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Leftis Plausch # 07: Brot und Bücher - Die Leipziger Buchmesse 2012

Leipziger BuchmesseBrot und Bücher
Die Leipziger Buchmesse 2012


Ganz, ganz frisch bin ich gerade von der Leipziger Buchmesse gekommen – habe praktisch und faktisch noch die Schuhe an – und habe mich sofort für euch an die Tastatur geschmissen, um extra nur für euch meine noch frischen und angestauten Erinnerungen, Eindrücke und Impressionen hernieder zu schreiben...

 

Ich war Sonntag da, also heute. Schätzungsweise trieben, ganz grob über den Daumen gepeilt, zweihunderttausendmillionen Besucher in den Messehallen ihr Unwesen. Will heißen: es war proppen voll!

99,999 Prozent der Besucher kamen mir absolut desorientiert vor, ob der Masse an Menschen und Büchern. - Ich glaub' nicht, dass die alle lesen können...
Und die restlichen 0,001 Prozent... Nun ja... Das war ich!
Wink

Es waren auch wieder jede Menge Cosplayer dabei. Also, wirklich viele. Wenigstens die hätte ich alle rausgeschmissen, damit die anderen Leute zumindest etwas mehr Platz gehabt hätten.
Innocent
Mit dabei war übrigens eine ganze Brigade von „Altairs“, dat is' der Assassine aus dem Videospiel „Assassin's Creed“. Ich war natürlich sofort auf der Pirsch, ob sich nicht vielleicht der echte Altair unter die Cosplayer gemischt hat. So was macht dieser Schelm nämlich allzu gern: sich im Gemenge seines Gleichen zu verstecken und zu tarnen...

Apropos tarnen: dieses Jahr habe ich mich höchst selbst als InvisibleMan-Cosplayer getarnt. Und unsichtbar wie nun einmal war, habe ich mich mal ganz unauffällig unter die Cosplayer gemischt. Quasi Angesicht zu Angesicht. Ich konnte mich des Eindrucks nicht erwehren, dass dies nicht ausschließlich Mädels und Buben sind, die sich nur gerne Mangas und Animes reinziehen, sondern dass auch tatsächlich einige Jene darunter sind, die Cosplay als Fetisch ausüben und eher zur Lack-, Leder- und Latexfraktion gezählt werden müssen.
Frown

Davon abgesehen trugen diesmal nicht wenige Cosplayer unpassende Outfits. Ich meine, die Outfits passten schon, nur manche Cosplayer eben nicht hinein...
Undecided
Kinders, wo bleibt denn da die Ästhetik?
Yepp, bei aller Mühe, die die Herstellung so mancher Kostüme und Outfits mit sich bringt, muss auch solche Kritik erlaubt sein.

Kommen wir nun zum Hauptthema, zum Hauptschwerpunkt der Messe: dem Essen.
Wink
Fast überall, in allen Gängen, Messehallen und auch dazwischen roch es nach Essen. Nun, das liegt daran, dass es a) nebst den Büchern in jeglichen Messerhallen auch etwas zum Schnabulieren gab, und b) wer die Architektur der Leipziger Messehallen kennt, sich nicht wundert, dass der Geruch in alle erdenklichen Richtungen zieht.

Und dann gab es da noch etwas: Bücher.
Yepp, die waren auch noch da.
Als ich meinen Blick durch die Messehallen schweifen ließ und mir ob meiner weitreichenden Auffassungsgabe alle Arten von Büchern verinnerlichte, stellte ich mir – ganz im Allgemeinen – die Frage: Wer liest denn solche Bücher überhaupt?
Die Antwort: Letzten Endes alle, denn es gibt ja nichts anderes zu lesen...
Innocent
Frei nach dem Motto: der Buchinteressent kann nicht lesen, was er möchte. Nein, er muss lesen was angeboten wird!

Der Buchmarkt blickt auf kein gutes Buchjahr 2011 zurück (andere Stimmen behaupten wieder, dass in letzter Zeit so viel gelesen wurde, wie lange nicht mehr). Bei dem was da angeboten wird, ist das auch kein Wunder. Es gibt so unzählige viele Verlage, egal ob klein, ob groß. Die großen Verlage versuchen Umsatz zu machen indem sie sämtliche Genres bedienen und dadurch überall präsent sind und den Buchmarkt fast überfluten.
Ich möchte mich hier auf das Spannungs-Genre beschränken und besonders auf den phantastischen Bereich etwas näher eingehen.

