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Eine Legende wird vierzig Jahre alt - Die Kürzungen in der DK-Neuauflage - 86. Teil - Flitterwochen mit dem Tod

   Dämonenkiller zum 40.Eine Legende wird 40 Jahre alt
Die Kürzungen der Neuauflage
Flitterwochen mit dem Tod

Als am 12. April 1983 die Neuauflage der Dämonenkiller-Serie startete, war ich hocherfreut, denn es bestand für mich die Chance, daß ich endlich das Ende des Baphomet-Zyklus (Dämonenkiller 130 – 149) in Heftformat erhalten könnte. Leider wurde nichts daraus und das lag unter anderem daran, dass der Erich Pabel-Verlag auf eine glorreiche Idee kam.


Im Sinne des Jugendschutzes begann man damit, sämtliche (möglicherweise) jugendgefährdenden Stellen in den Dämonenkiller-Romanen zu entfernen.

Schauen wir uns mal an, was in Dämonenkiller-Roman Nr. 85 Flitterwochen mit dem Tod gekürzt wurde:

Der Dämonenkiller erscheint "Im Zeichen des Bösen" (Vampir Horror Bd. 23)Flitterwochen mit dem Tod
Dämonenkiller Nr. 85
Seite 5, 2. Spalte, 7. Absatz – Seite 6, 2. Spalte, 2. Absatz

Mit einer schnellen Bewegung schleuderte Frank seine Jacke auf einen Sessel. Seine Finger - sie waren jetzt behaart und schwarz - rissen das Seidenhemd auf. Dann packte er Helga und zog sie hart an sich. Sie merkte, wie ihre Knie zu zittern begannen, wollte etwas sagen, eine Frage stellen, aber ein Leidenschaftlicher Kuß verschloß ihr den Mund. Ihre schreckgeweiteten  Augen hatten gesehen, wie auch auf der Brust des Mannes schwarzes Haar zu wachsen begann. Es war unmöglich! Sie mußte träumen. Aber dann sah sie auch auf den eben noch glattrasierten Wangen das schwarze Haar sprießen. Ihre Lippen schmerzten und begannen zu bluten. Der Griff, mit dem Frank Helga an sich preßte, war hart und schmerzte sie. Seine Fingernägel bohrten sich in ihre weichen Arme.
Angst und Leidenschaft erfüllten sie. Sie war völlig ratlos und begann zu keuchen und sich zu wehren. Aus dem leidenschaftlichen Kuß wurde ein Biß.
Helga wollte sich losreißen und schreien, aber die starken Arme hielten sie fest.
Aus dem Mund ihres adonishaften Liebhabers und Ehemannes schlug ihr der stinkende Atem eines Raubtieres entgegen und machte sie halb bewußtlos. Sie begann zu taumeln. Die zerbissenen Lippen brannten, und die scharfen Fingernägel bohrten sich wie Dolche in ihren Rücken.
Frank war jetzt total behaart. Er wirkte wie ein Gorilla oder ein anderes Tier. Plötzlich ließ er sie los und gab ihr einen Stoß. Sie fiel keuchend über das Bett. Klirrend zerbarsten Gläser auf dem Boden. Die Raubtierklauen, in die sich Franks schöne Hände verwandelt hatten, rissen das Hemd von seinem Körper.
Helga war gelähmt vor Furcht. Die Angst schnürte ihr die Kehle zu. Blut lief über ihren Hals. Sie begriff nicht, was geschehen war. Ihr Verstand weigerte sich, zu verstehen. Sie ahnte nur, daß dies ihre letzte Nacht sein würde. Sie würde den Morgen nicht mehr erleben.
Frank kam um einen Sessel herum und geriet in den Lichtschein des bleichen Mondes. Er sah wie ein Ungeheuer aus. Seine Augen funkelten mordgierig. Seine Zähne glichen einem Gebiß eines Jaguars. Er stieß ei-nen merkwürdigen Laut aus, der nichts Menschenähnliches mehr hatte.
Helga machte schwache Abwehrbewegungen, als Frank näher kam, die Klauen gierig ausgestreckt. Mit einer blitzschnellen Bewegung zer¬fetzte er ihr Kleid. Dann warf er sich über sie und biß sie in die Schulter.
Helga fühlte den Biß. Der Schmerz durchzuckte sie wie ein elektrischer Schlag. Sie wollte schreien und holte Luft. Der Bann der Lähmung war gebrochen. Aber die Klaue legte sich in diesem Moment auf ihren Mund. Das Gesicht der Bestie verzog sich zu einem harten Lächeln.

1Flitterwochen mit dem Tod
Dämonenkiller-Neuauflage Nr. 85
Seite 8, 1. Spalte, 6. Absatz – Seite 9, 1. Spalte, 1. Absatz

Mit einer schnellen Bewegung schleuderte Frank seine Jacke auf einen Sessel. Seine Finger - sie waren jetzt behaart und schwarz - rissen das Seidenhemd auf. Dann packte er Helga und zog sie an sich. Sie merkte, wie ihre Knie zu zittern begannen, wollte etwas sagen, eine Frage stellen, aber ein leidenschaftlicher Kuß verschloß ihr den Mund. Ihre schreckgeweiteten  Augen hatten gesehen, wie auch auf der Brust des Mannes schwarzes Haar zu wachsen begann. Es war unmöglich! Sie mußte träumen. Aber dann sah sie auch auf den eben noch glattrasierten Wangen das schwarze Haar sprießen. Ihre Lippen schmerzten. Der Griff, mit dem Frank Helga an sich preßte, tat ihr weh. Seine Fingernägel bohrten sich in ihre weichen Arme.
Angst und Leidenschaft erfüllten sie. Sie war völlig ratlos und begann zu keuchen und sich zu wehren. Aus dem leidenschaftlichen Kuß wurde ein Biß.
Helga wollte sich losreißen und schreien, aber die starken Arme hielten sie fest.
Aus dem Mund ihres adonishaften Liebhabers und Ehemannes schlug ihr der stinkende Atem eines Raubtieres entgegen und machte sie halb bewußtlos. Sie begann zu taumeln. Die zerbissenen Lippen brannten, und die scharfen Fingernägel bohrten sich wie Dolche in ihren Rücken.
Frank war jetzt total behaart. Er wirkte wie ein Gorilla oder ein anderes Tier. Plötzlich ließ er sie los und gab ihr einen Stoß. Sie fiel keuchend über das Bett. Klirrend zerbarsten Gläser auf dem Boden. Die Raubtierklauen, in die sich Franks schöne Hände verwandelt hatten, rissen das Hemd von seinem Körper.
Helga war gelähmt vor Furcht. Die Angst schnürte ihr die Kehle zu. Sie begriff nicht, was geschehen war. Ihr Verstand weigerte sich, zu verstehen. Sie ahnte nur, daß dies ihre letzte Nacht sein würde. Sie würde den Morgen nicht mehr erleben.
Frank kam um einen Sessel herum und geriet in den Lichtschein des bleichen Mondes. Er sah wie ein Ungeheuer aus. Seine Augen funkelten mordgierig. Seine Zähne glichen einem Gebiß eines Jaguars. Er stieß einen merkwürdigen Laut aus, der nichts Menschenähnliches mehr hatte.
Helga machte schwache Abwehrbewegungen, als Frank näher kam, die Klauen gierig ausgestreckt. Mit einer blitzschnellen Bewegung zerfetzte er ihr Kleid. Dann warf er sich über sie und biß sie in die Schulter.
Helga fühlte den Biß. Der Schmerz durchzuckte sie wie ein elektrischer Schlag. Der Bann der Lähmung war gebrochen. Aber die Klaue legte sich in diesem Moment auf ihren Mund. Das Gesicht der Bestie verzog sich zu einem harten Lächeln.

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Flitterwochen mit dem Tod
Dämonenkiller Nr. 85
Seite 7, 1. Spalte, 5. Absatz – Seite 7, 2. Spalte, 2. Absatz

„Was ist sonst über das Eheinstitut zu sagen?“ fragte Dorian.
Sie waren im Moment allein. Jeff Parker suchte im Perigord nach Hinweisen, mit denen man vielleicht das Geheimnis um Cro Magnon lösen konnte. Dort befanden sich die Höhlen von Lascaux mit den uralten Gemälden aus den Anfängen der Menschheit. Und bei dem Ort gleichen Namens hatte man die Skelettreste des Cro Magnons gefunden.
Der schwarzbärtige Riese befand sich noch immer im Castillo Basajaun.
„Es gibt nichts Negatives zu sagen - von unserer Warte aus. Es ist ein teures, solides Unternehmen, das im Augenblick von einem Dr. Kern geleitet wird.“

Flitterwochen mit dem Tod
Dämonenkiller-Neuauflage Nr. 85
Seite
9, 2. Spalte, 4.  + 5. Absatz

„Was ist sonst über das Eheinstitut zu sagen?“ fragte Dorian.
„Es gibt nichts Negatives zu sagen - von unserer Warte aus. Es ist ein teures, solides Unternehmen, das im Augenblick von einem Dr. Kern geleitet wird.“
 

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Flitterwochen mit dem Tod
Dämonenkiller Nr. 85
Seite 9, 2. Spalte, 5. Absatz – Seite 11, 2. Spalte, 7. Absatz

