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Highlights der Bob Barring Serie - Aus der Sicht von Gustav Feichtinger (Teil 1)

Bob barringHighlights der »Bob Barring-Serie«
Aus der Sicht von Gustav Feichtinger - Teil 1

Gustav Feichtinger, der aktuelle Autor von Bob Barring, schickt den Helden und seinen Kompagnon Rolf auf neue Abenteuer rund um den Erdball.

Barring ist überall.

Was aber sind die Highlights aus der Sicht des aktuellen Verfassers?

Im Folgenden soll das einzigartige Flair der frühen Bob Barring-Hefte (Nr. 1-51) anhand einiger herausragender Beispiele belegt werden.

  • Ein Fluss unter der Wüste Sahara, der die Passage zur altägyptischen Geisterstadt ermöglicht (Die Welt der Abenteuer Sonderheft 13 und 14),
  • ... das polynesische Mädchen Maui, in welches sich Rolf auf einer Südsee-Insel verliebt und das er bei einem Vulkanausbruch auf spektakuläre Weise rettet (Bob Barring Nr. 26 und 27),
  • ...ein Experiment auf einem Wrack am magnetischen Nordpol, bei dem ein wahnsinniger Forscher den Kopf eines toten Wikingers zum Leben erwecken will (Bob Barring Nr. 37 und 39)
  • ...und ein fanatischer Abt des indischen Klosters Turgul, der über hypnotische Kräfte verfügt –

all das sind Ingredienzien packender Geschehnisse in exotischen Weltregionen.

Bob BarringDie Welt der Abenteuer Sonderheft 13:
DER TURM DES VERGESSENS
Ich kenne einen Sammlerfreund, dem die Sahara-Serie von allen Bob Barring-Erzählungen am meisten zusagt. Dem kann ich nur bedingt zustimmen. Die in den ersten vier Heften geschilderte Auseinandersetzung von Bob Barring und Rolf Shark mit französischen Ganoven ist Durchschnitt – wenn man einmal vom gruseligen Erscheinen der Mumie der Königin Nitokris absieht. Die folgenden beiden Hefte schweifen vom Thema ab. In Sonderheft 7 (‘Nächte am Nil’) wird eine Haremsentführung von Karl May übernommen, während im ‘Fluch des Pharao’ (Sonderheft 8) eine der gängigen Gruselgeschichten aus ägyptischen Grabkammern neu aufgewärmt wird.

Erst im folgenden Band kommt die Handlung in Gang. Bob, Rolf, Professor Roullé und der quirlige Ali Ben Gofrah treffen auf die ‘Räuber der Sahara’, die mit dem schurkischen Achmed Abbas in Verbindung stehen. Mit diesem befinden sich die vier Gefährten im Wettlauf zur legendären unterirdischen Stadt Bil Dschehennem.

Die Auseinandersetzung mit rachsüchtigen schwarzen Sklaven im ‘Tal des Schreckens’ bringt einen Vorgeschmack auf die folgenden beiden Hefte, in denen es um den Transport geraubter weißer Mädchen geht. Sejid Abbas, der Bruder von Achmed leitet die Sklavenkarawane auf ihrem Weg in den Sudan. Beim Versuch, die unglücklichen Europäerinnen zu befreien, geraten Bob und seine Freunde in die Fänge der Sklavenhändler. Mit Hilfe Tschitas, Alis Verlobter, die zur Begleitung der Karawane gehört, zetteln sie eine Rebellion der Mädchen an, die zu ihrer Befreiung führt. Bei der Verfolgung von Sejid und Achmed Abbas – der Erzgauner ist inzwischen auch aufgetaucht – lassen die fünf Gefährten (Tschita ist nun mit von der Partie) die Sandwüste hinter sich und erreichen das Tibesti-Gebirge. Dabei wird mit der Laienmeinung aufgeräumt, die Sahara bestünde nur aus Sand ...

‘Längst schon waren die violetten Konturen in der Ferne zu einem nahen, schroffen Gebirgszug empor gewachsen, der … imposant und drohend wirkte. Dunkel schimmerte das verwitterte Gestein ...‘

In den abschließenden beiden Bänden, von denen hier die Rede sein soll, überstürzen sich dann die Ereignisse. Bei deren Schilderung stellt der Autor Hans Karl Koizar erstmals in der Serie sein schriftstellerisches Können unter Beweis.