Die Qual der Wahl

Seit einiger Zeit ist es ja nun so, dass im Jugend- und Phantastik-Bereich noch Zuwächse erzielt werden konnten/erzielt wurden. Jeder Verlag schmiss seine eigenen phantastischen Serien und Romane auf den Markt. Egal, ob HdR-Fantasy*, Kuschel-Vampire, Elfen, Urban-Fantasy... Noch und nöcher. Der Markt wurde regelrecht überflutet. Ein Tsunami der Phantastik. So kommt einem das jedenfalls vor.
Wenn man jedoch genau hinsieht ist diese Flut recht überschaubar. Das Problem ist nur, dass alles das Gleiche ist. Der Nerd hat Auswahl aus Dutzenden von Büchern und Serien, aber letzten Endes ist es mehr oder weniger das Selbe.
Zig HdR-Verschnitte, mal mit Elfen, mal mit Elben, mal mit Zwergen, mal mit Gnomen, mal mit Trollen, mal mit Trollogs und manchmal – wenn der Schriftsteller ganz gerissen ist – dann gibt es in seiner Geschichte nur Menschen. Aber im Grunde genommen immer nur der selbe HdR-Zerriss.
Gleiches gilt natürlich für Kuschel-Horror, Romantasy und Urban-Fantasy a la Harry Potter oder Dresden Files.

Wie kommt das?

Warum gibt es in der Fantasy so wenig Abwechslung, warum werden alte Formate (z.B. Sword & Sorcery, Planet Stories) nicht wieder verwertet oder neu produziert?
Ist der Bedarf nicht da?
Welche neuen Trends gibt es?

Der 08/15-Fantasy-Leser, das anspruchslose Individuum
Zunächst einmal ist Fantasy oder Phantastik ein schweres, anspruchsvolles Genre. Das hört sich für uns Nerds, Geeks und Cracks erst einmal nicht nachvollziehbar an, ist aber so.
Warum ist das so?
Nun, für den Otto-Normalverbraucher, für den 08/15-Leser ist es beispielsweise schwer, sich Fabelwesen, Magie und andere Dinge, die es im wirklichen Leben nicht gibt, vorzustellen. Hört sich jetzt komisch an, aber auch das ist so. Das Gehirn muss mehr Energie aufwenden wegen dem erhöhten Maß an Vorstellungskraft. Unser Gehirn, von uns Nerds und Geeks, ist daran schon gewöhnt, wir können gar nicht mehr anders. Unser Gehirn muss nicht mehr Energie aufwenden, da es diesbezüglich trainiert ist.
Dies ist auch der Grund dafür, dass Urban-Fantasy so immens erfolgreich ist: weil es dort immer noch einen Bezug zur Realität gibt.
Diese Vermutung wird auch durch die Aussage einer Querbeet-, bzw. Alles-Leserin untermauert, die mir bestätigte, dass sie, wenn sie zwei, drei Fantasy-Romane gelesen hat, erst einmal wieder etwas anspruchsloseres, wie zum Beispiel einen Krimi lesen muss, um ihr Hirn nicht über zu beanspruchen.
Zweitens wollen die Verlage es dem 08/15-Fantasy-Leser – nicht zu verwechseln mit dem 08/15-Normal-Leser – und auch nicht mit uns Geeks und Nerds und Sammler zu verwechseln – einfach machen. Laut Aussagen verschiedener Verlagsmitarbeiter verschiedener Verlage ist es für den 08/15-Fantasy-Leser einfacher, sich in einem neu gekauften Fantasy-Roman zurecht zu finden, wenn er Altbekanntes, am besten schon bekannt aus Film, TV und aus vorher gelesenen Büchern, in diesem neuen Buch wiederfindet. Und das bedeutet nun mal heutzutage Herr der Ringe-Verschnitt.
Ja, Freunde! Diese Aussagen durfte ich mir allen Ernstes von verschiedenen Seiten anhören!
Und deswegen ist es angeblich für die Verlage so unglaublich schwer alte, bzw. neue Fantasy an den 08/15-Fantasy-Leser zu bringen.
Das heißt also, dass die Verlage davon ausgehen, dass die 08/15-Fantasy-Leser irgendein HdR-Verschnitt lesen möchten, ja, dass die Leser dies geradezu erwarten; und dann kaufen diese Leser ein Fantasy-Buch und auf einmal ist es „Sword & Sorcery“ – oder noch schlimmer „Planet Romance“. Das würde der 08/15-Fantasy-Leser gar nicht verstehen und ihn total aus der Bahn werfen...
Nun, diese Logik muss ich wohl nicht verstehen.
Nee, muss ich nicht!

