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Die Vampire und Dirk - Der Vampir-Horror Roman: Der rote Affe

Dirk und die VampireDer Vampir-Horror-Roman
Der rote Affe

Der Vampir-Horror-Roman ist eine Legende des Heftromans. Ich bin leider erst nach Einstellung der Reihe auf die Serie gestoßen und habe in den achtziger Jahren jede Menge davon gelesen.

Dreißig Jahre später wiederhole ich das Experiment Vampir-Horror-Roman lesen nochmals. Ob es immer noch gefällt?


Der rote AffeDer rote Affe
von James R.Burcette

Vampir Horror-Roman Nr. 48
Januar 1974 / DM 1,-

Pabel Verlag
In einem abgelegenen Indianer-Dorf, mitten im tropischen Urwald Brasiliens, bricht Panik aus. Ein riesiger roter Affe mit seltsam menschlichen Gesichtszügen stampft über die Hütten und zermalmt nebenbei ein paar Indianer, bis er sich das schönste Mädchen des Dorfes greift und wieder zwischen den Bäumen verschwindet.

Die Nachricht über den Riesen-Affen erreicht irgendwann die Redaktion der Sunday Post in  Manhattan. Seine Größe variiert zwar zwischen fünf und zehn Metern, je nach Bericht, aber zumindest wurde er schon von vielen Menschen gesehen. Grund genug den Reporter und Abenteurer Jeff Baker, zusammen mit dem Zoologen-Pärchen Susan Wood und Carl Ellison, in den Dschungel zu schicken. Die drei sollen den Affen aufspüren und hinter sein Geheimnis kommen.

In Brasilien angekommen mieten sie sich ein  Motorboot und fahren den Rio Araguari hinauf, um sich ein zerstörtes Dorf anzusehen. Die Stimmung kippt schnell, denn Jeff hat, was Frauen anbelangt, nicht gerade den besten Ruf. Carl scheint grundlos eifersüchtig zu sein.  An einer geeigneten Stelle verlassen sie das Boot und machen sich zu Fuß auf in den Dschungel. Irgendwo muss dieser Affe ja hausen. Nun, der Wald hat tausend Augen und einige gehören den hier beheimateten Indianern. Mit Blasrohren und vergifteten Pfeilen umstellen sie die Eindringlinge und schleppen sie mit in ihr Dorf. Da sie nicht gerade freundlich sind, scheint die Reise der Abenteurer hier zu Ende. Der Dorfälteste spricht das Todesurteil, doch als sie aus einer Hütte geschliffen werden, bricht der rote Affe aus dem Gebüsch, trampelt alles nieder und entführt Susan. 

Jeff und Carl machen sich heimlich und stark lädiert aus dem Staub. Sie folgen den Spuren des Affen und hoffen so auf sein Versteck zu stoßen. Aber zuerst entdecken sie, völlig verwundert und erschöpft, ein steinernes Haus mitten im Dschungel. Das könnte ihre Rettung sein. Nachdem sie sich bemerkbar gemacht haben wird ihnen zwar geöffnet, aber der unfreundliche Hausherr möchte sie am liebsten sofort wieder los werden. Seine Schwester, die sich als Carol Tucker vorstellt, ist da schon eine Spur freundlicher und schließlich dürfen sie eintreten. Das merkwürdige Geschwisterpaar hat sich angeblich hierher zurückgezogen, weil Terry ein Menschenfeind ist und lieber abgeschieden lebt. Seine Schwester ist erst seit drei Monaten bei ihm und scheint sich sehr zu langweilen. Zudem gibt es noch eine bedienstete Indianerin mit seltsam starren Blick und eckigen Bewegungen.

Beim Abendessen versucht Jeff etwas über das Treiben der Tuckers zu erfahren, aber Terry verlässt genervt die Runde. Carol ist etwas redseliger und dem Reporter sehr zugetan, aber über die Machenschaften ihres Bruders schweigt sie sich aus.

In der Nacht macht Carl einen Trip durchs Haus und entdeckt einen langen Gang mit einer Tür am Ende. Hinter der Tür verbirgt sich ein weiterer Gang mit abgehenden Räumen, die ihn stark an ein Labor erinnern. Eine stattliche Anzahl von Versuchstieren verschiedener Arten ist hier versammelt und in einem Raum stehen zehn Betten. Sieben sind belegt und in einem liegt Susan. Jeder Versuch sie zu wecken ist vergeblich. Wenig später schließt ihn Terry ein.