Die Sage vom ‘Schwarzen Slughi’, der dem Mörder seines Nebenbuhlers die Untat nicht vergessen lässt, hat dem ‘Turm des Vergessens’ seinen Namen beschert. Der Hund als Inkarnation seines Verbrechens stammt angeblich aus einer vom Autor bearbeiteten afrikanischen Originalsage, die von Ali blumenreich in den Farben des Orients vorgetragen wird.

In der Abenddämmerung erreichen die Freunde den Turm des Vergessens.

‘Die Schatten der Dämmerung krochen über die Felsen … Der dunkle, drohende Schatten des Bauwerks wuchs in die Höhe. Rechts und links öffnete sich gähnend der Abgrund … Nichts regte sich. Nur der Wind pfiff in eigentümlichen Heultönen über den schmalen Grat … Vorsichtig schritten wir auf die geheimnisvolle Feste zu, die sich wie ein gespenstischer Schatten vom seltsamen Lichtschimmer umflutet, am nächtlichem Himmel abhob …’

Da der Turm leer ist, beziehen die Fünf Quartier in ihm. Als Rolf dann nach Mitternacht vom Heulen des Windes wach wird, sieht er an einer der Schießscharten den Schatten eines Fußes. Die Abbas-Brüder sind dabei, den Turm von außen zu besteigen, um die Gefährten vom Dach aus zu überfallen. Doch bevor sie von Rolf und den anderen gestellt werden, verschwinden sie auf mysteriöse Weise auf der Wendeltreppe, welche die Stockwerke des Turmes verbindet.

Bob vermutet einen Geheimgang zur Quelle im Tal, in den die Brüder geraten waren. Da der Zugang auf die Schnelle nicht zu finden war, reiten sie zu viert eiligst zum Fuß des Turmes. Doch Fehlanzeige – am Turm hören sie Tschita um Hilfe schreien. Der bestürzte Ali und Bob eilen wieder nach oben. Da sich der Gang als verschüttet erwies und die Verbrecher in der Dunkelheit nicht weiter konnten, waren sie umgekehrt. Während Achmed unverzüglich zu flüchten beabsichtigt, will Sejid Tschita entführen. Am Dach kommt es zum erbitterten Kampf zwischen den Brüdern, der mit Sejids Sturz in die Tiefe für diesen tödlich endet.

Dem Brudermörder gelingt jedoch abermals die Flucht …

Da nun an Schlaf nicht mehr zu denken ist, verbringen die Freunde die Zeit damit die Situation zu rekapitulieren. Der Weg zur Geisterstadt ist nicht mehr weit, lediglich eine Tagesreise, und von allen Gegnern ist nur noch Achmed Abbas übrig geblieben. Die Schlinge zieht sich enger …

Als sie dann bei Tageslicht nach dem Ausgang des Geheimganges bei der Quelle suchen und diesen nicht zu finden vermögen, wird Bob nachdenklich und vermutet Überraschendes. Mit einiger Mühe finden sie den Mechanismus für den Gangeinstieg, den die Brüder nächtens unversehens ausgelöst hatten. Der steil abwärts führende Gang ist zwar von eingestürztem Mauerwerk verlegt, aber im Lichte der Stablampen erweist sich das Hindernis als überwindbar.

Nach längerem Marsch durch die Unterwelt löst sich das Rätsel des Geheimganges. Er diente den Turmbewohnern nicht nur zur Wasserversorgung bei Belagerung sondern auch – als Fluchtweg.

‘... war es mir, als vernähme mein Ohr aus der Ferne ein leises Rauschen … es wurde übermächtig. Der Stollen verbreiterte sich … ein vielleicht fünf oder sechs Meter breiter, reißender Wasserlauf war eingebettet, der sich in unergründliche Ferne verlor – AM UFER DER EWIGKEIT …’

‘Das ist er, der Weg nach Bil Dschehennem … Dann war das wohl der Wachturm der Geisterstadt …’

Und dann schaukelt noch ein Boot, dem sich Bob, Rolf und Roullé anvertrauen, während Ali und Tschita mit den Kamelen nachkommen.

