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Hondro, Tekener, Merkosh, Rhodan, Bull… - Perry Rhodan NEO, die Folgen 205 bis 209

1Hondro, Tekener, Merkosh, Rhodan, Bull…
Perry Rhodan NEO, die Folgen 205 bis 209

Seit das Fremdwesen Merkosh und der Plophoser Iratio Hondro in Erscheinung getreten sind, ist etwa ein halbes Jahr Handlungszeit vergangen.

Pro Band eine Welt ist die Losung der Stunde, „Die Solare Union“ wird uns näher gebracht und Iratio Hondro treibt sein Unwesen weitgehend ungehindert, allenfalls aufgeschreckt und seinen Standort verlagernd.

Dieser gesamte Handlungsabschnitt wirkt wie ein übergroßes Intro, mit neuen Möglichkeiten, neuen Bedrohungen, neuen Verbündete. Sie alle werden in Szene gesetzt, mehr oder minder ausgiebig vorgestellt und ausgearbeitet. Mal schauen, wohin uns das führt...

Der Geminga-ZwischenfallIn diesem Beitrag geht es um die folgenden Ausgaben von Perry Rhodan NEO:

205 – Rüdiger Schäfer – Der Geminga-Zwischenfall
206 – Arno Endler – Letzte Hoffnung Mimas
207 – Susan Schwartz – Einsatz auf Ertrus
208 – Rainer Schorm – Die Winde von Epsal
209 – Rüdiger Schäfer – Der Krieg in meinem Kopf

Für mich standen nach dem Auftakt mit Zeitsprung-Hintergrund zunächst folgende Fragen im Vordergrund:

„Wo führt die Entwicklung von Iratio Hondro hin? - Wer trägt einen Zellaktivator? - Wem wird ein solches Gerät verliehen werden? - Wo ist Team-Leyden? - Was treibt Atlan und mit wem? - Werden sie plötzlich aus dem Hut gezaubert, um in höchster Not rein zufällig das passende Mittel parat zu haben, um Iratio Hondro zu bezwingen? - Was geschieht um und mit Merkosh?“

Die erste und die letzte Frage werden zumindest teilweise beantwortet!
Hondro wird stärker und weitet seinen Einfluss aus, Merkosh lüftet einen Teil der Geheimnisse, die ihn umgeben. Und eine Schnittmenge hierbei stellen Ronald Tekener und das mysteriöse Dunkelleben dar.

Im Rahmen des Geminga-Zwischenfalls gerät die CREST II in die Gewalt Iratio Hondros, zumindest fast. Vorkehrungen, die unter anderem Thora getroffen hat, erschweren den Zugriff, zudem gibt es Widerstand aus den eigenen Reihen und gleich von zwei Seiten formiert sich Widerstand von Teilen der Besatzung, die nicht unter dem Einfluss des Plophosers stehen. Dessen Macht und Möglichkeiten sind gewachsen, er handelt umsichtiger, weniger impulsiv. Als er sich geschlagen geben muss, aber in einer Art Patt entkommen kann, hinterlässt er Perry und Co. nichts Gutes und einen Schwerstverletzten.

Direkt im Anschluss geht es wieder zurück ins heimatliche Sonnensystem, mehr oder minder direkt nach Mimas. Eine humanitäre Katastrophe bahnt sich an, fast dreihundert der grünhäutigen Imarterinnen und Imarter liegen mehr oder weniger im Sterben. Sud hat alle Hände voll damit zu tun, ein Medocenter zu koordinieren und Leben zu retten. Und zu allem Überfluss trifft ein um das blanke Überleben kämpfender Protektor auf Mimas ein, samt eines Begleiters, der nicht minder stark angeschlagen ist, aber auf ganz andere Weise.

Letzte Hoffnung MimasPerry Rhodan und Ronald Tekener haben mit einer speziellen Infektion zu kämpfen.

Dunkelleben, das Iratio Hondros Fähigkeiten verursacht, ermöglicht, wie auch immer man das nennen will, hat beide Männer befallen. Der Zellaktivatorträger gerät in Schwierigkeiten, da das Gerät zu versagen droht und Perry rapide altert. Bei Ronald Tekener brechen die höchst ansteckenden Lashat Pocken wieder aus. Doch genau das ist der Schlüssel von beider, zumindest teilweiser, Heilung. Der Lashat-Erreger vermag das Dunkelleben zu bannen und so muss Perry infiziert werden, um den Zellaktivator vor der drohenden Einstellung seines Dienstes zu bewahren.

