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Simon Borner entert Maddrax

Was MADDRAX definitiv richtig machtSimon Borner entert Maddrax

Wieder einmal gibt es einen Neuzugang bei der Endzeitserie Maddrax. Band 515 "Im Maar der Dämonen" ist von Simon Borner geschrieben worden.

Lavadrachen, ein Detektiv und eine Filmcrew aus einer Parallelwelt, in der Kaiser Wilhelm den Ersten Weltkrieg gewonnen hat.

Das sind die Zutaten für eine neues Abenteuer von Maddrax und Aruula.

Simon Borner aka Christian HumbergSimon Borner
Christian Humberg ist ein etablierter Autor und Übersetzer, der auf ein umfangreiches Werk zurückblicken kann. Dazu gehören auch zahlreiche Kinder- und Jugendbücher. Etliche davon (Sagenhaft Eifel. Abenteuer in einer fantastischen Region) spielen in der Eifel, seiner früheren Heimat. Er hat aber auch viele Romanhefte verfasst. Dazu gehören beispielsweise Titel für Perry Rhodan NEO und STAR TREK. Im Bereich Heftroman schreibt er für den Bastei Verlag unter dem Pseudonym Simon Borner. Bei der SF-Serie STERNENFAUST hatte er die Ehre gleich als Einstiegstitel den Jubiläumsband Nummer 100 "Der Flug ins Ungewisse" vorzulegen. Bei Professor Zamorra ist er seit Band 885 "Die Kralle des Jaguar" dabei. Sein zweiter Band 897 "Der Monster-Maar" spielte übrigens auch in der Eifel. Später verlegte er die Handlung seiner Romane meist in die USA. Seine Romane und sein eigenwilliger Stil polarisierten die Leser. Entweder sie waren begeistert oder sie konnten mit den Texten wenig anfangen. Und jetzt ist Borner auch bei Maddrax dabei. Er schreibt dazu:

"Bei einem kollegialen Gespräch unter zwei Träumern schlug MX-Mastermind Mad Mike mir vor, die sagenhafte Eifel doch auch in MX mal genauer zu beleuchten. Ob ich Interesse hätte, mit Matt und Aruula eine Runde durch meine alte Heimat zu drehen?
Und ob ich das hatte!" (S.49)

Maddrax
Die Endlosserie um den früheren Kampfpiloten Matthew Drax spielt auf einer von einem Kometeneinschlag gezeichneten Erde. Drax verschlägt es auf eine von Monstren und Mutanten bestimmten Welt, in der die meisten Menschen auf ein barbarisches Niveau zurückgefallen sind. Zusammen mit seiner telepathisch begabten Gefährtin Aruula wendet er sich zunächst gegen Außerirdische, die für den Kometeneinschlag verantwortlich sind und die Erde nach ihren Bedürfnissen umgestalten wollen. Später bekommt es Maddrax mit anderen Widersachern zu tun. Sein Weg führt ihn nach und nach auf alle Kontinente der postapokalyptischen Erde, aber auch auf den Mars und zuletzt sogar in ein fremdes Sonnensystem. Die Bedrohung der Erde durch den Mond, der sich aus seiner angestammten Umlaufbahn gelöst hatte, ist gerade glücklich abgewendet. Doch die technisch anspruchsvolle Aktion hat Nebenwirkungen, die sich nach und nach zeigen. Überall auf der Welt werden Areale ausgetauscht. Dort tauchen Gegenden aus Parallel-Erden auf. Maddrax und seine Freunde erkunden diese Areale und stoßen auf fantastische Welten. Eine davon liegt in der Vulkaneifel.

