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Die Vampire und Dirk - Der Vampir-Horror Roman: Der Vampir und die Tänzerin

Dirk und die VampireDer Vampir-Horror-Roman
Der Vampir und die Tänzerin

Der Vampir-Horror-Roman ist eine Legende des Heftromans. Ich bin leider erst nach Einstellung der Reihe auf die Serie gestoßen und habe in den achtziger Jahren jede Menge davon gelesen.

Dreißig Jahre später wiederhole ich das Experiment Vampir-Horror-Roman lesen nochmals. Ob es immer noch gefällt?

Der Vampir und die TänzerinDer Vampir und die Tänzerin
(Barnabas Collins and the Mysterious Ghost)
von Marilyn Ross
(W.E. Daniel Ross)
Vampir Horror-Roman Nr. 68
Februar 1974 / DM 1,20

Pabel Verlag
Diana Samson war Tänzerin. Seit ungefähr einem Jahr gehörte sie zur Wenthworth Ballett Company und hatte eine rosige Zukunft vor sich. Aber was sich letzten Sommer auf dem Collinwood-Anwesen an der Küste Maines abspielte, ließ ihr keine Ruhe.

Die achtzigjährige Altballetteuse Mary Wenthworth hatte Dianas Talent erkannt und förderte sie so gut es ging. Ein neues Stück, Roxanna, vom begabten aber auch sehr eigenwilligen Komponisten Stefan Emmons, wurde einstudiert und sollte bald aufgeführt werden. Da die Truppe unter Geldmangel litt, bot sich die reiche Grundbesitzerin Elizabeth Stoddard - Herrin  von Collinwood - an, das Ballettensemble kostenlos unterzubringen und zu versorgen. Diana hatte ein Zimmer im großen Haus bekommen. Auf der Fahrt zum Anwesen erzählte ihr der gesprächige Taxifahrer, dass es auf Collinwood nicht mit rechten Dingen zugeht und sie sich besser in acht nehmen sollte. Die Bewohner der Gegend mieden das Anwesen so gut es ging. Geister, Vampire und Werwölfe sollen dort ihr Unwesen treiben. Obendrauf kam noch dieser ominöse Barnabas Collins, ein Vetter aus England, der sich des öfteren nach Anbruch der Dämmerung auf dem alten Friedhof herumtrieb und einen ungehobelten Diener namens Hare im Schlepptau hatte. Eine zweite Warnung erhielt sie von der rüstigen Mary Wenthworth, die mit dem Alter ein Gespür für unerklärliche Dinge entwickelte.

Diana traf beim Abendessen auf den Rest der im Haus untergebrachten Truppe. Die Tänzer aus der zweiten Reihe wohnten in einem kleineren Gästehaus. Die Stimmung war gereizt, denn dem Tänzer Peter Norrad ging das offensive Flirten seiner Frau mit einem ihrer Tanzpartner, Alex Carter, zu weit. Als sie der bedrückten Stimmung entkommen war, spazierte Diana noch zur Kapelle des Anwesens, die für die Ballettaufführung zurechtgemacht war, und wurde dort beinahe von einem herabfallenden Dolch getroffen. Nach dem Schreck lernte sie Barnabas kennen, der ihr zwar etwas unheimlich vorkam, aber gleichzeitig auch etwas vertrauenswürdiges ausstrahlte.

 Er erzählte ihr die Geschichte von Anya Collins und dem mittellosen Seemann Mario Renzie. Die zwei waren vor ungefähr hundert Jahren unsterblich ineinander verliebt. Vater Collins hatte natürlich etwas dagegen und so musste sich Mario bei einem entfernten Onkel Geld für eine Farm leihen um seiner Braut etwas bieten zu können. Da sein Aufbruch plötzlich geschah, gab er einem Freund einen Brief für Anya zu treuen Händen. Der Freund übergab den Brief leider nicht und Anya nahm an, dass Mario sie verlassen hatte. Im Hochzeitskleid ihrer Schwester erhängte sie sich in der Kapelle. Als Mario mit dem Geld von seinem Onkel zurück kam und die tote Anya fand, warf er sich aus Kummer die Klippen hinunter. Seltsamerweise läutete damals die Glocke der Kapelle, obwohl niemand am Seil zog. Anyas Vater wurde später ebenfalls in der kleinen Kirche gefunden – das Herz. Und die Glocke läutete bei seinem Dahinscheiden erneut.

