Space Opera mit aztekischem Einschlag
Space Opera mit aztekischem Einschlag
Die Nanagada-Serie
Ihr Lebensraum, der dschungelbedeckte Kontinent am Äquator, ist durch eine riesige Bergkette getrennt; auf einer Seite leben die Menschen auf präatomaren Niveau, vorwiegend aus der Karibik stammend, ständig bedroht von Vorstößen der Aztecan der anderen Seite, die unter dem Einfluss der verbliebenen Teotl gar in die Art ihrer indianischen Vorfahren zurückgefallen sind und Blumenkriege führen, um Menschen für ihre rituellen Opferungen zu erlangen.



Die Serie ist locker über die Person "Pepper" und eine Historie miteinander verknüpft, die Bände können jedoch auch einzeln gelesen und verstanden werden.
Man muß allerdings über den ersten hinwegkommen.
Nachdem dieser in die Nominierungsliste des "John W.Campbell-Awards" (für den besten Debütroman) aufgenommen wurde, muß man daraus schließen, daß 2006 ein ziemlich dürftiger SF-Jahrgang gewesen ist...Es gibt keine nennenswerten oder gar neuen Ideen; ein einfaches Bedrohungsszenario durch Außerirdische, die, warum auch immer, bei den Indianerabkömmlingen die Rolle ihrer blutrünstigen Aztekengötter eingenommen haben und sie benutzen; tapfere Verteidiger, die im Dschungel zurechtkommen (und sich untereinander mit einer Armtätowierung als "Mungo-Männer" ausweisen), die Suche nach einem Artefakt, von dem man schnell weiß, um was es sich handeln wird; ein bißchen heile Kolonialwelt a la Karibik (verständlich, wenn laut Vita der Autor auf den Virgin Islands aufwuchs) mit in deutscher Übersetzung recht grässlich klingendem Slang und ohne rechten Flair - alles wie auch die Handlung voraussehbar, mit zähem Ablauf und nie vorhandener echter Spannung. Der Höhepunkt, was diese betrifft, ist schon erreicht, wenn John mit seiner nicht besonders dafür geeigneten Ausstattung (einer Hakenhand als Ersatz für den verlorenen Unterarm) auf einem Heißluftschiff herumklettern muss (die Szene auf dem Titelbild), um den ebenfalls schwebenden Gegner beschiessen zu können.
Der titelgebende "Kristallregen" soll im übrigen die aztecanische Bezeichnung für Schnee sein, was ja nett ist, aber sonst keinerlei Bedeutung hat; ebensowenig wie die der anderen Originaltitel. Katzen kommen nicht vor, zerlumpt sind Straeuner auch nicht gerade und Pepper als Mungo/Mongoose-Mann gebiert sich keineswegs "sly"...
In den Folgebänden gibt es dann bessere Spannungsansätze und Atmosphäre. Die Zahl der Spieler wird erhöht (mindestens 9 verschiedene Gruppen mit unterschiedlichen Interessen), Intrigen können ablaufen, eine Reihe von Kämpfen im Raum und in Schiffen pepp(er)t das ganze auf und die Historie fügt sich letztlich auch halbwegs logisch zusammen. Zwar bin ich kein allzugroßer Fan von terminatorähnlichen Haudrauf-Kampfmaschinen, aber die raubautzige Hauptfigur Pepper und seine Quasienkelin Nashara sind doch ansprechende Typen.
Alles zusammen entwickelt sich zu einer einfachen, aber soliden militärischen Space Opera - nicht mehr, aber auch nicht weniger; besser allemal als die sich im gleichen Umfeld bewegenden David Weber(abgesehen von HONOR HARRINGTON) und John Ringo Und wenn der Autor noch etwas anzieht und sich weiterentwickelt (soll ja vorkommen..), braucht man auch das Lesen einer eventuellen Fortsetzung oder anderer Werke von ihm nicht zu scheuen.
Die Daten zur Serie