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Frauenpower - PRA und das weibliche Geschlecht

Perry, Action und ich - Mein Rhodan-TagebuchFrauenpower
PRA und das weibliche Geschlecht

So, nachdem Stefan das letzte Mal so freundlich war und für mich eingesprungen ist, hab ich diesmal keine plausible Ausrede gefunden, mich um den zweiwöchentlichen Beitrag zur PRA-Kolumne zu drücken. Deshalb müsst ihr diesmal wieder mit mir und meiner Meinung Vorlieb nehmen. Ich hoffe, ihr werdet es verkraften...

Doch genug davon und zurück zum Thema. Ihr habt es vielleicht schon gesehen (wenn nicht, empfehle ich Euch einen Klick auf diesen Link): Parallel zu diesem Artikel (na gut, genau genommen schon einen Tag vorher...) ist diesmal nicht nur eine Rezension erschienen (weil das mit dem Link eben so schön war, hier gleich noch ein Link), sondern auch ein sehr interessantes Interview mit Sabine, einem Mitglied des PR-Stammtischs aus Mannheim. In diesem Interview plaudern Sabine und ich ein wenig darüber, wie sie die zweite Staffel von PRA maßgeblich beeinflusst hat, sowie über das Thema „Frauen in PR(A)“.

Passend dazu beschäftigt sich der heutige Artikel auch mit dem Actionableger der großen SF-Serie und dem dortigen Umgang mit dem schönen Geschlecht.

Frauen in PR
PR und die Frauen – ein Thema, das wohl schon Hunderte, nein, viel mehr Tausende Male diskutiert worden ist, sei es bei Diskussionen unter Fans von Angesicht zu Angesicht, in diversen Foren oder sonst wo. Es scheint aber auch ein Thema zu sein, das wohl nie an Aktualität verliert, weshalb es alle paar Monate erneut aufgegriffen wird.

Viel ist schon gesagt worden in diesem Zusammenhang. PR habe zu wenig Frauen, Frauen müssten in PR tragendere Rollen spielen, etc., etc. So weit ich mitbekommen habe, sind da ellenlange Diskussionen abgelaufen, während derer unzählige Argumente ausgetauscht wurden.

Ich will jetzt nicht weiter darauf eingehen, sondern nur (mal wieder) festhalten: Wenn es ein ganz spezielles Thema im PR-Kosmos gibt, das lang und breit diskutiert wurde und immer noch diskutiert wird, dann wohl dieses.

Doch wie sieht es eigentlich in PRA aus? Wie geht der Action-Ableger mit dem weiblichen Geschlecht um? Um das zu klären, beginnen wir mit


Staffel 1 – Der »Demetria«-Zyklus

Frauen im »Demetria«-Zyklus – wirklich glänzen konnte die erste Staffel PRA in dieser Hinsicht zugegebenermaßen nicht gerade. Doch, um das von vorne herein klar zu stellen: Ganz so düster, wie sich das nun anhören mag, war es auch wieder nicht. Weibliche Charaktere haben durchaus Raum gefunden in Demetria und Umgebung.

Am meisten hervor tat sich hier die Figur der Cosmai Cetera bzw. Ziriana Mirios. Der rätselhaften Molembu kam eine durchaus zentrale Rolle in der ersten Staffel zu. Meinte man zunächst noch, nichts weiter als einen der üblichen Love-Interests für Perry Rhodan vor sich zu haben, entpuppte sich die Figur bald als ebenso vielschichtige wie undurchsichtige Gestalt, ohne die es dem Großadministrator kaum möglich gewesen wäre, die Regenten der Energie zu besiegen.

Natürlich blieb es nicht bei einem einzigen weiblichen Charakter. Man denke nur an Dr. Jiang Zhou, der wohl tragischsten Figur im Ensemble. Oder Thana, die Rhodan beistand, als er auf der Heimatwelt der Grall tief in der Klemme steckte.

Ihr seht, Frauen gab es in der ersten Staffel durchaus. Und was die Persönlichkeiten der weiblichen Charaktere angeht, so kann man eigentlich nicht meckern.  Allesamt waren die auftretenden Frauen starke, eigenwillige Figuren, die sich recht mühelos gegen ihre männlichen Counterparts behaupten konnten; wer also behauptet, die Darstellerinnen wären in diesem Zyklus nichts als schmückendes Beiwerk gewesen, der sollte sich die zwölf Romane der Staffel noch mal in aller Ruhe durchlesen.