Carol und Jeff kommen sich immer näher und schließlich passt kein Blatt mehr zwischen die beiden Verliebten. Der Spaß wird ihnen allerdings von Terry Tucker vermiest, der mit vorgehaltener Waffe plötzlich im Raum steht. Jeff ergreift die Flucht und zieht sich in den Dschungel zurück, bis schließlich Harlo (der Affe) auftaucht und ihn zurückschleppt.

Gefesselt wacht der Reporter wieder auf, wird aber von Carol wenig später befreit. Zusammen gelingt ihnen die Flucht und schließlich werden sie im letzten Moment von Fischern gerettet. Der Weg durch die grüne Hölle war sehr anstrengend und beinahe hätten sie es nicht geschafft, aber nach ein paar Tagen in Sicherheit stellen sich zumindest Jeffs Lebensgeister wieder ein. Carol erholt sich derweil in einem kleinen Krankenhaus, sie ist sehr schwach.

Die Arbeit muss weiter gehen und so bekommt Jeff Baker den Auftrag, den Affen zu finden und mit nach New York zu bringen. Unterstützung in Form eines erfahrenen Einsatzteams ist buchstäblich im Anflug. Der Berufs-Abenteurer Harry Gittins und seine Mannschaft ist mit zwei Hubschraubern und reichlich Bewaffnung im Auftrag der Redaktion angerückt und macht sich jetzt auf die Suche nach Harlo. In seinem Tross befindet sich auch der Starfotograf der Sunday Post, um werbewirksame Bilder zu schießen. Der Affe soll eine Menge Geld in die Kassen der Zeitung spülen.

Nun, Harlo ist schnell eingefangen und auf einem Schiff verfrachtet. Terry Tucker hat das Weite gesucht und seine Kreation allein zurück gelassen. Jeff hat inzwischen von Carol erfahren, dass ihr Bruder mit Tieren und Menschen experimentierte und ein paar schreckliche Kreuzungen hervorgebracht hat. Harlo war die größte und perfekteste von ihnen. Eigentlich war er Tuckers Sohn, denn er benutzte sein Sperma, veränderte dieses und pflanzte den Keim in ein Affenweibchen. So kam es, dass Harlo menschliche Gesichtszüge hat und eine gewisse Intelligenz sein eigen nennt. Seinem „Vater“ ist er zumindest bedingungslos ergeben.

In New York wird das Schiff mit dem Affen schon erwartet. Ein paar Vorberichte kündigten die Sensation an. Dave Bonnier, der Redakteur der Post,  hatte ordentlich die Trommel gerührt und ein altes Theater gemietet, wohin sie Harlo jetzt bringen. Über Nacht wird er, in einem riesigen Käfig sitzend von zwei schwer bewaffneten Männern bewacht. Als sich am anderen Tag die Tore für die Zuschauer öffnen, spielt Harlo noch den wilden Affen, aber schon nach einigen Tagen scheint er sich seinem Schicksal ergeben zu haben und regt sich kaum noch.

Eines Nachts steht Terry Tucker vor dem Käfig und überrumpelt den schlafenden Wachmann. Er nimmt Harlo, der unterwegs noch ein wenig wütet und ein paar New Yorkern den Hals umdreht,  mit zu Jeff Bakers Adresse und hetzt das Ungetüm auf seinen Kontrahenten und Carol. Mit knapper Not können sie aus der Wohnung flüchten.

Jetzt trennen sich die Wege von Herr und Schöpfung. Während Tucker feige in ein Taxi steigt und verschwindet, läuft Harlo Richtung Central Park und wird dort von etlichen Maschinengewehr Garben niedergestreckt. Der Spuk aus dem Urwald ist beendet.

Jeff und Carol stehen vor den Trümmern seiner Behausung, als plötzlich das  hypnotisierte Zoologen-Pärchen Carl und Susan erscheint und eine Nachricht von Tucker überbringt. Er schwört fürchterliche Rache und bricht dabei auch mit seiner Schwester. Ab jetzt muss sie sich vor ihrem Bruder in Acht nehmen.

Dirk und sein SenfMein Senf
Wenn ich mir den einen oder anderen Artikel in den letzten Tagen beim Zauberspiegel ansehe, kann man schon fast von einer Großaffen-Themenwoche sprechen. Zufälle gibt´s, aber hatten wir schon einen roten?