Der Raum war vollkommen rund. Die Wände leuchteten dunkelrot. Dicker Samt war ausgespannt; darauf hingen uralte Bilder, die Szenen von delikater Grausamkeit darstellten. Fünf oder sechs schwere Leuchter, in denen halb abgebrannte Kerzen steckten, standen im Raum verteilt herum und verbreiteten mildes Licht. Hin und wieder zuckten und flackerten die Flammen, als würde ein Windhauch über sie hinwegwehen. Es roch durchdringend nach Harz oder einem schweren, süßlichem Parfüm. Den Boden bedeckten dicke Teppiche. Das Zimmer, in dem sich nur ein Hund und zwei scheinbar junge Frauen aufhielten, schien Teil eines alten Turmes zu sein; unter die dominierenden Gerüche mischte sich ein Hauch von Fäulnis.
„Ich habe eine Bitte an dich, Sappho. Sie zu erfüllen, wird einerseits schwierig, andererseits aber ungemein reizvoll sein.“
Alraune strich ihr hellrotes, glattes Haar aus der weißen Stirn und lächelte ihre Freundin an. Sie kannten sich seit Jahrhunderten.
„Häufig sind die reizvollen Dinge schwierig zu erreichen“, bestätigte Sappho.
In ihrem Schoß - sie trug ein halb durchsichtiges, kaftanähnliches Gewand und uralten, schweren Schmuck am Hals, an den Handgelenken und an den Fesseln - bewegte sich unruhig ein winziger, ständig zitternder Hund, der kein Fell besaß und wie geschoren aussah. Sein Kopf glich mehr dem eines Drachens als dem eines Hundes.
„So auch hier. Du sollst die Braut eines ungewöhnlichen Mannes werden. Nur für kurze Zeit. Denn ich will dich und deine Liebe nicht verlieren, wie du wissen sollst.“
Alraune hörte auf, den Bauch des Hundes zu kraulen, und schaute auf.
Im Raum war es sehr warm. Der schwere, mit seltenen Kräutern gewürzte Wein verströmte einen zu¬sätzlichen Duft. Von einigen Kerzen stiegen schwarze Rußfäden in die Höhe.
„Ich weiß es, Alraune. Schildere mir deinen Plan! Er hört sich so an, als würde ich darüber nachdenken können.“
Sappho lächelte. Es war das lüsterne Lächeln eines Vampirs, denn nichts anderes war Sappho in Wirklichkeit. Sappho wußte, daß Alraunes Liebe nur ihr galt, ihr ausschließlich. Sie hatten miteinander eine kleine Ewigkeit verbracht und festgestellt, daß trotz aller Abenteuer und Seitensprünge - selbst mit Männern - sie sich wunderbar ergänzten. Die Harmonie zwischen ihnen war so groß, daß sie nicht einmal mehr der Worte bedurfte.
„Da bin ich sicher, liebste Freundin“, sagte Alraune geziert.
Sie trug heute ihr rabenschwarzes, seidiges Haar zu einer Hochfrisur aufgesteckt. Mit ihrem marmorweißen Hals sah sie hinreißend aus.
„Ich bin ganz sicher, daß du es nicht bereuen wirst. Ab und zu ist es ganz originell, einen Mann zu verführen. Nur so bekommt man wieder den rechten Maßstab für die eigent¬lichen Freuden der Liebe. Wirst du mir dem Wunsch erfüllen?“
„Wenn du mir etwas über diesen einzigartigen Bräutigam erzählen würdest, könnte ich dir schnell eine Antwort geben.“
Sappho streckte einen langen, schmalen Arm aus und ergriff den schweren Goldpokal mit dem roten Wein. Ihr Körper war wie ihr Lächeln: sinnlich, schön und herausfordernd. Sie trank einen Schluck und hörte aufmerksam zu, was ihre ge¬liebte Freundin berichtete.
Alraune und. Sappho hatten sich kennen- und bald liebengelernt, als Alraune einige Jahrhunderte lang in Kretas Unterwelt gefangen gewesen war. In dieser Zeit lernte sie alles, um eine Meisterin des Bösen werden zu können und daraus ihre Macht zu gewinnen. Diese Lehrzeit hatte sie gebraucht, um sich zur Herrin der Finsternis aufschwingen zu können. Sappho hatte ihr immer und überall geholfen. Die Geduld des schönen, rothaarigen Vampirs war unerschöpflich wie ihre Fähigkeit, Leidenschaften zu entfachen.
Nach der Schilderung des Mannes, der vorübergehend zum Bräutigam gemacht werden sollte, fuhr Alraune fort: „Alle Vorbereitungen sind getroffen. Du brauchst nur noch zuzustimmen. Ein ungewöhnlicher Mann, wie du begriffen hast - und gefährlich. Aber gerade die Gefahr hat uns schon immer gereizt, nicht wahr?“
Sie beugte sich vor und fuhr mit den langen Fingernägeln zärtlich über eine Schulter der Freundin. Sappho erschauerte. Der Hund hob seinen schuppigen Kopf und begann über die Hand Alraunes zu lecken.
„So ist es. Bei deinem Vorschlag reizt mich die Gefahr. Eine schöne, dämonische Versuchung. Ich glaube, es wird ein einmaliges Vergnügen und Erlebnis für mich werden.“
Alraune, die Herrin der Finsternis, wollte zwei Dinge gleichzeitig tun. Sie wollte - nein, sie mußte einem sehr unangenehmen und leider auch sehr mächtigen Gegenspieler eine empfindliche Niederlage bereiten. Außerdem wollte sie ihrer Freundin einen dämonischen Gefallen tun; denn nur Abwechslungen dieser Art konnten sie beide noch befriedigen. Sie hatten schon zu viele Jahrhunderte Zeit gehabt, alles kennenzu-lernen.
Sappho kicherte plötzlich. Sie schien sich auf das Kommende zu freuen.
„Einen aparten Gegner hast du dir ausgesucht, liebste Freundin Alraune“, sagte sie und entblößte ihre zierlichen Vampirzähne. „Du hast die Fäden wirklich fein und virtuos gesponnen.“
Alraune hob einen Arm. Der schwere Schmuck rutschte über die weiße Haut.
„Ich hasse diesen Mann. Ich hasse ihn, obwohl er mich nicht begehren wird. Aber vielleicht hasse ich ihn gerade deswegen. Er ist eine gefährliche Mischung zwischen einem Dämon und einem Zauberer auf der einen und einem menschlichen Mann auf der anderen Seite. Er kennt viel von uns, viel zuviel. Deshalb ist er so gefährlich. Ich würde diese einmalige Gelegenheit selbst wahrnehmen, aber ich bin schon an zu vielen Stellen gegen ihn aufgetreten. Er würde mich bald erkennen. Dich wird er nicht kennen.“
Sappho schüttelte sich in Vorfreude.
„Er ist außergewöhnlich, selbst wenn du übertrieben haben solltest.“
Sie leckte mit ihrer kleinen, spitzen Zunge über ihre vollen Lippen. Der Hund begann zu zittern. Er spürte die Erregung seiner Herrin. Dann rollte er sich zusammen und begann schwer zu atmen. Die schwarzen Haarbüschel an seinen spitzen Ohren bewegten sich. Die Kerzenflammen zuckten, als Alraune aufstand und aus einem uralten griechischen Krug Wein nachschenkte.
„Er wird hingerissen sein von deiner dämonischen Liebe, denn sie ist mehr, als er jemals von einer sterblichen Frau bekommen kann. Und wenn er dich zum erstenmal genossen hat, dann rast er vor Leidenschaft. Und ich kann ihn und seine Freunde vernichten.“
„Schon allein der Name verspricht Aufregung.“
Sappho lehnte sich zurück und genoß gleichermaßen die Ruhe und die aufregenden Gedanken. Nur noch kurze Zeit würde vergehen müssen, dann würden sie - beide haben, was sie sich wünschten - sie den Reiz des gefährlichen Abenteuers, Alraune ihre Rache.

Flitterwochen mit dem Tod
Dämonenkiller-Neuauflage Nr. 85
Seite 12, 1. Spalte, 2. Absatz – Seite 14, 1. Spalte, 4. Absatz

Der Raum war vollkommen rund. Die Wände leuchteten dunkelrot. Dicker Samt war ausgespannt; darauf hingen uralte Bilder. Fünf oder sechs schwere Leuchter, in denen halb abgebrannte Kerzen steckten, standen im Raum verteilt herum und verbreiteten mildes Licht. Hin und wieder zuckten und flackerten die Flammen, als würde ein Windhauch über sie hinwegwehen. Es roch durchdringend nach Harz oder einem schweren, süßlichem Parfüm. Den Boden bedeckten dicke Teppiche. Das Zimmer, in dem sich nur ein Hund und zwei scheinbar junge Frauen aufhielten, schien Teil eines alten Turmes zu sein; unter die dominierenden Gerüche mischte sich ein Hauch von Fäulnis.
„Ich habe eine Bitte an dich, Sappho. Sie zu erfüllen, wird einerseits schwierig, andererseits aber ungemein reizvoll sein.“
Hekate strich ihr hellrotes, glattes Haar aus der weißen Stirn und lächelte ihre Freundin an. Sie kannten sich seit Jahrhunderten.
„Häufig sind die reizvollen Dinge schwierig zu erreichen“, bestätigte Sappho.
In ihrem Schoß - sie trug ein halb durchsichtiges, kaftanähnliches Gewand und uralten, schweren Schmuck am Hals, an den Handgelenken und an den Fesseln - bewegte sich unruhig ein winziger, ständig zitternder Hund, der kein Fell besaß und wie geschoren aussah. Sein Kopf glich mehr dem eines Drachens als dem eines Hundes.
„So auch hier. Du sollst die Braut eines ungewöhnlichen Mannes werden. Nur für kurze Zeit. Denn ich will dich und deine Liebe nicht verlieren, wie du wissen sollst.“
Sappho hörte auf, den Bauch des Hundes zu kraulen, und schaute auf.
Im Raum war es sehr warm. Der schwere, mit seltenen Kräutern gewürzte Wein verströmte einen zusätzlichen Duft. Von einigen Kerzen stiegen schwarze Rußfäden in die Höhe.
„Ich weiß es, Hekate. Schildere mir deinen Plan! Er hört sich so an, als würde ich darüber nachdenken können.“
Sappho lächelte. Es war das lüsterne Lächeln eines Vampirs, denn nichts anderes war Sappho in Wirklichkeit. Sappho wußte, daß Hekates Liebe nur ihr galt, ihr ausschließlich. Sie hatten miteinander eine kleine Ewigkeit verbracht und festgestellt, daß trotz aller Abenteuer und Seitensprünge - selbst mit Männern - sie sich wunderbar ergänzten. Die Harmonie zwischen ihnen war so groß, daß sie nicht einmal mehr der Worte bedurfte.
„Da bin ich sicher, liebste Freundin“, sagte Hekate geziert.
Sie trug heute ihr rotes, seidiges Haar zu einer Hochfrisur aufgesteckt. Mit ihrem marmorweißen Hals sah sie hinreißend aus.
„Ich bin ganz sicher, daß du es nicht bereuen wirst. Ab und zu ist es ganz originell, einen Mann zu verführen. Nur so bekommt man wieder den rechten Maßstab für die eigentlichen Freuden der Liebe. Wirst du mir dem Wunsch erfüllen?“
„Wenn du mir etwas über diesen einzigartigen Bräutigam erzählen würdest, könnte ich dir schnell eine Antwort geben.“
Sappho streckte einen langen, schmalen Arm aus und ergriff den schweren Goldpokal mit dem roten Wein. Ihr Körper war wie ihr Lächeln: sinnlich, schön und herausfordernd. Sie trank einen Schluck und hörte aufmerksam zu, was ihre geliebte Freundin berichtete.
Hekate und. Sappho hatten sich kennen- und bald liebengelernt, als Hekate einige Jahrhunderte lang in Kretas Unterwelt gefangen gewesen war. In dieser Zeit lernte sie alles, um eine Meisterin des Bösen werden zu können und daraus ihre Macht zu gewinnen. Diese Lehrzeit hatte sie gebraucht, um sich zur Herrin der Finsternis aufschwingen zu können. Sappho hatte ihr immer und überall geholfen. Die Geduld des schönen, rothaarigen Vampirs war unerschöpflich wie ihre Fähigkeit, Leidenschaften zu entfachen.
Nach der Schilderung des Mannes, der vorübergehend zum Bräutigam gemacht werden sollte, fuhr Hekate fort: „Alle Vorbereitungen sind getroffen. Du brauchst nur noch zuzustimmen. Ein ungewöhnlicher Mann, wie du begriffen hast - und gefährlich. Aber gerade die Gefahr hat uns schon immer gereizt, nicht Wahr?“
Sie beugte sich vor und fuhr mit den langen Fingernägeln zärtlich über eine Schulter der Freundin. Sappho erschauerte. Der Hund hob seinen schuppigen Kopf und begann über die Hand Hekates zu lecken.
„So ist es. Bei deinem Vorschlag reizt mich die Gefahr. Eine schöne, dämonische Versuchung. Ich glaube, es wird ein einmaliges Vergnügen und Erlebnis für mich werden.“
Hekate, die Herrin der Finsternis, wollte zwei Dinge gleichzeitig tun. Sie wollte - nein, sie mußte einem sehr unangenehmen und leider auch sehr mächtigen Gegenspieler eine empfindliche Niederlage bereiten. Außerdem wollte sie ihrer Freundin einen dämonischen Gefallen tun; denn nur Abwechslungen dieser Art konnten sie beide noch befriedigen. Sie hatten schon zu viele Jahrhunderte Zeit gehabt, alles kennenzulernen.
Sappho kicherte plötzlich. Sie schien sich auf das Kommende zu freuen.
„Einen aparten Gegner hast du dir ausgesucht, liebste Freundin Hekate“, sagte sie und entblößte ihre zierlichen Vampirzähne. „Du hast die Fäden wirklich fein und virtuos gesponnen.“
Hekate hob einen Arm. Der schwere Schmuck rutschte über die weiße Haut.
„Ich hasse diesen Mann. Ich hasse ihn, obwohl er mich nicht begehren wird. Aber vielleicht hasse ich ihn gerade deswegen. Er ist eine gefährliche Mischung zwischen einem Dämon und einem Zauberer auf der ei-nen und einem menschlichen Mann auf der anderen Seite. Er kennt viel von uns, viel zuviel. Deshalb ist er so gefährlich. Ich würde diese einmalige Gelegenheit selbst wahrnehmen, aber ich bin schon an zu vielen Stellen gegen ihn aufgetreten. Er würde mich bald erkennen. Dich wird er nicht kennen.“
Sappho schüttelte sich in Vorfreude.
„Er ist außergewöhnlich, selbst wenn du übertrieben haben solltest.“
Sie leckte mit ihrer kleinen, spitzen Zunge über ihre vollen Lippen. Der Hund begann zu zittern. Er spürte die Erregung seiner Herrin. Dann rollte er sich zusammen und begann schwer zu atmen. Die schwarzen Haarbüschel an seinen spitzen Ohren bewegten sich. Die Kerzenflammen zuckten, als Hekate aufstand und aus einem uralten griechischen Krug Wein nachschenkte.
„Er wird hingerissen sein von deiner dämonischen Liebe, denn sie ist mehr, als er jemals von einer sterblichen Frau bekommen kann. Und wenn er dich zum erstenmal genossen hat, dann rast er vor Leidenschaft. Und ich kann ihn und seine Freunde vernichten.“
„Schon allein der Name verspricht Aufregung.“
Sappho lehnte sich zurück und genoß gleichermaßen die Ruhe und die aufregenden Gedanken. Nur noch kurze Zeit würde vergehen müssen, dann würden sie - beide haben, was sie sich wünschten - sie den Reiz des gefährlichen Abenteuers, Hekate ihre Rache.

