Das Transportproblem im Perryversum - Von Galaxis zu Galaxis
Das Transportproblem im Perryversum
Von Galaxis zu Galaxis
Dass heißt, das man eine geschlossene Schnur nicht zu einem Punkt zusammenziehen kann. In Wirklichkeit ist die Raum-Zeit global makroskopisch einfach … aber eben nicht beim Perry.
In Wirklichkeit ist die Bewegung im All durch die lokale Lichtgeschwindigkeit begrenzt (die übrigens auch beim Alcubierre-Warp noch gilt. Diese Methode der Bewegung hebelt nicht die lokalen physikalischen Gesetze aus). Beim Perry gibt es natürlich bereits seit den Anfangszeiten des auf dem Mond gefundenen und später AETRON nachgenannten, arkonidischen Raumschiffes die Transition durch den fünfdimensionalen Hyperraum in ebenfalls sogenannter „Nullzeit“.
In Wirklichkeit ist die kleinste, physikalisch mögliche Zeitspanne die Planck-Zeit von ca. 10^⁻43 Sekunden. Aber der Perry ist ja nicht wirklich … er ist SF...und so müssen eben die wahren, echten, retardierten Bewegungsgesetze irgendwie umgangen werden. Das ist in der im Weltraum spielenden SF so üblich, damit zeitechte, zeitnahe Handlungen erzählt werden können. (Nur wenige Autoren wie etwa Sheffield zeigen z. B. mit „Zwischen den Schlägen der Nacht“ eine andere Methode auf.)
Also gibt es die beliebten Transitionstriebwerke, die aber bald abgelöst werden von dem „linearen“ Zwischenraumflug, der in einem halbdimensionalen Librationsraum zwischen der vierten und fünften Dimension stattfindet.Immerhin nimmt die Serie damit, wie eben wahre SF es tut, die Wirklichkeit etwas voraus, denn gebrochene Dimensionen wurden in der Realwelt erst einige Jahre später mit der Entwicklung schneller Rechner im Bereich der Fraktale bekannt. Dazu muss ein zunächst sechsdimenasionales Feld geschaffen werden, denn es muss die Zustände des Viere-und Fünferrraumes abschirmen, reflektieren sozusagen … eine Erfindung von Scheer und Mahr, die sehr viel später retardiert zurückerklärt wird, weil sechsdimensionale Bezüge der Expokratie nicht mehr genehm sind.
Aber zunächst wirkt das Feld, als „Kalup“ bekannt nach dem Wissenschaftler, der es in der Perryreihe erfunden hat und später in „Waring“ umgetauft, weil ein anderer Mann es verbessert hat ...tausend Jahre später.
Damit kann man aber nur in der Milchstraße herumgondeln, so um die zweihunderttausend Lichtjahre, bis das Gerät „ausgebrannt“ ist und nur sehr mühsam nach M 31, vulgo Andromedanebel, vorstoßen. Mit einigen Tricks und Verbesserungen gelingt es dann doch, die Triebwerksreichweite bis auf fünf Millionen Lichtjahre zu steigern. Damit kann man dann rein theoretisch immerhin in beinahe Echtzeit in der lokalen Gruppe der hiesigen Galaxien herumgondeln.
Als aber die CREST IV nach M 87 verschlagen wird, in der Nomenklatur der Serie damals etwa 34 Millionen Lichtjahre entfernt (die Hubble-Konstante, welche die Entfernung der Galaxien bestimmt, wird in der Wirklichkeit durch astrophysikalische Messungen laufend empirisch korrigiert), nützen auch die Lineartriebwerke nicht mehr wirklich etwas, um die übergroße Entfernung zurücklegen zu können. Etwas Besseres muss her. Nach heutigen Erkenntnissen beträgt die aktuelle Entfernung etwa 55 Millionen Lichtjahre, gerade sehr aktuell über die ersten Radioaufnahmen eines Schwarzen Loches, mit einer erdweiten very long baseline erzielt, also einem Radio-Teleskop mit rund 12000 km Durchmesser.
Die Aufnahmen wurden dann computertechnisch optisch aufbereitet, so dass das Bild wie photographiert aussieht. Es gibt sogar Facebook-User, die es für eine echte, optische Aufnahme halten.