Allerdings lässt sich auch feststellen, dass Frauen im Vergleich zu den Männern deutlich unterrepräsentiert waren. Man muss sich nur mal die Boxen zu Beginn eines Romans ansehen, in denen die Hauptcharaktere des jeweiligen Hefts aufgeführt sind. Da fällt einem recht schnell ins Auge, dass das weibliche Geschlecht eher schwach vertreten ist. Und auch was die in diesem Zyklus auftretenden Mutanten angeht, gilt: So hoch der Mutantenanteil in Staffel eins auch war, es waren alles Männer, die den Magadonen eins auf die Mütze gegeben haben.

Fazit Staffel 1: Im »Demetria«-Zyklus gab es so manche interessante Frauengestalt, doch rein quantitativ gesehen waren diese Figuren deutlich in der Minderheit. Das hatte allerdings keinen Einfluss auf die Stärke der Persönlichkeiten; in dieser Hinsicht waren die Frauen so manchem männlichen Protagonisten weitaus überlegen.


Staffel 2

Der »Kristallmond«-Zyklus unterscheidet sich deutlich von seinem Vorgänger – nicht nur, aber gerade auch in Hinblick auf die weiblichen Protagonisten. Frauen spielen in der zweiten Staffel PRA eine bedeutend größere Rolle als noch in Staffel eins.

Was so ein Fan-Aufruf alles bewirken kann... (wer genaueres wissen will, muss nur das schon erwähnte Interview mit Sabine lesen)

Mit dem »Kristallmond«-Zyklus hat das Nebenrollen- und Statisten-Dasein der weiblichen Protagonisten endgültig ein Ende gefunden. Nun also sind auch Frauen in die Riege der Hauptcharaktere aufgestiegen. Allen voran sind hier natürlich Betty Toufry und Tanisha Khabir zu nennen, die im aktuellen Handlungsabschnitt tragende Rollen spielen. Doch auch anderen Vertreterinnen des weiblichen Geschlechts füllen so manch wichtigen Part aus; man nehme hier nur mal die tragisch-dramatische Rolle, die Tanishas Mutter angedacht wurde, oder aber Liarr, die durchtriebene Oberste Finanzbetreuerin von Ekhas.

Eine angenehme Veränderung lässt sich hinsichtlich des Umgangs mit diesen Protagonistinnen bemerken. Im »Demetria«-Zyklus, das haben wir ja bereits festgestellt, haben fast alle auftauchenden Frauengestalten über starke, eigensinnige Persönlichkeiten verfügt. An sich ist das ja nicht schlecht, doch wenn man sich die verschiedenen Charaktere einmal etwas genauer anschaut, dann fällt auf, dass sie sich, im Gegensatz zu ihren männlichen Pendants, in vielerlei Hinsicht doch zum verwechseln ähneln. Auf den ersten Blick ist das vielleicht nicht einmal besonders auffällig. Überfliegt man die entsprechenden Szenen der ersten Staffel aber noch einmal im Zusammenhang, so bekommt man den Eindruck, die Macher hätten einen Prototyp für eine starke Frauenpersönlichkeit gehabt und diesen dann immer wieder in leicht verschiedenen Variationen eingesetzt.

Ganz anders sieht dies im »Kristallmond«-Zyklus aus. Hier gleicht kein weiblicher Protagonist dem anderen. Man vergleiche nur mal die störrische Tanisha mit der eher zurückhaltenden Betty. Da liegen Welten zwischen den Figuren! Und keine der beiden ähnelt auch nur im Entferntesten der vom Leben schwer gezeichneten Mutter Tanishas, ganz zu schweigen von der Männerfalle Liarr.

(Vorübergehendes) Fazit Staffel 2: Die Macher von PRA haben, was den Umgang mit weiblichen Figuren angeht, merklich dazugelernt. Frauen spielen eine bedeutendere Rolle als noch in Staffel eins, und auch in Sachen Persönlichkeitsprofile ist ihre Darstellung deutlich ausgereifter als noch im vorangegangenen Zyklus.

