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Technische Dichte oder psychische Wahrnehmung – Das Menschliche und der Robot - Was braucht die Serie?

1Technische Dichte oder psychische Wahrnehmung
Das Menschliche und der Robot - Was braucht die Serie?

Wir beobachten ja beide Gebiete in den Heften. Seit dem Tod von Rainer Castor ist allerdings, rein subjektiv betrachtet, die technische Dichte, also die innere Beschreibung von Maschinen oder Hyperphysik in den Romanen zurückgegangen, mit sicher einigen Ausnahmen. Innere Wahrnehmungen hingegen werden immer mal wieder beschrieben.Zur Zeit etwa  lese ich ein Taschenbuch von Rainer Castor.

Der Roman, rein außenorientiert in seiner herrlich behaviouristischen Schreibe,enthält naturgemäß eine hohe Dichte an technischen Beschreibungen (Planetenroman Band 16/396, Titel: Arkons Ehre, Heyne). Andere  Autoren hingegen kommen aus anderen Richtungen, haben andere Ausbildungen oder gesellschaftliche Hintergründe und beschreiben die Perrywelt daher anders, sicher nicht schlechter, nur anders. Für mich aber ist die Serie des Perry Rhodan in erster Linie mit Raumschiffen verknüpft, mit Raumhäfen, Antriebsmaschinen, schweren Waffensystemen, Schutzschirmgeneratoren oder Robotern.Mit Wissenschaftlern wie Kalup, Waringer, Leyden, van Moders oder Hamiller und Kantor.Mit Tüftlern und Bastlern.

Auf der andere Seite haben wir die menschliche Seite der  ewigen Erzählung. Natürlich müssen auch die Handlungen der Terraner, ihrer Verbündeten und Gegner beschrieben werden, ihre Motive und Beweggründe, die Action, die aus den Entscheidungen folgt. Die Differenzen in den Interessen intergalaktischer Völker müssen gezeigt werden. Auch das macht für mich den Perry aus.Die phantasievolle Beschreibung extraterrestrischer Kulturen, ihre Planeten und Städte, ihre Beweggründe und ihre Sternenreiche. All das lässt sich sicher herrlich erzählen.

Worauf ich verzichten kann, sind hingegen Beschreibungen familiärer oder sonstiger Beziehungen.In einigen Sätzen abgetan, um das Ambiente abzurunden, ist das in Ordnung. Über einen ganzen Band oder mehr beschrieben, würde es langweilig und überflüssig werden. Dafür sind andere Formate, Serien oder Genres besser geeignet. Meiner Meinung nach natürlich.Jeder Leser oder Nichtleser der Serie darf mir  selbstverständlich nicht zustimmen.

Auch die Wahrnehmung von innen heraus, die innere Nabelschau, wird oft im Perry thematisiert. Solange diese Beschreibungen marginal auftreten, lassen sie sich tolerieren. Man will ja keine psychologische Abhandlung lesen: es muss abgehen in der Action, die Handlung muss sich abspielen. Nur Gucky darf straflos in anderer Leute Köpfe gucken, alles andere hat in der Außenwelt zu spielen, die natürlich auch im Hyperraum existieren darf.Ich erinnere nur an das Taschenbuch von Willi Voltz über Nome Tschato, Titel: „Tunnel in die Unendlichkeit“, in dem die psychischen Vorgänge der vergeistigten Terraner im Hyperraum ablaufen. Die gleichartige Szene hat Voltz im Schwarmzyklus noch einmal im selben Stil verwendet, als Schmidt, der Cyno, Saedelaere, Tschubai, Corello und Kotschistowa vergeistigt im Überraum schweben. Dass unter solchen Bedingungen Mentalkontakte möglich sind, die auch der Leser logisch erfahren bzw, begreifen  kann, passt zu einer SF-Serie sehr gut.

Die technische Seite der Serie  wird ja auch in den immer noch beliebten Risszeichnugen beleuchtet, die seit vielen Jahren die Reihe bereichern.Wer auch immer damals als Erster die Idee hatte, dem Perry mit dieser Art von Graphik zu bereichern, Voltz oder wer immer anders, sei auch  nachträglich noch bedankt. Das ist ein weiteres Werk der Gebrauchs-Kunst, das die Phantasie der Serie um ein gutes Stück bereichert und mithilft, den Serienkanon auch bildnerisch abzurunden.

Bewusstseinszustände lassen sich nun weniger gut graphisch abbilden; selbst ein Querschnitt von Guckys Gehirn würde nicht allzuviel Aufschluss über seine PSI-Fähigkeiten geben. Wie man Psychogramme optisch  sichtbar machen könnte, ist auch noch nicht ganz klar … denn natürlich lassen sich Worte hinschreiben in Form einer Mind-Map etwa, die Charaktereigenschaften einer Person beschreibend, aber damit ist das Psycho-Muster eben noch nicht abgebildet.

Auf eine „Risszeichnung“ von Perrys Motivationen werden wir also noch lange warten müssen. Diese sind eben nur aus den Handlungen zu entnehmen.Nach wie vor muss der Zyklus vom Leser entschlüsselt werden, um den Beweggründen der Protagonisten auf die Spur zu kommen.

So lebt die Serie also hauptsächlich von mehreren Ebenen der Beschreibung: die Technik, die erfundene Hyperwissenschaft, die großen Raumschiffe … auf der anderen Seite die herrlichen, bunten  Beschreibungen von Welten und Planetenoberflächen, von  galaktischen Völkern und ihren Phänotypen und Physiognomien.

In den  Titelbildern  hingegen finden wir oft beide Ebenen abgebildet: einige der Zeichner, Künstler und Graphiker sind sehr gut in der Darstellung von Lebewesen, anderen liegt mehr die kosmische Darstellung von Weltraum und Raumschiffen, die technische Schiene sozusagen. Beide Arten von Kunst ergänzen sich gut, solange man die Zeichner nach ihren Stärken einteilt. Die einzige Ausnahme ist wohl die Darstellung des Mausbibers/Ilts Gucky in der graphischen Umsetzung. Hier kann man es  als Zeichner seit den Tagen von Johnny Bruck kaum jedem Leser recht machen.Allzu oft wird er heutzutage  mit dem Waschbären Rocket Racoon aus den  Guardians of the Galaxy von Marvel verglichen.

© 2019 by H. Döring

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