‘Meine Herren, sagte Bob andächtig und trieb das Boot in die Mitte der Wasserbahn. Unsere Reise führt jetzt in die Vergangenheit. Dieses Zauberboot trägt uns 5000 Jahre zurück … ins Schattenreich der sechsten  Dynastie, der rätselvollen, wie sie von den Forschern bezeichnet wird …’

Karl Hans Koizar präsentiert nicht nur spannende Abenteuer zur Unterhaltung des Lesers – nein dieser erfährt darüber hinaus eine Menge Wissenswertes, vom Zodiakallicht bis hin zur Tatsache, dass die Sahara von unterirdischen Wasserläufen durchzogen ist. Interessante Beschreibungen von Wüstenregionen, Sandstürmen und -sümpfen wechseln sich mit Schilderungen aus dem alten Ägypten ab.

Natürlich bleibt da ab und zu der Realitätsbezug auf der Strecke. Dass der Mechanismus zum Öffnen des Ganges zum unterirdische Fluss nach tausenden Jahren noch funktionsfähig sein soll, dass ein Boot für die Fahrt am Fluss verfügbar ist und sogar noch Ruder – das gehört ins Reich der Fabeln. Aber es ist klar, dass diese Form der Literatur von derartigen Kunstgriffen lebt.

Bob BarringDie Welt der Abenteuer Sonderheft 14:
DIE UNSICHTBARE STADT

Die Strömung am unterirdischen Fluss ist stark genug, dass Bob, Rolf und der Ägyptologe Professor Roullé rasch vorwärts kommen. Die Ruder brauchen sie nur, um Abstand von den Wänden zu halten. Vor ihnen liegt das Ziel ihrer Wünsche – Bil Dschehennem, die legendäre Stadt unter der Wüste.

Der Professor erzählt, was sich vor fünftausend Jahren in der Geisterstadt abgespielt hat. Der damalige Pharao, gleichzeitig Bruder und Gatte von Nitokris war von missliebigen Ministern ermordet worden. Um seinen Tod zu rächen, lud die Königin die Aufständischen zu einem Gastmahl nach Bil Dschehennem ein. Mitten unter Schmaus und Trank ließ Nitokris die Schleusen öffnen und die Festgäste ersäufen.

Nach mehreren Stunden Fahrt durch die Unterwelt verbreitert sich der Fluss zu einem Becken, das von einer Halle überwölbt wird. Aus Stein gemeißelte Figuren umrahmen ein prachtvolles Tor – der Eingang zur Geisterstadt ist erreicht.

Im Licht der Stablampen erscheinen figurale Schriftzeichen – ein Psalm aus Echnatons Sonnengesang, der ihnen von dem Gelehrten übersetzt wird. Ein feierliches Gefühl durchläuft die Gefährten. Nach Jahrtausenden sind sie die ersten Menschen in der unsichtbaren Stadt.

Schon beim Eingang stoßen sie auf mehrere Leichen, die sich im trockenen Klima erhalten haben, aber bei der leisesten Berührung in Staub zerfallen. Übrig bleiben Armreifen und fein ziselierter Kopfschmuck aus purem Gold. Die Lage der Leichname und deren vom Schrecken gezeichneten Gesichtszüge lassen auf einen plötzlichen, gewaltsamen Tod schließen.

In der Stadt gelangen die drei auf einen kreisförmigen Platz, von dem aus eine Vielzahl von Gängen weiterführt. Als sie einem von diesen folgen kommen sie in Wohnungen, wie verschiedene Gerätschaften beweisen, die in einem alt-ägyptischen Haushalt Verwendung fanden. Die auch hier herumliegenden Leichen machen den Eindruck, als hätte sie der Tod im Schlaf oder auf der Flucht vor etwas überrascht. Das Ganze erinnert an das bei einem Ausbruch des Vesuvs untergegangene Pompeji.

Die Anlage scheint aus mehreren übereinander liegenden Stockwerken zu bestehen und erweist sich deutlich größer als erwartet. Als sie in die Tiefe steigen, stoßen sie zwar auf eine reich bestückte Schatzkammer, werden aber gleichzeitig von einem Schwindel erfasst. Gase, offenbar schwerer als Luft machen den Aufenthalt zur tödlichen Gefahr. Schleunigst flüchten sie wieder nach oben.