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Flitterwochen mit dem Tod
Dämonenkiller Nr. 85
Seite 11, 2. Spalte, 9. Absatz – Seite 12, 1. Spalte, 1. Absatz

Mit heulenden Triebwerken fuhr die BAC one-eleven eine enge Kurve. Die überdachte Gangway rollte heran. Der elastische Faltbalg preßte sich an den Rahmen des Ausstiegs.

Flitterwochen mit dem Tod
Dämonenkiller-Neuauflage Nr. 85
Seite 14, 1. Spalte, 6. Absatz

Mit heulenden Triebwerken fuhr die Boeing 727 eine enge Kurve. Die überdachte Gangway rollte heran. Der elastische Faltbalg preßte sich an den Rahmen des Ausstiegs.

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Flitterwochen mit dem Tod
Dämonenkiller Nr. 85
Seite 19, 1. Spalte, 5. Absatz – Seite 20, 2. Spalte, 2. Absatz

Der Wagen schlug mit dem Dach auf, wurde wieder hochgerissen, drehte sich und überschlug sich mehrmals und wurde dann über die Planke gehoben. Die Türen sprangen auf. Der gesamte Inhalt flog heraus und verteilte sich nach allen Seiten. Agnes wurde erst gegen das Lenkrad gepreßt und schoß schließlich durch die Öffnung der Frontscheibe hinaus. Metallteile bohrten sich in ihre Brust. Ihr Schrei brach ab und wurde von dem Krachen und Klirren übertönt. Vorn ersten Auftauchen der Gestalt an bis hin zu dem Augenblick, da Agnes blutend und mit mehreren Wunden aus dem Wrack geschleudert wurde, waren kaum mehr als zwei Sekunden Zeit vergangen.
Der Mini überschlug sich noch zweimal und wirbelte dann die Böschung hinunter. Der Körper schlug schwer auf dem Asphalt auf. Das Mädchen brach sich in diesem Augenblick an drei Stellen das Rückgrat und war augenblicklich tot. Ihre Kleidung wurde ihr teilweise von der Haut gerissen, als der blutende Leichnam einige Meter über die Straße rutschte.
Sofort beugte sich eine Gestalt über Agnes, hob sie auf und warf sie sich über eine Schulter. Mit einem Satz sprang der bleiche Untote über die Leitplanke in die schützenden Büsche hinein, keinen Sekundenbruchteil zu früh, denn ein gleißendes Scheinwerferpaar näherte sich. Der Wagen fegte über der Überholspur heran und raste heulend vorbei. Der Fahrer hatte die Spuren des Unfalls gar nicht wahrgenommen.
Der Untote, in die schmutzigen Reste stinkender Kleidungsstücke gehüllt, blieb zwischen den Büschen stehen. Er wuchtete Agnes Körper von der Schulter und warf schweigend einen langen Blick auf den weißen Wagen, der auf der Seite lag und fast völlig zerstört war. Dann schien sich dieses Wesen, das von einer geheimnisvollen Kraft geleitet wurde und unter dem Einfluß eines fremden Willens handelte, seines Auftrages zu erinnern. Er nahm die Leiche in beide Arme und preßte sie an seine nackten, von Narben und Schuppen bedeckte Brust. Der Untote achtete nicht darauf, daß das Blut an seinem Bauch entlanglief, sondern drehte sich herum und setzte sich in Marsch. Er schob sich durch das Unterholz am Hang des Autobahndammes und erreichte freies Feld. Der Untote lief jetzt, aber langsam und unbeholfen. Doch in der lichtarmen Zone zwischen den ersten Gebäuden der Stadt und diesem Teil der Autobahn sah niemand den riesigen Mann mit dem kleineren Körper auf den Armen. Die blutigen und aufgerissenen Beine von Agnes schwangen bei jedem Schritt des Wiedergängers hin und her.
Die Spur führte in einem großen Bogen von der Unfallstelle zur ersten großen Brücke. Dort kreuzte ein kanalisierter Bach die Straße. Gerade in dem Augenblick, als der Untote die Böschung hinunterstolperte und sich ins aufspritzende Wasser stürzte, raste ein U-Bahnzug mit einer Reihe hellerleuchteter Fenster vorbei. Aber wiederum sah niemand den großen, breitschultrigen Mann mit der Mädchenleiche auf den Armen. Er stapfte etwa hundert Meter gegen die Strömung. Gurgelnd und schäumend brach sich das Wasser an seinen Oberschenkeln.
Der Abwasserkanal, der weiter oben in diesen Bach floß, schwemmte Unrat mit heran. Die Büsche auf beiden Seiten des Wassers, das jetzt stank und schlammig war, wurden größer und standen dichter. Der Englische Garten fing hier an. Aber der Untote hatte keinen romantischen Spaziergang im Sinn. Als das rechte Ufer niedriger wurde, kletterte er triefend und tropfend aus dem Wasser.
Er blieb stehen und sah sich um. Das stinkende Wasser lief an seinen Beinen herunter. Eine innere Stimme schien ihn zu rufen. Starr stand er da und hielt die Leiche in den Armen. Das Wasser hatte viele Blutspuren abgewaschen, aber die Wunden nicht geschlossen. Von hier aus bis in die Innenstadt waren es rund fünf Kilometer. Bisher war das seltsame Paar nicht aufgefallen.

Flitterwochen mit dem Tod
Dämonenkiller-Neuauflage Nr. 85
Seite 21, 2. Spalte, 5. Absatz – Seite 23, 1. Spalte, 1. Absatz

Der Wagen schlug mit dem Dach auf, wurde wieder hochgerissen, drehte sich und überschlug sich mehrmals und wurde dann über die Planke gehoben. Die Türen sprangen auf. Der gesamte Inhalt flog heraus und verteilte sich nach allen Seiten. Agnes wurde erst gegen das Lenkrad gepreßt und schoß schließlich durch die Öffnung der Frontscheibe hinaus. Ihr Schrei brach ab und wurde von dem Krachen und Klirren übertönt. Vorn ersten Auftauchen der Gestalt an bis hin zu dem Augenblick, da Agnes und mit mehreren Wunden aus dem Wrack geschleudert wurde, waren kaum mehr als zwei Sekunden Zeit vergangen.
Der Mini überschlug sich noch zweimal und wirbelte dann die Böschung hinunter. Der Körper schlug schwer auf dem Asphalt auf. Das Mädchen brach sich in diesem Augenblick an drei Stellen das Rückgrat und war augenblicklich tot. Ihre Kleidung wurde ihr teilweise von der Haut gerissen, als der Leichnam einige Meter über die Straße rutschte.
Sofort beugte sich eine Gestalt über Agnes, hob sie auf und warf sie sich über eine Schulter. Mit einem Satz sprang der bleiche Untote über die Leitplanke in die schützenden Büsche hinein, keinen Sekundenbruchteil zu früh, denn ein gleißendes Scheinwerferpaar näherte sich. Der Wagen fegte über der Überholspur heran und raste heulend vorbei. Der Fahrer hatte die Spuren des Unfalls gar nicht wahrgenommen.
Der Untote, in die schmutzigen Reste stinkender Kleidungsstücke gehüllt, blieb zwischen den Büschen stehen. Er wuchtete Agnes Körper von der Schulter und warf schweigend einen langen Blick auf den weißen Wagen, der auf der Seite lag und fast völlig zerstört war. Dann schien sich dieses Wesen, das von einer geheimnisvollen Kraft geleitet wurde und unter dem Einfluß eines fremden Willens handelte, seines Auftrages zu erinnern. Er nahm die Leiche in beide Arme und preßte sie an seine nackte Brust. Der Untote drehte sich herum und setzte sich in Marsch. Er schob sich durch das Unterholz am Hang des Autobahndammes und erreichte freies Feld. Der Untote lief jetzt, aber langsam und unbeholfen. Doch in der lichtarmen Zone zwischen den ersten Gebäuden der Stadt und diesem Teil der Autobahn sah niemand den riesigen Mann mit dem kleineren Körper auf den Armen. Die aufgerissenen Beine von Agnes schwangen bei jedem Schritt des Wiedergängers hin und her.
Die Spur führte in einem großen Bogen von der Unfallstelle zur ersten großen Brücke. Dort kreuzte ein kanalisierter Bach die Straße. Gerade in dem Augenblick, als der Untote die Böschung hinunterstolperte und sich ins aufspritzende Wasser stürzte, raste ein U-Bahnzug mit einer Reihe hellerleuchteter Fenster vorbei. Aber wiederum sah niemand den großen, breitschultrigen Mann mit der Mädchenleiche auf den Armen. Er stapfte etwa hundert Meter gegen die Strömung. Gurgelnd und schäumend brach sich das Wasser an seinen Oberschenkeln.
Der Abwasserkanal, der weiter oben in diesen Bach floß, schwemmte Unrat mit heran. Die Büsche auf beiden Seiten des Wassers, das jetzt stank und schlammig war, wurden größer und standen dichter. Der Englische Garten fing hier an. Aber der Untote hatte keinen romantischen Spaziergang im Sinn. Als das rechte Ufer niedriger wurde, kletterte er triefend und tropfend aus dem Wasser.
Er blieb stehen und sah sich um. Das stinkende Wasser lief an seinen Beinen herunter. Eine innere Stimme schien ihn zu rufen. Starr stand er da und hielt die Leiche in den Armen. Von hier aus bis in die Innenstadt waren es rund fünf Kilometer. Bisher war das seltsame Paar nicht aufgefallen.

