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5 gute Gründe … PERRY RHODAN (trotz ebooks) im Heft zu lesen - (Perry Rhodan, Bände 2570 - 2571)

Perry Rhodan ... das Universum und ich5 gute Gründe …
… PERRY RHODAN (trotz ebook-Varianten)
im Heft zu lesen

Perry Rhodan, Bände 2570 - 2571

ebooks sind ein Thema, über das man herrlich diskutieren kann. Insbesondere die Frage „ebook oder gedrucktes Werk?“ liefert reichlich Gesprächspotenzial und sorgt schnell für erhitzte Gemüter. Schön zu sehen ist dies etwa am Beispiel der jüngsten Ausgabe der Zauberspiegel-MX-Kolumne von Cathrin Zinke, in der diese sich mit dem angesprochenen Thema auseinandergesetzt und für einigen Wirbel unter den Zauberspiegel-Lesern gesorgt hat.

 

PR als eBook auf dem Reader und HeftIch selbst habe die Frage „ebook oder gedrucktes Werk“ längst für mich entschieden: Warum mir das Leben unnötig schwer machen und die eine oder die andere Variante wählen, wenn doch beides geht? Mal lade ich mir ein Buch online herunter, mal kaufe ich es in seiner gedruckten Fassung.

ebook-Verfechter werden sich jetzt fragen, warum ich das tue. Erst gebe ich viel Geld für einen Reader aus, und dann leiste ich mir noch immer gedruckte Bücher? Das ist doch im Grunde widersinnig, da hätte ich mir die Ausgabe für den e-Reader doch einfach sparen können. Überhaupt sind gedruckte Werke doch deutlich teurer, sie nehmen mehr Platz weg, und wenn ich sie bestelle, dann dauert es weitaus länger, bis ich sie endlich in der Hand halte, als wenn ich sie bequem auf mein Endgerät herunterlade.

Keine Frage, derartigen Argumenten kann ich schwerlich widersprechen. Um etwa nur einmal bei der Frage nach dem Preis zu bleiben: Während die PR-Hefte gerade 10 Cent teurer geworden sind, ist der der Preis für die elektronische Variante gleich geblieben.

Doch Vorteile von ebooks hin oder her, es gibt durchaus eine ganze Reihe von Gründen, die dafür sprechen, den e-Reader einfach mal zur Seite zu legen und sich ein gedrucktes Werk zu schnappen. Am Beispiel der Romanhefte von PR möchte ich im Folgenden fünf dieser Gründe aufzeigen.

  • Haptische Wahrnehmung und Geruch
    Dass Bücher (oder, im Falle von PR, Hefte) Leser ihren Alltag vergessen lassen und in fremde Welten entführen, liegt nicht zuletzt an der Art und Weise, wie sie unsere Sinne ansprechen. Haptische Wahrnehmung, also das Erfühlen beispielsweise des Papiers, und der einzigartige Geruch (der im Allgemeinen sehr angenehm ist, mitunter aber durchaus gewöhnungsbedürftig sein kann, je nachdem, welche Materialien bei der Buch- und Heftherstellung verwendet wurden) sind bei gedruckten Werken die Zauberworte. Liest man seinen PERRY digital, gehen diese Sinneseindrücke natürlich verloren.

  • Einfaches und schnelle Blättern
    Wer kennt das nicht: Eine Sekunde mal nicht aufgepasst, einmal kurz abgelenkt, und schon hat man etwas überlesen. Oft bemerkt man so etwas erst einige Seiten später, was dann dazu führt, dass man rasch zurückblättern und die überlesene Passage nachholen muss. Gerade bei Geschichten wie denen von Wim Vandemaan, in denen schon die bloße Namenswahl der Protagonisten immer wieder für Verwirrung sorgt, ist solches Blättern keine Seltenheit. Im Heft kein Problem, im ebook dagegen wesentlich weniger komfortabel.

