuen Minizyklus sorgte für einen soliden Einstieg. Die „alte“ Sternenfaust-Besatzung wirkte schnell wieder vertraut und die Solaren Welten sahen sich mal wieder einem scheinbar übermächtigen Feind gegenüber, der immerhin auf nicht allzu plumpe Art und Weise eingeführt wurde. „Rendezvous mit einem Klon“ steigerte das Niveau ein beträchtliches Stück. Der Bordarzt der Sternenfaust wurde von den Gemini entführt. Der ganze Roman beschreibt, wie die Gemini versuchen, ihn zur Mithilfe zu überreden. Ihre Versuche scheitern kläglich, der Leser wird gut unterhalten. Der aktuellste Roman „Verräter unter uns“ ist ähnlich gelungen. Doch während zuvor Doktor Tregarde einen ganzen Roman stemmte, reicht im dritten Heft des neuen Zyklus eine bisher unbekannte Journalistin, um für Spannung zu sorgen. Lediglich eine Nebenhandlung trübt die Lesefreude ein wenig.

Die ersten drei Romane zeigen bereits: Auch in der neuen „Sternenfaust“-Realität werden gute Geschichten erzählt. Die Sternenfaust - und somit auch Dana Frost - trat bisher erst einmal auf. Das sorgte dafür, dass es nur wenige merkwürdige Momente gab, in denen man Personen aus der anderen Zeitlinie und ihre Erfahrungen mit den jetzigen verwechseln konnte.

Da Doktor Tregarde einen ganzen Roman für sich allein bekommen hat, was wohl mehr Auftritte als im gesamten letzten Zyklus bedeutet, hatte man dennoch das Gefühl, dass die Charaktere den Autoren nicht egal geworden sind. Auch im aktuellen Roman steht ein einzelner Charakter im Mittelpunkt der Geschichte, wobei es natürlich interessanter ist, wenn einer bekannten Person eine neue Facette abgewonnen wird, als dass jemand Neues eingeführt wird.

Der neue Feind ist gnadenlos und geht menschen- bzw. wesenverachtend vor. Die Gemini sind eine Gesellschaft von Klonen. Die einzelnen Individuen haben keine Namen, sondern Nummern. Außerdem ist jedes Wesen programmiert, sodass es die Gesellschaftsform der Gemini als natürlich und nicht änderbar ansieht. Die Gesellschaftsordnung der Gemini stellt also einige dystopische Visionen in den Schatten.

Hinzu kommt noch, dass der aktuelle Roman enthüllt, was mit eroberten Gebieten der Gemini geschieht. Alle Wesen werden gemustert. Wer in den Augen der Gemini wertvoll ist, wird geklont, während der Originalkörper eingefroren wird. Alle anderen werden regelrecht „entsorgt“. Die Gemini sind somit ein höchst effizienter Feind, der den Opfern jedoch ein mindestens so gruseliges Schicksal wie die Dronte verspricht.

Man könnte in der neuen Welt also gänzlich aufgehen. Die Geschichten sind gedrängt, spannend und ereignisreich erzählt. Die Charaktere überzeugen bis jetzt sehr und der Feind ist authentisch und bedrohlich und zudem auf kluge Art eingeführt. Zudem gelang es bisher, nur wenig Erinnerungen an die vorherigen 75 Hefte aufkommen zu lassen.

Aber natürlich kann man drei Jahre Seriengeschichte nicht einfach ausradieren. Zumindest wurde im Forum der Serie (und mittlerweile auch auf einer LKS) bereits angekündigt, dass die Ereignisse der Hefte 100 bis 174 nicht komplett irrelevant geworden sind. Nach diesem Minizyklus, der bis Band 184 gehen soll, könnte die Handlung bereits in die originale Zeitlinie zurückkehren.

Das macht die Handlung noch einmal unvorhersehbarer (falls man dieses Wort denn steigern kann) als sie seit Thomas Höhls „Amtsantritt“ bereits ist. Denn irgendwie muss die Auseinandersetzung mit den Gemini ja mit den Ereignissen um das Ende des Universums zusammenhängen. Dass das in einem Minizyklus abgehandelt werden soll, ist derzeit kaum vorstellbar. Denn nach drei Heften sind ja bereits 30% der Handlung vergangen.

Rendezvous mit einem KlonGleichzeitig schleicht sich natürlich auch ein wenig Angst ein. Warum sind die Charakterentwicklungen zum Beispiel von Doktor Tregarde wichtig? Werden die Qualen, die er erlebt, nach Band 185 überhaupt noch eine Rolle spielen? Denn für die derzeitige Handlung ist die sporadische Charakterarbeit, die in der Serie geleistet wurde, vollkommen irrelevant. Schließlich wurde die Zeit zurückgedreht. Bei dem derzeitigen Informationsstand kann man nicht ausschließen, dass die jetzt gesammelten Erfahrungen, für den nächsten Zyklus ohne Bedeutung sind.

Das bedeutet, dieser Zyklus braucht so gelungene und fesselnde Romane wie „Rendezvous mit einem Klon“. Denn je spannender der Roman, desto weniger macht man sich Gedanken darüber, ob der Inhalt überhaupt langfristige Folgen hat. In dieser Hinsicht sind die bisherigen drei Bände sehr beachtlich. Sie alle sind so geschrieben, dass man sich in erster Linie darüber Gedanken macht,  was mit den Solaren Welten im Krieg gegen die Gemini geschieht. So lenkt eine spannende Geschichte über die ungewisse Zukunft der derzeitigen Solaren Welten von einer ungewissen Zukunft der Serienhandlung ab.

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