Im Maar der Dämonen"Im Maar der Dämonen"
Maddrax und Aruula sind unterwegs in die Eifel. Auch dort ist ein etwa 50 Kilometer durchmessendes Stück aus einer Parallelwelt aufgetaucht. Wie überall ist es durch eine undurchdringliche Mauer aus einer schnell nachwachsenden Dornenhecke umgeben. Zum Glück sind die Abenteurer im Gleiter unterwegs. Begleitet werden sie von Rulfan aus Coellen. Nun weiß jeder treue Leser Rulfan ist schon seit geraumer Zeit nicht mehr unter den Lebenden. Doch dieser Rulfan stammt aus einer Parallelwelt, in der dafür aber Maddrax und Aruula den Daa'muren zum Opfer gefallen sind. Es ist für alle Beteiligten nicht ganz einfach, nach längerer Zeit plötzlich "den Toten" gegenüber zu stehen.

In der Eifel wird gerade ein Film gedreht. Die HPL-Filmstudios drehen den ersten 3D-Film der Geschichte. Starregisseur Harry Paul Liebwerk gibt sich persönlich die Ehre. Star seines Streifens ist die Filmdiva Greta von Bonnier, einst gefeierter Stummfilmstar, jetzt auf der Suche nach einem Comeback. Und trotz ihres hohen Alters benimmt sie sich immer noch wie ein "verwöhntes Balg". Zum Ensemble gehören noch der "Allzweck-Haudegen" Hieronymus Schiller, der Schönling Lucius H. Adler und das "schmalbrüstige Möchtegern-Fimsternchen" Nicola Duwahl. Es geht um Nonnen, Ritter und einen Drachen, kurz um die Verfilmung einer alten Eifel-Sage. Begleitet wird das Filmteam von Privatdetektiv Nick Brahmke, den seine notorischen Geldsorgen dazu gebracht haben, als Bodyguard anzuheuern. Irgendetwas kommt dem Detektiv nicht geheuer vor. Wie schafft es die Diva den Regisseur und das gesamte Team so völlig ihren Launen zu unterwerfen?

Plötzlich tauchen echte Drachen auf. Sowohl Maddrax und sein Freunde als auch das Filmteam machen unangenehme Bekanntschaft mit diesen Lavadrachen. Obwohl es dabei Opfer gibt, wollen Liebwerk und von Bonnier den Dreh nicht abbrechen. Ihnen erscheint die Begegnung vielmehr wie eine einmalige Chance für spektakuläre Aufnahmen. Während Rulfan dem Team zur Hilfe eilt, lenken Maddrax und Aruula die Drachen mit ihrem Gleiter ab und locken sie weg. Schnell stellt man fest, dass das Filmteam aus einem parallelen Berlin der 40er Jahre stammt. Dort hat Kaiser Wilhelm den ersten Weltkrieg gewonnen und das Kaiserreich besteht nach wie vor. Von Bonnier entwickelt dieweil einen diabolischen Plan. Sie will den Barbaren Rulfan den Drachen zum Fraß vorwerfen und die Szene als Höhepunkt in den Film aufnehmen.

Zitat
Aus dem Alltag eines Detektivs

"Tut mir leid Nick," zischte die Rothaarige mit den makellosen Beinen. Sie hatte mir gerade ihr rechtes Knie in den Schritt und ihr Handtäschchen in die Kauleiste gerammt. Nun sah sie voller Verachtung auf mich herab, ein Häufchen Elend auf dem regennassen Boden kauernd. "Aber er ist ein guter Mann."
"H-heißt das, du überweist mir den Rest des Honorars?" brachte ich hervor. Meine aufgeplatzte Lippe blutete, und meine Hoden fühlten sich an, als wollten sie nach Panama auswandern.
Die Rothaarige schnaubte nur. Dann machte sie auf den hohen Absätzen kehrt und verschwand in der Nacht.
"Also nicht", seufzte ich.

(S.10)

Es wird politisch

An der Haltestelle war niemand. Klar, es regnete ja auch in Sturzbächen vom Himmel. Bei diesem Wetter ging niemand freiwillig vor die Tür.
...
Ich sah Zeppeline am dunklen Himmel und einen kleinen Nazi-Aufmarsch nahe der Charité, dem niemand Beachtung schenkte. Ich korrigierte meine Aussage von vorhin: Nur Idioten gingen bei diesem Sauwetter vor die Tür.