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Flitterwochen mit dem Tod
Dämonenkiller Nr. 85
Seite 21, 2. Spalte, 2. Absatz

Dorian Hunter, wachsam und konzentriert, rutschte noch etwas tiefer in den Sessel hinein und gab sich den Anschein, niemanden zu kennen und völlig desinteressiert zu sein. Er begann ziemlich deutlich zu ahnen, daß sich zur Zeit dieses große bekannte Hotel in eine Herberge der Untoten und Dämonen verwandelt hatte. Niemand würde es glauben oder für möglich halten, daß sich hinter mindestens einem Dutzend gutgekleideter und scheinbar völlig normaler Gäste die gräßlichsten Fratzen und uralte, durch Blut am Leben erhaltene Körper verbargen. Er befand sich noch nicht lange hier; er hatte nur dieses Dutzend erkannt; es mochten auch mehr sein.

Flitterwochen mit dem Tod
Dämonenkiller-Neuauflage Nr. 85
Seite 24, 1. Spalte, 1. Absatz

Dorian Hunter, wachsam und konzentriert, rutschte noch etwas tiefer in den Sessel hinein und gab sich den Anschein, niemanden zu kennen und völlig desinteressiert zu sein. Er begann ziemlich deutlich zu ahnen, daß sich zur Zeit dieses große bekannte Hotel in eine Herberge der Untoten und Dämonen verwandelt hatte. Niemand würde es glauben oder für möglich halten, daß sich hinter mindestens einem Dutzend gutgekleideter und scheinbar völlig normaler Gäste die gräßlichsten Fratzen und uralte  Körper verbargen. Er befand sich noch nicht lange hier; er hatte nur dieses Dutzend erkannt; es mochten auch mehr sein.

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Flitterwochen mit dem Tod
Dämonenkiller Nr. 85
Seite 23, 1. Spalte, 5. Absatz

Die Toreinfahrt war voller Gerümpel. Dorian bahnte sich vorsichtig einen Weg hindurch. Er hielt den Atem an. Sein Herz schlug laut. Es roch nach Abfall, feuchten Mauern und einer Menge Dreck, faulenden Matratzen, Mull und Kadavern. Einmal trat der Dämonenkiller in eine weiche, klebrige Masse und schüttelte sich vor Ekel, als er merkte, was es war. Dunkle Türeingänge und Treppenaufgänge, deren Stufen mit Unrat übersät waren, bildeten eine schauerliche Kulisse.

Flitterwochen mit dem Tod
Dämonenkiller-Neuauflage Nr. 85
Seite 25, 2. Spalte, 4. Absatz

Die Toreinfahrt war voller Gerümpel. Dorian bahnte sich vorsichtig einen Weg hindurch. Er hielt den Atem an. Sein Herz schlug laut. Es roch nach Abfall, feuchten Mauern und einer Menge Dreck. Dunkle Türeingänge und Treppenaufgänge, deren Stufen mit Unrat übersät waren, bildeten eine schauerliche Kulisse.

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Flitterwochen mit dem Tod
Dämonenkiller Nr. 85
Seite 23, 2. Spalte, 5. Absatz – Seite 25, 2. Spalte, 2. Absatz

Der Unhold war häßlich wie ein Wesen aus einem Alptraum. Ein Ghul, dachte Dorian entsetzt. Gunnarsson traf sich in dieser stinkenden Ruine mit einem Ghul, einem Geschöpf der finstersten Nacht. Ein Ghul war ein Ausgestoßener, selbst unter den Dämonen.
Die Gegenstände und Personen, jeder Umriß, jede Linie verzerrten sich und wurden immer wieder undeutlich. Dorian erkannte trotzdem alles, was er sehen wollte und mußte.
Der Ghul, der die Worte gezischt und gestöhnt hatte, verging vor Gier. Immer wieder veränderte er sich wie brodelndes Protoplasma. Seine Haut sah aus, als bestünde sie aus lauter Beulen und Geschwüren. Die Finger, mit denen er eben noch auf Gunnarsson gedeutet hatte, zerflossen zu einer gallertartigen Masse und stabilisierten sich dann wieder. Das gleiche geschah mit dem Hals und dem Nacken.
Plötzlich sagte der Isländer hart: „Ich werde dich gebührend belohnen.“
Dorian sah in die Richtung, in die Magnus deutete. Auf dem Tisch lag eine nackte Leiche, die Leiche eines Mannes von vielleicht dreißig Jahren, voller Wunden.
„Gestohlen. Aus dem Leichenhaus - Krankenhaus. Lohn“, stammelte mit zerfließenden Lippen die abscheuliche Gestalt.
Gunnarsson hatte jetzt beide Hände in den Taschen seiner Jacke.
„Ich brauche noch mehr Leichen“, sagte er. „Kommen sie?“
„Die anderen - sind auf - dem Weg. Kommen alle.“
Der Ghul hatte also für Gunnarsson eine Leiche aus dem Krankenhaus gestohlen und hierher geschleppt. Am liebsten hätte sich das Untier selbst auf das kalte Fleisch gestürzt, aber Gunnarsson hinderte ihn durch seine bloße Gegenwart daran.
Jetzt zog Magnus langsam seine rechte Hand aus der Tasche. Dorian wartete gespannt und atemlos auf das, was folgen würde. Er hatte keine Ahnung, wozu der Isländer eine Leiche brauchte und wozu er noch andere anforderte. Zwischen den Fingern der rechten Hand hielt Magnus etwas, das wie eine längliche Dose aussah.
„Mein - Lohn“, schmatzte und würgte stöhnend der Unhold.
„Hier hast du ihn“, erwiderte Gunnarsson.
In dem grünlichen, fahlen Licht, das den Raum erhellte, leuchtete etwas auf. Aus der Hand Gunnarssons schien eine Wolke zu entstehen. Dann sah Dorian, daß der langgezogene Strahl aus einer Spraydose kam. Der Strahl zuckte quer durch den Raum, über den Tisch mit der Leiche hinweg und traf voll den Oberkörper des Ghul. Das Wesen heulte überrascht und zornig auf. Dann hörte man ein scharfes Klicken. Die andere Hand des Isländers hatte ein Feuerzeug entfacht.
Augenblicklich begann die Flüssigkeit aus der Spraydose zu brennen. Die Flammen bildeten einen Spitzkegel und hüllten den Oberkörper des zuckenden und um sich schlagenden Ghul ein. Er heulte laut und sprang zur Seite. Aber mit einigen schnellen Schritten umrundete Magnus den Tisch. Er hielt die Spraydose fest in seiner Hand und bewegte den Strahl auf und ab. Das Heulen des gemarterten und verbrennenden Ghuls verebbte in einem hohen wimmernden Ton. Unbarmherzig hielt Magnus den Strahl auf den schrumpfenden und tropfenden Körper gerichtet. Der sich zu einer gelbgrünen, schleimigen Gallertmasse auflösende Ghul versuchte zu entkommen, aber es war zu spät. Zum Schluß lag nur noch ein Häufchen Asche zwischen zertrümmerten Kisten, Lumpen und zerbrochenen Flaschen.
Dorian Hunter schluckte. Er zog sich einen Schritt in die Dunkelheit zurück und wartete, was Gunnarsson mit dem Leichnam vorhatte.
Der magische Schleier wurde dichter, nachdem Gunnarsson vor dem Tisch stehengeblieben war. Er breitete die Arme aus und winkelte die Hände ab. Dann senkte der Isländer den Kopf und schien die Leiche zu beschwören.
Dorian wagte nicht zu atmen. Er kniff die Augen zusammen und konzentrierte seinen Blick auf den Toten. Gunnarsson veranstaltete einen Totenzauber, eine Leichenbeschwörung. Die helle Haut der Leiche veränderte ihr Aussehen und ihre Farbe. Sie bekam Schuppen wie ein großer Fisch; gleichzeitig wurde sie zuerst gelb, dann hellgrün, und schließlich bildeten die dunkelgrünen, leicht fleckigen Schuppen eine neue Haut. Kaum war diese Veränderung abgeschlossen, bewegten sich die Finger des Toten. Das Bild flimmerte abermals. Der magische Schleier ließ keine Einzelheiten mehr erkennen. Nur der ausgestreckte grüne Körper und der helle Kopf des Isländers dahinter bildeten eine mehr oder weniger deutliche Gruppe.
Einige Sekunden später sah der Dämonenkiller, daß sich das grünschuppige Scheusal aufgerichtet hatte. Gunnarsson sagte etwas zu dem Wiedergänger - entweder in einer Dorian unbekannten Sprache, oder der magische Filter wirkte auch akustisch. Vermutlich hätte ein normaler Sterblicher von der ganzen Szene überhaupt nichts sehen können.
Das grünschuppige Scheusal antwortete kurz in einer ebenfalls unbekannten Sprache. Dann schwang sich der lebende Leichnam vom Tisch und blieb vor Gunnarsson stehen. Magnus deutete auf den Ausgang. Augenblicklich entfernte sich der Wiedergänger. Er ging drei Meter an Dorian vorbei und auf den hellen Lichtschein zu, der durch das offene Hoftor in den Eingang fiel.
Dorian wechselte mit zwei Sprüngen seinen Standort und kauerte sich hinter ein, morsches Regal voll staubiger, mit Spinnweben bedeckter Flaschen.
Gunnarsson ließ dem Grünhäutigen einen Vorsprung von hundert Schritten. Dann erlosch das schweflige Licht in dem Raum. Nur der schauerliche Gestank des alten Hauses und des verschmorten Ghuls hing noch zwischen den Mauern.

