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Derrick und seine Fälle: Folge 51 - Ute und Manuela

Derrick und seine FälleFolge 51
Ute und Manuela
 
Egon Sebald, von seinen Freunden "Blacky" genannt, fühlt sich gehörig auf den Arm genommen. Entgegen den Behauptungen einer anonymen Anruferin sind die Scheinwerfer seines Wagens ausgeschaltet. Ein dummer Scherz also, dem er aufgesessen ist. Er will zurück in die Diskothek, als er plötzlich einen Revolver auf sich gerichtet sieht. Blacky findet keine Möglichkeit mehr zur Flucht. Ein Schuss aus nächster Nähe trifft ihn tödlich.

Oberinspektor Derrick konzentriert seine Ermittlungen auf die geheimnisvolle Person, die mit ihrem Anruf den jungen Mann in die Tiefgarage zu seinem Auto lockte.


SzenenfotoIhm liegt eine Zeugenaussage der Sozialhelferin Ute vor, die Blackys ehemaliger Freundin Manuela für die Mord-Zeit ein einwandfreies Alibi verschafft. Doch Russa, einer aus der Clique des Ermordeten, glaubt, es besser zu wissen. Hinter dem Rücken der Polizei versucht er, Ute in die Enge zu treiben. (1)

Zum Inhalt
Mal der Reihe nach. Ute ist als Sozialarbeiterin sehr engagiert. Um nicht zu sagen leidenschaftlich. Aber wie sie sich um Manuela kümmert, das ist schon sehr eigentümlich. Sie will sie rausholen aus dem Dreck, lässt sie gegenüber Derrick verlauten. Sie hätte keine Chance allein unter all diesen schlechten Menschen zu bestehen. Unter Zuhältern, Säufern und anderen verkrachten Existenzen. Diese Sätze reichen aus, um Ute für den geübten Derrick-Zuschauer als Mörderin auszumachen. Fraglich bleibt, warum sie sich dennoch so für Manuela einsetzt, und hier auch ein Alibi verschafft?
Dass Russa Ute noch weiter erpressen will, bleibt eine Parallelhandlung, die nicht viel Raum einnimmt.

Ungewöhnlich für die Zeit
Ein für die Siebziger Jahre sehr ungewöhnlicher Derrick erwartet den Zuschauer, wenn man einmal von den Schauplätzen (wie der Diskothek) und dem Milieu absieht, wo der Krimi spielt. Doch die Motive des Mordes sind eher etwas für die Neunziger Jahre. Auch dort wurde jedes Mordmotiv bis in seine kleinsten Bestandteile zerlegt, um die ganzen Abgründe einer solchen Tat überdeutlich zu machen. Somit bleibt "Ute und Manuela" zwar nicht die einzige Folge dieser Art in den Siebzigern, aber eine der wenigen. Dafür nahm die Thematik mit dem erhobenen Zeigefinger überhand, so etwa ab Folge 200. Man warf dem Autoren Reinecker sogar manchmal vor, Altersweise geworden zu sein.

Erweiterung eines Sammelsuriums an Namen
Schauspielerisch hat diese Folge einiges zu bieten. Cornelia Froboess spielt die Sozialarbeiterin Ute in ihrer typischen und unnachahmlichen Art, wo sie einen etwas übertrieben, theatralischen Touch in die Rolle bringt. Sie trägt als Moralapostel in dieser Ausgabe eine Riesenbrille, die sie nur am Ende, während ihres Geständnisses abnimmt.
Die junge Monika Baumgartner spielt die Manuela. Die beiden Damen bilden die Titelfiguren. Nach den vielen weiblichen Vornamen in dieser Staffel (Beate, Lissa, Lena, Margarethe) nun diese beiden Exemplare. Dabei wurde die Kette der weiblichen Vornamen lediglich von einem Bruno unterbrochen.
Martin Semmelrogge spielt den leicht aus der Art geschlagenen Sohn der verkorksten Manuela-Familie. Er bleibt sehr blass in dieser Rolle und hat kaum Möglichkeiten aufzufallen. Um so glänzender dafür Gisela Uhlen als Mutter von Ute.

Ein Krimigenuss mit Einschränkungen.

Besetzung: Horst Tappert (Oberinspektor Derrick), Fritz Wepper (Inspektor Klein), Cornelia Froboess, Monika Baumgartner, Willy Semmelrogge, Thomas Braut, Gisela Uhlen, Werner Asam  und andere
Stab: Buch: Herbert Reinecker, Musik: Frank Duval, Kamera: Rolf Kästel, Szenenbild: Wolf Englert, Herstellungsleitung: Gustl Gotzler, Redaktion: Claus Legal, Produzent: Helmut Ringelmann. Eine Produktion der Telenova Film und Fernsehproduktion im Auftrag von ZDF, ORF, SRG. Regie: Helmuth Ashley.  Erstausstrahlung: 17.11.1978 (ZDF)

(1) ZDF
Foto: ZDF
(c) by author

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