Der Kelter Verlag

Der Verlag mit dem grünen Punkt

Im letzten - dem achten - Jahr erschienen 23 Neuauflagen alter Romane. In der nachfolgenden Geister-Killer-Reihe gab es nur Erstauflagen, aber in der darauf folgenden Geister-Thriller-Reihe lag der Anteil schon bei 40 % Prozent - nämlich 8 Neuauflagen von alten Geister-Krimi-Romanen. In der 2. Auflage vom Geister-Krimi gab es nur Neuauflagen von alten Geister-Krimi-Romanen. Leider fing man nicht bei Nummer 1 an, sondern brachte (siehe Titelliste) diverse Nummern zwischen GK 15 und 81 nochmals.

Nachdem der Kelter-Verlag das Erscheinen der Reihen Vampir-Horror-Roman (Pabel-Verlag), Silber-Grusel-Krimi (Zauberkreis-Verlag) und Gespenster-Krimi (Bastei-Verlag) beobachtet hatte, wollte man nicht zurückstehen und startete seinen Geister-Krimi Ende 1973. Die ersten drei Hefte erschienen - sozusagen als Probe - noch im Kelter-Krimi (als Nr. 212, 216, 220) und erst ab Nummer 4 gab es die eigenständige Geister-Krimi-Reihe.

Der Kelter-Verlag wollte sich auch einen Grusel-Helden leisten, und deshalb schufen M. R. Heinze und Richard Wunderer die Grusel-Serie Monstrula. Die Romane erschienen unter dem Pseudonym M. R. Richards zwischen 1974 und 1976. Es gab außerdem noch drei Monstrula-Taschenbücher, die aber mit der Serie nichts zu tun hatten; sie sind 1974 in der Kelter-Taschenbuch-Reihe erschienen. Zwei der Taschenbücher sind von Kurt Brand alias Ted Scout verfasst worden.


Beim Geister-Thriller wurde das Konzept aber geändert. Während Hary noch weitere 9 Mark Tate-Romane verfasste, hatte Wunderer scheinbar nicht so viel Zeit (andere Aufträge), so dass er nur noch drei neue Rick Masters-Abenteuer schrieb. Damit es nicht so auffiel, brachte man drei ältere Rick Masters-Abenteuer. Als Ersatz für die Hathaway-Romane brachte man dann 4 Romane von Fredric Crane und einen von John Blood alias Jürgen Duensing (besser bekannt als Western-Autor Frank Callaghan). Mit Band 20 verschwand im November 1983 der Geister-Thriller wieder vom Markt.
Zwischen 1987 und 1990 erschien die 3. Auflage von Ren Dhark. Natürlich machten sich die Fans wieder die Hoffnung auf eine Weiterführung der Serie. Aber wiederum enttäuschte der Kelter-Verlag die Ren Dhark-Fans, und mit Band 98 war wieder Schluß.

Andrew Hathaway steuerte 4 Rick Masters-Nachdrucke bei, aber auch von Faustus und Gerald Morphy gab es 4 Nachdrucke alter Geister-Krimi-Romane. Zudem waren noch Francis Rock (3 Romane), Edgar Tarbot (3 Romane), Gill MacBain (3 Romane), Phyllis Cocker (2 Romane), Arno Skinner (2 Romane) und mit jeweils einem Roman Peter Lennox, Alexander Ghost, Gordon Walby, Henry Taylor und Gerald March vertreten. Was auffällt: W. A. Hary, nach Andrew Hathaway der zweite Vielschreiber des Geister-Krimis, ist in dieser 2. Auflage nicht berücksichtigt worden. Nun ja, auch diese 2. Auflage war nur von kurzer Dauer. Nach etwas über einem Jahr verschwand diese Reihe vom Markt.