Wie war das noch gleich mit König Kong? Edgar Wallace hat das Drehbuch geschrieben oder besser gesagt, er hatte es vor. Leider kam ihm da sein Ableben dazwischen, aber der Name war zumindest mit dem Projekt  „King Kong“ von da ab auf ewig verbunden. Geschrieben wurde es tatsächlich von einer Frau, Ruth Rose, basierend auf der Idee ihres Ehemanns Ernest B.Schoedsack und seinem Kollegen und Allrounder (Schauspieler, Schriftsteller, Produzent usw.)Merian C. Cooper, die den filmischen Meilenstein aus dem Jahr 1933 produziert hatten und Regie führten. Schoedsack und Cooper hatten den damaligen Markt für Film und Spannungsliteratur genau beobachtet und befanden, dass die Zeit reif ist für etwas Gewaltiges. Heraus kam dabei die Geschichte um den Riesenaffen King Kong. Tricktechnik und Spezialeffekte wurden immer wichtiger und deshalb konnte sich der Trickspezialist Willis O` Brian mit seiner wegweisenden Einzelbildbelichtungs-Technik (Stop-Motion) und der Erfahrung aus diversen anderen Filmen ebenfalls ein Denkmal setzen.  Eine direkte literarische Vorlage wie bei Dracula oder Frankenstein gab es nicht, aber jede Menge Anstöße und Ideengeber.

 Der Dschungel war in den Dreißigern des letzten Jahrhunderts groß in Mode und der noch relativ junge Film stürzte sich mit Begeisterung auf exotische Kulissen. Seit Erfindung des Tonfilms konnte man jetzt sogar  Tarzan brüllen hören und zehn Jahre später ritt Mowgli/Sabu auf einem Elefanten durch den indischen Urwald. Der Zuschauer wollte etwas von der Welt sehen  (wenn auch nur in schwarz/weiß), die bis dahin ja auch noch nicht bis auf die letzte Insel im Meer erforscht war. Die Entdeckung einer riesigen, lebenden Kreatur, egal ob im Wasser, an Land oder in der Luft, wäre vermutlich eine Sensation gewesen, aber vielleicht nicht so eine Überraschung wie heute, wo man ja alles mit wissenschaftlichen Erkenntnissen zu erklären versucht und keine großartigen Entdeckungen mehr gemacht werden. Nessie, Yeti, liebe Trolle – es wird Zeit.  Höchstens die Tiefsee könnte noch ein paar Überraschungen bieten. Die Menschen von damals waren noch nicht so abgestumpft, hatten, ähnlich wie heute, für phantastische Geschichten  eine Menge übrig und strömten bei solchen Monumentalfilmen zu Tausenden die Kinosäle. Die Werbung dürfte ihr übriges dazu beigetragen haben. Einige Szenen des Films (zB.  Riesenspinnen fallen über ihr Opfer her) mussten sogar entschärft oder direkt gestrichen werden, um zart besaitete Zuschauer nicht zu schockieren. Dass ausgerechnet ein Affe das erste, ernst zu nehmende Film-Riesenmonster wurde, war vielleicht ein wenig dem damaligen Dschungel-Fieber geschuldet. Wenn man sieht, wie viele Filme, Romane, Comics usw. schon am König Kong verdient haben, und wie populär das Thema heute noch ist (siehe Skull-Iland), hat King Kong zumindest den gleichen Stellenwert wie Dracula, Frankenstein oder Werwolf und ist die Nummer eins der Gattung Groß-Monster. Mit seinem exotischen Dschungel-Setting ist er vielleicht sogar noch etwas angesagter als seine Genre-Kollegen.

Anfang 1974  kam Kurt Luif, mal wieder unter James R. Burcette, und brachte den Affen für den Vampir Horror-Roman auf Vordermann. Zwar hieß er bei ihm nicht Kong sondern Harlo, aber die Ähnlichkeiten der Story´s sind doch recht frappierend. Er lieferte zwar auch keine Erklärung woher das haarige Ungetüm seine Größe hat, aber er bemühte mal wieder einen verkappten, genialen Wissenschaftler als Bösewicht und die haben eine Menge fieser Tricks auf Lager.  Neu war, dass der Mad Scientist sich nicht in irgend einem Keller einnistete, sondern in den  Amazonas zog, um da seine Experimente an Mensch und Tier zu vollführen. Aber so richtig abgrundtief böse war Terry Tucker dann auch wieder nicht beschrieben. Zwar nahm er den Tod von unschuldigen Indianern in Kauf und manipulierte das ein oder andere gefangene Dschungel-Mädchen für seine Zwecke, aber den Größenwahn, die Welt zu beherrschen oder gar zu vernichten, hatte er nicht. Er kam eher wie der kleine Junge rüber, der im Verborgenen eine überfahrene Katze mit einer 9 Volt Batterie wieder zum Leben erwecken möchte. Drogen und undefinierbare Substanzen kamen ebenfalls wieder zum Einsatz. So hatte man es leichter mit dem Personal.