Dort merken sie, dass sie inzwischen nicht mehr allein in der unterirdischen Stadt sind – Achmed Abbas ist eingetroffen und geht daran, seine Gegner auszuschalten. In der Finsternis entwickelt sich ein gnadenloser Kampf zwischen den Gefährten und dem verbrecherischen Araber, sozusagen der Showdown der Geschichte …

In der Dunkelheit kommt Rolf in eine missliche Situation. Er verliert den Kontakt zu den Freunden und stürzt in die Tiefe. Um sich zu orientieren knipst er kurz seine Lampe an und – sieht sich dem Monument der Todesgöttin gegenüber.

‘Ein gewaltiges, entsetzliches Antlitz starrte mir aus der Tiefe entgegen. Und wieder ging ein unerklärliches Grauen von ihm aus. Welches Geheimnis behütete die Göttin?’

Zögernd schreitet Rolf weiter und gelangt zu einem gewaltigen Steintor, das durch einen Querbalken verschlossen ist. Genau an dieser Stelle wird dann der Araber von Bob Barring gestellt. In Todesangst wirft sich der Verbrecher gegen das Tor, der Pfosten poltert zu Boden und eine Wasserflut bricht durch das Tor. In der Brühe schwimmen Totenschädel und andere Leichenteile – Reste vom Gastmahl des Todes der rächenden Königin Nitokris.

Jetzt geht es ums Leben. Wollen sie nicht auch ertrinken wie damals die Festgäste, müssen sie schleunigst nach oben zurück. Aber nicht nur das rasch steigende Wasser bedroht die vier – es ist auch das durch die Fluten hoch getriebene Erdgas, das eine tödliche Gefahr darstellt. Unter enormen Anstrengungen gelingt es den Gefährten, sich in höhere Bereiche der Stadt zu retten.

Aber auch Achmed Abbas kann dem Tohuwabohu entkommen, wenn auch schwer gezeichnet. Als Bobs Taschenlampe versagt, streicht der Araber, der nicht mehr recht bei Sinnen zu sein scheint, ein Zündholz an. Die Erdgase entzünden sich:

‘Der wahnsinnige Araber … stand inmitten einer bläulichen Lichthülle, die wie mit feurigen Zungen seine Gestalt umtanzte … Ketten und Schlangen brennenden Gases schienen durch den Gang zu schweben, züngelten jetzt auch uns nach …’

Plötzlich ereignet sich die erste Explosion, die sich in einer Kette von solchen fortsetzt. Achmed Abbas Lachen klingt schauerlich im Crescendo. Das ist das Letzte, was von ihm zu hören ist. Die Geisterstadt fliegt in die Luft. Unermessliche Schätze sind verloren und versinken im nachstürzenden Wüstensand.

Natürlich gelingt es Bob und Konsorten, sich aus der Katastrophe zu retten. Ali und Tschita kommen mit den Kamelen nach, und es heißt Abschied nehmen von der Sahara ...

Am Weg zur und in der ‘Unsichtbaren Stadt’ erfährt der Leser eine Menge Wissenswertes über das alte Ägypten. Wo sonst in der Trivialliteratur findet man Vergleichbares wie etwa einiges aus dem Sonnengesang eines Pharaos? Dass dann der sensationelle Fund zerstört wird und im Wüstensand versinkt, das gehört zu den Stereotypen des Genres.

Bob BarringBob Barring Nr. 26:
DIE INSEL DER VERLORENEN LIEBE

Die ‘Insel’ hat mir in meiner Sammlung am längsten gefehlt, wenn man einmal vom ‘Bergwerk’ absieht1. Dass der 26er Bob Barring so selten ist, könnte sein Titel sein, der das Heft auch für einen anderen Leserkreis interessant gemacht haben könnte. Doch die Geschichte fällt nicht in das ‘Liebesroman-Genre’.

Bob Barring wird als weitgehend geschlechtsloses Wesen dargestellt, das in seinem Beruf – Reporter, Kriminalist, Abenteurer – aufzugehen scheint. Mit seinem Adlatus Rolf Shark ist es anders bestellt. In der Südsee-Serie wird er gründlich von Amors Pfeil getroffen.

Im ersten Heft der Serie (Bob Barring Nr. 25: ‘Mannschaft ohne Hafen’) heuern Bob und Rolf auf dem Frachter ‘Good Hope’ an, der in der Südsee auf Schatzsuche unterwegs ist, dort aber in einem Tropensturm sinkt. Gemeinsam mit dem Schiffsjungen Flip gelingt es den beiden, sich an die Küste einer Insel zu retten.

