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Koschnick antwortet - Eine (Nach-)Frage zur Kompetenz?

Koschnick antwortet...Eine (Nach-)Frage zur Kompetenz?

Zauberspiegel-Leser: Es war in Foren zu lesen, dass ihre Meinung irrelevant sei, weil Sie ja (inhaltlich) nichts vom Heftroman verstünden.

Zudem hieß es, dass Sie dergleichen als ›grenzwertige Unterhaltung‹ verstehen, Sie also ohnehin mit einer negativen Einstellung an ihre Antworten herangehen. Ist es notwendig, Inhalte zu kennen und die Publikationsform zu mögen, um sie beurteilen zu können?

 

Wolfgang J. Koschnick: Da sollte man jetzt nichts durcheinander bringen. Ich lese Heftromane nicht und rechne sie zur Trivialliteratur. Das tut übrigens jeder, der sich jemals damit beschäftigt hat. Das ist das eine und beeinträchtigt die Relevanz meiner Ausführungen in keiner Weise. Im Gegenteil. Auf einem ganz anderen Blatt steht, ob man in der Lage ist, die Chancen von Heftromanen auf dem Markt der Medien zu beurteilen. Dabei geht es mehr um eine sachverständige Beurteilung des Markts und nicht um Sympathie. Das sind einfach zwei ganz und gar verschiedene Dinge.

Es ist sogar von Vorteil, wenn ein Analytiker keine zu enge Beziehung zu dem Objekt seiner Analyse hat. Wenn er von dem Objekt nämlich gleich so begeistert ist, dass er alles tut, um seine Augen vor dessen drohendem Niedergang zu verschließen und sich vorsichtshalber zusätzlich auch noch Scheuklappen anlegt, damit er möglichst wenig vom bevorstehenden Unheil mitbekommt, dann hat er sich mit seiner eigenen Begeisterung buchstäblich betriebsblind gemacht und erkennt die grausame Realität nicht mehr.

Meine Qualifikation liegt nun einmal nicht in meiner grenzenlosen Begeisterung für Arzt-, Liebes- und Sonstwas-Romane, sondern in einem sachlich-distanzierten Interesse am Mediengeschäft. Und um es hier zu Sachverstand zu bringen, muss man keine Trivialliteratur gelesen haben – und mögen muss man die auch nicht.

Das sind Selbstverständlichkeiten, und ich hätte nicht gedacht, dass man jemandem das noch gesondert erklären muss.

Kommentare  

#16 Harantor 2011-03-06 12:00
Inhalte sind ei ganz kleiner der Teil der Antwort. Ich empfehle sowohl das Interview und die beiden ersten Leserfragen an Herrn Koschnick zu lesen. Da ist unter anderem von der ständigen Optimierung des Produktes die Rede.

Ich glaube, wenn Du innovative Stoffe im klassischen Sinn heftest und anbietest wirst Du scheitern. Ebenso wenn Du klassischen Heftromaninhalt innovativ und modern präsentierst.