  • Auf die Technik kommt es an …
    … und um die ist es ärgerlicherweise nicht immer so gut bestellt, wie man das gerne möchte. Wenn die e-Reader-Software spinnt, der Akku an der spannendsten Stelle den Geist aufgibt oder der Zug mal wieder Verspätung hat, man aber keine Internetverbindung besitzt, um sich zur Verkürzung der Wartezeit den neusten PERRY herunterzuladen, dann beneidet man doch all diejenigen, die dem „neumodischen Schnickschnack“ den Rücken gekehrt und aus gedruckte Heft gesetzt haben.

  • Wo sind denn nur die Extras in?
    PR Band 2571 warten mit einem besonderen Gimmick auf: Dem Heft sind zwei weihnachtliche Postkarten beigefügt. Nun ja, der gedruckten Version zumindest. Bei der digitalen Variante fehlen die Postkarten dagegen, obwohl es durchaus denkbar gewesen wäre, digitale Äquivalente anzubieten. Das mag denjenigen, die ohnehin bloß das normale Heft lesen möchten, egal sein. Wer Extras wie Bastelbögen und Postkarten dagegen schätzt, wird den Mangel der Dreingaben bei der elektronischen Variante durchaus als ärgerlich empfinden. Und dann wäre da ja auch noch das Fehlen des Mittelteils von PR zu nennen, also Risszeichnungen, Report und Co …

  • Die pure Lust des Anschauens
    Zugegeben, dieses Argument gilt eher für Bücher als für Romanhefte: Es ist einfach ein angenehmes Gefühl, vor seinem gut gefüllten Buchregal zu stehen, den Blick über all die Büchrücken schweifen zu lassen und sich an die tollen Stunden zurück zu erinnern, die man mit den Werken verbracht hat, an all die spannenden und bewegenden Geschichten, die man gelesen hat. Bei Heften ist dies etwas schwieriger. Nichtsdestotrotz stellt sich (bei mir zumindest) immer wieder ein gewisses Ehrfurchtsgefühl ein, wenn ich die Stapel mit all den Heftromanen anschaue, die ich schon gelesen habe. Immer wieder überkommt mich dann die Lust, die alten Hefte wieder zur Hand zu nehmen und darin rum zu blättern und  zu schmökern. So nett die Bibliotheksfunktionen der e-Reader auch sein mögen, eine echte Entsprechung zum realen Buchregal sind sie nicht.

In einer Hinsicht bin ich mir vollkommen sicher: ebooks sind die Zukunft. Ob es einem nun gefällt oder nicht, an ebooks führt in nicht allzu ferner Zukunft kein Weg mehr vorbei. Spätestens dann, wenn die ersten Verlagshäuser anfangen, bestimmte Werke ausschließlich digital zu vertreiben, also ganz auf Printausgaben zu verzichten, werden geneigte Leser zu e-Readern greifen müssen, wenn sie nicht auf das entsprechende Werk verzichten möchten.

Noch ist es allerdings nicht so weit. Noch haben wir die Wahl zwischen ebooks und gedruckten Büchern bzw. Heften. Und solange dem so ist, werde ich von dieser Doppelmöglichkeit Gebrauch machen und mir Romane mal digital, mal „analog“ zulegen, ganz einfach deshalb, weil ich Geschichten liebe und mir ihre Lektüre sowohl in digitaler als auch gedruckter Form Spaß macht. Beide Varianten haben ihre Vorteile, und solange ich die Möglichkeit besitze, werde ich abwechselnd genießen.


Die Romane im Überblick
Die Falle von MASSOGYVPR Band 2570, »Die Falle von MASSOGYV«, von Michael Marcus Thurner
Die von VATROX-DAAG geschaffene Zwangsgemeinschaft um Satwa, Sinnafoch und Vastrear ersinnt einen finsteren Plan, um Perry Rhodan in ihre Gewalt zu bringen.

Nach dem furchtbaren Band 2569 hat mich »Die Falle von MASSOGYV« wieder einigermaßen mit Autor Michael Marcus Thurner versöhnt.

Zwar finde ich die ganze Gemeinschaftskonstruktion um Sinnafoch ziemlich albern (nicht zuletzt auch deshalb, weil die ohnehin groteske Figur des Okrivars Philip nun, da sie einen Splitter von VATROX-DAAG trägt, noch bizarrer wirkt), und die im Präsens und in Ich-Form präsentierten Szenen aus der Sicht Rhodans haben dafür gesorgt, dass sich bei mir als Präteritums-Freund kein rechter Lesefluss einstellen wollte.