Deswegen würde es jetzt auch viel zu weit führen sich zu fragen, wie wichtig das Fantasy-Segment und wie ernst der Fantasy-Leser und seine Bedürfnisse von den Verlagen genommen werden...
Cry

Dazu kommt noch, dass sämtliche Leser ausgearbeitete, charakteristische Protagonisten haben möchten. So einen mit Ecken und Kanten, mit Ticks und Schwächen, aber um Himmels Willen nur keine Stärken, statt mehr Wert auf die Handlung zu legen.
Wie kommen die denn nur auf so 'n Quatsch?
Wie soll ich mich denn in einen ausgearbeiteten Charakter hinein versetzten und mich mit ihm identifizieren, wenn seine Charakteristika und Wesenszüge ganz andere sind, als meine eigenen? Wie soll das denn funktionieren?
Da ist doch eine oberflächliche Beschreibung viel sinnvoller, um sich den Charakter nach seinen eigenen Vorstellungen und Wünschen vorzustellen.

Ich wollte damit lediglich auf eine Marotte unserer Zeit hinweisen. Eine ausführliche Charakterbeschreibung mögen verschiedene Leser gutheißen. Tatsächlich ist es jedoch wesentlich leichter einen Charakter auszuarbeiten und zu beschreiben, als die Handlung voranzutreiben. Würde man die Beschreibungen diverser Protagonisten im Roman reduzieren, würde der Roman im einiges kürzer ausfallen und den vom Verlag gewünschten Umfang nicht mehr erreichen.
Ich persönlich vermute ja, dass uns manche Autoren mit ihren seitenlangen, nicht enden wollenden Charakterbeschreibungen nur foppen wollen.
Wenn seitenweise Charaktere beschrieben werden, dann werd' ick ja blöde bei!
Dann heißt es den Autor mit seinen eigenen Waffen schlagen: man überblättert einfach die Charakterbeschreibungen! Manche Autoren sind allerdings so jewieft, dass sie Charakterbeschreibungen über das ganze Buch verteilen...
Cry

Doch noch neue Trends?
Auf meine Frage, ob es neue Trends in der Phantastik gibt – ich wies darauf hin, dass es mir so vorkommt, dass wieder mehr Science Fiction, besonders Space Operas angeboten werden -, sagte man mir, dass Science Fiction in diesem Umfang eigentlich schon immer angeboten wurde und „so nebenher“ läuft. Allen SF-Sub-Genres voran Space Operas und Military-SF. Wobei es bestimmt schon einige Unterschiede zwischen den neuen Space Operas und denen vergangener Tag gibt.

Wenn man es als neuen Trend bezeichnen könnte, dann wäre es Steampunk.
Und wie es so scheint hat jeder Verlag sein Steampunkchen in petto.
Egal, ob Steam Fantasy, Clockwork, Steam Romantasy usw.
Passend zum Steam Trend einher geht auch der Hang zur Dystopie; also eine Geschichte mit negativen Ausgang. Egal, ob es nun an Naturkatastrophen aus jüngster Vergangenheit, dem absolut destruktiven Unvermögen unserer Politiker oder einfach nur an dem Ende des Mayakalenders liegt, Dystopien sind inn und widerspiegeln den Zeitgeist.

Bestes Beispiel aus der Geschichte ist der Fall Roms, das durch seine schiere Größe und Dekadenz dem Untergang geweiht war.