(S.10)

Über den Autor

Ein Schmierfink namens Borner hatte sich wohl eine alte Sage der Eifel zur Vorlage genommen und darauf basierend einen billigen Horror-Quatsch ersonnen - voller alter Teufel und sündhafter Geheimnisse. Kolportage der übelsten Sorte, kurz gesagt. Von dem gewiss üppigen Honorar, das die HPL-Studios ihm gezahlt hatten, machte Borner sich bestimmt gerade einen sonnigen Lenz an der Ostsee, während wir hier in einer von Gott und guten Geistern verlassenen Ödnis stehen mussten.

(S.18)

Die unsterblichen SchattenMeine Gedanken
Ein Detektiv und die Filmindustrie? Das hatten wir doch schon mal bei Simon Borner und zwar in Professor Zamorra. Erinnert sich noch jemand an Jack Entwistle, der in Hollywood gearbeitet hat? (Zaubermond 43 Boulevard der Finsternis) Für mich ist die Figur des Nick Brahmcke denn auch so etwas wie der heimliche Star des Heftes. Diese Hommage an den Film Noir wird ergänzt durch jede Menge Hinweise auf Filmklassiker aus den 20er Jahren. Und auch der Name des weiblichen Co-Stars Nicola Duwahl hat eine Reminizenz zur "langlebigsten Horrorserie der Welt", genauer zu Nicole Duval, der Lebens- und Kampfgefährtin des Professors. Ebenfalls gut herausgearbeitet wird die geheimnisvolle Filmdiva Greta von Bonnier.

Für mich hat Simon Borner einen gelungenen Einstand bei Maddrax hingelegt. Er versteht es, sowohl die alteingeführten Protagonisten wie Rulfan gekonnt einzusetzen, als auch eine eigenständige spannende Geschichte um die interessanten Charaktere aus dem Filmteam zu erzählen. Und das Ganze wird dann noch locker eingebunden in eine alte Eifelsage.

Ein kleiner Hingucker ist übrigens auch das Titelbild. Es ist wie ein altes Filmplakat gestaltet.

Der aktuelle Rote Faden freilich wird durch diesen Roman nicht voran getrieben. Trotzdem darf es für mich in Zukunft gerne mehr Simon Borner bei Maddrax geben.

 

Kommentare  

#1 matthias 2019-11-09 11:40
Und dieser hier geschilderte Inhalt von MADDRAX 515 bestätigt mich in der Entscheidung, vor einiger Zeit mit dem Lesen und Kaufen dieser Serie aufgehört zu haben.
Fehlt nur noch das "Sahnehäubchen" Sepp Nüssli und der Klamauk ist fertig.
Ich hatte das Heft am Bahnhof in der Hand gehabt und dachte: "Simon Borner - warum nicht"
Zum Glück habe ich es nicht gekauft ...
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#2 Martin 2019-11-09 17:53
Hi Simon/Christian - falls Du das hier überhaupt liest: Lass Dich bitte von matthias bloß nicht entmutigen. Ich bin via Deines MADDRAC-Romans wieder eingestiegen und hab mich sehr amüsiert, nicht nur über die Nazis, die offenbar bei jedem Sauwetter ihr Unwesen treiben, sondern auch bei dem Versuch, zu visualisieren, wie es die Rothaarige vollbringt, mit den makellosen Beinen zu "zischen" (siehe Zitat auch oben in Uwe Weihers flott geschriebenem Beitrag).
Meine Tochter fragt bei dieser Gelegenheit über mich nach, ob "Lucius Adler" nach "Dem Angriff der Automatenmenschen" so traumatisiert wurde, dass er jetzt nur noch als Schönling beim Film unterwegs ist, oder gelegentlich vielleicht doch noch mal einen vierten "unheimlichen Fall" zusammen mit Sherlock Holmes bei Thienemann knackt :-)
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#3 Schwarzbart 2019-11-10 00:05
Also ich habe den Roman gelesen, er hat mir nicht sonderlich gefallen. Positiv könnte man anmerken, der MX war besser als jeder PZ von Borner.
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#4 Cartwing 2019-11-10 07:22
Die Idee mit den Parallelwelt Fragmenten gefällt mir.
Schön auch zu lesen, dass Rulfan noch dabei ist, der Atlan der MX Serie...
Vielleicht schaue ich mal wieder rein.
Der Beitrag hat mich jedenfalls neugierig gemacht
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#5 VM 2019-11-10 15:06
Ob man von "entern" sprechen kann, wenn jemand einen Gastbeitrag verfasst, sei mal dahingestellt.