Auf den Wühltischen landen sowieso alle Remitenten des Kelter-Verlages. Für Krimi-Fans sind die Thriller-Bände immer eine wahre Fundgrube. Manchmal sind 3 Ren Dhark-Hefte darin, dann wiederum ein Call-Girl-2000-Roman (eine Serie, für die auch der Tony Ballard-Autor A. F. Morland Romane verfasst hat), ein Geister-Krimi und ein Ren Dhark. Also findet der Phantastik-Freund auf dem Wühltisch manchmal noch Lesestoff, während der Krimi-Fan sauer ist, wenn er den Sammelband ohne näheres Ansehen zu Hause öffnet und SF-Romane darin findet.
Die nächste Errungenschaft hat zwar überhaupt nichts mit Fantasik zu tun, aber es zeigt doch, dass der Kelter-Verlag immer wieder für eine Überraschung gut war. "US-Marine - Kampfeinsätze der Eliteeinheit" nannte sich die von G. F. Frederick geschriebene Serie. Sie erschien alle 4 Wochen zu einem Preis von DM 3,-- bei einem Umfang von 128 Seiten.
In diesen Heften, die mit ca. 300.000 Anschlägen etwa einen Taschenbuchumfang hatten, wurden die Erlebnisse der US-Ledernacken im Golfkrieg oder im Libanon usw. geschildert. Während Pabel-Moewig immer noch die alten Schinken vom Landser in Neuauflagen bringt, wurden hier neue Kriegserlebnisse geschildert. Ich selbst habe das Heft nach wenigen Absätzen zur Seite gelegt, aber wer sich für eine solche Thematik interessierte, nun gut. Irgendwie gab mir das einen schalen Geschmack, denn damals fand ein wirklicher Krieg auf dem Balkan statt, und der Kelter-Verlag hatte es zum ersten Mal geschafft, topaktuell zu sein. Ob das sein mußte ...
Zurück zum Grünen-Punkt-Verlag und seinem Phantastik-Bereich. Ich habe die Serien vom Kelter-Verlag nie regelmäßig gekauft und noch seltener gelesen, denn die Titelbildgestaltung - egal, welche Serie - war einfach abschreckend. Vielleicht lag es auch nur daran, dass der Kelter-Verlag immer auf einen fahrenden Zug springen wollte, der schon eine Weile fuhr.
Der Schreibstil von Kurt Brand, ob nun bei Ren Dark oder im Geister-Krimi (als Janos Vereb) hat mir eigentlich nie zugesagt, während Richard Wunderer (Rick Masters) und Fritz Tenkrat alias Edgar Tarbot mir schon besser gefielen. W. A. Hary war auch nicht so ganz meine Richtung. Von den anderen Autoren, wenn ich sie mal gelesen habe, war keiner darunter, der mich mit seiner Schreibkunst so richtig ins Reich der Phantasie versetzt hat.
Im Bereich Frauen-Grusel-Roman war der Kelter-Verlag weiterhin fleißig. Im Spuklicht startete 1997 eine Sub-Serie namens „Das Magische Amulett“. Jan Gardemann schrieb unter dem Pseudonym Irina Korona die Abenteuer. Die Reihe wanderte 1999 nach der Einstellung von Spuklicht in die Gaslicht-Reihe. 2004 wurde sie für kurze Zeit sogar selbstständig, aber nach 28 Ausgaben war dieser Spuk wieder vorbei. Die Heldin Brenda Logan tauchte anschließend im Gaslicht und im Irrlicht auf.
2006 wagte man mal wieder etwas im Männerbereich. Es erschien „Der Geisterfänger“. Eigentlich sollte die Serie unter dem Titel "Geisterjäger" erscheinen, wurde aber bereits im Vorfeld in "Geisterfänger" umgenannt. Es gab nur 24 Ausgaben, dann war diese Nachdruck-Reihe, die Romane aus dem Geister-Krimi, Gespenster-Krimi und Vampir-Horror-Roman brachte, schon wieder vom Markt verschwunden.
2009 wagte man den Versuch mit Taschenheften. Man startete gleich drei Reihen, die aber schon nach wenigen Ausgaben vom Markt verschwanden. Angeblich sollen diese Serien demnächst als Heft erscheinen. Lassen wir uns mal überraschen (und wie in Kommentar #1 zu diesem Artikel vermerkt, sind zwei der drei Taschenheftserien - David Johnson und Roberta Lee inzwischen als Heftroman-Serie "Der Abenteuerroman" angelaufen).
Irgendwie war Kelter für mich immer der Verlag, der meistens nur Schrott brachte; die wirklichen Perlen in den Serien waren für mich einfach zu selten zu finden.
Zurück zum Grünen-Punkt-Verlag und seinem Phantastik-Bereich. Ich habe die Serien vom Kelter-Verlag nie regelmäßig gekauft und noch seltener gelesen, denn die Titelbildgestaltung - egal, welche Serie - war einfach abschreckend. Vielleicht lag es auch nur daran, dass der Kelter-Verlag immer auf einen fahrenden Zug springen wollte, der schon eine Weile fuhr.
Der Schreibstil von Kurt Brand, ob nun bei Ren Dark oder im Geister-Krimi (als Janos Vereb) hat mir eigentlich nie zugesagt, während Richard Wunderer (Rick Masters) und Fritz Tenkrat alias Edgar Tarbot mir schon besser gefielen. W. A. Hary war auch nicht so ganz meine Richtung. Von den anderen Autoren, wenn ich sie mal gelesen habe, war keiner darunter, der mich mit seiner Schreibkunst so richtig ins Reich der Phantasie versetzt hat.