In der Nacht wurde Diana durch das Gebimmel der Glocke geweckt. Am Morgen erfuhr sie, dass die junge Tänzerin Eleanor die Klippen hinabgestoßen wurde und sie zusätzlich noch ein seltsames Mal am Hals trug. Verwirrt und schwer verletzt hat man sie ins Ellsworther Krankenhaus gebracht. Auch andere Mädchen der Umgebung hatten schon solche Wunden und man vermutete, dass ein Vampir sein Unwesen trieb.

Nach einer weiteren Probe in der Kapelle besuchte Diana noch den Friedhof hinter dem Steingebäude. Scheinbar kümmerte sich niemand mehr so recht um die alte Ruhestätte. Das Grab von Mario Renzie war halb geöffnet. War er aus seinem Loch gestiegen um in der Nacht die Glocke zu läuten? Etwas beklommen sortierte die Tänzerin noch die Kostüme des Ensembles, als sie von hinten angegriffen wurde und sie Emmons später aus einem Hohlraum unter dem Bühnenboden befreite. Das war schon der zweite Angriff auf ihre Person. Angeblich schlich noch ein ehemaliger Gärtner, der wegen Trunk- und Streitsucht entlassen wurde, durch die Gegend. Aber Diana glaubte eher an übernatürliche Kräfte.

Am Abend traf sie wieder auf Barnabas, der ihre Sorgen und Ängste verstand. Auch er glaubte an einen ruhelosen Geist und gab ihr den Tipp, das Ensemble zu verlassen und abzureisen. Nebenbei kamen sie sich näher und besiegelten ihre Zuneigung mit ziemlich kalten Küssen. Diana träumte von einer Zukunft mit Barnabas und glaubte er hätte Kreislaufprobleme.

Am anderen Tag fuhr sie mit Stefan Emmon zum Krankenhaus nach Ellsworth. Eleanor ging es wieder ein wenig besser und sie berichtete von dem Abend ihres Unfalls. Bevor sie von Geisterhänden über die Klippe gestoßen wurden, machte sie noch einen Spaziergang mit Barnabas... Diana wurde ein wenig eifersüchtig. Das Mal an Eleanors Hals war verschwunden.

Erneut wurde auf dem kleinen Friedhof heimlich ein Grab freigeschaufelt, aber diesmal blieb Diana mit ihrer Entdeckung nicht alleine. Kommissar Haig, Chef der Ellsworther Polizei, startete seine Ermittlungen. In letzter Zeit wurden auffällig viele verwirrte Mädchen mit Bissmalen am Hals gefunden und sein erster Verdacht viel auf Barnabas Collins.

Etwas später, als Diana mit Barnabas in der Blue Whale Taverne saß, sah sie Haig wieder. Er beobachtete sie. Barnabas hatte im großen Spiegel der Bar kein Spiegelbild. Diana glaubte so langsam auch daran, dass Barnabas ein Vampir ist.

Am anderen Tag sprach sie Barnabas auf ihre Entdeckung an und versprach ihm gleichzeitig, zu ihm zu halten. Der bleiche Engländer mit der seltsam altmodischen Kleidung erklärte ihr kurz die Sache mit dem Vampirfluch, zeigte ihr sein Schlafgemach mit dem Sarg und weihte seinen Diener Hare ein. Diana glaubte weiter an eine Zukunft mit dem Vampir.

Dann passierte etwas schreckliches. Mavis, die erste Tänzerin des Balletts, wurde auf der Bühne erhängt gefunden. Angeblich hat Mary Wentworth gesehen, wie sie von Geisterhänden aufgeknüpft wurde. Peter, Mavis Mann, war am Boden zerstört. Diana musste jetzt Mavis Rolle neben ihrer eigenen bei der Aufführung mitübernehmen. Haig und Barnabas ermittelten unabhängig voneinander und Diana glaubte jetzt fest an den Rachegeist von Mario Renzie.

Die Uraufführung war ein voller Erfolg. Das Publikum applaudierte begeistert und die Kritiker überschlugen sich mit Lobgesängen. Nur der Mord an Mavis war noch nicht aufgeklärt -  Barnabas hatte so eine Vorahnung und Diana sollte ihm als Lockvogel dienen. Angeblich wollte er sich mit ihr in der Kapelle treffen, doch er war nirgendwo zu sehen. Dafür wurde sie von zwei starken Händen im Dunkeln am Hals gepackt. Als ihr langsam die Luft ausging, schaltete jemand im Raum das Licht an und Alex Carter wurde auf frischer Tat erwischt.

Carter und der ehemalige Gärtner Hank kannten sich aus dem Knast. Sie waren auf der Jagd nach einer Geldkassette aus einem Bankraub, die sie in einem der alten Gräber hinter der Kapelle vermutet hatten. Mavis kam hinter das Geheimnis von Carter und wollte beteiligt werden. Da Carter keine Mitwisser gebrauchen konnte, brachte er sie einfach um und schob es den Geistern von Collinwood in die Schuhe. Mit dem Scharfsinn von Barnabas hatte er nicht gerechnet.