Endlich erfahren wir in „Letzte Hoffnung Mimas“ etwas mehr über Merkosh und er darf sein seltsames Treiben fortführen. Dass da noch einiges kommen dürfte, war für mich von Anfang an klar, aber dass Ronald Tekener damit zu tun hat, empfinde ich als erfrischend spannend.

Dass beide (vorerst) gerettet werden können, mag einerseits von Anfang an klar gewesen sein, aber ich fand den Roman sehr spannend und packend geschrieben, die eine oder andere Offenlegung bisheriger Geheimnisse und Mysterien war gut ins Szene gesetzt, eine runde Sache.

Im „Einsatz auf Ertrus“, eigentlich ja in dessen Vorfeld, bringt uns Susan Schwartz Ronald Tekener näher. Einen Charakter, der will, aber nicht kann, der an seiner eigenen Fehlbarkeit ein ums andere Mal scheitert. Er zockt und säuft, stolpert, fällt, rappelt sich auf, stolpert weiter. Hoch gesteckte Ziele scheinen unerreichbar für ihn. Und so nehmen wir Teil an einem Leben, das alles andere als rühmlich zu bezeichnen ist. Ein Verlierer, der deutlich mehr könnte, wenn er mit der passenden Motivation „bei Laune“ gehalten werden kann.

Zudem offenbart sie die FANTASY und bei diesem Namen dürften erfahrene PR-Leser/innen hellhörig werden. Im Inneren des Mondes wird ein Expeditionsraumer fertiggestellt, mit dem der neue Linearantrieb getestet werden soll. - Doch der geplante Flug dient nun auch und vor allem einen anderen Ziel: Das Leben Perry Rhodans zu retten, denn als Flugziel wird das rund 20.000 Lichtjahre entfernte Lashat-System ausgewählt.

Einsatz auf ErtrusAber zunächst brechen wir mit Thomas und Farouq, Jessica und Ronald auf nach Ertrus, um Hondro und dem Geminga-Kartell einen Schritt näher zu kommen. Aber vor allem, um ihnen eine beachtliche Menge genau jener Drusen abzujagen, die für einen Start der FANTASY unerlässlich sind.

Das Kennenlernen der 3.4 Gravo-Extremwelt fällt weniger farbenfroh aus als die bisherigen Stippvisiten auf den neuen Kolonien der Erde. Eine kurze Zusammenfassung vor der Landung, etwas Bewunderung für die farbenfrohe Wolkenpracht, wiederkehrende Hinweise auf Luftdruck und ein Hauch lokaler Tierwelt. Das ist nicht weiter tragisch, der Fokus liegt hier etwas anders und die beiden Geschwisterpaare erhalten hier genug Raum für interessante Entwicklungen.

Und kaum ist der Einsatz auf Ertrus nahezu gescheitert, Hondro mal wieder entkommen, folgen wir ein weiteres Mal dem straffen Reiseplan, es gilt ja in insgesamt 10 Bänden so viele Kolonien wie möglich abzuklappern. Als nächstes ist Epsal dran, eine weitere „Schwerkraftwelt“, nicht ganz so „schwer“, dafür mit mehr Pilzen...

Wer mehr über den Handlungsabschnitts-Antagonisten erfahren will, greife beruhigt zu „Die Winde von Epsal“. Nur: Die Entzauberung des mysteriösen Aspekts eines Schurken wird hier in kurzen Episoden, Rückblicken in die Vergangenheit Iratio Hondros gelebt. Das finde ich sehr schade, die Ambivalenz des Bösen, des am Ende vielleicht gar nicht so bösen Schurken, der womöglich geläutert wird (irgendwie erinnert mich das an Josue Moncadas Werdegang) ist für mich ein Stimmungskiller.

Auch die Piratensenderberichte des Grunners haben wir sehr ähnlich schonmal zu lesen bekommen.  Auch das haut mich nicht vom Hocker. Wesentlich besser finde ich hingegen die Schilderung dessen was auf/über Epsal geschieht, wobei nicht nur schnell feststeht, wohin die Reise geht. An und für sich dauert es für mich viel zu lange, bis von den Handlungsträgern Hondro als Verursacher vermutet / bestätigt wird.

Die Winde von Epsal „Der Krieg in meinem Kopf“ von Rüdiger Schäfer ist eigentlich ein guter Zwischenhöhepunkt, ein Halbzeit-Finale. Denn, so viel vorweg und vermutlich längst ohne Überraschungseffekt, Hondro ist am Ende des Bandes noch immer aktiv und mächtig wie nie zuvor.