Der Schiffskatastrophe mit Mühe entronnen, von der Brandung an einen Sandstrand gespült rekapituliert Rolf halb im Unterbewusstsein:

‘In New York war ein Mann namens Selby ermordet worden, um eines Planes willen, auf dem sein Großvater vor mehr als hundert Jahren die Stelle vermerkt hatte, an der das Piratenschiff ‘Johnny Albertheen’ mit reicher Beute an Gold und Juwelen auf ein Riff aufgelaufen war. Li Hung, der verbrecherische Chinese und Führer einer Gangsterbande … hatte einen alten Frachter gechartert, der nach Himeo, wie die Insel auf dem Plan bezeichnet wurde, dampfen sollte … Bob Barring und mir war es gelungen, auf dem Frachter als Matrosen unterzukommen. Ein Hurrikan hatte jedoch den Untergang dieses Schiffes herbeigeführt …‘

Als die Gefährten Fußspuren entdecken und ihnen folgen, gelangen sie auf den Vulkan.

‘Unverdrossen stiegen wir aufwärts. Wir hatten bald einen herrlichen Rundblick über die kleine, grüne Insel … Unter uns sah man in der Ferne das Meer um die weißen Klippen schäumen. Der Donner der Brandung drang zuweilen zu uns empor …‘


Es scheint, als seien Bob, Rolf und Flip die einzigen Überlebenden der Schiffskatastrophe. Als sie sich fassen, sehen sie das von üppigem Grün bewachsende Hinterland der Insel. Im Norden ragt ein stumpfer Kegel auf, über dem eine leichte Rauchfahne hängt – ein feuerspeiender Berg.

‘Der Rest des Aufstiegs, der uns auf die Ostseite des Kegels geführt hatte, lag im tiefen Schatten. Die Sonne hing als glutroter Riesenball jenseits des Kraters über dem Meer. Bald musste sie den Horizont berühren …‘

Als sie dann endlich den Gipfel erreichen, werden sie Zeuge einer seltsamen Zeremonie. Eine Gruppe von Eingeborenen versucht ein gefesseltes Mädchen über den Kraterrand zu stoßen. Bob, Rolf und Flip gelingt es, die Männer zu verjagen und das Mädchen zu retten. Während sie ihre Fesseln aufschneiden, schlägt es seine rehbraunen Augen auf.

‘Joranna, grüßte Bob. Die Blässe auf ihren Wangen wich einer feinen Röte, die sich bis zu den Schläfen zog. Joranna, grüßte nun auch ich, wie heißt du? M a u i .’

Nun stellt sich heraus, dass sie das Schicksal auf die richtige Insel geführt hat – Himeo. Maui erzählt, dass sie dem Feuergott Peele geopfert werden sollte, da sie angeblich am schweren Sturm schuld sei, der gestern die Insel heimgesucht habe. Um sie vor diesem Schicksal zu retten, suchen die Freunde gemeinsam mit dem Mädchen das im Süden von Himeo gelegene, unbewohnte Korallenatoll Tutu auf.

Dort erleidet Rolf einen schweren Fieberanfall, der ihn für mehrere Tage aufs Lager wirft. Maui, die ihn während dieser Zeit aufopfernd pflegt, und Rolf kommen sich dabei näher …

Tutu erweist sich als echtes Südseeparadies:

‘Vor mir lag der Palmenstrand in der Abendsonne. Ruhig schimmerte die See. Ein Bild des Friedens, unsagbar schön … Eine zauberhafte Nacht hatte ein Südseeatoll in ein Märchenreich verwandelt. Der Wind trieb den zarten Duft von Mandelblüten vor sich her, und der Mond übergoss das glitzernde Wasser der Lagune mit hellem Silberlicht.’

Jetzt erzählt Maui die Sage von Himeo, dem Land der verlorenen Liebe.

In Erinnerung an die mythischen Geschehnisse von einst wählen die Eingeborenen in jeder Generation ein Mädchen, das Peele, jedoch keinem anderen Mann gehören darf. Bricht sie das Gebot, wird sie bei lebendigem Leib in den Feuerschlund geworfen …

In der Folge tauchen die Insulaner auf, um Maui und die drei Weißen nach Himeo zurück zu geleiten. Sie hätten sich geirrt: nicht Peele war erzürnt, sondern Tuha, der Gott der Lüfte.

