Derrick und seine Fälle: Folge 153 - Die Nacht des Jaguars
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Die Nacht des Jaguars
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Atmosphärisch dicht
"Die Nacht des Jaguars" ist eine für die 80-er Jahre sehr ungewöhnliche Folge. Die Handlung ist recht mager wie nicht selten bei Reinecker. Jürgen Goslar hat es jedoch geschafft mit hervorragenden Schauplätzen, guten Darstellern und dezent eingesetzter Musik einen annehmbaren Krimi mit ungewöhnlich dichter Atmosphäre zu schaffen. Dazu tragen auch die Rückblenden bei, die vor allem am Schluss eine Art düstere Stimmung entstehen lassen. Mit dem starken psycho-philosophischen Inhalt der Dialoge hätte die Folge locker in die zweite Hälfte der 90-er Jahre gepasst. Doch die Idee die Reinecker bereits hier hatte, zeigt bereits deutlich die Ausläufer dieser Zeit, in der sich Derrick immer mehr von seinem klassischen Bild entfernte und Richtung Psychokrimi mit moralischer Botschaft ging.
Darsteller
Darsteller
Darstellerisch überzeugt hier vor allem Hans Korte in seinem genialen Spiel als Schwiegervater, der in Versuchung gerät. Aber auch Doris Schade ist als eiskalte Mörderin, die in einer kaputten Welt wieder für Ordnung sorgen will (ebenfalls ein bekanntes Reinecker-Motiv) glänzend. Uschi Buchfellner ist in einem von insgesamt 2 Derrick-Auftritten zu sehen. Recht freizügig sind ihre Einlagen, und einmal mehr zeigt sich, dass man für derlei Rollen beim Derrick, gerne Foto- und Erotikmodelle nahm. Aber auch Christiane Krüger zeigt sich recht "offenherzig". Somit ist mit all diesen Dingen die Folge 153 fast schon ein Kuriosum und ähnlich zu beurteilen wie 152 Der Tote auf der Parkbank, welche ebenso atmosphärisch dicht inszeniert wurde, und wo die Leiche gleich zu Beginn der Folge aufgefunden wird. Somit bleiben satte 60 Minuten für die Aufklärung und für schwulstige und zum Großteil leider auch nichtssagende Dialoge.
Darsteller: Horst Tappert (Stephan Derrick), Fritz Wepper (Inspektor Klein), Willy Schäfer, Volkert Kraeft, Hans Korte, Doris Schade, Christian Kohlund, Christiane Krüger, Wilfried Klaus, Uschi Buschfellner, Hartmut Kollakowsky, Henry Stolow, Oliver Stokowski und andere
Musik: Eberhard Schoener, Titelmusik: Les Humphries, Regie: Jürgen Goslar, Produzent: Helmut Ringelmann. Erstsendung: 20.03.1987
Darsteller: Horst Tappert (Stephan Derrick), Fritz Wepper (Inspektor Klein), Willy Schäfer, Volkert Kraeft, Hans Korte, Doris Schade, Christian Kohlund, Christiane Krüger, Wilfried Klaus, Uschi Buschfellner, Hartmut Kollakowsky, Henry Stolow, Oliver Stokowski und andere
Musik: Eberhard Schoener, Titelmusik: Les Humphries, Regie: Jürgen Goslar, Produzent: Helmut Ringelmann. Erstsendung: 20.03.1987
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Kommentare
Ich würde dazu sagen, hier zeigt es sich, dass Reinecker in der Hitler-SS war. Die Ideologie und Praxis, "lebensunwertes" Leben auszulöschen, ist ja typisch für die Hitler-SS. Man kann sagen, dass Reinecker den 2. Weltkrieg nicht aus seinem Gehirn bekommen konnte.