Am anderen Tag brachte ein Bote Diana einen Brief von Barnabas, auf dem nur „Leb wohl! Barnabas“ zu lesen war. Diana hatte so etwas geahnt und vielleicht war es auch besser so. Nur Emmon´s Musik würde sie für immer an den Sommer auf Collinwood erinnern.

Dirk und sein SenfMein Senf
Der Vampir Horror-Roman startete im Mai 1974, neben dem Dämonenkiller, seine zweite Unterserie innerhalb der Reihe. Damals wohl noch unbewusst, denn der nächste Teil der Barnabas Saga erschien erst 1977. Ein wenig Zeit für den Leser, sich von der rasanten Handlung des heutigen Romans zu erholen und seine Chromosomen zu sortieren.

Die erste Geschichte über Barnabas, dem charmanten Vampir, führte uns in eine glitzernde Welt zwischen Tutu und Walzerklängen. Neun weitere sollten folgen. Warum Pabel die Kleinserie mit der Nummer 13 startete und den Leser somit ins kalte Wasser stieß, und warum die erste Nummer 1973 in der Gaslicht-Reihe erschien, war für mich jetzt nicht unbedingt ersichtlich. Vielleicht wollte man mehr weibliche Leser zum VHR locken. Einige Gothic-Novellen aus Amerika hatten zwischen den verrückten Wissenschaftlern und sonstigen Ungeheuern ja schon ihren Platz gefunden, handelten aber eher vom Teufel und schwammen auf der damaligen „Rosemarys Baby und Exorzist-Welle“ mit. Mit diesen Religions-Schockern hatte Barnabas nichts zu tun. Er war, wenn überhaupt, der Vorreiter aller Glitzervampire, die mit den Büchern von Stephenie Meyer eine neue Evolutionsstufe erreicht hatten.

Von 1966-1971 lief in Amerika die recht erfolgreiche Gothic-Seifenoper DARK SHADOWS der American Broadcasting Company (ABC), welche es auf unglaubliche 1225 Episoden brachte die jeweils eine Länge von 30 Minuten hatten. Die Serie war so erfolgreich, dass man 1970 einen Film (Das Schloss der Vampire) in die Kinos brachte und einen zweiten 1971 (Das Schloss der verlorenen Seelen) folgen ließ. Dann schlummerte Barnabas Collins 20 Jahre in seiner feuchten von Hare bewachten Gruft, um 1991 erneut fürs amerikanische Fernsehen seine Auferstehung zu feiern. Nach einer Staffel war allerdings wieder Schluss mit ihm. 2012 kramte ihn dann Tim Burton, der einen Riecher für morbide, abgedrehte Geschichten hat, wieder hervor und gab Johnny Depp die Hauptrolle für seinen Film der ebenfalls den Titel DARK SHADOWS trug. Nicht ganz ernst wurde dort die Geschichte des ehemals unglücklich verliebten und von einer westindischen Hexe namens Angelique mit einem Vampirfluch belegten Figur des Barnabas Collins erzählt. Um sich alles zusammenreimen zu können, reicht ein Roman dieses komplexen Themas natürlich nicht aus. Im Internet gibt es aber jede Menge Informationen rund um Barnabas Collins und Marilyn Ross. Interessant ist vielleicht noch, dass im ursprünglichen Script der TV-Serie keine übernatürlichen Elemente vorkamen. Nach einem halben Jahr etwa tauchten dann die ersten Geister auf und später liefen sogar familieneigene Werwölfe durch die Handlung.

Die Bücher zur und für die Barnabas-Serie lieferte der kanadische Autor William Edward Daniel Ross (1912-1995) unter dem Pseudonym Marilyn Ross. 1974 bzw. `73 (Gaslicht) landete er schließlich bei Pabel, wo man der Mini-Serie beim VHR später sogar ein eigenes Logo gab. Eine Neuauflage des Barnabas Stoffes fürs Fernsehen (1991) basierte interessanterweise auf den Romanvorlagen von Ross, der dann wiederum 1993 die Novelle „The Secret of Victoria Winters“ als so eine Art zusammenfassende Erklärung zur Serie schrieb. Ursprünglich war Barnabas nur so eine Art Nebenfigur, die ab Band 6 das Zepter in die Hand bekam und die eigentliche  Protagonistin Victoria Winters, die auf der Suche nach ihrer wahren Identität in die Stadt Collinsport kam, ablöste. Sie spielte später eine der Nebenfiguren. Wie man sieht, ist die Entstehungsgeschichte und die dazugehörigen Wiederbelebungen rund um „Barny dem Beißer“ recht verwinkelt. In fast 50 Jahren hat er im Schatten von Obervampir Dracula so mancher Schönheit in die Kehle gebissen und den beteiligten Autoren und Regisseuren dabei die Taschen gefüllt. Ich hoffe, ich habe nicht all zu viel durcheinander gebracht.