Ausnahme (die die Regel bestätigst ist PR) auf dem Heftmarkt ist PR. Aber auch dem "Erben des Universums" sind Grenzen gesetzt. Nur arbeitet man in Rastatt am erfolgreichsten gegen den Untergang...
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#17 Laurin 2011-03-06 12:59
Hatte ich das gerade abgestritten, Harantor? Ich glaube nicht. Wenn es aber so einfach wäre, einen innovativen Stoff einfach auch innovativ und modern zu präsentieren und der Konsument reißt dir es dann wie warme Semmeln aus den Händen, dann hätten die Verlage schon längst diesen Wunsch umgesetzt! Tun sie aber nicht! Ein paar Beispiele: Nehmen wir die PR Taschenhefte, modern in der Form, klassisch im Inhalt. Die Kiste scheint in den schwarzen Zahlen zu laufen, zufrieden ist jedoch wirklich niemand damit. Man wird es aber wohl nicht ändern weil dann Kosten kämen (Autor etc.) die das Projekt eventuell in die roten Zahlen treibt. Weiteres Beispiel die CORA Taschenhefte. Sie laufen "scheinbar" perfekt, aber die Frage steht im Raum, welche Leserschicht decken sie ab? Muß ich hier nur die Form wechseln und die Inhalte etwas innovativer gestalten um die gleichen Erfolge in anderen Genre zu erreichen? Die Frage sollte auch erlaubt sein, wie ich denn die Menschen an sich und hier insbesondere die Jugend wieder verstärkt an das lesen heran führe. Dem Freund guter Krimis wirst du nicht zum lesen bewegen (trotz aller Innovativität), wenn du ihm eine Love-Story vorsetzt, usw. usf.! Oder wie willst du einem jungen Menschen etwas Innovativ näher bringen (Lesestoff), wenn er das einfacher übers Fernsehen bekommen kann, oder in elektronischen Spielen wenn auch begrenzt, selbst eingreifen kann. Es gibt durchaus viele junge Menschen die gerne mal ein Buch lesen, sich der Bindung an eine "Dauerserie" jedoch verweigern. Es gibt viele junge Menschen (und eben nicht nur junge), die hätten gerne noch zehn weitere Bände von Harry Potter gelesen, fassen aber in der Sparte "Fantasy" auch kein anderes Buch an, bzw. lassen es wieder bleiben weil es eben kein Harry Potter ist! Nicht zu vergessen die nicht gerade niedrige Zahl derer, für die lesen eben uncool ist. Wie bringt man denen das Medium wieder nahe wenn sie von selbst weder Form noch Inhalt eine Chance einräumen! Ich könnte das jetzt verdammt lange fortsetzen, will ich aber nicht.
Natürlich hast du recht, Harantor, aber wie immer in diesen Diskussionen kann ich nur vor einfachen Formeln warnen. In dem Punkt sind auch die früheren Beiträge von Hr. Koschnick nicht als Falsch zu bezeichnen. Nur, und hier liegt meine Kritik, die Rechnung geht eventuell nicht auf, wenn ich einige Dinge im Dunkeln lasse die da sind...
1. Wenn es so einfach wäre, warum spielen die Verlage nicht mit?
2. Was muß ich tun um neue Leserschichten an eine innovative Sache heran zu führen (auf ein Selbstläufertum würde ich keinen Euro setzten!)?
3. Wie schaffe ich es dass das lesen selbst wieder einen höheren Stellenwert bekommt (das hat nichts mit Werbung zu tun, sondern setzt in den Schulen und im Elternhaus an)?
Auch hier könnte ich noch den einen oder anderen Punkt hinzufügen, was ich mir aber auch mal erspare.
Wie gesagt, die Argumente sind nicht falsch, ich meine aber das sie so nicht reichen um "Trivialliteratur" Massentauglich zu erhalten.
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#18 Harantor 2011-03-06 13:03
@Laurin. ich habe a) Des geantwortet und b) emphohlen die anderen Antworten nochmal zu lesen... Tut es doch einfach mal...

Und Trivialliteratur ist doch massentauglich. Bücher, Taschenbücher, Taschenhefte beweisen das. Da werden oft hohe Auflagen erzielt.
"Twilight" ist trivial. Erfolgreich
"Potter" ist trivial. Erfolgreich...
und diese Liste ließe sich fortsetzen... - Und nur das Heft (mit Ausnahme PR schwächelt). - Und damit wären wir dann bei Koschnicks-Ausführungen
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#19 Laurin 2011-03-06 13:08
Kleiner Tipp, besser mal dabei schreiben Wer wem antwortet, dann wäre es vielleicht einfacher und beugt Mißverständnissen vor. :-*

Mit "Trivial" bezog ich mich hier eher auf den Heftroman/Taschenheft. Die Taschenbücher etc. ließ ich bewußt außen vor.
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#20 Harantor 2011-03-06 13:11
@Laurin: Trivialliteratur ist nicht abhängig vom Format...
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#21 Laurin 2011-03-06 13:23
Hatte ich das jetzt behauptet, Harantor?
Ich hatte nur gesagt, worauf ich mich bezog und worauf nicht. Da liegt der Knackpunkt einfach wohl in dem Wort "Trivialliteratur", dem du etwas abgewinnen kannst, was ich und einige andere wohl nicht können (eben aufgrund Wertung Trivial gleich Schund).
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#22 Harantor 2011-03-06 13:39
Zitat Laurin: Zitat:
Mit "Trivial" bezog ich mich hier eher auf den Heftroman/Taschenheft. Die Taschenbücher etc. ließ ich bewußt außen vor.
Wieso lässt Du die denn außen vor. Ich sehe darain, dass Du die Trivialliteratur auf das Foramt reduzierst.

Wer sich den billigen Schuh mit dem Schund anziehen will, dem passt er auch. Einen Blick über den Tellerrand schadet nicht. Und ein offener und nicht so eingeschränkter Geist auch. Da verengt sich aber der Blickwinkel und erschwert so das Verstehen.
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#23 Laurin 2011-03-06 14:43
Ehrlich, ich hab da jetzt nicht vor eine Dauerdiskussion draus zu machen. Soviel gibt die Eingangsantwort nicht her.
Aber was "Trivialliteratur" und Format angeht: Ich bin zwar verantwortlich für das was ich schreibe, nicht aber dafür, was da hinein interpretiert wird. ;-)
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