In früheren Luif Romanen benutzten die Konstrukteure verschiedener Unholde noch Blut oder Strom, um ihren Gewächsen unheiliges Leben einzupflanzen. Beim roten Affen  benutzte der neue Typ Wissenschaftler Sperma. Man kann sich ungefähr vorstellen, wie Terry Tucker mit der neuen „Praline“ und dem „Schlüsselloch“ bewaffnet ein neues Monster kreierte. Klingt erst einmal krass anders und ein wenig unappetitlich, aber warum eigentlich nicht, denn von allen Körpersäften die dem Mann zur Verfügung stehen, steckt im Sperma noch das meiste Leben. Also gar nicht so abwegig, nur halt anders.  Das Kurt des öfteren nackte Haut und die ein oder andere schlüpfrige Situation in seine Romane einbaute, dürfte allgemein bekannt sein. Eigentlich gab es immer ein paar nackte Brüste und Beischlaf, aber beim ROTEN AFFEN waren diese Szenen, für die der Reporter Jeff und die gelangweilte Bösewicht-Schwester Carol zuständig waren, noch etwas direkter beschrieben. Da wurde eifrig gestoßen, hinein gerutscht, gestöhnt und geklammert, bis der böse, leicht eifersüchtige Bruder mit der Knarre vor dem Bett stand. Kurz wurde eine Art Geschwisterliebe angedeutet, ohne dabei ins Detail zu gehen. Auf jeden Fall hatte Kurt den Liebesakt und  dessen Begleiterscheinungen gut drauf. Da habe ich schon weitaus Trockeneres gelesen. Ein Happy-End, wo alles in einer nie endenden Heftroman-Liebe gipfelt, gab es nicht. Dafür war der Lebenskünstler und Reporter Jeff Baker kein Typ. Überhaupt könnte er ein Ableger, auch von der Optik her,  Dorian Hunters sein, dessen Vorlieben und Eigenheiten ähnlich waren. Kein Typ zum ständigen kuscheln, dafür immer mit beiden Beinen auf dem Boden und einem schnellen Nümmerchen gegenüber nicht abgeneigt.

Die Tierhorror Geschichten haben immer etwas mit zertrampeln, auseinanderreißen und Massenpanik zu tun. Godzilla und King Kong tun sich da besonders hervor, obwohl sie andere Techniken beim abräumen ganzer Städte benutzen. Godzilla arbeitet ganz gerne mit dem Schwanz, wohin gegen Kong lieber von oben auf seine Gegner hüpft und ihnen nebenbei einen „Dänischen-Kuss“ verpasst. Harlo (hat dieser putzige Name eine Bedeutung?), ist dagegen der Schrecken der Indianerdörfer. Beim zertrampeln der winzigen Hütten gab er sich jedenfalls ordentlich Mühe. Das ihm dabei auch ein paar Indianer unter die Sohlen gekommen sind, ist nicht weiter schlimm, denn im Roman waren sie ausnahmslos feindlich gesinnt und wenig nett beschrieben. Außerdem rochen sie nach ranzigen Fett...(kein Scherz) Luif hat den Dschungel sehr lebendig und kenntnisreich in Szene gesetzt. Das Gebrüll der Schweifaffen (Uakari, Satansaffe und Konsorten) habe ich noch immer in den Ohren. Ich schätze mal, dass mindestens 30 verschiedene Tiere den Weg von Jeff Baker gekreuzt haben und da sind die Insekten noch nicht mitgezählt. Die Namen der Städtchen und Flüsse und deren Lage waren nicht aus den Fingern gesogen, sondern exakt recherchiert. Kurt war eindeutig nicht der Meinung, dass man dem gewöhnlichen Heftroman Leser Stuss erzählen sollte und machte sich die Mühe, auch mal eine Karte (Atlas) in die Hand zu nehmen. Auf den ersten ca. 20 Seiten lief  Luif zur Hochform auf und wenn ich ehrlich bin, war das einer der besten Einstiege in einen Heftroman, die mir so untergekommen sind. Ein tolles Abenteuer im frühen Dämonenkiller-Stil, nur ohne Magie.