Flitterwochen mit dem Tod
Dämonenkiller-Neuauflage Nr. 85
Seite 26, 1. Spalte, 3. Absatz – Seite 27, 2. Spalte, 4. Absatz

Der Unhold war häßlich wie ein Wesen aus einem Alptraum. Ein Ghoul, dachte Dorian entsetzt. Gunnarsson traf sich in dieser stinkenden Ruine mit einem Ghoul, einem Geschöpf der finstersten Nacht. Ein Ghoul war ein Ausgestoßener, selbst unter den Dämonen.
Die Gegenstände und Personen, jeder Umriß, jede Linie verzerrten sich und wurden immer wieder undeutlich. Dorian erkannte trotzdem alles, was er sehen wollte und mußte.
Der Ghoul, der die Worte gezischt und gestöhnt hatte, verging vor Gier. Immer wieder veränderte er sich wie brodelndes Protoplasma. Seine Haut sah aus, als bestünde sie aus lauter Beulen und Geschwüren. Die Finger, mit denen er eben noch auf Gunnarsson gedeutet hatte, zerflossen zu einer gallertartigen Masse und stabilisierten sich dann wieder. Das gleiche geschah mit dem Hals und dem Nacken.
Plötzlich sagte der Isländer hart: „Ich werde dich gebührend belohnen.“
Dorian sah in die Richtung, in die Magnus deutete. Auf dem Tisch lag eine nackte Leiche, die Leiche eines Mannes von vielleicht dreißig Jahren.
„Gestohlen. Aus dem Leichenhaus - Krankenhaus. Lohn“, stammelte mit zerfließenden Lippen die abscheuliche Gestalt.
Gunnarsson hatte jetzt beide Hände in den Taschen seiner Jacke.
„Ich brauche noch mehr Leichen“, sagte er. „Kommen sie?“
„Die anderen - sind auf - dem Weg. Kommen alle.“
Der Ghoul hatte also für Gunnarsson eine Leiche aus dem Krankenhaus gestohlen und hierher geschleppt. Am liebsten hätte sich das Untier selbst auf den Toten gestürzt, aber Gunnarsson hinderte ihn durch seine bloße Gegenwart daran.
Jetzt zog Magnus langsam seine rechte Hand aus der Tasche. Dorian wartete gespannt und atemlos auf das, was folgen würde. Er hatte keine Ahnung, wozu der Isländer eine Leiche brauchte und wozu er noch andere anforderte. Zwischen den Fingern der rechten Hand hielt Magnus etwas, das wie eine längliche Dose aussah.
„Mein - Lohn“, schmatzte und würgte stöhnend der Unhold.
„Hier hast du ihn“, erwiderte Gunnarsson.
In dem grünlichen, fahlen Licht, das den Raum erhellte, leuchtete etwas auf. Aus der Hand Gunnarssons schien eine Wolke zu entstehen. Dann sah Dorian, daß der langgezogene Strahl aus einer Spraydose kam. Der Strahl zuckte quer durch den Raum, über den Tisch mit der Leiche hinweg und traf voll den Oberkörper des Ghoul. Das Wesen heulte überrascht und zornig auf. Dann hörte man ein scharfes Klicken. Die andere Hand des Isländers hatte ein Feuerzeug entfacht.
Augenblicklich begann die Flüssigkeit aus der Spraydose zu brennen. Die Flammen bildeten einen Spitzkegel und hüllten den Oberkörper des zuckenden und um sich schlagenden Ghoul ein. Er heulte laut und sprang zur Seite. Aber mit einigen schnellen Schritten umrundete Magnus den Tisch. Er hielt die Spraydose fest in seiner Hand und bewegte den Strahl auf und ab. Das Heulen des gemarterten und verbrennenden Ghouls verebbte in einem hohen wimmernden Ton. Unbarmherzig hielt Magnus den Strahl auf den schrumpfenden Körper gerichtet. Der sich zu einer gelbgrünen, schleimigen Gallertmasse auflösende Ghoul versuchte zu entkommen, aber es war zu spät. Zum Schluß lag nur noch ein Häufchen Asche zwischen zertrümmerten Kisten, Lumpen und zerbrochenen Flaschen.
Dorian Hunter schluckte. Er zog sich einen Schritt in die Dunkelheit zurück und wartete, was Gunnarsson mit dem Leichnam vorhatte.
Der magische Schleier wurde dichter, nachdem Gunnarsson vor dem Tisch stehengeblieben war. Er breitete die Arme aus und winkelte die Hände ab. Dann senkte der Isländer den Kopf und schien die Leiche zu beschwören.
Dorian wagte nicht zu atmen. Er kniff die Augen zusammen und konzentrierte seinen Blick auf den Toten. Gunnarsson veranstaltete einen Totenzauber, eine Leichenbeschwörung. Die helle Haut der Leiche veränderte ihr Aussehen und ihre Farbe. Sie bekam Schuppen wie ein großer Fisch; gleichzeitig wurde sie zuerst gelb, dann hellgrün, und schließlich bildeten die dunkelgrünen, leicht fleckigen Schuppen eine neue Haut. Kaum war diese Veränderung abgeschlossen, bewegten sich die Finger des Toten. Das Bild flimmerte abermals. Der magische Schleier ließ keine Einzelheiten mehr erkennen. Nur der ausgestreckte grüne Körper und der helle Kopf des Isländers dahinter bildeten eine mehr oder weniger deutliche Gruppe.
Einige Sekunden später sah der Dämonenkiller, daß sich das grünschuppige Scheusal aufgerichtet hatte. Gunnarsson sagte etwas zu dem Wiedergänger - entweder in einer Dorian unbekannten Sprache, oder der magische Filter wirkte auch akustisch. Vermutlich hätte ein normaler Sterblicher von der ganzen Szene überhaupt nichts sehen können.
Das grünschuppige Scheusal antwortete kurz in einer ebenfalls unbekannten Sprache. Dann schwang sich der lebende Leichnam vom Tisch und blieb vor Gunnarsson stehen. Magnus deutete auf den Ausgang. Augenblicklich entfernte sich der Wiedergänger. Er ging drei Meter an Dorian vorbei und auf den hellen Lichtschein zu, der durch das offene Hoftor in den Eingang fiel.
Dorian wechselte mit zwei Sprüngen seinen Standort und kauerte sich hinter ein, morsches Regal voll staubiger, mit Spinnweben bedeckter Flaschen.
Gunnarsson ließ dem Grünhäutigen einen Vorsprung von hundert Schritten. Dann erlosch das schweflige Licht in dem Raum. Nur der schauerliche Gestank des alten Hauses und des verschmorten Ghouls hing noch zwischen den Mauern.

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Flitterwochen mit dem Tod
Dämonenkiller Nr. 85
Seite 28, 2. Spalte, 2. Absatz – Seite 29, 1. Spalte, 4. Absatz

Jetzt fielen Decken und Kissen nach allen Seiten. Die Matratze entpuppte sich als Metallgitter. Eiserne Arme mit langen Dornen hoben sich und sausten mit voller Wucht her, unter. Die Stacheln bohrten sich in das Fleisch der Dämonin. Das magische Folterinstrument, für den jungen Mann gedacht, begann zu arbeiten.
Mit einem Faustschlag trieb Coco die Dämonin wieder zurück in die Mitte des Bettes. Plötzlich schnellte ein Eisenkabel aus der Konstruktion hervor, wickelte sich um den Hals der Dämonin und wurde festgezogen.
Die Dämonin hörte zu kreischen auf. Sie begann zu röcheln und mit dem freien Arm wild um sich zu schlagen. Ihr rechtes Bein wurde von einer eisernen Klammer festgehalten.
Coco sprang zurück, um dem Hieb eines kleinen Beiles zu entgehen, das wie eine Guillotine heruntersauste. Sie blieb neben dem jungen Mann stehen, der regungslos und mit schlotternden Knien an der Wand lehnte, und fiel wieder zurück in den normalen Zeitablauf.
„Was ist das? Was hat das zu bedeuten? Sehen Sie das nicht? Sie wird getötet!“ rief der junge Mann zitternd.
„Sehen Sie gut zu! Sie sollten jetzt dort zerfleischt werden“, sagte Coco und deutete auf das Bett.
Der magische Mechanismus arbeitete auf Hochtouren. Jedes Glied des Dämons wurde festgehalten. Im Todeskampf begann sich die Frau zu verändern und zu verwandeln. Zuerst zerbrach die Maske ihres menschlichen Gesichtes. Die langen Haare fielen in dicken Strähnen aus. Die Dämonin wimmerte und schluchzte nur noch leise. Das Bett krachte und knirschte. Der Körper, der grünhäutig wurde, blutete an vielen Stellen. Das Gesicht war halb zerfetzt und hatte sich in das gräßliche Antlitz einer Dämonin verwandelt. Die eisernen Stacheln bohrten sich nacheinander in die Gliedmaßen. Das Bett war blutbesudelt. Von den herabfallenden Beilen wurden die Knochen gebrochen. Dann vollendete das Folterinstrument sein gräßliches Werk.

Flitterwochen mit dem Tod
Dämonenkiller-Neuauflage Nr. 85
Seite 31, 1. Spalte, 1. Absatz – Seite 31, 2. Spalte, 1. Absatz

Jetzt fielen Decken und Kissen nach allen Seiten. Die Matratze entpuppte sich als Metallgitter. Eiserne Arme mit langen Dornen hoben sich und sausten herunter. Das magische Folterinstrument, für den jun-gen Mann gedacht, begann zu arbeiten.
Mit einem Faustschlag trieb Coco die Dämonin wieder zurück in die Mitte des Bettes. Plötzlich schnellte ein Eisenkabel aus der Konstruktion hervor, wickelte sich um den Hals der Dämonin und wurde festgezogen.
Die Dämonin hörte zu kreischen auf. Sie begann zu röcheln und mit dem freien Arm wild um sich zu schlagen. Ihr rechtes Bein wurde von einer eisernen Klammer festgehalten.
Coco sprang zurück, um dem Hieb eines kleinen Beiles zu entgehen, das wie eine Guillotine heruntersauste. Sie blieb neben dem jungen Mann stehen, der regungslos und mit schlotternden Knien an der Wand lehnte, und fiel wieder zurück in den normalen Zeitablauf.
„Was ist das? Was hat das zu bedeuten? Sehen Sie das nicht? Sie wird getötet!“ rief der junge Mann zitternd.
„Sehen Sie gut zu! Sie sollten jetzt dort zerfleischt werden“, sagte Coco und deutete auf das Bett.
Der magische Mechanismus arbeitete auf Hochtouren. Jedes Glied des Dämons wurde festgehalten. Im Todeskampf begann sich die Frau zu verändern und zu verwandeln. Zuerst zerbrach die Maske ihres menschlichen Gesichtes. Die langen Haare fielen in dicken Strähnen aus. Die Dämonin wimmerte und schluchzte nur noch leise. Das Bett krachte und knirschte. Der Körper wurde grünhäutig. Das Gesicht hatte sich in das gräßliche Antlitz einer Dämonin verwandelt. Dann vollendete das Folterinstrument sein gräßliches Werk.