Die Erzählung ist allerdings weitaus spannender, als es die Geschichte des vorherigen Romans war, sodass man trotz der erwähnten Schwächen interessiert am Ball bleibt. Kein Highlight der SF-Reihe, bei weitem nicht, aber immerhin solide Unterhaltung für eineinhalb Stunden.  

Die zeitlose WeltPR Band 2571, »Die zeitlose Welt«, von Wim Vandemaan
Im Zentrum von Wim Vandemaans neustem Beitrag steht der Esnur Clun’stal, der auf der Suche nach dem Sinn seines Daseins ist. Was er dabei in Erfahrung bringt, beleuchtet auch das geheimnisvolle Gebilde TALIN ANTHURESTA

Es ist nun schon eine ganze Weile her, dass Vandemaan einen Roman zur EA beigesteuert hat. Auf die Gefahr hin, mich unbeliebt zu machen: Ich habe ihn nicht vermisst. Vandemaan ist bestimmt ein guter Schriftsteller, andernfalls wäre er in der PR Community nicht so beliebt. Ich allerdings gehöre nicht zu seinen Fans. In den allermeisten Fällen kann ich mit seinen Werken allenfalls bedingt etwas anfangen.

So auch mit »Die zeitlose Welt«, PR Band 2571, an dem ich so lange gelesen habe wie selten an einem Heftroman. Bizarre Namen, die man sich einfach nicht merken kann; Aliens als Protagonisten, die dermaßen fremdartig sind, dass sie einem ganz und gar fremd bleiben; eine Handlung, die einfach nicht in Fahrt kommen will – nein, »Die zeitlose Welt« war ganz eindeutig nicht mein Fall. Dank dem gewohnten Vandemaan’schen Humor sowie der skurrilen Schauplätze und Figuren ein Muss für jeden Vandemaan-Fan. Für alle anderen (so leid es mir tut, dies sagen zu müssen) eher eine Qual
.
 
Besten dank für die Abb. mit Rhodan auf Reader und als Heft an Hakan Tandogan  und seinen Blog