Bei „King Kong und die weiße Frau“ flossen am Ende, als der Riesenaffe sich ans Hochhaus klammerte, bestimmt schon einige Tränen beim Kinobesucher, denn eigentlich war das plüschige Ungeheuer ja nur ein etwas zu groß gewordener, angeschossener Gorilla mit Liebeskummer und Heimweh. Aus Profitgier und Geltungssucht hat man das arme Tier von der Insel geschleppt und ein artgerechtes Gehege hat er auch nicht bekommen. Welch Tierliebhaber fühlt da keinen Stich in der Herzgegend? Harlo ging am Ende den gleichen Weg, aber so richtig traurig konnte man über sein Ableben nicht sein, denn eigentlich war er für Terry Tucker nur Mittel zum Zweck. Für einen eigenen Charakter oder ein paar Anekdoten aus seinem Alltagsleben war auf 63 Seiten leider kein Platz. Von Harlo werden wir nichts mehr lesen (oder?), aber Jeff Baker taucht im VHR Nr.138 (Die Mörderpranke) noch mal auf. Wie gesagt, er hatte Ähnlichkeit mit Hunter... Vielleicht ein Rohentwurf der noch in der Schublade lag?

Am Schluss dieses rasanten Spektakels gab es übrigens noch einen 1A Cliffhanger ala Gebrüder Grimm (oder so):

„Niemand kennt den Aufenthaltsort deines Bruders“, sagte Jeff. „Er wird seine Experimente weiterhin durchführen, und wir können nur hoffen, dass es der Polizei gelingen wird, ihn zu erwischen.
Doch die Polizei erwischte Terry Tucker nicht. Er blieb verschwunden.
Und es sollte einige Zeit vergehen, bis er wieder auftauchte.
Alles begann damit, dass...
Aber das ist eine andere Geschichte.

Was gab es sonst noch?
Vier nackte Brüste auf dem Titelbild gab es auch noch nicht so oft. Naja, zwei davon kann man direkt wieder vergessen, aber die Amazonas-Beauty konnte sich sehen lassen. Von menschlichen Zügen kann man beim roten Affen auch nicht gerade sprechen. Ansonsten ein treffendes Cover für allerhand affigen Lesespaß.

VAMPIR INFORMIERT erinnerte mich daran, dass es neben Lee, Price, Carlow noch andere Größen gab, die den Zuschauern im Kino das Fürchten lehrten. Einer davon war unbestritten Paul Naschy, der in nicht wenigen Filmen dieser Zeit den Werwolf und anderes spielte. Der Mime war vor seiner Filmkarriere spanischer Meister im Gewichtheben. Da hatten die Damen einiges zu bestaunen, wenn ihm bei Vollmond das Hemd platzte.

Alfred ja, Berthold auch...irgendwie bringt das ohne Bilder nichts. Ab heute lass ich das und schreibe lieber auf, was ich so beim lockeren tippen an Vinyl gehört habe. Als da wären:

The Sugar Cubes (life`s too good – die fällt mir wegen ihrer Farbe immer wieder in die Finger), The Chameleons (Script of the bridge - ich muss mir mal wieder ein paar Buntstifte zulegen), Rainbow (Bent out of shape – ohne Kommentar) und ein wenig Prog-Rock vertreten durch Genesis (Three sides live/Doppelalbum – nix Neues, aber habe ich günstig erstanden) und Eloy ( Silent cries and mighty echoes – geiles Schulenglisch)... und andere.

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Kommentare  

#1 Schnabel 2017-03-22 16:40
Schöner Roman, den Kurt Luif geschrieben hat.
In der Fortsetzung geht es mit Terry Tucker weiter, der sich an seine Schwester und Jeff Baker rächen will.
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#2 Andreas Decker 2017-03-23 11:43
Ich kann mit den King Kong-Variationen allgemein wenig anfangen, aber zu der Zeit konnte Luif noch etwas Biss in die Handlung bringen.

Manfred Knorr war offensichtlich ein echter Paul Naschy-Fan. Seine Filme gelten heute ja eher als Trash-Granaten, auch wenn das nicht ganz fair ist.

Aber Knorrs Beiträge sind eine echte Zeitkapsel. Hier prophezeit er Naschy ja eine internationale Karriere und einen Film mit Terence Fisher. Aus beidem wurde nichts, aber der Gedanke zählte.

Informativ war das allemal.
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#3 Schnabel 2017-03-23 16:07
zitiere Andreas Decker:
Ich kann mit den King Kong-Variationen allgemein wenig anfangen, aber zu der Zeit konnte Luif noch etwas Biss in die Handlung bringen.