Das Konsolenspiel Bioshock zeigt uns ein anderes, nicht aus der Geschichte stammendes Beispiel:
In Bioshock wird von einem Milliardär in den 1930er Jahren die Unterwasserstadt Rapture erbaut, in der gut und hart arbeitende Menschen fernab von Kriminalität, Krieg, politischen Unvermögen, Steuerverschwendung und Religionen der verschiedenen Länder leben sollten. Doch auch hier trieb Dekadenz und maßlose Selbstüberschätzung Rapture in den Untergang. Die wenigen Überlebenden der Katastrophe waren allesamt nur noch wahnsinnige Freaks.

Kommen wir wieder zurück zu den Trends.
Ich sagte den Verlagen, dass es nicht sein könne, dass der geneigte Fantasy-Leser nur HdR lesen möchte und das es durchaus Potenzial und Nachfrage nach Sword & Sorcery und Planet Stories gibt. Natürlich war ich angestachelt durch den Film "John Carter - zwischen den Welten" und meiner Berichterstattung über Planetenabenteuer hier im Zauberspiegel.

Klett-Cotta und Feder & Schwert sagten mir, dass man durchaus auf den Hype eines kommenden Fantasy-Films setzt: auf den kleinen Hobbit ...
Frown
Also wieder HdR und nichts Neues... Frown

Oliver Graute von Feder & Schwert meinte, dass es durchaus noch gute, alte Romane gibt, die Feder & Schwert gerne veröffentlichen würde, allerdings liegen die Lizenzrechte bei anderen deutschen Verlagen.
Weiter wurde durchaus versucht, andere Fantasy als HdR-artiges zu veröffentlichen. Als Beispiel nannte er „Eberron“.
Nun, Eberron war vielleicht seiner Zeit etwas voraus. Es erschien 2005 – 2007 und enthält Steampunk-/Steamfantasy-Elemente.
Jetzt, ein halbes Jahrzehnt später, hätte Eberron vielleicht durchaus eine Chance.
Ich würde Eberron als SteamFantasy-Sword&Sorcery-JulesVerne-Setting bezeichnen – oder so ähnlich.
Wink
Zufällig besitze ich sämtliches auf Deutsch erschienenes Eberron-Material. Ein Bericht über Eberron ist bei mir in den nächsten zehn Jahren fest eingeplant. Freut euch schon mal drauf... Wink

Für Pen & Paper-Rollenspiele sieht es in Deutschland noch schlechter aus. Sieht man mal von Das Schwarze Auge, Pathfinder und Cthulhu ab (zwei davon werden von Ulisses herausgebracht), ist es schwer, einen Rollenspielband mehr als 1000 mal zu verkaufen. Da lohnt sich weder der Aufwand, noch kann ein Verlag davon existieren. Verschiedene Rollenspiel-Verlage sind deswegen ins Buchsegment gewechselt.

Weiterhin gibt es den anhaltenden Trend zur Zweitverwertung. Viele gute und erfolgreiche Hardcover-Bücher werden bekanntlich als Taschenbuch oder Paperback rausgehauen.

Ein Teufelskreis
Fassen wir noch mal zusammen!
Es waren durchaus Ansätze da, Neues, bzw. Altes wieder neu aufzulegen, scheiterte jedoch am Konsumverhalten der Leser. Gute, alte, wünschenswerte Lizenzen bleiben daher bis auf weiteres in der Schublade, bis sie ggf. irgendwann von einem Kleinverlag verwertet werden. Weiter werden wir Phantasten mit Urban- und HdR-Fantasy totgeschmissen und zugepflastert. Da trifft es sich gut, dass die meisten Romane vom Format her Ziegelsteingröße besitzen. Dazu kommen noch die ach so schönen Aquarell-Fantasy-Titelbilder, die zwar eigentlich ganz schön anzusehen, letztendlich aber auf jedem Buch zu finden sind und langsam anfangen zu nerven.
Von der Titelbildgestaltung sind mitunter kaum noch Unterscheide zwischen historischen und phantastischen Büchern zu erkennen.
Ach, was sehne ich mich nach Frank Frazetta zurück...

