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Nach dem Atomkrieg - »Das letzte Ufer«

Das letzte UferNach dem Atomkrieg
»Das letzte Ufer«

Kurz vor der Kuba-Krise im Jahr 1962 hatte sich der Kalte Krieg zwischen den USA und der UdSSR zu einem Höhepunkt aufgeschaukelt. Die Welt lebte in Angst vor einem Atomkrieg, was sich auch in etlichen Fiktionalisierungen dieses möglichen Szenarios Bahn brach. In Filmen behalf man sich meist mit symbolischen Auseinandersetzungen zum Thema, Stanley Kramers Film „Das letzte Ufer“ stellt hierbei eine ungewöhnliche Ausnahme dar.

Das letzte UferInsbesondere der fantastische Film hatte sich in den 1950er Jahren mit der kommunistischen Bedrohung der Sowjet-Staaten auseinandergesetzt und diese zumeist als Alien-Invasionsfilme getarnt. Böse Außerirdische dienten hierbei exemplarisch für die Gegner aus dem Osten. „Das letzte Ufer“ hingegen bedarf keiner Monster aus dem Weltraum, um ein mögliches Schreckensszenario auf der Erde zu zeichnen. Stanley Kramers („Das Urteil von Nürnberg“) Verfilmung eines Bestsellers von Nevil Shute, der 1957 auch ins Deutsche übersetzt worden war, thematisiert die atomare Auseinandersetzung zwischen den Supermächten des Kalten Krieges in ihrer bittersten Realität. Dabei wird das Zünden der Atombomben selbst gar nicht gezeigt, denn in dem Moment, in dem der Film beginnt, ist der Krieg auch schon wieder zu Ende.

Das letzte UferWir befinden uns im Jahr 1964 (also fünf Jahre in der Zukunft zum Zeitpunkt, als der Film gedreht wurde), und der Atomkrieg ist zu Ende. Es gibt keinen Sieger, denn es gibt kaum Überlebende. Die nördliche Hemisphäre ist komplett entvölkert, lediglich in Australien leben derzeit noch Menschen. Doch auch deren Zukunft steuert ihrem Ende entgegen, da die radioaktiven Niederschläge über kurz oder lang auch dort angekommen sein werden. Dwight Lionel Powers (Gregory Peck) erhält den Auftrag, das US-U-Boot, in dem er – im Gegensatz zu seiner Familie an Land – den Atomkrieg überlebt hat, in den Norden zu steuern, um die radioaktive Belastung vor Ort zu messen. Mit an Bord geht auch der Wissenschaftler Julian Osborn (Fred Astaire) und der junge Familienvater Peter Holmes (Anthony Perkins), der nur widerwillig seine Frau Mary (Donna Anderson) und das neu geborene Baby in Australien zurücklässt. Bevor das U-Boot zu seiner Mission aufbricht, lädt Holmes zu einem Umtrunk zu sich nach Hause ein, bei dem Powers auch die alleinstehende Moira Davidson (Ava Gardner) kennenlernt, die zur Alkoholikerin geworden ist.

Das letzte UferEin ambitioniertes Filmprojekt, das die politische Öffentlichkeit dazu aufrief, nie einen Atomschlag auszuführen. Der überlange, jedoch hervorragend fotografierte Endzeitfilm entwirft zwar ein wenig realistisches Szenario, weiß aber dennoch zu fesseln. Verwässert wird die brisante Aussage durch eine deplatziert wirkende Liebesgeschichte, die auch Stanley Kramer inszenatorisch weniger gut gelungen ist. Abgesehen von diesen kleineren Mankos ein nach wie vor wichtiger und interessanter Film mit tollen Darstellerleistungen. Die BluRay-Erstveröffentlichung kann mit einem sehr detailreichen und scharfen Bild (im Widescreen-Format 1,66:1) überzeugen, bei dem nur noch minimale Verunreinigungen auszumachen sind. Der Ton liegt auf Deutsch und Englisch in Linear PCM 2.0 Mono vor (in Englisch optional auch in Linear PCM 5.1) und ist stets gut zu verstehen. Einige kleinere unsynchronisierte Passagen liegen im englischen Original mit deutschen Untertiteln vor. Als Extras gibt es den englischen Originaltrailer zum Film, eine recht umfangreiche animierte Fotogalerie sowie ein zwölfseitiges Booklet mit Bio- und Filmografien zu Gregory Peck, Ava Gardner und Stanley Kramer inklusive einiger Fotos.

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