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Affige Abenteuer - »Lancelot Link – Geheimagent und Schimpanse«

Lancelot Link – Geheimagent und SchimpanseAffige Abenteuer
»Lancelot Link – Geheimagent und Schimpanse«

Im 21. Jahrhundert begegnet man einer Serie wie „Lancelot Link – Geheimagent und Schimpanse“ mit einem gewissen Misstrauen. Immerhin standen für die Serie ausschließlich Tiere vor der Kamera, die dafür Dinge taten, die ihrem natürlichen Verhalten komplett entgegenstanden. Dennoch kommt man nicht umhin, der durchgeknallten Agentenfilmparodie einen großen Unterhaltungsfaktor und viel Detailliebe zuzusprechen.

Lancelot Link – Geheimagent und SchimpanseStan Burns und Mike Marmer, die die Serie ins Leben riefen, hatten sich zuvor als Drehbuchautoren für die Serie „Mini-Max oder Die unglaublichen Abenteuer des Maxwell Smart“ und als Gagschreiber für den Entertainer Steve Allen bewährt. Es war also genügend komisches Potenzial vorhanden, um auch die affige Serie „Lancelot Link – Geheimagent und Schimpanse“ zum Erfolg zu führen. Das Besondere an den siebzehn 23minütigen Episoden (die in der Regel jeweils aus zwei Kurzfolgen und einem Musikintermezzo zusammengesetzt sind) bestand darin, dass hier ausnahmslos Tiere vor der Kamera agierten und Menschen komplett ausgeklammert blieben (in wenigen Szenen agieren Menschen als Stuntman in Affenmasken). Schimpansen (und ein Orang-Utan) wurden hierfür in menschliche Kostüme gesteckt und mussten vor entsprechenden Kulissen menschliche Aktionen vollführen.

Lancelot Link – Geheimagent und SchimpanseHintergrund der Geschichten ist der ständige Kampf des Guten gegen das Böse. Lancelot Link ist Musiker in der Kombo „The Evolution Revolution“ und arbeitet als Geheimagent für die CHIMPS. Seine Freundin und Assistentin ist die verführerische Mata Hairi. Im Auftrag ihres Bosses, des Geheimdienstchefs Commander Darwin, versuchen die beiden Top-Agenten immer wieder, die Welteroberungspläne der bösen CHUMPS zu verhindern. Deren Oberhaupt ist der zwielichtige Baron von Butcher, assistiert von seinem Butler und Chauffeur Creto. In seinem Laboratorium heckt Dr. Strangemind stets neue Gemeinheiten aus, mit denen der Baron zu seinem Ziel gelangen kann. Ebenfalls zum Kreis der Verbrecher gehören Dragon Woman und ihr Vertrauter Wang Fu, der arabische Scheich Ali Assa Seen und die mysteriöse Duchess. Zu Lande, zu Wasser und in der Luft werden die Kämpfe zwischen den wackeren Helden und den üblen Schurken ausgefochten, die dabei vor keiner Bosheit zurückschrecken und von Lancelot Link und Mata Hairi jeweils vollen Einsatz fordern.

Lancelot Link – Geheimagent und SchimpanseAls die Serie 1994 für RTL2 synchronisiert wurde, war man sich der Problematik der Tierdressuren durchaus schon bewusst. Deswegen heißt es direkt im Vorspann: „Der Tierschutzverein möge uns verzeih‘n.“ Es ist auch wirklich ungeheuerlich, was die Schimpansen hier vor der Kamera vollführen mussten – vom Reiten auf Ponys, Surfen, Schnorcheln, Tennisspielen, Motorrad- und Autofahren bis hin zum Skilaufen war so ziemlich alles dabei. Manchmal können einem die Tiere dabei wirklich ein bisschen leidtun (insbesondere bei den albernen Bananensketchen, bei denen sie sich jedes Mal sichtbar erschrecken), aber in anderen Szenen merkt man auch, dass sie tatsächlich Spaß bei der Sache hatten. Den hat man als Zuschauer auf jeden Fall, denn „Lancelot Link“ ist mit viel Detailliebe und Hingabe in Szene gesetzt. Da verschlägt es einem mitunter regelrecht den Atem. Und die zahlreichen Anspielungen auf das Agentengenre funktionieren auch heute noch tadellos. Die deutsche Synchronfassung arbeitet mit etlichen Hinzudichtungen und zusätzlichen Kommentaren, spielt im Dialog mit Zweideutigkeiten und Selbstreferentiellem, was sie bei einem erwachsenen Publikum noch zusätzlich reizvoll macht. Eine spannende Veröffentlichung für alle Liebhaber der Serie und solche, die so etwas noch nie zuvor gesehen haben! In der Reihe „Pidax Serien-Klassiker“ sind die siebzehn Folgen auf drei DVDs gepresst und ab 29. März erhältlich. Das Bild (Vollbildformat 1,33:1) ist nicht zu beanstanden, auch der Ton (Deutsch und Englisch in Dolby Digital 2.0) ist vollkommen in Ordnung. Als Extra gibt es eine Dokumentation aus dem Jahre 2011, die allerdings nur im englischen Originalton vorliegt (53 Minuten).

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