Bleibt nur noch zu sagen, dass dies erst einmal mein letzter Besuch der Leipziger Buchmesse war. Versteht mich nicht falsch. Es waren alles liebe, nette Leute da. Aber es ist mir einfach zu stressig, wenn eine Rotte von Menschen vor mir in einem Zubringergang entlang schlürft, man selbst nicht vorbei kommt und hinterher schlürfen muss, und die besagte Rotte am Ende des fünfzig Meter langen Ganges mit offenen Mündern, wie Koikarpfen, die nach Luft schnappen, feststellen, dass sie genau noch die Messehalle besuchen müssen, aus der sie gerade gekommen sind...
Ich glaube Zombies haben mehr Grips...

Das war noch nicht alles! - The sheer Horror
Halt! Halt! Halt!
Moment! Moment! Moment!
Zum Abschluss habe ich noch Einen!
Einen habe ich noch für euch. Den möchte ich euch nicht vorenthalten.
Einen Burner! Einen echten Burner!
Einen Burner des Entsetzens!
Des blanken Entsetzens!

Ich war am Stand eines großen Verlages. Ich möchte an dieser Stelle den Namen des Verlages nicht preisgeben. Jedenfalls ist dieser Verlag im Spannungssegment eine bekannte und kompetente Größe. Und mit einer Verlagsmitarbeiterin hielt ich einen Plausch.

Ich fragte, ob eventuell die Gelegenheit am Schopfe gepackt wird, die sich durch den Film „John Carter“ darbietet, und dass man vielleicht die Mars-Romane von Edgar Rice Burroughs oder Planet Romance-Romane anderer SF-/Fantasy-Autoren wieder auflegt?
Daraufhin wurde ich erst einmal gefragt, wer das denn überhaupt sei...?
Ich muss zugeben, ich war leicht verdutzt ob dieser Frage. Aber vielleicht habe ich die Frage der netten Verlagsmitarbeiterin ja auch nicht richtig verstanden...
Ich fragte nach wen sie nicht kenne: John Carter oder Edgar Rice Burroughs?
„Ich kenne beide nicht!“, kam die prompte Antwort. Irgendwie kam es mir vor, als ob ich gerade durch eine Falltüre ins Bodenlose stürzte...
Surprised
So einen Rückschlag konnte ich natürlich so ohne weiteres nicht hinnehmen.
Ich musste anders an die Sache 'rangehen. Ich musste das Pferd von hinten aufzäumen.
Immerhin hatte ich jetzt eine Mission zu erfüllen!
Aufklärungsarbeit!
Ich fragte die nette Dame, ob sie Mary Shelley und Rudyard Kipling kenne?
„Ja.“, kam die Antwort.
Ob sie vielleicht auch weiß, welches „Buch“ Rudyard Kipling geschrieben hat?
„Das Dschungelbuch.“, antwortete sie. Ich war also wieder auf dem richtigen Weg.
Undecided
„Nun denn!“, sagte ich. „Edgar Rice Burroughs hat so etwas Ähnliches geschrieben: Tarzan! Kennen sie den?“ ...und der Schleier der Unwissenheit wich von ihr.
„Und dieser Edgar Rice Burroughs“, sagte ich, „hat nicht nur Tarzan im Dschungel, sondern auch John Carter vom Mars geschrieben...“

Um es kurz zu machen: Unkenntnis von Verlagsmitarbeitern über die Existenz spezieller Genres lässt diese Genres in der Versenkung eines unentdeckten Hügelgrabes, bzw. unter dem Sand des Vergessens fort schlummern, bis diese in ferner, ferner Zukunft von findigen Forschern wieder entdeckt werden...

So! Und jetzt ziehe ich endlich meine Schuhe aus.

Copyright Olav Linke, 18. März 2012


* Yepp, ich versuche den Begriff „High Fantasy“ tunlichst zu vermeiden.

Kommentare  

#1 Alfred Wallon 2012-03-23 09:11
Ich habe von dem Artikel nicht viel verstanden. Ich weiß weder, was Cosplayer sind, noch was Nerds zu bedeuten hat. Aber das spielt auch keine Rolle.

Die Leipziger Buchmesse ist eine der bedeutendsten Messen überhaupt und in den Augen vieler Verlage wichtiger als Frankfurt. Denn im Vergleich zu Frankfurt ist der Kontakt Leser / Autor viel intensiver in Leipzig. Ich gehe nun seit vier Jahren nach Leipzig und würde diese Messe jederzeit Frankfurt vorziehen.

