Leit(d)artikel KolumnenPhantastischesKrimi/ThrillerHistorischesWesternAbenteuer/ActionOff TopicInterviewsHintergründeMythen und WirklichkeitenFictionArchivRedaktionelles

Around The Corner - Zwischen Super und Schlecht - Ein Kommentar zu Naruto (und Bleach)

Around The CorberZwischen Super und Schlecht  
Von Naruto und Bleach
Ein Kommentar

In einem früheren Artikel merkte ich an, das ich über Naruto erst wieder sprechen möchte, wenn ich nicht mehr bei dem Gedanken daran in eine Schimpftriade ausbreche. Dieser Zustand ist inzwischen eingetroffen und teilweise auch wieder nicht.

Doch beginnen wir die Geschichte am Anfang:

 

One Piece PartyIm Manga und auch Anime Bereich kann man zur Zeit von den großen Drei des Shounen Jump reden:
 
  • Naruto,
  • Bleach
  • One Piece.
 
Alle drei Serien haben inzwischen eine sehr hohe Anzahl von Bänden und Kapiteln erreicht, ihre animierte Umsetzung ist jeweils weit über die 100ste Episode hinausgeschossen. Merchandise-Artikel prügeln sich um die Aufmerksamkeit des zahlenden Kunden.

Und doch weisen alle drei Serien erhebliche Unterschiede auf.

One Piece brauche ich an dieser Stelle nicht mehr wirklich anführen. Die Abenteuer des Gummimenschen, der Auszog um Piratenkönig zu werden, habe ich schon in genug Teilen näher erläutert.

BleachAuch Bleach habe ich bereits gestreift; die Geschichte des Jungen, der an einem Abend auf Monster und Shinigami trifft und in die Geschichte seines Lebens hineingezogen wird. Am Ende vielleicht sogar von Anfang an in sein Schicksal.

Naruto wiederum macht sich einen ganz anderen Plot zunutze.

Auch hier haben wir einen Jungen, Naruto, am Anfang, der nur eines will: Ganz hoch hinaus! Er will der Führer seines Ninja-Dorfes werden, um zu beweisen, das er wer ist. Er will die Akzeptanz der Menschen, die um ihn herum sind, denn sie Grenzen ihn aus, weil er der Träger eines Monsters ist, das einst das Dorf zerstört hat.

NarutoNaruto will der größte Ninja werden. Auch wenn es mit seiner Studienmotivation nicht sehr weit her ist. Aber das, was ihm fehlt, macht er mit Energie, Intuition und einem unbändigen Willen wieder weht. Es ist die Geschichte seines Lebens und seiner Abenteuer, wir folgen seinem Lebensweg und damit auch den Ereignissen, die sich um ihn herum aufbauen und auch den Dingen, die bereits in seiner Vergangenheit liegen.

Der Manga beginnt sehr gut; Masashi Kishimoto beschreibt eine wunderbare detailierte Welt der Ninjas, der verschiedenen Nationen, Clans und Dörfer. Aber auch der Techniken und der Lebensweisen. Eine spannende Geschichte, mit viel Action, bei der viel im Dunkeln liegt und erst nach und nach ans Licht kommt.

Aber am Ende machte der Manga vor allem eines, einen Heidenspaß.

Naruto ist eine sehr komische Figur, die einfach nicht den Regeln folgen will, sondern seinen eigenen Weg versucht zu finden und damit mehr als nur einer Person mächtig auf die Füße tritt.

Dennoch, ein gewisser dunkler Unterton bleibt bestehen und verstärkt sich noch. Und dann baut die Serie ab. Und wieder auf, und wieder ab.

Was geht da vor sich?

Naruto ist dabei nicht der einzige Manga, dem das ‘passiert’, Bleach hat die gleichen Probleme, und auch, weniger ausgeprägt, One Piece.

NarutoKapitelweite, gar Bändeweite, Kämpfe, die den Manga nicht wirklich voranbringen, immer kürzere Kapitel, die mehr wie Schnipsel einer Geschichte wirken, paaren sich mit einem beständigen ‘Weiter!’ und immer ‘Höher!’. Der Held gelangt an seine Grenzen und tritt jedesmal aus ihnen heraus, ein Stück weiter. Ultimative Kampftechnik, erfolgt auf ultimative Kampftechnik. Ich, der Leser, ermüdet.

Natürlich waren dies nicht die ersten Serien, denen dies geschehen ist: Ein Paradebeispiel dieses Phänomens ist immer noch Dragonball, und bis heute bin ich mir nicht sicher, ob sich Akira Toriyama am Ende noch ernst genommen hat.