Parallelwelten bringt man immer dann, wenn einem nichts mehr einfällt und man sich in eine Sackgasse geschrieben hat. Ausnahme sind Charakterspielereien wie seinerzeit mit der Spiegelwelt in Star Trek DS9. MX dagegen ist auserzählt und wiederholt sich nur noch selbst. Dass man mit Rulfan einen toten Charakter zurückholt, indem man Parallelwelten erzeugt, ist schriftstellerisch "der letzte Versuch".
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#6 Martin 2019-11-10 17:44
Ah ... the incredible Vogel Mädchen fächert wieder mal ein bisslerl lauwarme Luft in die Meinungen Anderer, und man fragt sich, was sie zwitschert, bevor sie ihre Meinung im ZS kundtut. Ob VM sozusagen ihr Programm ist? Viel motzen ... ? Tja, die Wahrheit, sie liegt immer noch irgendwo da draußen. Aber Maddrax ist meiner Meinung nach erst auserzählt, wenn nochmal durchgekaut wird, wie Matt und Aruula sich ineinander verlieben und zum ersten Mal Sex im Schnee miteinander haben, Vildes Mädchen. Bis dahin, amüsier dich doch mal an den schrägen Variationen, und lass noch ein gutes Haar an unserem Mad Mike. Man nennt es Phantasie. Also, nicht das gute Haar vom MM, sondern das, was er plus seine Autor*innenCrew da abziehen.
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#7 VM 2019-11-10 20:45
zitiere Martin:
Ah ... the incredible Vogel Mädchen fächert wieder mal ein bisslerl lauwarme Luft in die Meinungen Anderer, und man fragt sich, was sie zwitschert, bevor sie ihre Meinung im ZS kundtut. Ob VM sozusagen ihr Programm ist? Viel motzen ... ? Tja, die Wahrheit, sie liegt immer noch irgendwo da draußen. Aber Maddrax ist meiner Meinung nach erst auserzählt, wenn nochmal durchgekaut wird, wie Matt und Aruula sich ineinander verlieben und zum ersten Mal Sex im Schnee miteinander haben, Vildes Mädchen. Bis dahin, amüsier dich doch mal an den schrägen Variationen, und lass noch ein gutes Haar an unserem Mad Mike. Man nennt es Phantasie. Also, nicht das gute Haar vom MM, sondern das, was er plus seine Autor*innenCrew da abziehen.


Siehste Harantor, man schreibt einen Beitrag zur Sache und es kommt immer ein Kommentar zurück, der auf persönlicher Ebene angreift. Genau deshalb habe ich null Bock, Artikel für den Zauberspiegel zu schreiben. Solange engagierte Leute wie Du keinen Weg finden, so was zu unterbinden, oder es als normale Kommunikation erachten, wird es bei den paar Leuten bleiben, denen das nichts ausmacht, und der Rest wird sich abwenden. So auch ich, denn mit dem Niveau dieser Kommentare will ich mich nicht abgeben. Bye
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#8 Hermes 2019-11-10 22:01
Zitat:
Ob man von "entern" sprechen kann, wenn jemand einen Gastbeitrag verfasst, sei mal dahingestellt.
Nun ja, entern hat ja durchaus mehrere Bedeutungen.

Zitat:
Parallelwelten bringt man immer dann, wenn einem nichts mehr einfällt und man sich in eine Sackgasse geschrieben hat.
Zuletzt hat Markus Heitz mit Doors zwei Trilogien vorgelegt, die durchaus erfolgreich sind. Ich würde das Thema nicht grundsätzlich verdammen.
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