Auf der Insel lernen die Gefährten dann Tati, den Herrscher seines Volkes kennen, der zu ihren Ehren ein Fest gibt. Als sie ihn nach dem Wrack der ‘Johnny Albertheen’ fragen, werden sie an Olele weiter verwiesen. Die Hundertjährige haust allein am feuerspeienden Berg und weiß von ihrer Mutter, wo das gesunkene Schiff liegt. Die hellsichtige Alte vom drohenden Berg erkennt, was Maui und Rolf füreinander empfinden, und warnt die beiden eindringlich. Die Eingeborenen würden diese Liebe nicht dulden.

Als sich Bob diesen Warnungen anschließt, kündigt sein Freund an, dass er die Siebzehnjährige nach Europa mitnehmen wolle. Rolf hat es ordentlich erwischt. Wo die Liebe hinfällt …

Gemeinsam mit einigen Insulanern spüren die Freunde das Wrack auf. Als in der Brandung ihr Boot kentert, kommt es zur schicksalshaften Begegnung mit einem riesigen Haifisch. Nur mit ihren Messern bewaffnet, sehen sich Rolf und Bob dem angriffslustigen Raubfisch gegenüber. Während Bob den Hai verfehlt, gelingt es Rolf, die Bestie unschädlich zu machen: ‘Meiner selbst nicht achtend, schnellte ich mich vor und stieß zu … tief in die Kiemen des Hals hinein, in den Leib, dass sich das Wasser blutig färbte.’

Bob Barring ist begeistert und nennt seinen Freund von jetzt an Rolf Shark, also ‘Rolf, der Hai‘.

‘Neumondnacht auf der Südseeinsel. Von allen Seiten glommen Ketten flackernder roter Lichter den drohenden Berg empor, strebten den Krater entgegen.’

In den letzten Tagen war der Berg des Feuergottes Peele unruhig geworden. Immer ertönte ein dumpfes Grollen und Rumoren aus dem Erdinneren. Um den Vulkangott gnädig zu stimmen, soll Maui vor dem Krater tanzen. Mit beschwörenden, rhythmischen Bewegungen wiegt sie sich bei auf- und abschwellenden Trommelwirbeln in den Hüften, den Kopf zurückgelegt, sodass ihr schwarzes Haar im Wind flatterte …

Maskierte Tänzer versuchen das Mädchen zu haschen, doch sie entgleitet ihnen, Peele die Treue versichernd. Im Rhythmus der Trommeln geraten die Tanzenden in Ekstase. Und als Mauis schmaler Körper jäh zusammensinkt und niemand ihrer achtet, stürzt Rolf auf sie zu, hebt das Mädchen empor und trägt es fort.

‘Zwischen uns und den Tanzenden lag eine Wand dunkler Nacht. Schwer atmend … ließ ich das Mädchen sanft zu Boden gleiten. Im ungewissen Sternenschimmer lag es vor mir … Die Welt um uns war versunken … Erst als in weiter Ferne ein Stern vom Himmel fiel und weit draußen ins Meer versank, fanden wir langsam den Weg zurück in die Wirklichkeit …’

Das Bild vom im Wasser aufragenden riesigen Hai mit seinen messerscharfen Zähnen, Rolf mit dem Messer und der Vulkan mit der Rauchwolke im Hintergrund – all das hat sich tief in mein Gedächtnis eingeprägt. Die Bestie wird besiegt, auch dem feuerspeienden Berg entkommen sie – doch ihrer Liebe ist kein Glück beschert … ‘The Island of Lost Love’ …

1

Bob Barring Nr. 49
Das Bergwerk der Abgeschiedenen
... ist das bei weitem seltenste Heft der Serie und damit auch das teuerste. Grund hierfür war wohl das vermaledeite Schmutz- und Schundgesetz, das die Auflage reduzierte und den Verleger zwang, das Titelbild im Inneren des Heftes zu präsentieren.

Bob Barring

 

Highlights der »Bob Barring-Serie« Aus der Sicht von Gustav Feichtinger - Teil 2

 

 

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