Hondro wird auch weiterhin immer stärker, weitet seinen Einflussbereich ungebrochen unablässig aus, greift nach der Macht. Und noch immer stellt sich die Frage: Wo führt das hin? Wann kommt er und wie wird der große Showdown aussehen, wann wird er stattfinden und welche kosmischen Geheimnisse warten auf uns?

Aber zunächst steht Perry Rhodan auf der Erde ein schwerer Schritt bevor. Er bittet darum, das Experimentalraumschiff FANTASY rund ein Jahr vor der eigentlichen Fertigstellung nutzen zu dürfen. Ziel ist der Planet Lashat, der laut Merkosh (der für meinen Geschmack in der zweiten Staffelhälfte besser, weil häufiger, in Szene gesetzt wurde als in der ersten) ein Schlüssel zur Lösung einiger Probleme darstellen kann. - Das Dunkelleben und somit die Bedrohung durch Iratio Hondro, aber vor allem das drohende Versagen von Perry Rhodans Zellaktivator. - „Passend“ zur Wichtigkeit dieses Anliegens ereilt Perry zum Ende seiner Rede hin ein Schwächeanfall. Leider wirkt es auf mich wie Effekthascherei des Exposes, ein Mittel zum Zweck. Eigentlich für Perry unwürdig, darauf setzen zu müssen. - Er tut es ja nicht mit Absicht, keine Frage, aber hierfür hätte ich mir von Expose und Autor eine andere Lösung gewünscht, die weniger plump wirkt.

Parallel zur Handlung um Perry verläuft ein Testflug der FANTASY eher ungünstig für das Anliegen und das hat den titelgebenden Grund, der wie im Band zuvor von Rückblicken gespickt ist. Diesmal ist Hondro nur indirekt betroffen, in diesen Rückblicken, aber er löst sie gewissermaßen aus und mehr, wie gewohnt deutlich mehr...

Der Feind in meinem KopfDer Cliffhanger von Episode wie Handlungsabschnitt lässt direkt ahnen, wohin die Reise geht, was als nächstes passieren muss und es endet wohl die Rundreise durch „Die Solare Union“.

Das Fazit der ersten Staffelhälfte lautete: „So startet nicht nur eine neue Staffel, sondern eine neue Ära bei Perry Rhodan NEO spannend, aber zunächst noch nicht zu kosmisch, stattdessen weitgehend bodenständig wirkend, mit Luft nach oben / außen, da kann sich mit dem Wissensstand um die ersten fünf Episoden mehr entwickeln, aber nicht zu rasant, für meinen Geschmack gut dosiert.“ Und so ging es auch weiter. Eher beschaulich, ganz und gar nicht kosmisch. Zumindest erscheint es zunächst einmal so. „Die Solare Union“ liefert neben einem mächtiger werdenden Antagonisten vor allem Sightseeing. Wir lernen altbekannte Namen neu kennen, erfahren mehr über die Art und Weise, wie im Jahr 2019 Terra-Kolonien modern angelegt und beschrieben werden. Alles weitere bereitet uns auch „nur“ auf den Kulminationspunkt vor, der uns demnächst erwarten dürfte. Vielleicht in der nächsten Staffel oder auch erst in der übernächsten, wer weiß?

„Die Solare Union“ lässt mich zwiegespalten zurück. Einerseits spannende Geschichten, die Kolonieflair verbreiten, Agentengeschichten und interessante Ideen. Andererseits ist dieser 10 Bände umfassende Handlungsabschnitt lediglich ein Intro. Wir erfahren Neues, Details, reisen von Kolonie zu Kolonie, aber wir kommen nicht auf „den“ Punkt. Die Bedrohung wächst und wächst und wächst, nichts kommt zu einem Ende, mal abgesehen vom Sightseeing. - Dafür geht es in der neuen Staffel (zunächst) ganz woanders hin. - So ist das Finale allenfalls Problemverlagerung, statt Problemlösung. Mehr denn je empfinde ich 10 Bände umfassende Staffeln als eher hinderlich denn nützlich, sehen wir mal vom kaufmännischen Aspekt ab. Für eine gute Story bleibt es mMn eher schädlich. - Sei's drum, ich freue mich auf die neuen Einzelbände...

In diesem Sinne, bis zum nächsten Mal!

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