An sich ist diese Art von Inhalt, nicht die schlechteste. Wir sollen an unsere Grenzen stoßen und über diese hinausgehen. Essentiell ist das die Botschaft aller Shounen-Manga. Eine weitere ist das Loyalität unter Freunden nicht zu unterschätzen ist.

Doch diese Botschaften kann man auf zwei Arten verpacken, auf eine Gute und auf eine Schlechte.

One Piece: Strong WorldsOne Piece schafft die Gute. Wir haben die sehr gute Mischung aus Story, Kämpfen, Freunden, Abenteuern, Geheimnissen und dem Höher-und-Weiter-Prinzip. Nicht immer klappt alles, nicht jede Entwicklung in der Story macht auch Sinn oder hätte so geschehen sollen, dennoch, Eichiiro Oda beweißt Qualität.

Kishimoto ist kein schlechter Manga-ka, im Gegenteil. Ich mag seinen Stil sehr, auch Kubotite, der Autor und Zeichner von Bleach, hat eine sehr bestimmte Art seiner Darstellung, auch diese habe ich über die Zeit schätzen gelernt.

Alle drei Zeichner, zeigen eine unglaubliche Entwicklung auf. Jeweils in eine unterschiedliche Richtung, nicht schlechter, anders. Und doch, im Gegensatz zu Oda, bleiben sie in der Erzählweise inkonsistent.

Der Leser bekommt das Gefühl das Plotlöcher mit Kämpfen überbrückt werden, bis dem Zeichner wieder etwas besseres einfällt. Das klingt nun sehr harsch, doch warum nicht.

Bleach Vol 1Manga-ka arbeiten teilweise auf eine sehr unterschiedliche Art und Weise. Dabei ist natürlich immer der Art von Story Rechnung zu tragen. Kurzgeschichten Zeichner arbeiten anders als jene mit epischen oder beinah-epischen Werken. Bei einigen von diesen gibt es eine Schritt zu Schritt Entwicklung. Das soll heißen, das der Plot nicht komplett von Beginn an feststeht und sich durchaus auch von der Richtung her ändern kann. Bzw. manchmal passiert es auch, dass die Idee noch einmal vollkommen geändert wird, vollkommen anders, als man es am Anfang beabsichtigt hatte.

Und dann gibt es die, die von Anfang alles feststehen haben, oder nahezu. Oda gehört in die letztere Kategorie, wie er auch selbst schon geäußert hat. Für ihn steht die Geschichte fest und auch schon das Ende, nur der Weg dahin hat mehr Zeit in Anspruch genommen als er am Anfang erwartet hatte. Ebenso meint er auch, das nun die Hälfte der Geschichte erzählt ist (Also noch mal 50 Bände?).

Ich bezweifle, dass die anderen sich eben diese Mühe gemacht haben. Und darin liegt, das eigentliche Problem. Ich will nicht sagen, das die Geschichten wirr werden und man ihnen nicht mehr folgen kann. Natürlich haben die Zeichner, den Plot auch in groben Zügen ausgearbeitet und sich Gedanken gemacht, aber eben nur in diesen, und das macht sich streckenweise stark bemerkbar.

Eine wirklich Lösung gibt es für dieses Problem nicht. Nicht jeder kann ein Oda sein, und auch muss eben dieser noch beweisen, das er das, was er bisher auf den Tisch gelegt hat auch wirklich durchhalten kann.

Ich glaube nicht, dass sich das Shounen Genre wirklich ändern wird, zumindest nicht in allzu naher Zukunft, aber vielleicht werden die Geschichten doch etwas besser und man beginnt davon abzusehen, alles zu sehr auf den Kampf auszulegen und diesen in allzu kleinen Schnipsel abzuliefern.

Wünschenswert wäre es. Auch für den Manga und dessen Zukunft an sich.

Dabei ist anzumerken, das es natürlich noch mehr Shounen Manga da draußen gibt, auch jene, die eine wirklich gute Story aufweisen, z.B.: Vinland Saga, HunterxHunter., Fullmetal Alchemist. Aber auch jene, die dem gleichen Phänomen unterliegen: Fairy Tale, Katekyo Hitman Reborn!.

In zwei Wochen: Convention einmal anders - Connichi 2010

Der Gästezugang für Kommentare wird vorerst wieder geschlossen. Bis zu 500 Spam-Kommentare waren zuviel.

Bitte registriert Euch.

Leit(d)artikelKolumnenPhantastischesKrimi/ThrillerHistorischesWesternAbenteuer/ActionOff TopicInterviewsHintergründeMythen und WirklichkeitenFictionArchivRedaktionelles