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Alles von vorn - »Yesterday«

YesterdayAlles von vorn
»Yesterday«

Musikfilme boomen derzeit wieder, nachdem „Bohemian Rhapsody“ nicht nur am Box-Office punktete, sondern auch noch vier Oscars einstreichen konnte. Und nach dem Queen-Biopic schickte sich direkt „Rocketman“ an, die Legende um Elton John noch einmal nachzuerzählen. Danny Boyle („T2 Trainspotting“) hingegen hat nun mit „Yesterday“ nicht noch ein weiteres Musiker-Biopic inszeniert, und auch ein Musikfilm ist das Werk nur ansatzweise geworden.

YesterdayStattdessen steht eine zarte Liebesgeschichte im Mittelpunkt, die mit vielen ironischen Seitenhieben und eben auch jeder Menge bekannter Musiktitel garniert wurde, und deswegen am ehesten als musikalische RomCom bezeichnet werden kann. Die Story geht von einer ziemlich seltsamen, aber dennoch netten Idee aus. Jack Malik (Himesh Patel) ist ein leidenschaftlicher, aber erfolgloser Singer-Songwriter. Seinen einzigen wirklichen Fan hat er in seiner ältesten Freundin Ellie (Lily James), die ihn auch managt, um ihm zumindest kleinere Auftritte in Kneipen und Bierzelten zu garantieren. Eines Tages kommt es weltweit zu einem sekundenkurzen Stromausfall, der die Menschheit offensichtlich in einigen Punkten wieder auf null zurückgesetzt zu haben scheint. Jack macht die Entdeckung, dass die „Beatles“ gänzlich aus dem Bewusstsein aller gestrichen sind – auch im Internet findet sich keinerlei Hinweis auf ihre beispiellose Musikkarriere und ihre grandiosen Songs. Jack ergreift die Gelegenheit beim Schopf und macht sich daran, die Beatles-Hits nachzusingen – mit dem zu erwartenden sensationellen Erfolg! Ed Sheeran (spielt sich selbst) klopft an die Tür und bucht Jack als Vorgruppe für seine Welttournee und im Handumdrehen ist ein neuer Popstar geboren, dem die Welt zu Füßen liegt. Jack muss sich entscheiden, ob er den Ideen seines neuen Managements bedingungslos folgt, oder ob er lieber Ellie verbunden bleibt, in die er eigentlich schon immer verliebt war.

YesterdayWer die Songs der Fab Four aus Liverpool mag, wird hier sicherlich auf seine Kosten kommen, da etliche ihrer Evergreens nachgesungen und von Hauptdarsteller Himesh Patel neu interpretiert werden. Drehbuchautor Richard Curtis („Tatsächlich… Liebe“), der hier zum ersten Mal mit Danny Boyle zusammengearbeitet hat, hat in sein Drehbuch jede Menge Gags und ironische Anspielungen einfließen lassen, die kaum ein gutes Haar an der aktuellen Musikindustrie lassen und die Genialität der Beatles immer wieder auf liebenswerte Weise herausstreichen. Auch Ed Sheeran nimmt sich in seinem Gastauftritt nicht allzu ernst und macht sich auch über sich selbst und sein Starimage lustig. Im letzten Teil wird es dann vielleicht etwas zu rührselig, aber so etwas gehört zu einer RomCom natürlich auch ein Stückweit dazu. Am Ende bleibt die Erkenntnis: „Eine Welt ohne die Beatles wäre unendlich viel schlechter als eine Welt mit ihnen und ihrer Musik.“

YesterdayDie BluRay-Erstveröffentlichung des Films, die am 8. November 2019 erscheint, punktet mit einem exzellenten Bild (im Widescreen-Format 2,39:1) mit kräftigen Farben und einer beeindruckenden Schärfe. Der Ton (Deutsch und Englisch in Dolby Atmos TrueHD 7.1, Türkisch in Dolby Digital 5.1, optional mit Untertiteln in diesen drei Sprachen) ist ebenfalls sehr gelungen und lässt keine Wünsche offen. Das Bonusmaterial besteht aus einem Audiokommentar von Regisseur Danny Boyle und Drehbuchautor/Produzent Richard Curtis, einem alternativen Ende (3 Minuten), zwölf unveröffentlichten Szenen (zusammen 23 Minuten), einem alternativen Anfang (5 Minuten), einem Gag Reel (2 Minuten), den Specials „Live in den Abbey Road Studios” (10 Minuten), „Ein talentiertes Duo“ (3 Minuten), „Live-Musik“ (6 Minuten), „Seelenverwandte“ (5 Minuten), „Ed Sheeran: Vom Stadion auf die Leinwand“ (3 Minuten), „Die Komikerin: Kate McKinnon“ (3 Minuten) und „Im Gespräch mit Richard & Ed“ (3 Minuten).

Kommentare  

#1 Cartwing 2019-11-05 19:23
Zitat:
Eine Welt ohne die Beatles wäre unendlich viel schlechter als eine Welt mit ihnen und ihrer Musik.“
Das würde ich dann auch direkt unterschreiben, auch wenn ich kein eingefleischter Fan bin. Sie waren Wegbereiter und haben Musiker weltweit inspiriert und beeinflusst.
Mit "Sergeant Pepper" haben sie - ähnlich wie später Stevie Wonder und Marvin Gaye den Mut gehabt, auch neue Wege zu beschreiten und zu experimentieren, was wiederum den Weg für andere Musiker bereitet hat, egal ob im Pop oder Rockbereich.

Ich habe den Film noch nicht gesehen, aber ich glaube, dass die tatsächlichen Auswirkungen, die ein Nichtexistieren der Beatles auf die Musikszene hätte, hier nicht ansatzweise dargestellt werden können bzw. wohl auch nicht sollen
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