 DER VAMPIR UND DIE TÄNZERIN, in der Fassung von Lore Straßl, war auch nicht wirklich erhellend was den backround von Barnabas anbelangt. Nur dürftig wurde die recht vertrackte Geschichte der Collins in diesen 65 Seiten angedeutet. Barnys Verwandte in Main waren nicht gerade begeistert über seine Besuche, denn sein gelegentlicher Blutdurst, den er an jungen Frauen stillte, rief die Bevölkerung und schließlich die Polizei auf den Plan. Wer mit Flatterumhängen nach Sonnenuntergang über Friedhöfe schleicht und in spiegelnden Flächen nicht zu sehen ist, kann nur ein Vampir sein. Deshalb reichte seine Verweildauer an einem Ort nur  kurz, wobei sich mindestens eine Schar junger Mädels in ihn verliebte. Er hatte Verständnis für ihre Nöte und gab ihnen das Gefühl etwas besonderes zu sein. Im Austausch für seine Zuneigungen lieferten sie ihm, ohne es zu merken, frisches Blut. Er sah seinen Vampirismus als Krankheit an die ihm lästig war. Nebenbei löste er dann den einen oder anderen unerklärlichen Fall, wo der gewöhnliche Ermittler, in diesem Roman Kommissar Haig, völlig auf dem Schlauch stand.

Ballett ist für mich ungefähr so interessant wie das Liebesleben der usbekischen Wasserflöhe zur Trockenzeit, aber ich kann mir schon vorstellen, dass so eine locker wirkende Hüpferei eine Menge Kraft, Arbeit und Konzentration erfordert. Ross beschrieb den Alltag des Ballettensembles recht intrigenreich und wenig idyllisch. Um in die erste Reihe der Tänzer vorzudringen, musste man egoistisch und zielgerichtet sein, denn die Verfalls-Uhr tickte. Diana Samson war auf dem besten Weg eine Prima-Ballerina zu werden und wurde dabei von der Leiterin des Ensembles gefördert. Die Tänzerin war neben Barnabas die Hauptakteurin des Romans und ließ den Leser (mich zB) des öfteren verzweifeln. Immer wieder brachte sie sich in Gefahr, um anschließend verschreckt und völlig fertig - vornehmlich von Barnabas - gerettet zu werden. Im Laufe der Handlung erklärten sie sich gegenseitig ihre Liebe, wobei man schon irgendwo merkte, dass der Vampir kurz vor dem Absprung stand. Einen Harem, wie z.B. Dracula, schleppte er nicht mit sich herum, dafür aber einen übelgelaunten Hilfs-Igor namens Hare. Mit fortschreitendem Storyverlauf wurde der Leser dann am Nasenring über den Tanzboden geführt. Mal glaubten alle an Geister, eingeschlossen Barnabas, um dann anschließend das Übel beim versoffenen Exgärtner (die ja bekanntlich öfter mal der Mörder sind) zu suchen. Kurz, die mysteriösen Vorkommnisse auf dem Anwesen der Collins waren von Menschenhand gemacht und wirkten als Enderklärung recht dürftig. Ein Star-Tänzer der Balletttruppe hatte im Knast den verkommenen Hank (der Gärtner) kennengelernt und sich mit ihm angefreundet. Mit ihm zog er dann wohl ein paar krumme Dinger durch, oder suchte, wie im vorliegenden Roman, nach irgendwelchen Geldkassetten die von Bankräubern irgendwo vergraben wurden. Dabei gingen sie über Leichen und stellten sich recht plump an. Allein die Kombination Schwerverbrecher und Balletttänzer war schon sehr eigenwillig. Der über 200 Jahre alte Barnabas hatte die Nummer schnell durchschaut, obwohl er immer nur einen halben Tag Zeit hatte.

