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Nahe am Leben - Fünf Filme von Helga Feddersen

Vier Stunden von Elbe 1 – Eine TrilogieNahe am Leben
Fünf Filme von Helga Feddersen

Helga Feddersen hat Ihren Ruf insbesondere als Ulknudel erworben. Von Abramakabra über Die Wanne ist voll (mit Didi Hallervorden) bis zur Plattenküche.

Aber ihr Schaffen umfasst viel mehr. Fünf Filme nach Drehbüchern von Helga Feddersen sind nun bei Studio Hamburg Enterprises erschienen und sind zu entdecken.

Meine Mutter war ein großer Fan, der Filme Helga Feddersens. Sie erkannte darin auch einen Teil des Alltags wieder. Das gilt für die Serie Kümo Henriette, aber auch für die Filme. Helga Feddersen beherrschte es hervorragend die Handlung um Typen zu bauen, die man so oder so ähnlich kennen konnte. Das ist eine der ganz großen Stärken Feddersens. In den Filmen wimmelt es von Leuten und Situationen, die man selbst so oder so ähnlich kannte und erlebte, wenn man den in Norddeutschland lebte.

Den Auftakt zu dieser DVD Box bildet die Trilogie um den Schiffskoch Gustav Andresen (Wolfgang Höhne), der auf der eine Seite gern zur See fährt, aber auf der anderen Seite gern zur See fährt.

4 Stunden von Elbe 1 (1969, ca. 105 Min., s/w)
Feddersens erste Arbeit als Drehbuchautorin und der erste Teil einer Trilogie. Hauptschauplätze sind das Schleusengelände und das Seemannsfrauenheim von Brunsbüttelkoog, die die Autorin aus guter Kenntnis des Milieus und dessen Menschen beschreibt: Hier am südlichen Eingang zum Nord-Ostsee-Kanal warten die Angetrauten von Schiffsleuten darauf, einige Minuten mit ihren durchreisenden Männern verbringen zu können. Klara Andresen, die Leiterin des Seemannsfrauenheims steht den Wartenden in ihren Nöten zur Seite. So hilft sie auch ihrem Schwager, dem Schiffskoch Gustav Andresen, der endlich in den „Hafen der Ehe“ einlaufen will.

Gezeiten (1970, ca. 91 Min., Farbe)
In „Gezeiten“ werde die im ersten Film erzählten Geschichten weitergeführt. Im Mittelpunkt stehen diesmal jedoch nicht die Seemannsfrauen, sondern die Männer an Bord der Schiffe: Ein junger Erster Offizier leidet unter seiner ehrgeizigen Frau, die unbedingt einen Kapitän aus ihm machen will. Schiffskoch Andresen wird derweil Vater und wird seiner Angetrauten zuliebe Gastwirt an Land, jedoch ist er weiterhin von Fernweh getrieben.

Im Fahrwasser (1971, ca. 82 Min., Farbe)
Im dritten und letzten Film hadert der inzwischen ehemalige Schiffskoch noch immer mit seinem neuen Dasein an Land und spielt mit dem Gedanken an eine Rückkehr an Bord, auch um den Preis einer dann drohenden Scheidung. Sein Nachfolger als Schiffskoch indes steht vor der schweren Wahl, welche von drei gleich attraktiven Schwestern er heiraten soll.

Die Lebenswege der handelnden Personen werden mit viel Liebe für die Stärken und Schwächen erzählt. Helga Feddersen hat eine ganze Menge Typen in diesen Filmen zusammengefügt. Keiner von Ihnen hat nur gute Seiten. Der Smutje (=Schiffskoch) und seine Frau sind Menschen mit Ecken und Kanten bei denen längst nicht alles so läuft und doch gelingt es beiden, zusammen zu bleiben und einen Weg zu finden.

Wie Feddersen diesen Weg schildert ist sehr unterhaltsam. Das macht (selbst heute noch) Spaß zuzuschauen.

Zu dieser Trilogie gibt es noch zwei weitere Drehucharbeiten Helga Feddersens zu bewundern. ES hnadelt sich um die beiden Filme ...

Sparks in Neu-Grönland (1971, ca. 112 Min., Farbe)
Der ehemalige Kaufmann und Hamburger Original Carl „Kuddel“ Spark ist ein Geizhals. Auf Drängen seiner Familie wohnt er seit einiger Zeit in der abgelegenen Vorstadtsiedlung Neu-Grünland, die er aber abschätzig Neu-Grönland nennt. Neugierig beobachtet der Rentner das Treiben seiner Mitmenschen und kommentiert das Verhalten der Nachbarn mit bärbeißigem, treffendem Witz. Liebevolle Milieubeschreibung über einen Rentner, der wieder zurück in seine geliebte Stadt Hamburg will.

Bismarck von hinten oder Wir schließen nie (1974, ca. 88 Min., Farbe)
In diesem Film erzählt Feddersen von den privaten Sorgen und geschäftlichen Nöten zweier Familien auf St. Pauli, die im Umkreis des berühmten Hamburger Bismarck Denkmals leben. Hoffnungen und Nöte um Hamburgs erste Münzwäscherei.

Bismarck von hinten oder Wir schließen nie ist dabei nach meinem Geschmack der amüsantere Film. Hier schildert Helga Feddersen eine Familie, deren Tochter in Teenagerjahren schwanger wird und den Umgang damit. Dabei befindet man sic in der Zwickmühle zwischen Tradition und progressiven Verhalten.

Auf der anderen Seite ist da der Besitzer einer Wäscherei und Heißmangel, der die Konkurrenz der Moderne spürt, einer Selbstbedienungswäscherei. Sehr amüsant und wieder mit liebevoll beobachteten Typen.

Sparks in Neu-Grönland ist dabei zwar auch die interessante Typen gezeichnet, aber manczhmal etwas unmotiviert in der Handlung.

Insgesamt aber fünf Filme, die man sich gern eimal angucken kann.   

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