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Flitterwochen mit dem Tod
Dämonenkiller Nr. 85
Seite 30, 1. Spalte, 5. Absatz

Der junge Mann blickte noch einmal voller Desinteresse auf den verstümmelten Dämonenleichnam auf dem Folterbett. Coco Zamis war so überzeugt davon gewesen, ihm das Leben retten zu müssen, daß sie völlig vergessen hatte, ihm mehr als einen interessierten Blick zu schenken. Das scharfgeschnittene Gesicht verzog sich zu einem häßlichen Lachen. Dann drehte sich der Kopf auf den Schultern. Das Haar glitt auseinander wie ein dicker Vorhang.

Flitterwochen mit dem Tod
Dämonenkiller-Neuauflage Nr. 85
Seite 32, 1. Spalte, 10. Absatz

Der junge Mann blickte noch einmal voller Desinteresse auf den  Dämonenleichnam auf dem Folterbett. Coco Zamis war so überzeugt davon gewesen, ihm das Leben retten zu müssen, daß sie völlig vergessen hatte, ihm mehr als einen interessierten Blick zu schenken. Das scharfgeschnittene Gesicht verzog sich zu einem häßlichen Lachen. Dann drehte sich der Kopf auf den Schultern. Das Haar glitt auseinander wie ein dicker Vorhang.

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Flitterwochen mit dem Tod
Dämonenkiller Nr. 85
Seite 30, 2. Spalte, 2. Absatz

Siebzehn Leichen. Siebzehnmal hatte sich Magnus Gunnarsson, der angebliche Weltmann, mit Ghulen getroffen. Sie brachten ihm frische Leichen; alte, jüngere, welche aus Krankenhäusern. Die Leichen waren beschworen, hatten sich erhoben und waren durch die Dunkelheit davongeschlichen. Von den letzten wußte Dorian, daß sie nach Norden gewandert waren.

Flitterwochen mit dem Tod
Dämonenkiller-Neuauflage Nr. 85
Seite 32, 2. Spalte, 3. Absatz

Siebzehn Leichen. Siebzehnmal hatte sich Magnus Gunnarsson, der angebliche Weltmann, mit Ghoulen getroffen. Sie brachten ihm frische Leichen; alte, jüngere, welche aus Krankenhäusern. Die Leichen waren beschworen, hatten sich erhoben und waren durch die Dunkelheit davongeschlichen. Von den letzten wußte Dorian, daß sie nach Norden gewandert waren.

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Flitterwochen mit dem Tod
Dämonenkiller Nr. 85
Seite 41, 2. Spalte, 13. Absatz – Seite 42, 1. Spalte, 1. Absatz

Er bahnte sich einen Weg durch die tanzenden Paare und blieb vor Gunnarsson stehen. Sanya hörte nicht, was er sagte, aber sie erkannte Magnus. Es war der Mann, dessen Braut sie werden sollte. Alraune würde zufrieden sein. Sie fühlte ihre dämonischen Kräfte und wußte, daß sie diese Nacht nicht nur ein Opfer haben würde. Doch noch mußte sie sich zusammennehmen. War die dunkelhaarige Person dort drüben nicht die Gefährtin des Erzfeindes von Alraune, Coco, die Frau oder Freundin des verhaßten Dämonenkillers? Jetzt fing Sanya - in Wirklichkeit war sie Sappho - einen kurzen, aber prüfenden Blick Cocos auf.

Flitterwochen mit dem Tod
Dämonenkiller-Neuauflage Nr. 85
Seite 42, 1. Spalte, 6. Absatz

Er bahnte sich einen Weg durch die tanzenden Paare und blieb vor Gunnarsson stehen. Sanya hörte nicht, was er sagte, aber sie erkannte Magnus. Es war der Mann, dessen Braut sie werden sollte. Alraune würde zufrieden sein. Sie fühlte ihre dämonischen Kräfte und wußte, daß sie diese Nacht nicht nur ein Opfer haben würde. Doch noch mußte sie sich zusammennehmen. War die dunkelhaarige Person dort drüben nicht die Gefährtin des Erzfeindes von Hekate, Coco, die Frau oder Freundin des verhaßten Dämonenkillers? Jetzt fing Sanya - in Wirklichkeit war sie Sappho - einen kurzen, aber prüfenden Blick Cocos auf.

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Flitterwochen mit dem Tod
Dämonenkiller Nr. 85
Seite 43, 2. Spalte, 2. Absatz

Coco drehte den Hahn auf und ließ warmes Wasser ins Becken laufen. Die Gier der Vampirin nach warmem, süßen Menschenblut war direkt körperlich zu spüren. Coco schauderte.

Flitterwochen mit dem Tod
Dämonenkiller-Neuauflage Nr. 85
Seite 43, 2. Spalte, 6. Absatz

Coco drehte den Hahn auf und ließ warmes Wasser ins Becken laufen. Die Gier der Vampirin war direkt körperlich zu spüren. Coco schauderte.

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Flitterwochen mit dem Tod
Dämonenkiller Nr. 85
Seite 44, 2. Spalte, 3. Absatz

Plötzlich befand sich Magnus Gunnarsson neben ihr und fragte mit seiner ruhigen, dunklen Stimme: „Sie sehen aus, als ob Sie ein höchst unangenehmes Erlebnis hinter sich hätten. Hat Sappho ihre spitzen Zähne in Ihr begehrenswertes Fleisch schlagen können?“

Flitterwochen mit dem Tod
Dämonenkiller-Neuauflage Nr. 85
Seite 44, 2. Spalte, 7. Absatz

Plötzlich befand sich Magnus Gunnarsson neben ihr und fragte mit seiner ruhigen, dunklen Stimme: „Sie sehen aus, als ob Sie ein höchst unangenehmes Erlebnis hinter sich hätten. Hat Sappho ihre spitzen Zähne in Ihr begehrenswerte Haut schlagen können?“

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Flitterwochen mit dem Tod
Dämonenkiller Nr. 85
Seite 50, 1. Spalte, 6. Absatz

Der Doppelgänger, noch vor fünf Stunden ein gräßlich zugerichteter Leichnam, nahm galant den Arm der zweiten Coco. Sie war in Wirklichkeit ebenfalls eine Leiche, aus dem Seziersaal einer Universitätsklinik gestohlen. Die beiden verließen den Raum und marschierten ins Schlößchen.

Flitterwochen mit dem Tod
Dämonenkiller-Neuauflage Nr. 85
Seite 50, 1. Spalte, 4. Absatz

Der Doppelgänger, noch vor fünf Stunden ein Leichnam, nahm galant den Arm der zweiten Coco. Sie war in Wirklichkeit ebenfalls eine Leiche, aus dem Seziersaal einer Universitätsklinik gestohlen. Die beiden verließen den Raum und marschierten ins Schlößchen.

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Flitterwochen mit dem Tod
Dämonenkiller Nr. 85
Seite 52, 2. Spalte, 3. Absatz

Er küßte sie. Seine rasende Gier erwachte, aber noch konnte er sich beherrschen. Seine Hände glitten über ihren schlanken, wohlgerundeten Körper. Unter dem dünnen Stoff des Kleides spürte er die Haut. Dar-unter pulsierte warmes, dampfendes Blut. In wenigen Minuten würde er es trinken, jenen Saft, der köstlicher als der beste Sekt und roter als der teuerste Jahrgang des ältesten Rotweines war; und er würde die Lebensenergie dieses leidenschaftlichen Körpers in sich aufsaugen. Er brauchte diese Energie, die ihn über Jahrhunderte hinweg am Leben erhalten hatte.

Flitterwochen mit dem Tod
Dämonenkiller-Neuauflage Nr. 85
Seite 52, 2. Spalte, 11. Absatz

Er küßte sie. Seine rasende Gier erwachte, aber noch konnte er sich beherrschen. Seine Hände glitten über ihren schlanken, wohlgerundeten Körper. Unter dem dünnen Stoff des Kleides spürte er die Haut.

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Flitterwochen mit dem Tod
Dämonenkiller Nr. 85
Seite 53, 1. Spalte, 5. – 10. Absatz

Als seine Zähne sich in ihre Haut bohrten, hatte er zum erstenmal eine Art Schwächanfall, und er spürte die Lähmung, die von seiner Schulter ausging und seinen ganzen Körper befiel. Aber er dachte nicht weiter darüber nach. Er genoß den Augenblick. Auf den Lippen hatte er den Geschmack süßen Blutes...
Süßes Blut?
Als er seine Zunge nach vorn schob, hörte, das leidenschaftliche Stöhnen der Frau unter ihm auf. Sie lag jetzt ganz still. Ihre Finger, die eben noch versucht hatten, die Geheimnisse seines Körper auszukundschaften, waren erstarrt.
„Nein!“ röchelte Rogier auf.
Sein Kopf zuckte zurück und schlug krachend gegen die Lehne der Bank.
Das Blut war nicht süß. Seine Zungenspitze brannte. Säure oder Gift? Oder... Nein! Die Vorstellung war zu gräßlich und zu abwegig.

Flitterwochen mit dem Tod
Dämonenkiller-Neuauflage Nr. 85
Seite 53, 2. Spalte, 2. – 6. Absatz

Als seine Zähne sich in ihre Haut bohrten, hatte er zum erstenmal eine Art Schwächanfall, und er spürte die Lähmung, die von seiner Schulter ausging und seinen ganzen Körper befiel. Aber er dachte nicht weiter darüber nach. Er genoß den Augenblick.
Als er seine Zunge nach vorn schob, hörte, das leidenschaftliche Stöhnen der Frau unter ihm auf. Sie lag jetzt ganz still. Ihre Finger, die eben noch versucht hatten, die Geheimnisse seines Körper auszukundschaften, waren erstarrt.
„Nein!“ röchelte Rogier auf.
Sein Kopf zuckte zurück und schlug krachend gegen die Lehne der Bank.
Seine Zungenspitze brannte. Säure oder Gift? Oder... Nein! Die Vorstellung war zu gräßlich und zu abwegig.

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Flitterwochen mit dem Tod
Dämonenkiller Nr. 85
Seite 54, 1. Spalte, 1. Absatz

Das Gift wanderte schnell durch seinen Körper. Die Lähmung und der Zerfall seiner uralten Zellen schritten schnell voran. Rogier vermochte sich nicht mehr zu bewegen, nicht einmal die Fingerspitzen. Und Claire schien zum zweitenmal gestorben zu sein. Das grüne, harte Fleisch fiel in Fetzen und Würfeln von den zerfallenden Knochen ab. Sogar das Kleid verwandelte sich und wurde zu einer blasenwerfenden Substanz, die einen widerlichen Gestank verströmte.

Flitterwochen mit dem Tod
Dämonenkiller-Neuauflage Nr. 85
Seite 54, 1. Spalte, 5. Absatz

Das Gift wanderte schnell durch seinen Körper. Die Lähmung und der Zerfall seiner uralten Zellen schritten schnell voran. Rogier vermochte sich nicht mehr zu bewegen, nicht einmal die Fingerspitzen. Und Claire schien zum zweitenmal gestorben zu sein.

