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Fernab von Winnetou - Karl May - Sklaven der Arbeit

0Fernab von Winnetou
Karl May - Sklaven der Arbeit

Als Karl May von 1884-1886 seinen Kolportageroman "Der verlorene Sohn" schrieb, gelang ihm eine wunderbare Mischung zwischen den Genreelementen Drama, Gesellschafts-, Detektiv- und Liebesroman. Vielerorts hören wir darüber hinaus Kritik an den sozialen Verhältnissen der arbeitenden Bevölkerung.

Insbesondere die zweite Abteilung „Sklaven der Arbeit“ weiß den Leser oder in unserem Fall den Hörer zu fesseln.


Anschaulich beschreibt die Vertonung dieses Romanteils die Not der Weber in Karl Mays Heimat und schildert eine Intrige, die vor langer Zeit passierte und der sich nun der geheimnisvolle „Fürst des Elends“ annimmt.

Wer ist dieser moderne Robin Hood, der sehr viel Verständnis für die Sorgen und Nöte der Angestellten des gierigen Kaufmanns Fritz Seidelmann besitzt, der auf noch unbekannte Weise mit den Ereignissen von einst verbunden zu sein scheint? Welche Rolle spielt der gutmütige Förster Wunderlich, und wird es dem „Fürst des Elends“ gelingen, lang gehütete Geheimnisse ans Tageslicht zu holen? (1)

Einmal wagte sich Karl May nicht ins Westerngenre. Er schrieb eine Geschichte fernab von seinen Helden Winnetou, Old Firehand und auch fernab von Hadschi Halef Omar und Kara Ben Nemsi. Es geht um ein Arbeiterdrama in Deutschland zu einer Zeit, als Arbeiten alles andere als Geld verdienen und davon leben können bedeutete. Es bedeutete Ausbeutung und Unterdrückung. Da kommt dann dieser Robin Hood daher und greift helfend ein.

Gelungen ist mit dieser Radioproduktion aus dem Jahre 1977 ein sehr beeindruckendes Werk. Behutsam, langsam und mit sehr leisen Tönen erzählt das Hörspiel die Geschichte Karl Mays. Ganz ohne Hatz und die für May typischen Elemente wie Silberbüchse und schwarze Mustangs. Das Abenteuer hier heißt Arbeit und die ganze damit verbundene Welt zu einer Zeit lange vor dem Ersten Weltkrieg.

Unter den Sprechern tummeln sich sehr bekannte Namen aus Film und Fernsehen, die man selbst heute noch kennt. Michael Degen, Lambert Hamel, Grete Wurm, Reinhard Glemnitz und viele andere.

Pidax hat wieder einmal ein fast verschollenes Meisterwerk ausgegraben, welches sicher nicht nur unter Karl May-Fans auch heute noch viele Fans finden wird.

0Das Hörspiel ist die erste Regiearbeit von Walter Adler, der als ausgewiesener Karl May-Experte gilt und mehr Stoffe von ihm für das Radio umsetzte. U. a. den berühmten "Orientzyklus".

Sklaven der Arbeit
mit Michael Degen, Matthias Ponnier, Grete Wurm, Wolfried Lier, Reinhard Glemnitz, Günter Mack, Angelika Thomas, Lambert Hamel, Joachim Wichmann, Fritz Tillmann, Michael Habeck, Peter Fricke u. a.
nach Karl May
Cover: Claudia Brandt
Regie: Walter Adler und Bernd Lau
Laufzeit ca. 166 Min. (mp3)
BRmedia/Pidax 1977/2013 

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