Bevor ich mich mit einer wirbelnden Schlusspirouette aus meinem Senf verabschiede, muss ich gestehen, dass mich DER VAMPIR UND DIE TÄNZERIN (noch) nicht unbedingt zum Barnabas-Fan hat werden lassen. Auf dem Weg zum Finale wurde etwas zu viel geschwächelt bzw. in Ohnmacht gefallen und die Auflösung des Mordfalls war nicht unbedingt überraschend. Der Täter wurde auf den ersten Seiten schon als intriganter Stinkstiefel geschildert. Die unglückliche Liebesgeschichte von Mario und Anya passte zwar ganz gut in die Handlung, war aber nur ein Ablenkungsmanöver des Autors. Vielleicht war das Ballett-Szenario für Barnabas ersten Auftritt bei Pabels Anthologie-Serie etwas zu speziell. Freiwillig würde ich mich an das Thema Ballett nicht heranwagen, aber die ein oder andere Melodie aus diversen Stücken ist unsereiner durchaus bekannt. Mir hatten in der Grundschule schon diese antimaskulinen Turnschläppchen für die Halle gereicht, die mir meine Mutter damals aufgezwungen hat - obwohl ich Fußballschuhe mit Schraubstollen wollte.

Was gab es sonst noch?
Thole lieferte für den Roman ein Bild voller Anmut und Grazie. Ein Scharfzahn, vom Typus irgendwo zwischen Bela Lugosi, Christopher Lee und Ferdy Mayne, gibt (wahrscheinlich) Hilfestellung bei einer komplizierten Hebefigur. Das Kostüm der äußerst attraktiven Ballerina erinnert an Schwanensee.

Bei VAMPIR INFORMIERT ging es mal wieder wissenschaftlich von statten. Hans Holzer, Spukexperte aus Wien, führte den interessierten Leser durch seinen Arbeitsalltag als Geisterjäger. Für ihn war ein gutes Medium unabdingbar, wollte man nicht tagelang in irgendwelchen Spukhäusern ausharren und auf zufällige Erscheinungen warten. Dabei muss das Medium nicht unbedingt selbst an Geister glauben. Wichtig ist, dass das Medium vorher keine Infos bekommt, sondern völlig unvoreingenommen an die Sache herangeht. Ist es dann in Trance gefallen, können die Geister – meist arme Seelen die von ihren unglücklichen Erinnerungen nicht loskommen – ihre Stimmbänder benutzen und mit den Lebenden kommunizieren. Dabei soll es schon Fälle gegeben haben, in denen die Geister gefallen an der neuen Stimme gefunden hatten und den Körper des Mediums nicht mehr freiwillig verlassen wollten. Skeptikern riet Holzer, selber mal eine solche Sitzung zu besuchen. Wie Holzer die ganze Sache mal eben aus dem Lameng erzählte, als wenn es nichts Natürlicheres gäbe, war schon spannend.

Interessant war noch folgendes:

Zum Abschluß möchten wir noch darauf hinweisen, daß auch die Zeitschriften des ersten deutschen Fantasy-Clubs FOLLOW über Horrorthemen (als Teilgebiet der Fantasy) berichten. Für 2,50 (in Briefmarken) erhalten sie eine verbilligte Werbesendung der neuesten Ausgaben der Clubzeitschriften FOLLOW und MAGIRA. Bestellungen an: Hubert Straßl, 8101 Unterammergau, Lerchenbachweg 262.

Ob die Adresse von Hugh Walker noch aktuell ist, wage ich zu bezweifeln, aber interessant war, dass Horrorthemen ein Teilgebiet der Fantasy sind. Das Ganze funktioniert auch anders herum... kommt auf die Perspektive an.

Der nächste Roman kommt vom Kirchengründer L. Ron Hubbard. Seine erste Nummer beim VHR war schon mal nicht schlecht. Ich bin gespannt.

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Kommentare  

#1 Andreas Decker 2018-04-21 13:58
Du hast PN-Post!
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#2 Andreas Decker 2018-04-21 19:01
... und jetzt eine Antwort! :-)
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#3 Toni 2018-04-21 20:10
Danke, Du jetzt auch.... :-)
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#4 Thomas Mühlbauer 2018-04-21 23:47
Der Verlag musste auf der LKS sogar zugeben, dass die deutschen Barnabasse nur deshalb so unheimlich (oder so) waren, weil der Übersetzer noch kräftig daran mitgewirkt hatte. So arg viel hat das aber letztendlich auch nicht geholfen, die Geschichten um Barnabas blieben auch in der germanisierten Fassung in jeder Beziehung "blutleer".
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#5 Toni 2018-04-22 09:38
Zustimmung Thomas. Auch wenn sich Lore Straßl bestimmt ganz viel Mühe gegeben hat, war nicht die kleinste Bohne an Unheimlichkeiten zu finden. Altersfreigabe 6 Jahre - naja vielleicht 12 wegen dem bisschen Blut - würde ich sagen. Dafür war die Story sehr ergreifend und mit viel Herzschmerz...
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