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Flitterwochen mit dem Tod
Dämonenkiller Nr. 85
Seite 55, 1. Spalte, 2. Absatz – Seite 55, 2. Spalte, 4. Absatz

Es war nicht mehr Coco Zamis. Er blickte in das Gesicht einer Leiche. Eine klaffende Wunde mit gelblich schillernden Rändern verlief von der Stirn bis unter das Ohr. Die Haut war nicht mehr leicht gebräunt und dezent geschminkt, sondern fahlgrün. Sie bestand aus Schuppen, die sich zu lösen begannen. Eine schwarze, leere Augenhöhle starrte den Dämonen an, dem die Knie vor Schwäche schlotterten. Seine Zähne schmerzten; dann breitete sich ein prickelndes Gefühl aus, das taube und empfindungslose Zonen hinterließ.
Mit schwindender Kraft stammelte der Dämon, immer leiser werdend: „Du bist nicht - Coco. Ein - satanischer - Spuk. Du hast - mich vergiftet - und wirst mich töten.“
Der Leichnam gab mit hohler, Stimme röchelnd zurück: „Ich werde dich töten. Du bist in die Falle gegangen.“
Die grünen, eiskalten Finger packten noch stärker zu. Die Nägel bohrten sich wie Dolche in den Rücken und die Flanken des zitternden Dämonenkörpers. Der Dämon klapperte mit seinen Zähnen wie im tiefsten Winter. Seine Lebensenergie wurde wie Wasser aus einem Schwamm aus dem Körper herausgesaugt.
Der präparierte Untote handelte wie eine Maschine. Er ließ sich nach hinten fallen, preßte seinen Körper und den zappelnden, immer kraftloser um sich schlagenden Körper des Dämonen gegen die Wand und drückte fester zu.
Die Maske zerbrach weiter. Die Kleidung löste sich auf und hing in grünlichen Fetzen über die Schuppen herunter. Die Dolche der Fingernägel verwandelten sich in riesige Eiszapfen, die jede Energie und nach und nach den letzten Rest Körperwärme aus dem Dämonen sogen.
Das Keuchen, Gurgeln und Wimmern des Unholds war verstummt. Er wurde immer steifer und schlaffer, aber noch immer zuckte er. Das Gesicht und die schreckgeweiteten Augen lebten am längsten. Der Leib begann sich zu verändern und nahm seine dämonische Gestalt an. Das Gift aus dem Leichenkörper sorgte für eine zusätzliche schreckliche Veränderung. Zuerst zersetzten sich die Finger und Zehen; sie wurden zu einem rostfarbenen Schleim und begannen zu tropfen; dann löste sich auch der übrige Körper auf.
Aber auch der Untote hatte seinen Zweck erfüllt. Die Glieder schwollen an und wurden immer unförmiger. Die Gelenke veränderten sich, wurden zu prallen Kugeln aus schwammigem Fleisch, das sich grünlich und weißlich verfärbte und schließlich in großen Fetzen abfiel. Es stank mörderisch. Von den schuppigen Resten stieg ein ätzender Dampf auf.
Mit einem letzten langgezogenen Stöhnen - es war fast ein Seufzer - brach der Untote über seinem dämo¬nischen Opfer zusammen. Die zwei Körper bildeten einen unentwirrbaren Haufen aus blasenwerfenden Knochen und sich auflösender Haut. Beide Wesen waren endgültig tot. Keine Kraft der Unterwelt würde diese schauerlichen Reste mehr erwecken können. Der Haufen brodelte und knisterte, der kalte Dampf verflüchtigte sich in der warmen Luft.

Flitterwochen mit dem Tod
Dämonenkiller-Neuauflage Nr. 85
Seite 55, 1. Spalte, 6. Absatz – Seite 56, 1. Spalte, 1. Absatz

Es war nicht mehr Coco Zamis. Er blickte in das Gesicht einer Leiche. Die Haut war nicht mehr leicht gebräunt und dezent geschminkt, sondern fahlgrün. Sie bestand aus Schuppen, die sich zu lösen begannen. Eine schwarze, leere Augenhöhle starrte den Dämonen an, dem die Knie vor Schwäche schlotterten. Seine Zähne schmerzten; dann breitete sich ein prickelndes Gefühl aus, das taube und empfindungslose Zonen hinterließ.
Mit schwindender Kraft stammelte der Dämon, immer leiser werdend: „Du bist nicht - Coco. Du hast - mich vergiftet - und wirst mich töten.“
Der Leichnam gab mit hohler, Stimme röchelnd zurück: „Ich werde dich töten. Du bist in die Falle gegangen.“
Die grünen, eiskalten Finger packten noch stärker zu. Der Dämon klapperte mit seinen Zähnen wie im tiefsten Winter. Seine Lebensenergie wurde wie Wasser aus einem Schwamm aus dem Körper herausgesaugt.
Der präparierte Untote handelte wie eine Maschine. Er ließ sich nach hinten fallen, preßte seinen Körper und den zappelnden, immer kraftloser um sich schlagenden Körper des Dämonen gegen die Wand und drückte fester zu.
Die Maske zerbrach weiter. Die Kleidung löste sich auf und hing in grünlichen Fetzen über die Schuppen herunter. Die Dolche der Fingernägel verwandelten sich in riesige Eiszapfen, die jede Energie und nach und nach den letzten Rest Körperwärme aus dem Dämonen sogen.
Das Keuchen, Gurgeln und Wimmern des Unholds war verstummt. Er wurde immer steifer und schlaffer, aber noch immer zuckte er. Das Gesicht und die schreckgeweiteten Augen lebten am längsten. Der Leib begann sich zu verändern und nahm seine dämonische Gestalt an. Das Gift aus dem Leichenkörper sorgte für eine zusätzliche schreckliche Veränderung. Zuerst zersetzten sich die Finger und Zehen; dann löste sich auch der übrige Körper auf.
Aber auch der Untote hatte seinen Zweck erfüllt. Die Glieder schwollen an und wurden immer unförmiger. Die Gelenke veränderten sich, wurden zu prallen Kugeln aus schwammigem Fleisch, das sich grünlich und weißlich verfärbte und schließlich in großen Fetzen abfiel. Von den schuppigen Resten stieg ein ätzender Dampf auf.
Mit einem letzten langgezogenen Stöhnen - es war fast ein Seufzer - brach der Untote über seinem dämonischen Opfer zusammen. Die zwei Körper bildeten einen unentwirrbaren Haufen aus Knochen und sich auflösender Haut. Beide Wesen waren endgültig tot. Keine Kraft der Unterwelt würde diese schauerlichen Reste mehr erwecken können. Der Haufen brodelte und knisterte, der kalte Dampf verflüchtigte sich in der warmen Luft.

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Flitterwochen mit dem Tod
Dämonenkiller Nr. 85
Seite 57, 1. Spalte, 4. Absatz

Sappho biß zu und bohrte Magnus die Vampirzähne in den Hals. Einen Herzschlag später sprang sie mit einem Aufschrei zurück. Das Blut schmeckte gallebitter. Ihre Zähne schmerzten rasend. Sie spürte, wie das Gift sich in ihrem Körper ausbreitete und zu wirken begann. Die Hände von Gunnarsson hielten sie fest. Die Fledermäuse vor der Scheibe des Mondes schienen rasend zu werden. Sie stießen ängstliche kleine Schreie aus.

Flitterwochen mit dem Tod
Dämonenkiller-Neuauflage Nr. 85
Seite 57, 1. Spalte, 8. Absatz

Sappho biß zu und bohrte Magnus die Vampirzähne in den Hals. Einen Herzschlag später sprang sie mit einem Aufschrei zurück. Ihre Zähne  schmerzten rasend. Sie spürte, wie das Gift sich in ihrem Körper ausbreitete und zu wirken begann. Die Hände von Gunnarsson hielten sie fest. Die Fledermäuse vor der Scheibe des Mondes schienen rasend zu werden. Sie stießen ängstliche kleine Schreie aus.

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Flitterwochen mit dem Tod
Dämonenkiller Nr. 85
Seite 57, 2. Spalte, 3. Absatz

Sie versuchte, an dem mächtigen und regungslosen Körper vorbeizukommen. Sappho mußte zurück zu Alraune, dieser Dämonenfalle entfliehen.

Flitterwochen mit dem Tod
Dämonenkiller-Neuauflage Nr. 85
Seite 57, 2. Spalte, 6. Absatz

Sie versuchte, an dem mächtigen und regungslosen Körper vorbeizukommen. Sappho mußte zurück zu Hekate, dieser Dämonenfalle entfliehen.

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Flitterwochen mit dem Tod
Dämonenkiller Nr. 85
Seite 57, 2. Spalte, 7. Absatz – Seite 58, 1. Spalte, 4. Absatz

Sie hatte nicht warmes Blut eingesaugt, sondern ein tödliches Gift, das ihren Vampirkörper zu zersetzen begann. Nur Alraune konnte helfen.
Sappho begann vortwärtszutaumeln. Sie hielt sich an der Wand fest und schleppte sich die Treppe hin unter. Dabei verlor sie das Täschchen und einen Schuh. Aber namenlose Angst trieb sie weiter und ließ sie immer schneller laufen.
Sappho glaubte zu spüren, wie ihr Körper zerfiel. Sie stolperte und überschlug sich, krallte sich an den teppichbelegten Treppenstufen fest und richtete sich wieder auf. Ihre Umgebung schien sie vergessen zu haben, denn erst als sie in den Saal hineinrannte, hörte sie die Musik, sah sie die entsetzten Gesichter des Personals. Die tanzenden und küssenden Paare beachteten sie überhaupt nicht. Sappho wußte, warum.
Mit allen Zeichen der Aufregung und Entrüstung kam Dr. Kern auf sie zu. Sappho schüttelte den Kopf und begann zu rennen. Der Impuls, der sie in die Flucht trieb, war übermächtig geworden. Nur noch ein Gedanke beherrschte sie: Sie mußte unbedingt zu Alraune. Die dämonische Freundin mit all ihren Fähigkeiten würde sie retten können.
Wimmernd rannte sie quer durch den Saal, schob mit der Schulter ein engumschlungen tanzendes Paar zur Seite und sprang hinaus auf die Treppe.
Als eine der Bedienungen einen Blick auf den nackten Rücken der Vampirin warf, kreischte sie auf. Dieser laute Schrei verfolgte Sappho, die durch den dunklen Schloßpark flüchtete. Sie begann zu ahnen, daß sie sterben mußte, weil sie einen präparierten Untoten gebissen und dessen Blut getrunken hatte.