Im Bereich Frauen-Grusel-Roman war der Kelter-Verlag weiterhin fleißig. Im Spuklicht startete 1997 eine Sub-Serie namens „Das Magische Amulett“. Jan Gardemann schrieb unter dem Pseudonym Irina Korona die Abenteuer. Die Reihe wanderte 1999 nach der Einstellung von Spuklicht in die Gaslicht-Reihe. 2004 wurde sie für kurze Zeit sogar selbstständig, aber nach 28 Ausgaben war dieser Spuk wieder vorbei. Die Heldin Brenda Logan tauchte anschließend im Gaslicht und im Irrlicht auf.
2006 wagte man mal wieder etwas im Männerbereich. Es erschien „Der Geisterfänger“. Eigentlich sollte die Serie unter dem Titel "Geisterjäger" erscheinen, wurde aber bereits im Vorfeld in "Geisterfänger" umgenannt. Es gab nur 24 Ausgaben, dann war diese Nachdruck-Reihe, die Romane aus dem Geister-Krimi, Gespenster-Krimi und Vampir-Horror-Roman brachte, schon wieder vom Markt verschwunden.
2009 wagte man den Versuch mit Taschenheften. Man startete gleich drei Reihen, die aber schon nach wenigen Ausgaben vom Markt verschwanden. Angeblich sollen diese Serien demnächst als Heft erscheinen. Lassen wir uns mal überraschen (und wie in Kommentar #1 zu diesem Artikel vermerkt, sind zwei der drei Taschenheftserien - David Johnson und Roberta Lee inzwischen als Heftroman-Serie "Der Abenteuerroman" angelaufen).
Irgendwie war Kelter für mich immer der Verlag, der meistens nur Schrott brachte; die wirklichen Perlen in den Serien waren für mich einfach zu selten zu finden.
Ich wünsche Euch nun in den nächsten Wochen viel Vergnügen beim Durchäckern der diversen Kelter-Titellisten und meinen Bemerkungen dazu.
Titelisten
eigene Recherchen
Katalex
Heyne SF-Lexikon
Corian-Lexikon
Romantruhe Joachim Otto
Fantasia Nr. 76/77
Hermann Urbanek
Horst von Allwörden
Thomas Schönhofen
diverse Antiquariate in Frankfurt
(c) by Uwe Schnabel 1999 & 2011
Kommentare
Ren Dhark Erstauflage lief bis 1969.
Die Taschenheftserien Roberta Lee und David Johnson werden zur Zeit im Abenteuerroman fortgesetzt.
Harantor sagt: Nr. 1 ist korrigiert und bei Nummer 2 sieht man wie lange der Artikel schon online steht.
Bei den Gruselromanen hatte Faustus das teilweise echt drauf - aber insgesamt kam bei Kelter echt viel zweitklassiges. Vermutlich waren für viele Autoren Bastei und Pabel/Moewig erste Anlaufstelle ...
Wie oft habe ich versucht, völlig unvoreingenommen an diverse Geister-Krimis heranzugehen - nur um sie nach wenigen Seiten entnervt oder gelangweilt zur Seite zu legen. Wenn der Begriff "weder Fisch noch Fleisch" bei nur einer Reihe zutreffend sein müsste, dann hier. Einzig Andrew Hathaway konnte da überzeugen, der hat "richtige" Gruselromane geschrieben. Gill McBain und Gerald Morphy schrieben recht solide, und Henry Taylor lieferte mit seinem Gespann Budd und Field amüsante Krimikomödien.
Mit Faustus hast Du absolut recht, Sarkana. Und sein Roman "Bei Vollmond kommt der Werwolf" (Band 33) ist einer der besten Romane um diese Kreaturen überhaupt.
Es ist jedenfalls auffällig, daß (abgesehen von Morton/Lord) nirgends so viele Romane noch nicht einem Realnamen zuzuordnen ist.
Faustus waren aber auch nicht alles auf dem Niveau seines Werwolfs - aber sind alle sechs gut lesbar.
Für Phyllis Cocker konnte ich mich nie richtig erwärmen. "Gespenstergrab Schloß Irvingbrook" (Band 104) fängt mit richtigen Dämonen an, endet aber dann im Klamauk. Und "Die lebenden Toten von Aerie Manson" (Band 55) verdient diesen Titel nicht, das ich für mich einer der wirrsten Romane innerhalb der Reihe war. Im ersten Geister-Krimi-Taschenbuch "Satansnächte auf Summerfield" (Kelter Abenteuer Band 4) zeigte sich Frau Voigt erstaunlich brutal. Weiter Erinnerungen an Romane von Phyllis Cocker habe ich nicht mehr.
Ich fand die Romane von Voigt eigentlich fast alle recht gut zu lesen. Allerdings waren nicht die lebenden Toten sonder der mordende Magier mein Erster von ihr. So richtig ihren Gruselheft-Stil fand sie aber auch erst mit "Seine Lordschaft lassen spuken" - Band eins (bzw. eher Null) ihrer Geisterkommission. Wobei es mit "Geister ohne Kopf und Adel" auch schon grob in die Richtung ging. Mit nicht gar so vielen Abwandlungen hätte die aber vermutlich auch im Irrlicht funktioniert - was allerdings über die Qualität wenig aussagt.
BTW: Was wohl bislang kaum jemanden aufgefallen ist: Seit 12.06. versucht es Kelter erneut mit dem Butler Parker - diesmal eBook-only als "DER EXZELLENTE BUTLER PARKER" und die bisherige Parker-Reihe läuft weiter. Scheinen als eBook echt gut zu laufen die alten Krimis.