Perry Rhodan Action 19 (Kristallmond-Zyklus 7)Das aktuelle Heft
In »Die gläsernen Kinder« setzt Christian Montillon den Trend der zweiten Staffel, was starke, vielseitige Frauencharaktere angeht, nahtlos fort. Genau genommen kommen den beiden Protagonistinnen Betty und Tanisha dieses Mal sogar die eigentlichen Hauptrollen zu, während ihre männlichen Kollegen und Gegner eher an Nebenschauplätzen zu Gange sind. Während sich Rhodan, der Gladiatorsklave Rettkal und der Ex-Regent Lok-Aurazin nämlich in spektakulärer und äußerst brutaler Art und Weise fernab jeder Zivilisation bekämpfen, ist es an den Frauen, die eigentliche Krise – den drohenden Angriff der Opulu – abzuwenden.

Hmm. Männer als Barbaren und Frauen als Politiker... Vielleicht sollte man auch mal einen Artikel über die Rolle der männlichen Akteure in PRA schreiben und dabei auf den Rückfall in längst überholte Vorstellungen des Mannes als tumben Krieger eingehen... Wink

Doch das ist ein anderes Thema, also zurück zu den weiblichen Charakteren.

Der Handlungsstrang um Betty, die versucht, die verzweifelte Tanisha aus den Klauen der Opulu zu befreien, verdeutlicht noch eine andere Tendenz der zweiten Staffel: die stärkere Beachtung und Differenzierung der Persönlichkeiten der Darstellerinnen. Im Zusammenspiel von Betty, Tanisha und der Ultima Liarr wird deutlich, mit wie viel Sorgfalt die Macher sich um ihre Protagonistinnen kümmern. Die drei stellen Charaktere dar, wie sie unterschiedlicher nicht sein können. Daraus ergeben sich einige dramatisch anmutende Entwicklungen innerhalb der Storyline, die für enorme Spannung sorgen und den Leser insbesondere mit Betty, die im Zentrum der Handlung steht, mitfiebern lassen.

Wer bislang noch Zweifel hatte, ob Frauenrollen in PRA angemessen gewürdigt werden, der sollte spätestens nach diesem Roman seine Bedenken über Bord werfen können. Vielseitiger und besser charakterisiert kann man Protagonisten auf gerade einmal 64 Seiten eigentlich nicht in Szene setzen, egal, welches Geschlecht sie nun haben.


Und Staffel 3?
Dass es eine dritte Staffel PRA geben wird, ist mittlerweile ja kein Geheimnis mehr. Was allerdings noch im Verborgenen liegt, sind Details zum neuen Handlungsabschnitt. Aus diesem Grund ist es reichlich müßig, sich über die Rolle, die Frauen in der kommenden Staffel spielen werden, Gedanken zu machen, oder etwa über die Darstellung ihrer Persönlichkeit.

Vielleicht haben wir Glück und ein gewisser namentlich nicht näher erwähnter Exposéautor liest diese Zeilen und kann uns in diesem Zusammenhang schon mal den ein oder anderen Plan für den neuen Handlungsabschnitt verraten...

Bis es soweit ist, bleibt mir aber nur, zu spekulieren. Ich würde allerdings wetten, dass auch im kommenden Zyklus Frauen wieder verschiedene tragende Positionen inne haben; nachdem die Macher ihren Fans in Staffel zwei diesen Wunsch erfüllt haben, kann ich mir nämlich einfach nicht vorstellen, dass sie dieses Konzept in Staffel drei wieder vollkommen über den Haufen werfen.

Doch, wie gesagt, das ist bloße Spekulation (wenn auch eine, von deren Wahrheitsgehalt ich vollauf überzeugt bin). Wie es letztendlich tatsächlich aussieht, werden wir wohl erst in einigen Wochen erfahren, wenn die neue Staffel PRA an den Start geht.

Doch bis es soweit ist, werden noch ein paar Monate ins Land gehen. Genießen wir im Moment einfach die aktuelle Staffel mit ihren ebenso starken und interessanten Figuren, welchen Geschlechts auch immer sie sein mögen.

In diesem Sinne bis in zwei Wochen, wenn es heißt:

Splitter des Feindes
Splitter des Feindes - Perry Rhodan Action 20 (Kristallmond-Zyklus 8)
Dann mal wieder mit einer Premiere: einem Autor, der bislang noch nicht für PR geschrieben hat.

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