Dass Verlagsmitarbeiter nicht unbedingt allwissend sind, ist eine Erfahrung, die ich auch schon gemacht habe. Das wird sich aber nicht ändern.

Ich kann nur jedem empfehlen, nach Leipzig zu gehen. Es ist einfach eine tolle Location.
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#2 Larandil 2012-03-23 09:22
zitiere Alfred Wallon:

Ich kann nur jedem empfehlen, nach Leipzig zu gehen. Es ist einfach eine tolle Location.

Yes indeed. Und wenn in den Messehallen der Abend ausbricht, dann erwacht mit "Leipzig liest" die Stadt zum Leben.

Cosplayer - das sind die Leute, die sich in Kostüme nach Vorbildern meist japanischer Zeichentrickserien werfen, was auch schon mal nachgebaute Schwerter von der Größe eines Bügelbretts mit sich bringen kann.
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#3 Lefti 2012-03-23 21:18
@Alfred Wallon:
Leipzig, die Leipziger Messehallen und der Leipziger Zoo sind tolle Locations, die sich jeder mal ansehen sollte.
Um jedoch entspannt die Buchmesse zu genießen, empfehle ich jedoch den Besuch am Donnerstag oder Freitag.
Und natürlich dürfen die Cosplayer nicht fehlen. Sie sind tolle Eyecatcher und lockern die Messe erheblich auf.
Wenn Du nun schon vier Jahre zur Leipziger Buchmesse gehst, müssten Dir die Cosplayer eigentlich schon aufgefallen sein.
Was Cosplayer sind, nun dazu empfehle ich diesen Link zum entsprechenden Artikel von Julia Henning hier im Zauberspiegel: www.zauberspiegel-online.de/index.php?option=com_content&task=view&id=7194&Itemid=15

Ich muss mal sehen, ob es genug Material über Nerds, Noobs, Cracks und Geeks gibt, um einen Artikel über sie zu schreiben und die kleinen, aber feinen Unterschiede hervorzuheben.
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#4 Alfred Wallon 2012-03-24 09:05
Das macht die Sache für mich verständlicher. Natürlich habe ich die Leute gesehen, sie gingen ja zu Hunderten durch die Hallen. Ich kannte nur den Ausdruck "Cosplayer" nicht. Was aber daran liegt, dass ich mich weder für japanische Zeichentrickfilme noch für Mangas interessiere. Das ist nicht meine Welt und wird es auch nie sein.

Trotzdem freue ich mich jetzt schon darauf, im kommenden Jahr wieder nach Leipzig zu gehen. Für mich persönlich hat sich die Buchmesse zu einem absoluten MUSS entwickelt.
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#5 McEL 2012-03-24 17:13
Zitat:
Trotzdem freue ich mich jetzt schon darauf, im kommenden Jahr wieder nach Leipzig zu gehen. Für mich persönlich hat sich die Buchmesse zu einem absoluten MUSS entwickelt.
Für mich auch! Dann sehen wir uns spätestens nächstes Jahr wieder! :-) Freue mich schon!
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#6 Lefti 2012-03-24 20:24
So so!
Ihr zwei habt euch also getroffen... :eek:
So, als "Autoren", oder eher als "Zauberspiegeler"? :-?
;-)
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#7 McEL 2012-03-24 23:53
Zitat:
Ihr zwei habt euch also getroffen?
So, als "Autoren", oder eher als "Zauberspiegeler"?
Ich glaube, als "Indianer" ... :-* :D ;-)
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#8 Frank Klein 2012-05-04 18:09
Es ist jedenfalls tröstlich, dass jetzt endlich klar wird, warum 100 Jahre nach dem Erscheinen des ersten Marsromans Deutschland immer noch auf eine Veröffentlichung der 10 vorhandenen Marsromane wartet. Schade ist es aber trotzdem, denn soviel "Spass" wie mit dem hundertsten Vampiraufguss, bei dem hier quasi eine Veröffentlichungsgarantie besteht, hätte man damit sicher. Vielleicht sollte man sich weinend an die Redaktionstür der Edition Phantasia ketten, die haben doch auch Leiber und Howard aus der Versenkung zurückgeholt. Und was mit denen geht, müsste doch auch mit Burroughs, Merritt, Kline und anderen Pulpikonen klappen, ein Versuch wäre es wert.
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