Flitterwochen mit dem Tod
Dämonenkiller-Neuauflage Nr. 85
Seite 57, 2. Spalte, 10. Absatz – Seite 58, 1. Spalte, 5. Absatz

Sie hatte nicht Blut eingesaugt, sondern ein tödliches Gift, das ihren Vampirkörper zu zersetzen begann. Nur Hekate konnte helfen.
Sappho begann vortwärtszutaumeln. Sie hielt sich an der Wand fest und schleppte sich die Treppe hin unter. Dabei verlor sie das Täschchen und einen Schuh. Aber namenlose Angst trieb sie weiter und ließ sie immer schneller laufen.
Sappho glaubte zu spüren, wie ihr Körper zerfiel. Sie stolperte und überschlug sich, krallte sich an den teppichbelegten Treppenstufen fest und richtete sich wieder auf. Ihre Umgebung schien sie vergessen zu haben, denn erst als sie in den Saal hineinrannte, hörte sie die Musik, sah sie die entsetzten Gesichter des Personals. Die tanzenden und küssenden Paare beachteten sie überhaupt nicht. Sappho wußte, warum.
Mit allen Zeichen der Aufregung und Entrüstung kam Dr. Kern auf sie zu. Sappho schüttelte den Kopf und begann zu rennen. Der Impuls, der sie in die Flucht trieb, war übermächtig geworden. Nur noch ein Gedanke beherrschte sie: Sie mußte unbedingt zu Hekate. Die dämonische Freundin mit all ihren Fähigkeiten würde sie retten können.
Wimmernd rannte sie quer durch den Saal, schob mit der Schulter ein engumschlungen tanzendes Paar zur Seite und sprang hinaus auf die Treppe.
Als eine der Bedienungen einen Blick auf den nackten Rücken der Vampirin warf, kreischte sie auf. Dieser laute Schrei verfolgte Sappho, die durch den dunklen Schloßpark flüchtete. Sie begann zu ahnen, daß sie sterben mußte, weil sie einen präparierten Untoten gebissen hatte.

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Flitterwochen mit dem Tod
Dämonenkiller Nr. 85
Seite 60, 1. Spalte, 2. Absatz

Für Dorian schien es klar zu sein: Dieser Kampf war einer der ersten Höhepunkte des erbitterten Duells zwischen Alraune und Hermes. Er hatte es längst geahnt. Aber daß Hermes tatsächlich dem Schutz von Menschen so viel Platz in seinen Überlegungen und Aktionen einräumte - das konnte der Dämonenkiller nicht recht glauben.

Flitterwochen mit dem Tod
Dämonenkiller-Neuauflage Nr. 85
Seite 60, 1. Spalte, 5. Absatz

Für Dorian schien es klar zu sein: Dieser Kampf war einer der ersten Höhepunkte des erbitterten Duells zwischen Hekate und Hermes. Er hatte es längst geahnt. Aber daß Hermes tatsächlich dem Schutz von Menschen so viel Platz in seinen Überlegungen und Aktionen einräumte - das konnte der Dämonenkiller nicht recht glauben.

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Flitterwochen mit dem Tod
Dämonenkiller Nr. 85
Seite 60, 2. Spalte, 3. Absatz

Die perverse Orgie bot einen erschreckenden Anblick. Die Dämonen hatten plötzlich alle Lust verloren. Sie spürten, daß sie vergiftet wurden. Immer wieder zerbröckelte eine Maske, und die grüne Schuppenhaut des Wiedergängers wurde sichtbar. Ein männlicher Vampir stürzte sich schreiend aus dem weit offenen Fenster in den Park hinaus. Pfeifend irrte eine Fledermaus durch den Saal und schoß durch ein Oberlicht wieder hinaus. Ein zuckender Dämon kämpfte gegen den Griff eines Grünschuppigen an.

Flitterwochen mit dem Tod
Dämonenkiller-Neuauflage Nr. 85
Seite 60, 2. Spalte, 3. Absatz

Die Orgie bot einen erschreckenden Anblick. Die Dämonen hatten plötzlich alle Lust verloren. Sie spürten, daß sie vergiftet wurden. Immer wieder zerbröckelte eine Maske, und die grüne Schuppenhaut des Wiedergängers wurde sichtbar. Ein männlicher Vampir stürzte sich schreiend aus dem weit offenen Fenster in den Park hinaus. Pfeifend irrte eine Fledermaus durch den Saal und schoß durch ein Oberlicht wieder hinaus. Ein zuckender Dämon kämpfte gegen den Griff eines Grünschuppigen an.

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Flitterwochen mit dem Tod
Dämonenkiller Nr. 85
Seite 61, 2. Spalte, 3. Absatz – Seite 62, 2. Spalte, 2. Absatz

Sappho war nackt und schweißüberströmt. Sie wankte mit aufgelöstem Haar und schreckensbleichem, von offenen Geschwüren bedecktem Gesicht und weitaufgerissenen Augen in den Raum hinein, brach halb über dem Sessel zusammen und fiel auf die dicken Felle.
„Sappho!“ schrie Alraune auf.
Die Vampirin hatte kaum noch Ähnlichkeit mit der Sappho, die vor kurzer Zeit diesen Raum verlassen hatte. Das Gesicht sah schrecklich aus und löste sich auf. Die Vampirzähne waren schwarz und wackelten bei jeder Bewegung.
„Sie sind alle - tot. Eine Falle. Ich sterbe, Alraune!“
Sie rollte vor die Füße Alraunes und streckte die Arme aus.
Alraune starrte auf den runzeligen Nacken, auf die Haarsträhnen, die sich aus der Kopfhaut Sapphos lösten, und auf den Rücken, der im Schmerz zuckte und sich krümmte. Auf dem Rücken waren blutrote Linien zu sehen. Sie wirkten wie Strie¬men oder Brandwunden. Mit einem steigenden Gefühl von Besorgnis, das sich zu Angst und Furcht steigerte, erkannte Alraune Buchstaben.
Sie las mit stockender Stimme: „Bei mir - ist die Kraft...“
Sie verstummte. Die Schrift - die wie mit konzentrierter Säure in die Haut eingefressen zu sein schien, war ihr bekannt. Ihre Befürchtungen verdichteten sich zur Gewißheit. Sie erfaßte die Bedeutung der folgenden Worte.
„...die stärkste aller Kräfte. Darum werde ich Hermes Trismegistos genannt.“
Sappho verweste bei lebendigem Leib. Vor dem Feuer krümmte und wand sie sich. Sie wimmerte und zuckte. Alraune konnte ihr nicht mehr helfen. Sappho war verloren.
Auf den Rücken der Vampirin waren diese Worte eingebrannt. Alraune wußte, daß es ein Auszug aus der tabula smaragdina war; und sie wußte jetzt auch, daß der bevorstehende Tod Sapphos und die Niederlage das Werk Hermes waren.
„Hilf mir, Freundin!“ schrie Sappho mit letzter Kraft.
„Ich kann dir nicht helfen. Aber ich schwöre dir, daß ich dich rächen werde.“
Der Hund, der bisher unruhig neben einem Leuchter gelegen hatte, sprang mit einem Satz zu Boden und kroch leise jaulend auf Sappho zu. Er fing an, hingebungsvoll ihr Gesicht abzulecken. Aber nach einer Weile hörte er auf und setzte sich auf seine Hinterbeine.
Der Körper der Vampirin hatte aufgehört, sich zu bewegen. Das Fleisch verfaulte. Die Niederlage für Alraune war vollkommen.
Schweigend und bebend vor Wut stand Alraune da. Sie schwor, diese Schmach zurückzuzahlen. Der Kampf würde weitergehen und mit äußerster Erbitterung geführt werden. Magnus Gunnarsson, der Bräutigam der Vampirin, würde eines der nächsten Opfer sein. Mit jedem Schlag, der ein Mitglied der furchtbaren Macht traf, würde Hermes geschwächt werden.
„Ich schwöre dir Rache. Furchtbare Rache!“ zischte Alraune.
Sie wandte den Kopf um und sah den Rest dieses einst herrlichen leidenschaftlichen Dämonenkörpers an. Die Schrift leuchtete noch immer blutrot.

Flitterwochen mit dem Tod
Dämonenkiller-Neuauflage Nr. 85
Seite 62, 2. Spalte, 4. Absatz – Seite 63, 2. Spalte, 2. Absatz

Sappho war nackt und schweißüberströmt. Sie wankte mit aufgelöstem Haar und schreckensbleichem Gesicht und weitaufgerissenen Augen in den Raum hinein, brach halb über dem Sessel zusammen und fiel auf die dicken Felle.
„Sappho!“ schrie Hekate auf.
Die Vampirin hatte kaum noch Ähnlichkeit mit der Sappho, die vor kurzer Zeit diesen Raum verlassen hatte. Das Gesicht sah schrecklich aus und löste sich auf. Die Vampirzähne waren schwarz und wackelten bei jeder Bewegung.
„Sie sind alle - tot. Eine Falle. Ich sterbe, Hekate!“
Sie rollte vor die Füße Hekates und streckte die Arme aus.
Hekate starrte auf den runzeligen Nacken, auf die Haarsträhnen, die sich aus der Kopfhaut Sapphos lösten, und auf den Rücken, der im Schmerz zuckte und sich krümmte. Mit einem steigenden Gefühl von Besorgnis, das sich zu Angst und Furcht steigerte, erkannte Hekate Buchstaben.
Sie las mit stockender Stimme: „Bei mir - ist die Kraft...“
Sie verstummte. Die Schrift - die wie mit konzentrierter Säure in die Haut eingefressen zu sein schien, war ihr bekannt. Ihre Befürchtungen verdichteten sich zur Gewißheit. Sie erfaßte die Bedeutung der folgenden Worte.
„...die stärkste aller Kräfte. Darum werde ich Hermes Trismegistos genannt.“
Sappho verweste bei lebendigem Leib. Vor dem Feuer krümmte und wand sie sich. Sie wimmerte und zuckte. Hekate konnte ihr nicht mehr helfen. Sappho war verloren.
Auf den Rücken der Vampirin waren diese Worte eingebrannt. Hekate wußte, daß es ein Auszug aus der tabula smaragdina war; und sie wußte jetzt auch, daß der bevorste¬hende Tod Sapphos und die Niederlage das Werk Hermes waren.
„Hilf mir, Freundin!“ schrie Sappho mit letzter Kraft.
„Ich kann dir nicht helfen. Aber ich schwöre dir, daß ich dich rächen werde.“
Der Hund, der bisher unruhig neben einem Leuchter gelegen hatte, sprang mit einem Satz zu Boden und kroch leise jaulend auf Sappho zu. Er fing an, hingebungsvoll ihr Gesicht abzulecken. Aber nach einer Weile hörte er auf und setzte sich auf seine Hinterbeine.
Der Körper der Vampirin hatte aufgehört, sich zu bewegen. Die Niederlage für Hekate war vollkommen.
Schweigend und bebend vor Wut stand Hekate da. Sie schwor, diese Schmach zurückzuzahlen. Der Kampf würde weitergehen und mit äußerster Erbitterung geführt werden. Magnus Gunnarsson, der Bräutigam der Vampirin, würde eines der nächsten Opfer sein. Mit jedem Schlag, der ein Mitglied der furchtbaren Macht traf, würde Hermes geschwächt werden.
„Ich schwöre dir Rache. Furchtbare Rache!“ zischte Hekate.
Sie wandte den Kopf um und sah den Rest dieses einst herrlichen leidenschaftlichen Dämonenkörpers an.

Das waren die Kürzungen der DK-Neuauflage Nr. 85. In der nächsten Folge kommen die Kürzungen der Dämonenkiller-Neuauflage Nr. 86 "Das grüne Phantom" von Walter Appel alias Earl Warren dran.




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