Kurt Luif hat 1974 auch noch Krimis für die Fledermaus-Serie geschrieben. Er war Anfang der Siebziger recht fleißig als Autor...
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#4 Toni 2017-03-23 16:22
klar, an das Original kommt nichts heran, aber für einen Heftroman Anfang der 70er hat Luif den sehr gut hinbekommen

Mir wurden die Fledermäuse mal komplett für 100 Euro angeboten... Ich Trottel habe sie nicht genommen.
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#5 M. Botulino 2017-03-23 20:50
zitiere Andreas Decker:

Manfred Knorr war offensichtlich ein echter Paul Naschy-Fan. Seine Filme gelten heute ja eher als Trash-Granaten, auch wenn das nicht ganz fair ist.
.


In der Tat nicht ganz fair! Heutzutage ist es immer leicht, über "Filme von damals" die Nase zu rümpfen und sich darüber lustig zu machen. Ganz unbestreitbar waren die Filme von Paul Naschy mit wesentlich mehr Liebe zum Genre gemacht als z.B. die von reinen "Technikern" konstruierten "Hammer"-Filme...
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#6 Andreas Decker 2017-03-24 10:01
zitiere M. Botulino:
zitiere Andreas Decker:

Manfred Knorr war offensichtlich ein echter Paul Naschy-Fan. Seine Filme gelten heute ja eher als Trash-Granaten, auch wenn das nicht ganz fair ist.
.


In der Tat nicht ganz fair! Heutzutage ist es immer leicht, über "Filme von damals" die Nase zu rümpfen und sich darüber lustig zu machen. Ganz unbestreitbar waren die Filme von Paul Naschy mit wesentlich mehr Liebe zum Genre gemacht als z.B. die von reinen "Technikern" konstruierten "Hammer"-Filme...



Zweifellos. Naschy hatte ein Händchen dafür, abwegige Figuren darzustellen, die Hammer zu extrem gewesen wären. Und selbst seine Interpretation als Dracula ist nicht übel, wie in "Count Dracula's Great Love". Der fängt eigentlich da an, wo Hammer aufgehört hat.
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#7 Andreas Decker 2017-03-24 10:15
zitiere Toni:

Mir wurden die Fledermäuse mal komplett für 100 Euro angeboten... Ich Trottel habe sie nicht genommen.


Alle 800 Hefte? Okay, dann warst du ein Trottel :lol: Aber Scherz beiseite, die sind größtenteils unlesbar heute. Ich hatte mal einen Stapel von 50 Bänden gekauft, noch aus der Kostümphase. Nach 10 durchgequälten Heften hatte ich die Nase voll und habe sie wieder verscherbelt.

Heute wäre für mich der einzige Grund, sie zu kaufen, die Lonati-Titelbilder. Selbst die "Collagentitelbilder" aus den 70ern sind ganz gelungen.
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#8 Toni 2017-03-24 14:50
Jetzt hast du mich aber neugierig gemacht. Zwei Fledermäuse habe ich mal irgendwo ergattert. Einmal Peter Theodor (659) und der andere Kelly Kevin (676). Unter welchen Pseudo schrieb den Luif? Die Werbung war ja noch krasser auf den "Herrn" abgestimmt. Überall Schweden-Witze und nackte Haut...
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#9 Schnabel 2017-03-24 15:05
Seinen Krimi-Hauptspielplatz hatte Kurt Luif unter seinem Pseudonym James R. Burcette in der Fledermaus-Krimi-Reihe des Pabel-Verlages. Zwischen Mai 1973 und Oktober 1974 erschienen folgende acht Fledermaus-Krimis
Nr. 719 Die Nacht der Teuflischen
Nr. 723 Ein Millionär im Fadenkreuz
Nr. 729 Um drei sind Sie ein toter Mann
Nr. 738 Dreimal umsonst zur Hölle
Nr. 747 Herzliches Beileid zum Geburtstag
Nr. 771 Sie sind perfekt gestorben, Mr. Fisher
Nr. 790 So echt starb Mr. James noch nie
Nr. 798 Goldfische für Mexiko
Seine Mitarbeit endet mit dem Start der eigenständigen Dämonenkiller-Serie im Jahr 1974.
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#10 Toni 2017-03-24 15:10
Danke für die Infos Uwe. Mist, da habe ich seine Beiträge ja nur um ein knappes Jahr verpasst.
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