Kommentare  

#1 joe p. 2010-11-30 10:26
"Und solange dem so ist, werde ich von dieser Doppelmöglichkeit Gebrauch machen und mir Romane mal digital, mal ?analog? zulegen, ganz einfach deshalb, weil ich Geschichten liebe und mir ihre Lektüre sowohl in digitaler als auch gedruckter Form Spaß macht. Beide Varianten haben ihre Vorteile, und solange ich die Möglichkeit besitze, werde ich abwechselnd genießen."
Nun, da bin ich der Erste, aber ganz sicher nicht der Letzte, der schreibt: Volle Zustimmung!
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#2 Cedeos 2010-11-30 11:32
Auch ich kann da zustimmen. Ich habe mir auch schon einige Bücher doppelt, sowohl als eBook (weil es praktischer ist) als auch gedruckt gekauft. Der goldenen Mittelweg ist hier auch meine Devise, wobei ich persönlich bei Heftromanen das eBook bevorzuge.
Gerade das zurückblättern finde ich aber bei eBooks (mit einem vernünftigen Reader) angenehmer als bei Papierexemplaren. Noch dazu, da ich z.B. Namen einfach suchen kann, das erleichtert das Auffinden doch sehr.
Das Technikproblem ist für mich auch nicht so drastisch, wie du das empfindest. Zumindest ist mir noch nie passiert, dass der Akku leer war (der hält so lange, dass man ihn eigentlich immer rechtzeitig aufgeladen kann) oder sich mein Reader aufgehängt hat. Eigentlich war bisher eher das Gegenteil der Fall, wenn ich manchmal kein Heft (oder den Reader) dabei habe, kann ich zur Not immer auf mein Handy zurückgreifen, auf dem die Bücher, die ich aktuell lese, auch noch gespeichert sind.
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#3 Pisanelli 2010-11-30 12:01
Also, das mit der haptischen Wahrnehmung halte ich für überbewertet. Nur weil mir einige Sinneseindrücke verloren gehen, geht ja nicht die Phantasie flöten und darauf kommt es ja in erster Linie beim Lesen an. Und ein E-book-Reader vermittelt ja auch Sinneseindrücke - nur andere. Also ich glaube, das ist eine Sache der Gewöhnung.
Es ist halt eine andere Art, das Medium Buch zur Hand zu nehmen. Für mich geht in der Hinsicht nix vom Lesevergnügen flöten.
Außerdem glaube ich, dass die Mehrheit dazu tendieren wird, sich bei einem Werk - egal, ob Heftroman oder ein dickeres Buch - doch nur für eins zu entscheiden: entweder das E-book oder die Papierausgabe (wobei man ja immer noch sowohl das eine als auch das andere praktizieren kann, z.B. Hefte als E-book und Romane in Papier oder umgekehrt oder mal so, mal so, je, wie es gerade am geeignetsten scheint) Grund: einfach das Geld. Doppelte Anschaffungen kosten eben auch doppelt und das werden sich nicht soviele Leute leisten wollen. Glaube ich jedenfalls nicht.
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#4 Cedeos 2010-11-30 13:39
Doppelt kaufen mach ich eigentlich auch nur bei Büchern, die mir sehr gut gefallen. Heißt, wenn ich das eBook so klasse finde, dass ich es gerne im Regal stehen hätte. :D Ist eher ein Spleen von mirn sicher ganz und gar nicht so auf die Allgemeinheit zu übertragen.
Jochen meinte, wenn ich es richtig verstanden habe, auch eher, dass man von Fall zu Fall entscheidet, ob man nun das eBook oder die Printversion kauft, was ich auch des öfteren mache. Nur bei Heftromanen mach ich das nicht, wenn es den als eBook gibt, dann auf jeden Fall eBook.
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#5 Advok 2010-11-30 14:05
Zu #3 Pisanelli:
Ich gebe dir recht: Bei einigen meiner alten Romane würde ich auf die haptische Wahrnehmung gerne verzichten... (aber wenigstens habe ich die Teile einmal bekommen, da ist man dann nicht so wählerisch...)

Pauschal zum doppelt kaufen:
Hier müsste die Buchindustrie ein wenig in die Zukunft investieren: Was spricht dagegen, mit dem Papierbuch auch das E-book mit auszuliefern? Vielleicht um einen Euro teurer für den Materialwert.

Zwei Hintergedanken:
Rechtlich gesehen darf man sein Hardwarebuch durchaus für sich als Datei benutzen (so dass das doppelt kaufen müssen eigentlich unverschämt ist);
und man kann sich als Verlag die Leser durchaus erziehen...
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#6 Pisanelli 2010-11-30 14:56
@Advok:
E-books zu verschenken wird sich kaum ein Verlag leisten können, denn sie müssen ja auch hergestellt werden und das kostet (angeblich) genauso viel wie die Papierbücher. Obwohl ich Deinen Gedankengang verstehen kann. Aber E-books sind ja eben nicht nur pdfs (wie selbst eingescannte Bücher o.ä.), sondern aufwendig(er) bereitete Dateien, die eben nicht mal so eben noch beigepackt werden können (oder sollen). Deswegen glaube ich, dass es in Zukunft zweigleisig laufen wird.
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#7 Advok 2010-11-30 16:32
Pisanelli:
Ja, mein Vorschlag wäre eine Investition in die Zukunft: Um eben die Papierbücherleser auch auf die E-books aufmerksam zu machen. Der Preis dürfte dabei insofern keine Rolle spielen, da die E-books ja bereits existieren für jene Leser, die ausschließlich E-books kaufen & konsumieren.

Ich weiß: Solange es keine Zahlen gibt ist es eine Rechnung, die nur eine Möglichkeit darstellt. Quasi eine Utopie. Und damit ja im Zauberspiegel goldrichtig, oder? ;-)
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#8 Pisanelli 2010-11-30 17:09
@ Advok: Ja, zumindest gibt es im Zauberspiegel fast nichts, was man nicht mal durchdenken kann, so abtrus es auch sein mag :-)
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