Aber zurück zum Perry: Mit Hilfe der „Paratron-Konverter“ kann man dann endlich mit dem „Dimetranstriebwerk“ ganz bequem auch intergalaktische Entfernungen zurücklegen. Es gelingt den Terranern sogar kurz darauf, diese Technologie zu erbeuten. Tausend Jahre später aber hat man doch lieber ein eigenes Triebwerk entwickelt, denn mit dem Dimetrans-Flug muss man bis in die galaktischen Zentren fliegen (und aufpassen, dort nicht vom zentralen Black Hole verschluckt zu werden). Mit dem Dimesextariebwerk kann aber Terra und hier war die MARCO POLO gemeint, ganz bequem dank der „Pralitzschen Wandeltaster“ in einigen Stunden nach NGC 4594 fliegen, das ist der sogennannte Sombreronebel, im perrymäßigen Sprachgebrauch der Cappins „Gruelfin“ genannt. Natürlich ist hier wieder sechsimensionale Technik im Spiel.Die Entfernung ist auch so zwischen 30 und 40 Millionen Lichtjahre. Dass man nach der früheren Logik, um im fünfdimensionalen Raum zu fliegen, der „Sextadimhalbspur“ ,eigentlich dann ein siebendimensionales Feld benötigen würde, wird allerdings nicht thematisiert … die sieben Dimensionen kommen erst später mit den Keloskern im Konzilszyklus und der SOL.
Hyperraumflüge finden also regelmäßig und alltagsmäßig statt. Neue Triebwerksarten werden fortlaufend erfunden, vom Metagrav-Vortex bis hin zum aktuellen, neuesten Fern- Triebwerk der RAS TSCHUBAI. Zu sagen ist allerdings auch, dass durch die böse Hyperimpedanz die von den mächtigen, fernen Expokraten, Entschuldigung, Kosmokraten, eingeführt wurde, die Bewegungsfreiheit innerhalb der Serie wieder eingeschränkt wurde, weil das höher-schneller-weiter nicht mehr erzähltechnisch in den Griff zu kriegen war.Dadurch wurden die Aktionsradien eingeschränkt. Außerdem ist die Serie ja in ihren Grundzügen konservativ angelegt, auch wenn sie heute durch Redaktion und Autoren etwas progressiver daherkommt als in den 60er Jahren.
Das beste Transportmittel war allerdings das sogenannte „Auge von Laire“, das den „Distanzlosen Schritt“ propagierte. Damit könnte man in einem einzigen Schritt das ganze Universum durchqueren. So ein Ding hätte wohl jeder gerne, ich auch. Leider gab es nur Eines davon, das auch rasch wieder entsorgt wurde. Tja, was gibt es noch zu erzählen: Universell weite Schwarzloch-Verbindungen, die es auch nicht mehr gibt, zumindest keinen Zugang dazu - abgeschaffte „Polyport-Netze“, die wenigstens einige Galaxien verbunden hatten.Heute ist man wieder auf wenige Fernraumschiffe beschränkt, die als Prototypen sich nur mühsam von Galaxis zu Galaxis bewegen können. Und in der aktuellsten Handlung vom „Mythos Erde“ und der „Cairanischen Epoche“ ist die Raumfahrt ohnhin gefährlich und wird deshalb nur noch von wenigen Völkern ausgeübt, etwa von „Lhadonen“, die als Piraten herumkommen und dicken, barnitischen Händlern, die eigentlich als Agenten für den Bullyschen Geheimdienst arbeiten …
Das Transportproblem bleibt also auch im Perryversum ungelöst, wie in der Wirklichkeit, wo wir trotz netter theoretischer Ideen wie Wurmlöcher als Raum-Zeit-Tunnel doch in der Realität auf die retardierte Form der Bewegung unterhalb der Lichtgeschwindigkeit beschränkt sind.
Im Augenblick jedenfalls …
© 2019 by H. Döring
Kommentare
Ich gestehe gerne, dass ich für die Sonnentransmitter und das viel spätere Polyport-Netz durchaus etwas übrig habe ...
So sehr nachbenannt war die AETRON übrigens nicht: Der Begriff fiel bereits in Heft 38 und wurde von mir und Rainer Castor lediglich deutlich zugeordnet.
Der "Schlund" sei auch nicht zu vergessen, durch den Terra und Luna in BARDIOCS Machtbereich gelangten.
@Heiko Langhans: Der Begriff "AETRON" fiel aber eben nicht im Zusammenhang mit der Entdeckung des Schiffes und der Bekanntschaft mit Thora und Crest in den frühen Bänden 1-9.Dort hätte es sehr viel mehr Sinn gehabt, denn eine Kommandantin spricht doch sicher von dem Namen ihres Schiffes.Insofern ist "nachbenannt" schon korrekt.
Na, Aarn, wo warst du, als die Zeitbrunnen werbewirksam abgeschaltet wurden von Samburi Yura?